Es geht um Gewalt …

Es geht darum, was man tun kann, wenn andere bedroht oder angegriffen werden.

… und darum, wie man sich selbst wehren kann.

… und darum, was man tun kann, wenn man schon Gewalt erlebt hat, um die Hilfsangebote und um die Rechte, die man hat.

… und um Stärke und Schwäche – und darum, das eine nicht mit dem anderen zu verwechseln.

Vor allem geht es um Mut, um Selbstbewusstsein, um Selbstbehauptung, um Durchsetzungsfähigkeit – also um Mittel gegen Gewalt und um Wege aus der Gewalt.

Mehr dazu steht in dieser Broschüre

Was ist Gewalt?

Manchmal beginnen Attacken ganz harmlos: mit einem Spaß, einer spöttischen Bemerkung, einer Grimasse, einem kleinen Schubs. Aber irgendwann fühlt es sich nicht mehr harmlos und witzig an, sondern gemein und brutal. Und man fragt sich: Wo fängt Gewalt eigentlich an?
Wann der Spaß aufhört und die Gewalt beginnt, bestimmt jeder für sich!

Nicht alle Menschen haben dabei dieselbe Grenze – aber jeder hat das Recht, dass die eigene Grenze respektiert wird.

Gewalt hat viele Gesichter

Es ist Gewalt, jemanden zu verprügeln, herumzuschubsen oder mit einer Waffe zu bedrohen. Das ist eigentlich jedem klar. Schwerer zu erkennen ist Gewalt, wenn sie mit Worten, Blicken und Gesten ausgeübt wird:

  • mit sexuellen Anspielungen oder wenn jemand gegen seinen Willen angefasst oder geküsst wird,
  • wenn man andere dazu auffordert, jemanden zu verprügeln – und wenn man das dann filmt oder fotografiert,
  • wenn einzelne in der Gruppe ständig verspottet und niedergemacht werden,
  • wenn die ganze Klasse einzelne Mädchen und Jungen einfach ignoriert und wie Luft behandelt,
  • wenn peinliche Fotos oder Filmchen über andere ins Internet gestellt werden, um jemanden zu demütigen oder sich zu rächen,
  • wenn man Gerüchte über jemanden verbreitet, um ihn schlecht aussehen zu lassen und lächerlich zu machen…

Mobbing und Cybermobbing sind kein Spaß, sondern Gewalt.

Täter, Opfer – und die anderen

Täter können Anführer oder Mitläufer sein, Mitläufer können freiwillig dabei sein oder von anderen gezwungen worden sein. Das ändert nichts daran, dass diejenigen, die zuschlagen, zutreten oder auf andere Art Gewalt ausüben, immer selbst dafür verantwortlich sind, was sie tun. Für Gewalt gibt es vielleicht eine Erklärung, aber niemals eine Rechtfertigung.

Opfer haben manchmal das Gefühl, dass sie selbst schuld an den Übergriffen sind. Das kann verschiedene Gründe haben: die Täter behaupten, dass sie sich falsch verhalten haben; oder andere Menschen geben ihnen das Gefühl, dass sie die Attacken provoziert haben… Aber: Niemand wird Opfer, weil mit ihm oder ihr etwas nicht stimmt, sondern weil die Täter einfach Gewalt ausüben wollen. Dafür finden sie dann immer einen Grund.

Zuschauer sind keine Unbeteiligten. Wer bei einer Gewalttat anwesend ist, spielt dabei auch eine Rolle – auch wenn er oder sie passiv bleibt: Wer nur zuschaut und nichts tut, signalisiert dem Täter, dass er ungestört weiter machen kann und zeigt dem Angegriffenen, dass für ihn keine Hilfe zu erwarten ist. Wer nichts tut, macht mit!

Wie kann man helfen?

Oft passieren miese Dinge, viele Leute sehen dabei zu, ohne einzugreifen. „Sind ja auch noch andere da …”, denken offenbar alle und niemand unternimmt etwas. Oder die Leute befürchten, dass sie selbst etwas abkriegen, wenn sie sich einmischen. Es ist also nicht einfach, bei Gewalt einzugreifen, aber es ist auf jeden Fall wichtig, dass jemand reagiert.

  • Wenn die Situation nicht zu gefährlich ist, können Zuschauer helfen, indem sie den Angreifer ansprechen. „Hör auf damit“ ist eine klare Ansage. Und sie zeigt dem Opfer, dass sich jemand einsetzt. Man kann auch den Angegriffenen ansprechen und fragen, ob er Hilfe braucht …
  • Wenn man Freunde dabei hat, kann man gemeinsam eingreifen. Für die Täter wird damit klar, dass es riskant wäre, ihr Vorhaben umzusetzen, weil sie mit Widerstand rechnen müssen.
  • Hilfe holen ist nicht Petzen! Deswegen ist es ok und wichtig, darüber zu sprechen, wenn Gewalt passiert ist – z.B. mit den Eltern, mit Lehrern oder wem Du sonst noch vertraust. Denn wenn so ein Vorfall geheim bleibt, bekommt das Opfer keine Unterstützung und der oder die Täter keine Grenze gezeigt.

Was man immer tun kann, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen…

  • Genau beobachten, was passiert: sich Details über das Aussehen, die Kleidung oder das Verhalten des Täters merken
  • Hilfe organisieren: in öffentlichen Verkehrmitteln den Fahrer oder Aufsichtsbeamte ansprechen, die Polizei anrufen
  • Wenn der Täter schon weg ist: Das Opfer ansprechen, Hilfe anbieten.

Tipps für den Umgang mit Gewalt…

  • Bei verbaler Anmache: Warte nicht, bis aus der Anmache eine Handgreiflichkeit wird. Reagiere möglichst ruhig und selbstbewusst. Versuch, Abstand zum Angreifer zu halten, sag’ laut „Stopp!“ oder einen anderen kurzen Abwehr-Satz.
  • Wenn Leute in der Nähe sind, die helfen können: Mach ihnen klar, dass das kein privater Streit ist, sondern dass du angriffen wirst. Sag’ ihnen, um was es geht, z.B.: „Die beiden bedrohen mich, bitte rufen Sie die Polizei”. Wenn weitere Personen eingeschaltet sind, muss ein Täter sein Risiko neu kalkulieren und oft kommt er zu dem Schluss, dass Weitermachen zu riskant ist, weil er mit Widerstand rechnen muss.
  • Keine Beleidigungen, keine Provokationen: Bleib dem Täter gegenüber sachlich; wenn es ein Erwachsener ist, sieze ihn. Aber besteh’ darauf, dass er dich in Ruhe lassen soll.
  • Weglaufen ist nicht feige, sondern oft das Vernünftigste – zum Beispiel, wenn man gerade niemanden als Unterstützung dabei hat. Denn körperliche Gegenwehr kann auch gefährlich werden. Tu´ im Zweifelsfall lieber, was der Angreifer verlangt, z.B. deine Jacke hergeben.

Und wenn das alles nicht hilft:

  • Laut schreien!! „Hilfe” rufen kostet viel Kraft – besser ist Kreischen, das macht den Täter mürbe und bringt ihn aus dem Konzept. Außerdem erregt es Aufmerksamkeit.

Wenn man Gewalt erlebt hat…

Nach einer Gewalttat oder wenn man gemobbt wird, fühlt man sich irgendwie schlecht: wütend, hilflos, aggressiv, einsam. Man könnte schreien oder heulen, man möchte zurückschlagen und sich rächen. Manche Leute haben das Gefühl, dass sie etwas falsch gemacht haben und dass sie den Angriff irgendwie hätten vermeiden können und fühlen sich deswegen schlecht. Auch solche Gefühle sind ziemlich normal. Aber niemand kann etwas dafür, wenn er oder sie angegriffen worden ist. Verantwortlich für die Gewalt sind die Täter, nicht die Opfer.

Es ist also nicht deine Schuld, wenn das passiert ist, und es braucht dir auch nicht peinlich zu sein. Sprich mit jemandem darüber, dem du vertraust: Eltern, Freunde, Geschwister, Lehrer. Das kann wichtig sein, um das Erlebnis und die miesen Gefühle besser zu verarbeiten, aber auch, um zu überlegen, was du jetzt unternehmen willst, z.B. eine Anzeige erstatten oder mit Profis in einer Beratungsstelle oder einem Beratungsforum im Internet reden.

Informationen und Beratungsstellen

Wer Informationen und Hilfe bei Gewaltproblemen sucht, kann sich an Beratungsstellen wenden. An vielen Orten gib es Jugendberatung oder Gewaltberatung oder allgemeine Familien- und Erziehungsberatungsstellen.

Wie findet man Beratungsstellen in der Nähe?

  • Man kann sich Im Jugendzentrum, bei der Stadt- oder Landkreisverwaltung erkundigen, welche speziellen Beratungsstellen oder Ansprechpartner es für Jugendliche gibt.
  • Unter www.dajeb.de kann man die Beratungsstellen am eigenen Wohnort recherchieren! (Viele Adressen von Beratungsstellen in Niedersachsen lassen sich auch in der Karte recherchieren. )

Beratungsstellen sind kostenlos. Ob man seinen Namen sagen muss oder ob die Beratung anonym ist, kann man am Telefon klären. Man kann eine Freundin oder einen Freund zu dem Termin mitbringen. Und es ist auch in Ordnung, wenn Du nicht willst, dass Deine Eltern von dem Gespräch erfahren. Sag´ dann einfach, dass Du eine vertrauliche Beratung willst.

Gewaltberatungsstellen und Jugendberatungsstellen haben auch Ansprechpartner für Jugendliche, die Probleme mit ihren Aggressionen haben oder Gewalt ausüben! Es gibt Anti-Aggressivitäts-Trainings, in denen man Alternativen zu Gewalt lernen kann.

Helplines und Beratung im Internet

www.kinderundjugendtelefon.de

www.bke-beratung.de

www.kids-hotline.de

www.youngavenue.de

Internet-Seiten zu Gewalt und Mobbing

www.basta-net.de

www.spass-oder-gewalt.de

www.time4teen.de

www.mobbing.seitenstark.de

jugendinfo.de/themen.php/365/mobbing.html

Fair statt fies

Methoden für die Prävention gegen Mobbing

Konflikte und Streit gehören zum Alltag in Schulklassen und Jugendgruppen, vielfach werden solche Auseinandersetzungen von den Beteiligten selbständig geregelt. Aber es gibt Unterschiede zwischen alltäglichen Auseinandersetzungen und Mobbing. Mobbing ist kein Streit, sondern Gewalt – eine systematische Schikane, die offen oder verdeckt ausgeübt wird, Ausgrenzung und Demütigung zum Ziel hat und betroffene Mädchen und Jungen nachhaltig beeinträchtigen kann. Umso wichtiger ist es, dass pädagogische Fachkräfte die Risiken kennen und Strukturen schaffen, die die Entstehung von Mobbing verhindern oder wenigstens verringern können.

In diesem Seminar geht es um Grundsätze für ein faires Miteinander, um Maßnahmen zur Förderung eines „konfliktfreundlichen“ Klimas, um die Förderung sozialer Kompetenzen, um die Stärkung des Selbstwertgefühls aller Gruppenmitglieder und um die Frage, wie man frühe Warnzeichen für Mobbing erkennen und konstruktiv bearbeiten kann.

5. und 20. März
Seminar, zweitägig
€ 140,00 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
Seminarzentrum Hannover

Anmeldefrist abgelaufen

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Bericht zum Seminar „Ignorieren hilft nicht. Funktionen und Folgen digitaler Gewalt“

Bericht zum Seminar „Ignorieren hilft nicht. Funktionen und Folgen digitaler Gewalt“

Das Internet hat die Möglichkeiten, Aggressionen freien Lauf zu lassen, erheblich erweitert. Cyber-Mobbing, Shitstorms und Hasskommentare – fast scheint es, dass normale Standards für das Miteinander in der Online-Kommunikation außer Kraft gesetzt sind. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer (aus Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit, Schule und Beratungseinrichtungen) berichteten beim Einstieg in das Seminar, dass unterschiedliche Formen digitaler Gewalt für viele Jugendliche allgegenwärtig sind. Die Fachkräfte beobachten beispielsweise, dass es manchen Jugendlichen schwer fällt, sich abzugrenzen, wenn sie mit unangenehmen und belastenden Inhalten konfrontiert sind. Sie machen sich Sorgen, dass Jugendlichen das Gespür dafür verloren geht, wie man unter Stress und in Konflikten angemessen kommunizieren kann. Und sie sehen das Problem, dass Kinder und Jugendliche vielfach mit Gewalt im Netz und digitalen Übergriffen konfrontiert sind und kaum Kapazitäten haben, diese Phänomene einzuordnen und damit umzugehen.

Die Referentin des Seminars, Dorothee Scholz (Psychologin und Psychotherapeutin), vermittelte in einem ersten Input die Dynamiken, die auf der Täterseite bei der Verbreitung von Hasskommentaren und anderen Formen von Online-Übergriffen wirken: Psychische Grundbedürfnisse wie eine sichere Identität und soziale Zugehörigkeit sind bei Jugendlichen vielfach noch nicht stabil. Ihre Lebensphase ist eine Zeit voller Verunsicherung. Empathiefähigkeit und die Fähigkeit zur Emotionsregulation sind noch nicht voll ausgeprägt. Für verunsicherte Jugendliche können übergriffiges Verhalten oder gewalttätige Äußerungen zumindest kurzfristig eine stabilisierende Funktion haben, indem sie das Selbstwert- oder Kontrollgefühl steigern. Als Ansatzpunkte für die „Täter“-Prävention diskutierten die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer an dieser Stelle Empathie-Trainings und die Vermittlung von sozialen Regeln. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie diese Regeln in die Online-Kommunikation transferiert werden können. Dabei wurde auch angesprochen, dass soziale Regeln zwar nicht jeden Übergriff verhindern, aber einen wesentlichen Bezugspunkt für die Bearbeitung von Gewaltsituationen darstellen.

Zweiter Schwerpunkt des Seminars war die Situation der Betroffenen. Jugendliche sind als intensive Nutzer sowohl diejenigen, an die Drohungen und Verunglimpfungen direkt adressiert werden als auch diejenigen, die solche Attacken als Teil einer Gruppe oder in einem Forum mitlesen. Die Referentin wies in diesem Kontext darauf hin, dass vor allem unmoderierte Foren ein hohes Risiko bergen, dass Mitglieder dort aggressiv entgleisen und dass Betroffene von Online-Gewalt ebenso wie andere Gewaltopfer massiv unter den Folgen leiden können.

Am Beispiel von Hate Speech erläuterte Frau Scholz, dass „Hater“ und ihre Kommentare in der Regel verzerrt wahrgenommen werden, weil die große Mehrheit der Nutzer sich nicht sichtbar von solchen Äußerungen abgrenzt und dagegen positioniert. Die Teilnehmenden diskutierten vor diesem Hintergrund die Möglichkeiten, Jugendliche mit diesen Mechanismen vertraut zu machen und zur „Gegenrede“ zu motivieren, ohne sie damit zu überfordern. Für direkt Betroffene kann es nach den Erfahrungen der Referentin eine Entlastung sein zu verstehen, dass Hate Speech keine Interaktion im eigentlichen Sinn, sondern eine Projektion ist. Hasskommentare zu verfassen, hat vor allem die Funktion, Ängste und Unsicherheiten zu verarbeiten. Für die Angehörigen diskriminierter Gruppen, die darin angesprochen sind, ist deswegen die Botschaft bzw. Einsicht wichtig, dass solche Angriffe nichts mit ihnen als Person zu tun haben.

Insgesamt wurde im Austausch über Präventionsstrategien mit Jugendlichen und Unterstützungsmöglichkeiten erkennbar, dass zentrale Aspekte der Offline-Gewaltprävention auch mit Blick auf Online-Phänomene gelten: die nachhaltige Etablierung sozialer Normen und gewaltfreier Konfliktlösungen und die konsequente Vermeidung von Victim-blaming. Als Leitlinien für den Umgang mit Hate Speech formulierte Dorothee Scholz abschließend drei „Don’ts“:

  • nicht zurückhalten
  • nicht schweigen
  • nicht laufen lassen

… und einen Rat für die konkrete Präventionsarbeit mit Jugendlichen: an praktischen Beispielen üben, wie man knapp und deutlich auf Hasskommentare reagieren kann.

Andrea Buskotte, LJS

Fachtagung der Landesstelle Jugendschutz zu sexuellen Übergriffen im Internet, 18.4.2018

Fachtagung der Landesstelle Jugendschutz zu sexuellen Übergriffen im Internet

Mit mir nicht!

(Hannover, 11. April 2018) Unfreiwillige sexuelle Kontakte finden täglich in den sozialen Netzwerken, über Messenger- und Community-Apps, aber auch in den Chatforen beliebter Online-Spiele statt. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass fast jeder fünfte Teenager in Deutschland schon einmal betroffen war. Zu den Übergriffen gehören Exhibitionismus, verbale Belästigung, die Weiterleitung von intimen Fotos, die Konfrontation mit pornografischem Material oder Cyber-Grooming – also das gezielte Ansprechen von Minderjährigen mit dem Ziel, sexuelle Kontakte anzubahnen. Internetaktivitäten zu verbieten, ist keine Lösung. Kinder und Jugendliche brauchen die aktive Unterstützung von gut informierten, gesprächsbereiten Erwachsenen. Dann können sie sich selbstbestimmt in der virtuellen Welt bewegen, ohne Schaden zu nehmen oder die Grenzen anderer zu verletzen.

Darin waren sich mehr als 90 Fachkräfte aus Jugendarbeit und Schule einig, die am Mittwoch auf Einladung der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) in Hannover mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis über zeitgemäße Präventionsstrategien diskutiert haben. Titel der Fortbildung: „Mit mir nicht!“ Nach Erfahrung von Andrea Buskotte, Referentin für Gewaltprävention der LJS und Leiterin der Fachtagung, scheuen sich Jugendliche, die von sexuellen Übergriffen betroffen sind, oft, mit jemanden darüber zu sprechen und Hilfe zu suchen, auch wenn das Geschehen sie sehr belastet. „Jugendarbeit und Schule, aber auch Eltern müssen sich diesem vielschichtigen Thema stellen, sich mit den Online-Aktivitäten Jugendlicher auskennen und zeigen, dass sie helfen können. Die Fachtagung ist ein weiterer Baustein der LJS, um wichtige Leitplanken für die Unterstützung, Begleitung und den Schutz junger Menschen einzuziehen“, betonte Buskotte am Mittwoch in Hannover.

Belästigungen sind überall im Netz möglich
Die in Mainz angesiedelte Beschwerdestelle „jugendschutz.net“ erstellt Konzepte und Handreichungen für die Praxis, damit Kinder und Jugendliche sicher im Netz unterwegs sein können. Die Internetseite www.jugendschutz.net bietet dazu zahlreiche Tipps. Referentin Sarah Dobner wies während der Fachtagung auf die wichtige Rolle hin, die Gleichaltrige bei der Sensibilisierung für Online-Risiken spielen. Daher verfolge jugendschutz.net den Ansatz der „Peer Education“. Im Zentrum steht die Vermittlung von Informationen und Kompetenzen für die kritische Reflexion von Mediennutzung. Dobner warnte vor sexuellen Belästigungen, die zum Beispiel in der globalen Video-Selbstdarstellungs-Community „musical.ly“ zu beobachten sind: In Livestreams werden explizite Fragen zu sexuellen Erfahrungen oder Aktivitäten von Zuschauern an minderjährige Streamer gerichtet.

Grenzachtende Online-Kommunikationskultur fördern
Die Medienpädagogin Dr. Verena Vogelsang plädiert dafür, Jugendliche nicht nur für mögliche Gefahren zu sensibilisieren und deren Medienkompetenz zu stärken, sondern auch eine
„grenzachtende Online-Kommunikationskultur“ zu fördern. Dann könnten junge Menschen das Web 2.0 positiv zur Entwicklung ihrer sexuellen Identität nutzen. „Die Anonymität im Netz schützt die Täter, aber sie verschafft Jugendlichen auch die Möglichkeit, im Schutz von Anonymität unverbindliche Flirtstrategien auszuprobieren“, betonte Vogelsang. Sie ist Expertin für Sexuelle Viktimisierung, Pornografie und Sexting und evaluiert Präventionsmaterialien für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Vogelsang empfiehlt neben einschlägigen Kinder- und Jugendschutz-Portalen wie „save-me-online.de“ oder „klicksafe.de“, Heranwachsende zur Reflexion ihrer Geschlechterrollen anzuregen und geschützte Erfahrungsräume zu schaffen: Darin können Rollenbilder jenseits stereotyper Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit erprobt werden.

Neue Herausforderungen für Prävention und Jugendmedienschutz
„Der sexuellen Belästigung von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum sind sowohl Mädchen als auch Jungen ausgesetzt“, berichtet der Kriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger. Er lehrt und forscht am Institut für Polizeiwissenschaft der Polizei-Fachhochschule (IfP) des Landes Brandenburg zu Cyberkriminalität. Rüdiger fordert eine Reform der gesetzlichen Rahmenbedingungen, die den Schutz Minderjähriger an die digitalen Risiken anpasst und die konsequente Ahndung von Übergriffen im Netz ermöglicht. Der Cyberkriminologe beklagt einen „sehr geringen“ Wissensstand und Sensibilisierungsgrad bei sämtlichen gesellschaftlichen Akteuren. Er fordert, dass Erwachsene sich durch die Eigennutzung von Onlinespielen, Instant Messenger, Videoplattformen & Co. als Ansprechpartner qualifizieren sollten, um mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.
„Und wir müssen uns von der Vorstellung der alten Täter, die vor dem Rechner sitzen, lösen. Immer häufiger sind die Täter selbst Kinder und Jugendliche.“ Mittlerweile richte sich fast jede dritte Strafanzeige wegen Cyber-Groomings gegen ein Kind oder einen Jugendlichen. Dies stelle sowohl die Prävention als auch den Jugendmedienschutz vor ganz neue Herausforderungen. Rüdiger empfiehlt unter anderem, dem Beispiel der niederländischen Polizei zu folgen, die eine virtuelle Wache in dem beliebten Online-Spiel „Habbo Hotel“ eingerichtet hat. Dort bieten sich echte Beamte als erkennbare Polizei-Avatare für Sprechstunden an.

Zuhören und Ernstnehmen
Die Hamburger Diplom-Pädagogin und erfahrene Fachberaterin Carmen Kerger-Ladleif ist davon überzeugt, dass Mädchen und Jungen verlässliche Fachkräfte brauchen, die bereit sind, sich mit den Grundlagen digitaler Kommunikation zu befassen und deren Faszination und Risiken zu erkennen. „Hilfe für die Betroffenen digitaler Gewalt bedeutet, ernstgenommen zu werden und das eigene Leben und die Selbstbestimmtheit wiederzuerlangen“, betonte Kerger-Ladleif.


Mehr Informationen
www.jugendschutz-niedersachsen.de,
s.a. www.jugendschutz-niedersachsen.de/wir-ueber-uns/faqs/

LJS-Materialien zum Thema „sexuelle Übergriffe“
https://jugendschutz-materialien.de/shop/gewaltpraevention/grenzgebiete-sexuelle-uebergriffe-unter-jugendlichen/
https://jugendschutz-materialien.de/shop/gewaltpraevention/grenzgebiete-sexuelle-uebergriffe-unter-jugendlichen-arbeitshilfe/
https://jugendschutz-materialien.de/shop/gewaltpraevention/grenzverletzungen/

Online-Infos für Jugendliche
https://www.was-geht-zu-weit.de


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Medienkontakt
Andrea Buskotte
Referentin für Gewaltprävention der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS)
Leisewitzstr. 26, 30175 Hannover
T: 0511 – 858788
andrea.buskotte@jugendschutz-niedersachsen.de

Nice to meet you | Rechte und Respekt

Rechte und Respekt – Linktipps G mit Niedersachsen“ – Bildung und Beratung zu Geschlechtergleichstellung und Migration g-mit-niedersachsen.de Tipps für Flüchtlinge: Unter 18 – Fragen zu Sexualität, Liebe. Freundschaft, Schwangerschaft, Rechte…...

Ignorieren hilft nicht! Funktionen und Folgen digitaler Gewalt

Ansatzpunkte für Prävention und Intervention

Im Netz geht es manchmal ziemlich ruppig zu, Hasskommentare, Shitstorms und Cyber-Mobbing sind weit verbreitet. Für Eltern und pädagogische Fachkräfte stellt sich mit Blick auf Kinder und Jugendliche die Frage, welche Risiken diese Konfrontation mit Gemeinheiten, Drohungen und Diskriminierungen mit sich bringt. Welche Folgen hat Online-Gewalt für Betroffene? Welche Motivationen gibt es auf Seiten der Angreifer? Wie können boshafte und diskriminierende Äußerungen die „Zuschauer“ und „Mitleser“ beeinträchtigen?

Im Seminar werden die Funktionen und Wirkungen digitaler Gewalt vor dem Hintergrund von Entwicklungsherausforderungen wie Pubertät von Jugendlichen, eingeordnet. Denn vor allem in diesem Alter können sich Herabsetzungen und Verunglimpfungen besonders brisant auf das Selbstwertgefühl auswirken. Daran anknüpfend geht es um Möglichkeiten der Prävention und um die Unterstützung, wenn es zu Online-Übergriffen gekommen ist.

6. September
Seminar
€ 70,00 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
Seminarzentrum Hannover

Anmeldefrist abgelaufen

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Gewalt im Spiel

Theaterpädagogische Methoden für die Gewaltprävention

In diesem Seminar sollen Alltagserfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Aggressionen und Gewalt beleuchtet und für die gewaltpräventive Arbeit in Jugendarbeit und Schule ausgewertet werden. Dabei geht es vor allem darum, ein differenziertes Verständnis von Gewalt (Wo beginnt sie? Wer definiert das?) und für die Situation der „Opfer“ und „Täter“ zu entwickeln. Methoden aus der Theaterpädagogik bilden die Grundlage und den Schwerpunkt des Seminars. Sie sollen dazu beitragen, das eigene Verhaltensrepertoire zu erweitern und Anregungen für den Umgang mit Gewaltsituationen und die gewaltpräventive Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vermitteln.

7. und 8. September
Seminar, zweitägig
€ 100,00 (ohne Verpflegung)
TUT Hannover

Anmeldfrist abgelaufen

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Gewalt im Spiel

Theaterpädagogische Methoden für die Gewaltprävention

In diesem Seminar sollen Alltagserfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Aggressionen und Gewalt beleuchtet und für die gewaltpräventive Arbeit in Jugendarbeit und Schule ausgewertet werden. Dabei geht es vor allem darum, ein differenziertes Verständnis von Gewalt (Wo beginnt sie? Wer definiert das?) und für die Situation der „Opfer“ und „Täter“ zu entwickeln. Methoden aus der Theaterpädagogik bilden die Grundlage und den Schwerpunkt des Seminars. Sie sollen dazu beitragen,
das eigene Verhaltensrepertoire zu erweitern und Anregungen für den Umgang mit Gewaltsituationen und die gewaltpräventive Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vermitteln.

7. und 8. Juli
Seminar, zweitägig
€ 100,00 (ohne Verpflegung)
TUT, Hannover

Anmeldefrist abgelaufen

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FAQs | Gesetze Medien

FAQs für Kinder und Jugendliche

Darf ich (15 jahre alt) eine Kinopreview um 22.30 Uhr besuchen?
Der Film muss für dein Alter eine entsprechende Freigabe haben. Die Altersfreigaben werden von der FSK (Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) vergeben.

Es gelten folgende Altersfreigaben:

  • Freigegeben ohne Altersbeschränkung
  • Freigegeben ab sechs Jahren
  • Freigegeben ab zwölf Jahren
  • Freigegeben ab sechzehn Jahren
  • Keine Jugendfreigabe

Hinzu kommen zeitliche Beschränkungen für den Besuch des Kinos: Kinder ab 6 und unter 12 Jahren müssen das Kino um 20 Uhr verlassen, Jugendliche unter 16 Jahren um 22 Uhr und Jugendliche ab 16 Jahren um 24 Uhr. In Begleitung deiner Eltern kannst du länger bleiben.

Da die Preview erst um 22.30 Uhr beginnt, darfst du sie alleine im Alter von 15 Jahren nicht besuchen.

Kinder ab 6 Jahren dürfen auch Kinofilme mit einer Freigabe ab 12 Jahren sehen, wenn sie in Begleitung ihrer Eltern sind. Man spricht in diesem Fall von der PG-Regelung (Parental Guidance / Elternbegleitung).

 

Darf ich (14 Jahre alt) an einer LAN-Party teilnehmen?

Das Jugendschutzgesetz hat keine Regelung für den Besuch einer LAN-Party. Allerdings müssen bei der Auswahl der Spiele die Altersfreigaben berücksichtigt werden. Die Altersfreigaben werden von der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) vergeben.

Es gelten die gleichen Freigaben wie bei den Kinofilmen:

  • Freigegeben ohne Altersbeschränkung
  • Freigegeben ab sechs Jahren
  • Freigegeben ab zwölf Jahren
  • Freigegeben ab sechzehn Jahren
  • Keine Jugendfreigabe

Die Sticker mit den Altersfreigaben findest du auf der CD-ROM/ DVD und auf der Hülle. Eine unterschiedlichen Farben erleichtern die Zuordnung. Diese Freigaben sind für alle verbindlich. Auch deine Eltern können dir keine Ausnahme verschaffen. Eine Erlaubnis deiner Eltern, dass du an Spielen teilnehmen darfst, die für dich normalerweise noch nicht zugänglich sind, hat daher keine Bedeutung. Darüber hinaus gelten auch auf LAN-Parties die allgemein jugendschutzrechtlichen Beschränkungen zum Alkoholtrinken und Rauchen.


FAQs für Eltern

Mein Sohn, 14 Jahre alt, verbringt jeden Tag mindestens vier Stunden mit Computerspielen. Wenn ich ihn auffordere das Spiel zu beenden, geraten wir ständig in Streit. Woran erkenne ich, ob er eventuell „computerspielsüchtig“ ist?

Nicht alle Jugendlichen, die viel Zeit mit Computerspielen verbringen sind „süchtig“. Wissenschaftlich ist es bislang umstritten, inwiefern Kriterien einer Abhängigkeit auf das exzessive Computerspielen übertragbar sind. Experten sind sich jedoch darüber einig, dass die überwiegende Mehrheit der Computerspieler weder betroffen noch gefährdet ist. Die Faszination des Computerspielens kann gerade in der Anfangszeit sehr intensiv sein, stundenlanges Spielen ist dann durchaus üblich, diese ggf. auch monatelange Phase geht jedoch meist vorbei. Geschieht dies nicht, gilt es genauer hinzuschauen. Welche Ursachen könnte es für eine übermäßige Nutzung geben?

Folgende Merkmale können Eltern bei der Einschätzung, ob ihr Sohn oder ihre Tochter ein problematisches Spielverhalten aufweist, helfen:

  • Verlust der Impulskontrolle: Vereinbarte Spielzeiten werden überhaupt nicht mehr eingehalten;
  • Unfreiwilliges Spiel: Das Spiel wird nicht aus und zum Spaß, sondern zwanghaft unfreiwillig und damit unbefriedigend betrieben;
  • Umzug in die virtuelle Spielwelt: Soziale Kontakte finden überhaupt nicht mehr in der realen, sondern nur noch in der virtuellen Welt statt.

Um Machtkämpfe um Spielverbote zu umgehen, ist es wichtig, sich Zeit für den Beziehungsaufbau zu nehmen. Eltern sollten das Gespräch mit ihrem Sohn oder ihrer Tochter suchen, dadurch erfahren Sie mehr über die Ursachen für die intensive Computerspielnutzung.

Mit meiner Tochter, 12 Jahre alt, habe ich WhatsApp aus dem Google Play Store auf ihr Handy geladen. Dort bin auf die Angabe „USK ab 0 Jahren“ gestoßen, der Anbieter wiederum lässt erst eine Nutzung ab 16 Jahren zu. Welches Alter gilt denn nun?

Seit Juli dieses Jahres werden alle Apps, die im Google Play Store herunter geladen werden können, mit einem Alterskennzeichen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) versehen. Der App-Entwickler bekommt anhand vorgegebener Fragen, die er beantworten muss, eine Alterskennzeichnung. Das dafür zugrunde liegende internationale System nennt sich IARC (International Age Rating Coalition). Da die Kategorien der Fragen nicht öffentlich sind, kann ich Ihnen dazu inhaltlich leider keine weitere Auskunft geben.

Zu der Altersfreigabe „USK ab 0 Jahren“ steht als Information dazu im Google Play Store „Bei Spielen und Apps ab 0 Jahren handelt es sich generell um Inhalte ohne Beeinträchtigungspotential. Dabei können sich diese sowohl direkt an Kinder und Jugendliche, als auch an erwachsene Nutzer richten. Beispielsweise Dienstprogramme, Kataloge oder Tools im Allgemeinen fallen üblicherweise unter diese Kategorie. Ebenso betrifft dies soziale Netzwerke, bei denen der Betreiber sicherstellt, dass nutzergenerierte Inhalte auch für Kinder geeignet sind. (https://support.google.com/googleplay/answer/6209544?p=appgame_ratings&rd=1).

Den Zugang zum Google Play Store können Eltern auf den Smartphones Ihrer Kinder mit Hilfe der Jugendschutzeinstellungen regeln. Dadurch können Downloads von Apps, die nicht das entsprechende Alterskennzeichen aufweisen oder App-Käufe blockiert werden. Weitere Informationen erhalten Sie dazu im Google Play Store. Dies läuft natürlich bei einer Freigabe ab 0 Jahren ins Leere.

Darüber hinaus können App-Entwickler selbst entscheiden, wie alt die Nutzer ihrer App sein sollen. Das wird im Allgemeinen in den AGB den Allgemeinen Geschäftsbedingungen aufgeführt. Da Minderjährige aufgrund des Taschengeldparagraphen §110 BGB Bürgerliches Gesetzbuch noch keine Verträge also auch keinen Handyvertrag abschließen dürfen, nehmen dies Eltern stellvertretend wahr. Deshalb können auch Sie als Elternteil und Vertragspartner entscheiden, ob Sie ihrem Kind, obwohl es noch keine 16 Jahre alt ist, die Benutzung von WhatsApp ermöglich wollen. Die Entscheidung liegt in Ihrer Erziehungsverantwortung.

Darf meine Tochter Lena, 10 Jahre alt, mit ihrer Freundin und deren Mutter einen Film angucken, der ab 12 Jahren freigegeben worden ist?

Kinder ab sechs Jahren dürfen auch Filme sehen, die ab zwölf Jahren freigegeben worden sind, wenn sie von ihren Eltern begleitet werden.

Diese Gesetzesänderung ist unter dem Begriff „PG-Regelung” gefasst. Diese Ausnahme bezieht sich nicht auf andere Erwachsene. Ihrer Tochter dürfen Sie den Kinobesuch also nicht erlauben.

Welche Freigaben gibt es bei Computerspielen?

Die Altersfreigaben bei den Computerspielen vergibt die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle). Es werden die gleichen Altersfreigaben wie bei den Kinofilmen vergeben:

  • Freigegeben ohne Altersbeschränkung
  • Freigegeben ab 6 Jahren
  • Freigegeben ab 12 Jahren
  • Freigegeben ab 16 Jahren
  • Freigegeben ab 18 Jahren

Die Sticker mit den Altersfreigaben befinden sich sowohl auf der Hülle als auch auf der CD selbst.

Bei Computerspielezeitschriften gilt die Altersfreigabe des beiliegenden Datenträgers. Befindet sich auf der CD-ROM eine Demoversion eines Spiels, das ab 16 Jahren freigegeben worden ist, ist auch die Zeitschrift erst ab 16 Jahren frei verkäuflich. Der Sticker mit der jeweiligen Altersfreigabe befindet sich auf dem Datenträger und auf der Zeitschrift.

Besuch öffentlicher Filmveranstaltungen (§ 11 JuSchG) Kennzeichnung von Filmen und Film- und Spielprogrammen (§ 14 JuSchG)

Filmveranstaltungen dürfen von Kindern und Jugendlichen nur bei Freigabe des Films und Vorspanns für ihr Alter besucht werden. Die Altersfreigaben bei Kinofilmen vergibt die FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft). Es gelten folgende Altersfreigaben:

  • Freigegeben ab 0 Jahren
  • Freigegeben ab 6 Jahren
  • Freigegeben ab 12 Jahren
  • Freigegeben ab 16 Jahren
  • Freigegeben ab 18 Jahren

Ausnahme: Bei Filmen ab 12 Jahren (PG-Parental Guidance: Elternbegleitung) ist die Anwesenheit für Kinder ab 6 Jahren in Begleitung einer personensorgeberechtigten Person [Eltern] gestattet.

Zudem muss die zeitliche Begrenzung beachtet werden, wenn Eltern ihre Kinder nicht ins Kino begleiten. Kinder ab 6 und unter 12 Jahren müssen das Kino um 20 Uhr verlassen, Jugendliche unter 16 Jahren um 22 Uhr und Jugendliche ab 16 Jahren um 24 Uhr.

 

In Kaufhäusern findet man immer wieder Bereiche, in denen die Kinder Computerspiele ausprobieren können. Dürfen dort alle Spiele zum Testen zur Verfügung gestellt werden?

Nein, auf den Spielkonsolen oder Computern dürfen nur Spiele zum Testen installiert sein, die eine Kennzeichnung „Freigegeben ohne Alterbeschränkung“ oder eine „Freigabe ab 6 Jahren” von der USK bekommen haben.

 

Kann ich meinem 17-jährigen Sohn eine Einverständniserklärung unterschreiben, mit der er auf einer LAN-Party Spiele spielen darf, die eine Alterskennzeichnung „Freigegeben ab 18 Jahren” bekommen haben?

Spezielle gesetzliche Regelungen für LAN-Parties gibt es laut Jugendschutzgesetz nicht. Zu beachten ist, welche Spiele auf der LAN-Party gespielt werden. Das können Spiele sein, die mit “Freigegeben ab 18 Jahren” gekennzeichnet sind oder von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert, d. h. als jugendgefährdend eingestuft wurden. Ist dies der Fall, dürfen Kinder und Jugendliche nicht an solchen LANParties teilnehmen. Auch mit einer Einverständniserklärung der Eltern darf ein Jugendlicher auf einer LAN-Party keine indizierten oder mit “Freigegeben ab 18 Jahren” gekennzeichneten Spiele spielen.

Falls der Veranstalter dies erlauben sollte, begeht er eine Ordnungswidrigkeit oder macht sich strafbar. Aufgrund dieser gesetzlichen Regelungen sind die meisten LAN-Parties für Kinder und Jugendliche nicht zugänglich.

Darüber hinaus gelten auf LAN-Parties auch die allgemein jugendschutzrechtlichen Beschränkungen. Jugendliche ab 16 Jahren dürfen Bier, Wein oder Sekt trinken. Branntweinhaltige Getränke (z.B. klare Schnäpse, Liköre, Whiskey oder Mixgetränke Cola-Rum) dürfen Jugendliche unter 18 Jahren nicht trinken und sie dürfen auch nicht an sie abgegeben werden.

 

Wir haben zu Hause keinen Internetanschluss. Darf mein Sohn Ben, 13 Jahre alt, ins benachbarte Internetcafé gehen?

Grundsätzlich ist es Kindern und Jugendlichen gestattet, ein Internetcafé zu besuchen. Hier muss der Betreiber dafür sorgen, dass Ihr Kind keinen Zugang zu Inhalten erhält, die nicht für sein Alter freigegeben sind oder nur für Erwachsene erlaubt sind.

Ein gewerblich betriebenes Internetcafe, das laut § 6 des Jugendschutzgesetzes erkennbar das Betriebskonzept, die Betriebsumsätze und die Kundennutzung auf ein schwerpunktmäßiges Spielangebot ausgerichtet hat, muss als Spielhalle konzessioniert sein. Handelt es sich um eine Spielhalle, dürfen sich Kinder und Jugendliche dort nicht aufhalten.

Bildschirmspielgeräte (§ 13 JuSchG)

Das Spielen an elektronischen Bildschirmspielgeräten ohne Gewinnmöglichkeit, die öffentlich aufgestellt sind, ist Kindern und Jugendlichen nur gestattet, wenn die Programme für ihr jeweiliges Alter freigegeben sind.

 


Glossar

App
Eine Applikation, kurz App, ist ein Softwareprogramm, das auf ein Smartphone oder Tablet heruntergeladen werden kann. Es gibt zum Beispiel Nachrichten-, Fahrplan- und Spiele-Apps. Bei den Jugendlichen sind vor allem die Apps beliebt, mit denen man sich austauschen und kommunizieren, aber auch spielen kann.

Weitere Informationen der LJS: Bestelllink Handy ABC (deutsch, arabisch, kurdisch, russisch)

Cybermobbing
Spielt sich Mobbing online ab, zum Beispiel über soziale Netzwerke oder in Chatrooms, spricht man von  Cybermobbing. Besonders problematisch an dieser Form des Drangsalierens  ist, dass dem Opfer über die Online-Kanäle rund um die Uhr und ohne eine Möglichkeit des Rückzugs zugesetzt wird.

Weitere Informationen der LJS: https://cyber-mobbing.jugendschutz-niedersachsen.de/

Datenschutz
Jeder Mensch hat nach Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes ein Grundrecht, selbst darüber zu entscheiden, wem er seine persönlichen Daten zugänglich machen will. Der Begriff Datenschutz umfasst den Schutz vor missbräuchlicher Datenverarbeitung, den Schutz des Rechts auf informelle Selbstbestimmung und den Schutz der Privatsphäre.

Flimmo
Flimmo ist eine Programmzeitschrift für Eltern, in der alle wichtigen Sendungen und Fernsehinhalte bewertet werden, mit denen Mädchen und Jungen im Alter von 3 bis 13 Jahren in Berührung kommen können. Die Bewertung beinhaltet fachliche Aspekte, wie Kinder bestimmte Fernsehinhalte wahrnehmen und welche Verarbeitungsprozesse je nach Alter zu erwarten sind. FLIMMO wird redaktionell vom JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis verantwortet. (www.flimmo.de)

FSF
Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) vergibt Altersfreigaben für TV-Programme, die den gängigen Freigaben im Jugendschutz entsprechen (ab 0, 6, 12, 16, 18 Jahren). Die FSF fördert durch Veranstaltungen (Medien Impuls),  Medienprojekte und ein Fachmagazin (TV Diskurs) die Auseinandersetzung mit  medienpädagogischen Themen.  (www.fsf.de)

FSK
Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) organisiert freiwillige Prüfungen von Filmen und Bildträgern, die in Deutschland für die öffentliche Vorführung und Verbreitung vorgesehen sind. Mit den Alterskennzeichen „ab 0, 6, 12, 16 und 18 freigegeben“ existieren verbindliche Freigaben, die für den Kinobesuch oder die DVD-Ausleihe bindend sind. (www.fsk.de)

GMK
Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V. (GMK) ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Fachleuten aus den Bereichen Bildung, Kultur und Medien. Als größter medienpädagogischer Dach- und Fachverband für Institutionen und Einzelpersonen ist die GMK Plattform für Diskussionen, Kooperationen und neue Initiativen. (www.gmk-net.de)

Happy Slapping
Mit dem Begriff werden Handy-Videos und Bilder mit brutalen und gewalthaltigen Inhalten beschrieben.. Das gezielte Schlagen Schwächerer zum Zwecke des Filmens ist als „Happy Slapping“ bekannt. Neben der Körperverletzung ist auch das Filmen und Verbreiten von Gewalttaten verboten (§131 StGB).

Weitere Informationen der LJS: Bestelllink kostenfreie Broschüre „Handy lieb und teuer“ (Klassensatz)

Heldenfiguren
In der Medienlandschaft treffen Mädchen und Jungen auf eine Vielzahl von Heldinnen und Helden. Sie verkörpern Mut, List, Stärke und tragen immer den Sieg davon. Kinder suchen und finden in ihren Heldenfiguren Handlungen und Verhaltensweisen, die ihr eigener Alltag nicht oder nur in Grenzen zulässt.  Helden sind als  Orientierungsfiguren wichtig für die Entwicklung für Kinder.

IARC
International Age Rating Coalition: Internationales System zur Ermittlung von Altersfreigaben. Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) vergibt auch Alterskennzeichen für Online-Spiele und Apps. Dies geschieht innerhalb des internationalen IARC-Systems. Die Anbieter einzelner Spiele und Apps ermitteln durch die Beantwortung eines Fragebogens ein entsprechendes Alterskennzeichen (USK ab 0, 6, 12, 16, und 18 Jahren). Bislang sind die Alterskennzeichen im Google Play Store, Windows Store, Firefox Marketplace und im Nintendo eShop zu finden.

Immersion
Mit dem Begriff Immersion wird der Grad des Eintauchens in eine virtuelle Realität bei Computerspielen bei gleichzeitiger Abnahme der Wahrnehmung der eigenen Person bezeichnet. Computerspieler erleben dieses Gefühl unterschiedlich intensiv. Dies hängt vom Spiel, von der Persönlichkeit des Spielers und von der Dauer des Spielens ab. Bei Ego-Shooter- Spielen wird beispielsweise grundsätzlich aus der Sicht der Spielfigur, also der Ich-Perspektive, gespielt. Diese Perspektive ermöglicht einen höheren Grad der Immersion, weil der Spieler die virtuelle Welt  unmittelbar erleben kann.

Indizierung
Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) ist für das Indizierungsverfahren zuständig. Angeregt wird ein Verfahren, wenn ein bereits veröffentlichter Film oder ein Computerspiel geeignet ist, die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu gefährden (§ 18 Abs.1 Jugendschutzgesetz). Medieninhalte, die indiziert worden sind, dürfen im Handel nicht öffentlich verbreitet und nur an Erwachsene auf Nachfrage nach dem entsprechenden Titel abgegeben werden. Darüber hinaus besteht ein Werbeverbot, der Vertrieb über den Versandhandel ist zudem untersagt. (www.bundespruefstelle.de)

JIM-Studie
Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest befragt jährlich rund 1.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren zu ihrem Mediennutzungsverhalten. In Telefoninterviews geben die Mädchen und Jungen u.a. Auskunft über ihre Fernsehpräferenzen, Computer- und Internetnutzung, Lieblings-Apps oder darüber, welche Probleme mit der Mediennutzung aufgetaucht sind. (www.mpfs.de)

KIM-Studie
Rund 1.200 Mädchen und Jungen im Alter von 6 – 13 Jahren sowie deren Mütter werden vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest im Rahmen der KIM-Studie mündlich bzw. schriftlich befragt. In der alle zwei Jahre durchgeführten Studie geht es u.a. um die Themenfelder Medienausstattung, Medienfunktion, Computerspiele sowie um die Mediennutzung im familiären Kontext. (www.mpfs.de)

KJM
Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) ist die zentrale Aufsichtsstelle für den Jugendschutz im privaten bundesweiten Fernsehen sowie im Internet. Ihre Aufgabe ist es, für die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen zu sorgen und im Rahmen der regulierten Selbstregulierung die Selbstverantwortung der Anbieter zu fördern. (www.kjm-online.de)

Let´s Play-Videos
Let’s Plays heißen die Youtube-Clips, in denen Spieler ihr Spiel filmen und es kommentieren. Gronkh und Sarazar gehören mit zu den Stars der deutschen Youtuber-Szene. Ihre Let’s Plays werden von Kindern und Jugendlichen abends angesehen. Eigene Let’s Plays sind recht einfach zu erstellen.

LJS-Projektseite Hauptsache Action: https://jugendschutz-niedersachsen.de/Hauptsache-Action/projektinfos.html

Liken
In sozialen Netzwerken werden Beiträge, Fotos oder Videos von anderen als Ausdruck des Gefallens „gelikt“. Bei facebook beispielsweise bedient man sich des gehobenen Daumens. In anderen Netzwerken zeigt die Anzahl der vergebenen Sterne, wie gut dem Nutzer ein Beitrag gefällt.

Mobbing
Als Mobbing bezeichnet man regelmäßiges bzw. sich wiederholendes Schikanieren und seelisches Quälen. Ziel dieser verbalen oder nonverbalen Angriffe ist die Ausgrenzung und das Herausdrängen der Mobbingopfer aus einem bestimmten Bereich, wie z.B. der Schule. Findet Mobbing (auch) online statt, spricht man auch von -> Cybermobbing.

Online-Spieleportale
Spielaffe.de ist ein typisches Spieleportal im Internet. Dort findet man eine große Anzahl von so genannten Flashspielen, die kostenlos spielbar sind. Man kann Spiele aus verschiedenen Genres wählen oder sich für Angebote entscheiden, die sich eher an Mädchen oder Jungen, Kinder oder Jugendliche richten. Eine Alterskennzeichnung ist dort nicht zu finden.

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Selfie
Selfies sind Selbstportraits, die per Handy mit einer Armeslänge Abstand aufgenommen werden. Selfies erfreuen sich großer Beliebtheit bei Mädchen und Jungen und werden in großem Ausmaß in den sozialen Netzwerken gepostet.

Sexting
Die Kombination von „sex“ und „texting“ ergibt „Sexting“: Mädchen und Jungen posieren leicht bekleidet vor der Kamera, räkeln sich in Unterwäsche oder lassen ihre Muskeln spielen, um ein möglichst erotisches Bild von sich aufzunehmen. Dies wird dann als Liebesbeweis an den Partner oder die Partnerin verschickt oder zum Testen des eigenen „Marktwertes“ in den sozialen Netzwerken gepostet.

Smartphone
Das Smartphone ist ein Mobiltelefon, das mittlerweile über die Funktionalität eines Computers verfügt. Das Smartphone wird u.a. als Fotoapparat, Navigationsgerät, MP3-Player, Fernseher, Radio oder zum Spielen genutzt. Die verschiedenen Kommunikations-Apps auf dem Smartphone dienen der Verständigung unter Gleichaltrigen und in der Familie. Ein zentrales Merkmal des Smartphones ist der berührungsempfindliche Bildschirm.

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Streamen
Eine kontinuierliche Online-Datenübertragung von Video- und Audiodateien bezeichnet man mit „Stream“ oder „Streaming“ (engl. strömen, fließen). Anders als beim Downloaden wird beim „Streaming“ nicht die vollständige Datei auf dem heimischen Rechner heruntergeladen, sondern immer nur Teilstücke. Diese werden beim Anschauen direkt wieder gelöscht, während gleichzeitig weitere Teile geladen werden. Somit erzeugt man rein technisch betrachtet keine vollständige Kopie.

Persönlichkeitsrechte
Das Recht am eigenen Bild oder Bildnisrecht ist eine besondere Ausprägung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts. Es besagt, dass jeder Mensch grundsätzlich selbst darüber bestimmen darf, ob überhaupt und in welchem Zusammenhang Bilder von ihm veröffentlicht werden. Dieses Recht ist im Kunsturhebergesetz (§22 KUG) verankert. Eine wichtige Ausnahme: Wenn die fotografierte Person nurals Beiwerk, also nebensächlich auf einem Bild mit Häusern, Sehenswürdigkeiten oder Landschaftsaufnahmen zu sehen ist, muss nicht um Erlaubnis gefragt werden.

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Posten
Anglizismus von „To post“ = abschicken, verschicken, versenden. In sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram oder Twitter werden Fotos, Nachrichten oder Kommentare gepostet.

Taschengeldparagraph
Im Bürgerlichen Gesetzbuch §110 ist die Geschäftsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen geregelt. Kinder unter 7 Jahren sind nicht geschäftsfähig. Zwischen 7 und 17 Jahren sind sie beschränkt geschäftsfähig. Das heißt, die gesetzlichen Vertreter – in der Regel die Eltern – müssen zustimmen, damit ein Kauf wirksam wird (§106 BGB).

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Twitter
Online-Kommunikationsplattform, über die Bilder und Textnachrichten mit maximal 140 Zeichen verschickt werden können. Privatpersonen und Organisationen, Unternehmen und Massenmedien nutzen Twitter zur Verbreitung ihrer Nachrichten. Die Kommunikation auf Twitter erfolgt über sogenannte „Tweets“ (englisch to tweet = zwitschern), die nur angemeldete Nutzer erstellen können.

Urheberrecht
Das Urheberrecht bezeichnet das Recht auf Schutz geistigen Eigentums in ideeller und materieller Hinsicht. Das Urheberrecht ist in Deutschland, anders als im Ausland, nicht übertragbar und kann nur vererbt werden (§ 29, § 28 UrhG).

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USK
Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) ist eine freiwillige Einrichtung der Computerspielewirtschaft und zuständig für die Prüfung von Computerspielen in Deutschland. Die USK ist als Selbstkontrolle staatlich anerkannt sowohl in Bezug auf das Jugendschutzgesetz als auch hinsichtlich des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages für den Online-Bereich. (www.usk.de)

WhatsApp
Die beliebteste App bei Kindern und Jugendlichen ist derzeit WhatsApp. Dieser Instant Messenger Dienst ermöglicht die Kommunikation der verschiedenen Betriebssysteme miteinander (iOS, Android, Microsoft und Blackberry). WhatsApp wurde seitens der USK „ab 0 Jahren“ gekennzeichnet.  In den AGB schreibt der Anbieter vor, dass man für die Nutzung mindestens 16 Jahre alt sein muss. Es gibt jedoch keine Kontrolle beim Herunterladen der App.

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Wirkung von Medien
Eine Kernaufgabe des Jugendmedienschutzes ist es, mediale Inhalte auf mögliche beeinträchtigende oder gefährdende Wirkungen hin zu überprüfen und daraus Altersfreigaben oder Sendezeitbegrenzungen abzuleiten. Ängstigung, Gewaltbefürwortung oder die Förderung von Gewalt sowie sozialethische Desorientierung sind gewöhnlich die Kategorien, die bei der Beurteilung von Film- und Fernsehinhalten oder Computerspielen herangezogen werden.

YouNow
YouNow ist ein Live-Streamingdienst, bei dem man sich vor laufender Kamera filmt und sich im Internet präsentiert. Eingeloggte Nutzer können dies dann über ein Chatfenster kommentieren oder Fragen stellen.

Weitere Informationen der LJS : Bestelllink Sicher im Internet (deutsch, arabisch, kurdisch, russisch, türkisch)

YouTube
YouTube ist ein Videoportal, auf dem man Videos aller Arten finden kann: Film- und Fernsehausschnitte, Musikvideos, Trailer und vor allem selbstgedrehte Filme. Dazu zählen Skatervideos, Let’s Plays, Lifestyle-Blogs, Tutorials, Gewaltvideos oder politische und philosophische Kommentierungen.

LJS-Projektseite Hauptsache Action: https://jugendschutz-niedersachsen.de/Hauptsache-Action/projektinfos.html


Gesetze

Mädchen sind anders, Jungs auch? LJS-Jahrestagung, 02.12.2014

Mädchen sind anders, Jungs auch? Doing Gender im öffentlichen Raum
LJS-Jahrestagung am 02.12.2014 zu Rollenerwartungen an Mädchen und Jungen

Hannover, 18.11.2014. Presseinformation. Auf ihrer Jahrestagung am 2. Dezember in Hannover widmet sich die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen der Wahrnehmung von Mädchen und Jungen im öffentlichen Raum. In Fachvorträgen und Workshops geht es um Rollenbilder, Rollenerwartungen und die damit verbundenen Aufgaben für den Jugendschutz. Was dürfen Jungen, was sollen Mädchen – und welche Angebote gibt es für Jugendliche, die nicht den gesellschaftlichen Rollenvorgaben entsprechen?

Abhängen auf der Straße oder im Park, Chillen und Grillen nachts am See: Während Jungen öffentliche Plätze besetzen können, werden von Mädchen und junge Frauen angepasstere Verhaltensmuster erwartet. „Schon Mädchen wachsen oft in einer rosa Erlebniswelt auf, und die Anpassungsleistungen für junge Frauen sind immens“, erklärt Andrea Urban, Leiterin der LJS.
Jungen verhalten sich oft viel herausfordernder – und entsprechen damit den gesellschaftlichen Erwartungen. Zurückhaltende Jungen oder offensive Mädchen werden dagegen eher als Abweichung der Norm gesehen. Daher sind gerade in diesem Bereich pädagogische Konzepte gefragt. „In der Jugendarbeit ist es wichtig, sensibel für Rollenzuschreibungen zu sein – auch für die eigenen“, betont Urban.

Was Mädchen und Jungen stärken und schützen kann, soll auf der Tagung beleuchtet werden.
Über 150 Fachkräfte werden am 2. Dezember vor Ort in Hannover drei Fachvorträgen folgen und ihre eigene Sicht auf Geschlechterrollen reflektieren. Prof. Dr. Mechthild Bereswill von der Universität Kassel erläutert einführend die neue soziologische Forschung zu Ungleichheiten in Geschlechterverhältnissen. Gabi Rohmann vom Berliner Archiv der Jugendkulturen untersucht in ihrem Vortrag die Inszenierung von Geschlechtsidentität im öffentlichen Raum und die Gender-Expertin Leah Czollek widmet sich anschließend dem Thema Gender und Diversity in der Jugendarbeit.
Am Nachmittag behandeln die Teilnehmer in vier Arbeitsgruppen verschiedene Schwerpunkte zum Gender im Jugendschutz. Hier geht es um geschlechterspezifische Gewaltprävention, Männer- und Frauenbilder in Computerspielen oder die Erwartungen an „richtige“ Jungen und Mädchen. Der vierte Workshop behandelt die unterschiedliche Beteligung von Müttern und Vätern in der Elternarbeit.

Über die LJS
Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen ist ein Fachreferat der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen und arbeitet zu aktuellen Themen des Kinder- und Jugendschutzes. Die Tätigkeitsfelder sind Fortbildungen, Materialentwicklungen, Fachberatung, Projekte, Arbeitskreise und Gremien.

Veranstaltungsort:
Congresszentrum Wienecke XI, Hildesheimer Straße 380, 30519 Hannover.

Pressekontakt und Rückfragen:
Ulrike Beckmann, Konzept+Kommunikation,
Palmaille 55, 22767 Hamburg, kontakt@ulrike-beckmann.de, Tel. 040 – 2847 14 83 .

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Gewalt im Spiel

Theaterpädagogische Methoden für die Gewaltprävention

In diesem Seminar sollen Alltagserfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Aggressionen und Gewalt für die gewaltpräventive Arbeit in Jugendarbeit und Schule beleuchtet und ausgewertet werden. Dabei geht es vor allem darum, ein differenziertes Verständnis von Gewalt (Wo beginnt sie? Wer definiert das?) und für die Situation
der „Opfer“ und „Täter“ zu entwickeln.

Methoden aus der Theaterpädagogik bilden die Grundlage und den Schwerpunkt des Seminars. Sie sollen helfen, das eigene Verhaltensrepertoire zu erweitern und Anregungen für den Umgang mit Gewaltsituationen und die gewaltpräventive Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vermitteln.

29. und 30. Juli
Seminar, zweitägig
€ 100,00 (ohne Verpflegung)
TUT Hannover

Ameldung nicht möglich, das Seminar hat schon stattgefunden.

Gewalt im Spiel

Theaterpädagogische Methoden für die Gewaltprävention

In diesem Seminar werden Alltagserfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Aggressionen und Gewalt für die gewaltpräventive Arbeit in Jugendarbeit und Schule beleuchtet und ausgewertet. Dabei geht es vor allem darum, ein differenziertes Verständnis von Gewalt und für die Situation der „Opfer“ und „Täter“ zu entwickeln. Methoden aus der Theaterpädagogik bilden den Schwerpunkt des Seminars. Sie sollen helfen, das eigene Verhaltensrepertoire zu erweitern und Anregungen für den Umgang mit Gewaltsituationen und die gewaltpräventive Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vermitteln.

3. und 4. September
Seminar, zweitägig
€ 1o0,00 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
TUT, Hannover
Anmeldung Buchungsnummer: G1340

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Gewalt im Spiel

Theaterpädagogische Methoden für die Gewaltprävention

In diesem Seminar können und sollen Alltagserfahrungen der Teilnehmer/innen mit Aggressionen und Gewalt für die gewaltpräventive Arbeit in Jugendarbeit und Schule ausgewertet werden. Dabei geht es vor allem darum, ein differenziertes Verständnis von Gewalt und für die Situation der „Opfer“ und „Täter“ zu entwickeln. Methoden aus der Theaterpädagogik bilden den Schwerpunkt des Seminars. Sie sollen zum einen helfen, das eigene Verhaltensrepertoire zu erweitern und zum anderen Anregungen für den Umgang mit Gewaltsituationen und die Präventionsarbeit mit Kindern und Jugendlichen vermitteln.

16. und 17. Oktober
Seminar, zweitägig
€ 100
TUT, Hannover
Anmeldung Buchungsnummer: G1221

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Neugier, Macht, Gewalt: Wenn Jugendliche sexuelle Grenzen verletzen

Information für die Medien / Presse-Einladung zur Fachtagung

Neugier, Macht, Gewalt:
Wenn Jugendliche sexuelle Grenzen verletzen

Fachdiskurs über sexuelle Gewalt unter Jugendlichen
auf der Jahrestagung der LJS
„Grenzüberschreitungen“ am 07. 12. 2011

Hannover, 28. November 2011. Auf der Jahrestagung der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) werden sich 150 angemeldete Teilnehmer mit dem Thema „Sexuelle Gewalt unter Jugendlichen“ beschäftigen. Am 07. Dezember 2011 geht es um die Gründe für sexuelle Gewalt, die Folgen der Übergriffe und die Aufgaben pädagogischer Intervention.

Motive und Folgen verstehen
Viele Mädchen und Jungen erleben sexuelle Übergriffe durch Mitglieder ihrer Clique oder als unangenehme Folge eines Flirts. Die Grenzen zwischen spielerischer Nähe und versehentlichem oder absichtsvollem Übergriff verschwimmen häufig, wo feste Beziehungen gerade erst entstehen. Oder sie werden absichtlich verletzt, wenn es um das Ausleben von Macht und Lust geht.

„Wann hört der Spaß auf? Für die Betroffenen ist es oft schwer, das zu definieren. Aber auch eine Intervention durch Pädagogen berührt häufig Grenzbereiche“, so Andrea Urban, Leiterin der LJS. „Ein Ziel der Jahrestagung ist, Fachkräften aus der Jugendarbeit Orientierungshilfe zu geben. Wir werden uns mit den Motiven für sexuelle Gewalt beschäftigen und die Folgen der Übergriffe benennen“, so Urban. Prof. Dr. Sabine Nowara, Expertin für Rechtspsychologie, Universität Köln, erörtert in einem Fachvortrag die Hintergründe und Auswirkungen sexueller Gewalt und wirft dabei vor allem einen Blick auf die Motive der Täter.

Prävention durch Sexualpädagogik
Die Experten sind sich einig: Durch frühzeitige Prävention und Sensibilisierung lassen sich viele Übergriffe verhindern. „Wer frühzeitig lernt, eigene Grenzen zu erkennen und sie klar artikulieren kann, ist besser vor sexueller Gewalt geschützt“, so Andrea Buskotte, Referentin für Jugendgewalt bei der LJS. Entsprechend wird ein Fokus der Jahrestagung bei der Prävention sexueller Übergriffe liegen. Prof. Uwe Sielert vom Institut für Sexualpädagogik der Universität Kiel erörtert in einem Vortrag die Chancen und der Sexualpädagogik zur Vorbeugung sexueller Gewalt. Im Anschluss konkretisiert Carmen Kerger-Ladleif, Fachberaterin und Supervisorin aus Hamburg, Leitlinien für die Präventionsarbeit. Am Nachmittag werden zwei Projekte aus der Praxis vorgestellt: Zum einen das theaterpädagogische Projekt Grenzgebiete zur Prävention gegen sexuelle Gewalt unter Jugendlichen, zum anderen ein Ausstellungsprojekt des Präventionsbüros Petze aus Kiel.

Über die LJS
Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen ist ein Fachreferat der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen und arbeitet zu aktuellen Themen des Kinder- und Jugendschutzes. Die Tätigkeitsfelder sind Fortbildungen, Materialentwicklungen, Fachberatung, Projekte, Arbeitskreise und Gremien.

Über eine Berichterstattung zur Tagung freuen wir uns und laden Sie gern zur Tagung ein. Das Tagungsprogramm finden Sie auf Seite 2 dieser Medieninformation.

Jahrestagung der LJS am 07. Dezember 2011 in der Akademie des Sports, Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg 10, 30169 Hannover, 09.30 – 16.30 Uhr.

Pressekontakt:

Andrea Urban/Andrea Buskotte, Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen,
Leisewitzstraße 26, 30175 Hannover, Tel. 0511 – 85 87 88,
andrea.urban@jugendschutz-niedersachsen.de,
andrea.buskotte@jugendschutz-niedersachsen.de

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Programm Jahrestagung | 7. Dezember 2011 | Akademie des Sports | Hannover

09:30 Anmeldung / Begrüßungskaffee

10:00 Grußworte und Einführung

Gabriele Erpenbeck, Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration
Dr. Christoph Künkel, Vorsitzender der LAG der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen e.V.
Andrea Urban, Leiterin der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen

10:30 Sexuelle Gewalt unter Jugendlichen: Hintergründe und Auswirkungen
Prof. Dr. Sabine Nowara, Universität Köln

11:45 Sexualpädagogik als Gewaltprävention: Voraussetzungen, Chancen und Nebenfolgen
Prof. Uwe Sielert, Universität Kiel

12:45 Mittagspause

13:45 Da hört der Spaß auf?! Leitlinien für die Präventionsarbeit mit Jugendlichen
Carmen Kerger-Ladleif, Hamburg

14:30 „GRENZGEBIETE“: Erfahrungen aus der Projektarbeit der LJS
Anna Pallas, theaterpädagogische werkstatt Osnabrück
Jens Grolla, Bund der Pfadfinder, Niedersachsen
Angela Thaler, Horizonte Verden
Dr. Olaf Lobermeier, proVal, Hannover
Moderation: Andrea Buskotte, Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen

Echt krass – Ausstellung zum Thema „Sexuelle Gewalt unter Jugendlichen“
Ursula Schele, Petze Präventionsbüro, Kiel

16:30 Tagungsende

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Erst vorglühen – dann zuschlagen? Ansatzpunkte für die Sucht- und Gewaltprävention

Pressemitteilung/Einladung zur Fachtagung

Erst vorglühen – dann zuschlagen?
Ansatzpunkte für die Sucht- und Gewaltprävention

Neue Forschungsbefunde zum Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Gewalt unter Jugendlichen und Strategien zur Prävention auf der Fachtagung der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen am Mittwoch, dem 25. 05. 2011 in der Akademie des Sports, 10.00 bis 16.30 Uhr

Hamburg/Hannover, 10. 05. 2011. Nicht nur die jüngsten Vorfälle in Berlin, auch aktuelle Untersuchungen belegen die enge Verbindung zwischen alkoholbedingter Enthemmung und schweren Körperverletzungen. Danach werden drei von zehn schweren Gewaltdelikten unter Alkoholeinfluss verübt. In ihrer aktuellen Fachtagung geht die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen den Zusammenhängen zwischen Alkoholkonsum und Gewalt unter Jugendlichen auf den Grund. Im Zentrum stehen hierbei neue Erkenntnisse und Präventionsstrategien.

„Gewaltbereitschaft und Alkoholkonsum haben oft die gleichen Hintergründe. Häufig sind ungelöste Entwicklungaufgaben im Jugendalter ein Auslöser“, so Andrea Buskotte, Referentin für Gewaltprävention bei der LJS. „Mit der Fachtagung möchten wir beleuchten, wie vor diesem Hintergrund Sucht- und Gewalt-Prävention verbunden werden können.“

Zu Beginn der Tagung wird Prof. Wolfgang Heckmann von der Hochschule Magdeburg-Stendal neue Forschungsbefunde zur Verbindung von Alkohol und Jugendgewalt vorstellen. Prof. Dr. Klaus Wahl, München referiert im Anschluss über Ursachen und Risikofaktoren von aggressivem Verhalten und Alkoholmissbrauch. Darüber hinaus stellt Dr. Michael Berner von der Uniklinik Freiburg die Auswirkungen von Alkoholkonsum aus medizinisch-psychiatrischer Sicht vor.

In der zweiten Tageshälfte setzen sich die Tagungsteilnehmer in Workshops mit Präventionsmöglichkeiten auseinander. Dazu gehört die geschlechtsspezifische Ansprache von Jugendlichen. „Mädchen nutzen häufig Alkohol, um ihre Vorstellungen von Weiblichkeit zu demonstrieren und die hiermit verbundenen Anforderungen zu bewältigen, während Jungen sich regelrecht „Mut antrinken“, um Unsicherheiten zu begegnen“, so Traudel Schlieckau, Referentin für Sucht bei der LJS. Weitere Workshops fokussieren die gezielte Sucht- und Gewaltprävention in Kommunen und Schulen. Am Beispiel einer „Sicherheitspartnerschaft“ zwischen Stadt und Polizeidirektion Hannover sollen die Chancen und Grenzen einer Alkoholprävention im öffentlichen Raum erörtert werden.

Über eine Berichterstattung zur Tagung würden wir uns freuen. Das Tagungsprogramm finden Sie hier. Gern laden wir Sie zu unserer Veranstaltung ein und stehen für Rückfragen und Interviewwünsche zur Verfügung.

Fachtagung der LJS „Alkohol und Gewalt“ am 25. Mai 2011 in der Akademie des Sports,
Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg 10, 30169 Hannover, Beginn: 10.00 Uhr, Ende: 16.30 Uhr.

Kontakt:
Andrea Buskotte, Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen, Leisewitzstraße 26,
30175 Hannover, Tel. 0511 – 85 87 88, andrea.buskotte@jugendschutz-niedersachsen.de

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Jugend-Projekt „Grenzgebiete“ in Osnabrück vorgestellt. Großes Interesse an theaterpädagogischem Präventionsprojekt gegen sexuelle Übergriffe

Information für die Medien

Jugend-Projekt „Grenzgebiete“ in Osnabrück vorgestellt

Großes Interesse an theaterpädagogischem Präventionsprojekt gegen sexuelle Übergriffe

Hannover, 05.05.2011. Vor über 100 Pädagogen und Mitarbeitern von Einrichtungen der Jugendhilfe hat die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen gestern gemeinsam mit der „theaterpädagogischen werkstatt osnabrück“ ihr Projekt „Grenzgebiete“ vorgestellt. Grenzgebiete ist ein Präventionsprojekt für Jugendarbeit und Schule gegen sexuelle Übergriffe. Es soll Jugendliche darin stärken, körperliche Grenzen zu erkennen und zu respektieren – und sie ermutigen, sich bei Übergriffen zu wehren und Hilfe zu organisieren. Gleichzeitig werden mit Fortbildungen für Erwachsene im gesamten Raum Niedersachsen Anregungen gegeben,  mit Jugendlichen zu dem Thema ins Gespräch zu kommen und sie in Krisenfällen zu unterstützen.

Das niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration fördert das Projekt finanziell. In diesem Rahmen werden insgesamt 80 landesweite Veranstaltungen kostenfrei angeboten. Dr. Ursula Aumüller-Roske, Abteilungsleiterin für den Bereich Jugend und Familie betonte im Rahmen ihres Grußwortes den hohen Stellenwert der Präventionskampagne für das Niedersächsische Sozialministerium: „Der Schutz von Kindern und Jugendlichen gebietet es, hellhörig und aufmerksam zu sein“, so Aumüller-Roske in ihrer Begrüßungsrede.

„Pädagogische Fachkräfte werden mit dem Thema sexuelle Gewalt immer wieder konfrontiert – nicht erst seit den Vorfällen in Ameland vor einem Jahr ist dies Thema für uns von Belang“, so Andrea Buskotte, Referentin für Gewalt bei der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen.

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Premiere des einstündigen Theaterstückes „EinTritt ins Glück“, das Jens Pallas für die „theaterpädagogische werkstatt osnabrück“ geschrieben hat. Aus einer klassischen „Boy meets Girl“-Thematik entwickeln sich im Zusammenspiel von vier jungen Schauspielern verschiedene Situationen, in denen es um Annäherung, Distanz und Übergriffe geht. Mit moderner Sprache und in für Jugendliche ab der 8. Klasse vertrauten Szenarien – so etwa dem ersten Date oder der Konfrontation mit sexualisierter Sprache und groben Sprüchen, mit Scham und Selbstvorwürfen – gelang es, nicht nur die anwesenden Jugendlichen, sondern auch das Fachpublikum zu bewegen.

Übereinstimmend lobten die Zuschauer die Nähe von Sprache und Situationen zum Alltag Jugendlicher. „Das Stück bietet eine große Chance für Jugendliche, eine Sprache für eigene Erlebnisse mit sexueller Gewalt zu finden“, brachte Karin Schlüter, Leiterin der Pro Familia-Beratungsstelle Osnabrück die bewegenden Szenen auf den Punkt.

Ab sofort können Schulen und Einrichtungen der Jugendarbeit in Niedersachsen das Stück „Grenzgebiete“ sowie die dazu gehörigen Fortbildungsveranstaltungen buchen. Ansprechpartnerin ist Tanja Opitz von der Landesstelle Jugendschutz in Hannover, Tel. 0511 – 858788.

Weitere Termine für die Projektvorstellungen:

16. Mai 2011 Akademie des Sports, Hannover
26. Mai 2011 Kulturzentrum PFL, Oldenburg

Kontakt / Weitere Informationen

Andrea Buskotte (andrea.buskotte@jugendschutz-niedersachsen.de)
Tanja Opitz (tanja.opitz@jugendschutz-niedersachsen.de)

Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen, Leisewitzstraße 26, 30175 Hannover
T: 0511 – 85 87 88, F: 0511 – 283 49 54

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Aktuelle Erkenntnisse zum „Cyber-Mobbing“

Medieninformation

Hannover, 09. Februar 2011

Aktuelle Erkenntnisse zum „Cyber-Mobbing“

Die Publikation „Cyber-Mobbing – Medienkompetenz trifft Gewaltprävention“ präsentiert aktuelle Erkenntnisse zum Mobbing via Handy und Soziale Medien

Die Landesstelle Jugendschutz Nieder-sachsen fokussiert in ihrer aktuellen Veröffentlichung ein brisantes Thema für Eltern und Jugendliche, Lehrer und Erzieher: Das Mobbing via Handy und Internet. Die 100-seitige Fachpublikation zeigt Hintergründe für das Entstehen von Gewalt in der virtuellen Welt von Jugendlichen und eröffnet Möglichkeiten einzugreifen.

Der Begriff Cyber-Mobbing bezeichnet Attacken per Handy oder in Internetforen und stellt für viele Mädchen und Jungen eine leidvolle Seite des Medien-Alltags dar. Gemobbt wird, wer sich kaum wehren kann. Mit den Folgen des Psycho-Terrors bleiben die Opfer häufig allein. Damit Pädagogen und Eltern beim Verdacht auf Cyber-Mobbing rechtzeitig und angemessen eingreifen können, sind Strategien aus der Medienpädagogik und aus der Gewaltprävention hilfreich.

Ein wesentlicher Beitrag zur Prävention von Cyber-Mobbing ist eine kritische Begleitung der Jugendlichen bei der Nutzung des „World Wide Web“. Dies beinhaltet u.a. die Aufklärung über die Risiken der Sozialen Medien sowie die Auseinandersetzung mit Aggressionen, Grenzen und Gewalt.

Die aktuelle Publikation der LJS bietet Hilfen für die Intervention und Prävention bei Cyber-Mobbing. Dabei geht es auch um zentrale rechtliche Aspekte für Opfer und Täter sowie die Lebenswelten und Motive von sogenannten „Cyber-Bullys“.

Warum werden Jugendliche zu Tätern, warum zu Opfern von Mobbing? Welche Rolle spielen Clique, Schule und Lebenswelt? Am Beispiel pädagogischer Medien-Projekte werden Ansatzpunkte für mehr Sicherheit im Netz und den Schutz vor Cyber-Mobbing vorgestellt.

Das Fachbuch kann ab sofort bei der LJS bezogen werden.

Bestellen

Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen, Leisewitzstraße 26, 30175 Hannover
Tel: 0511 – 85 87 88 / 85 30 61 | Fax: 0511 – 283 49 54 | info@jugendschutz-niedersachsen.de

Gewalt im Spiel

Theaterpädagogische Methoden für die Gewaltprävention

In diesem Seminar können und sollen Alltagserfahrungen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit Aggressionen und Gewalt für die gewaltpräventive Arbeit in Jugendarbeit und Schule ausgewertet werden. Dabei geht es vor allem darum, ein differenziertes Verständnis von Gewalt und für die Situation der „Opfer“ und „Täter“ zu entwickeln. Methoden aus der Theaterpädagogik bilden den Schwerpunkt des Seminars. Sie sollen zum einen helfen, das eigene Verhaltensrepertoire zu erweitern und zum anderen Anregungen für den Umgang mit Gewaltsituationen und die gewaltpräventive Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vermitteln.
27. und 28. Juni 2011
€ 100
Buchungsnr: G1121

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Jugendgewalt mit Migrationshintergrund?!

Gewaltakzeptanz und Gewaltdistanz bei Jugendlichen

Jugendliche „mit Migrationshintergrund“ gelten als Problemgruppe – auch und vor allem, wenn es um Gewalt- und Kriminalitätsbelastungen geht. Die intensive Darstellung einzelner Taten und Täter in den Medien, aber auch Befunde der Kriminalstatistik unterstützen entsprechende Einschätzungen. In pädagogischen und sozialwissenschaftlichen Fachdiskussionen wird dagegen zunehmend deutlich, dass „Jugendkriminalität mit Migrationshintergrund“ ein komplexes Themenfeld ist, das differenzierte Herangehensweisen erfordert. Dazu soll diese Tagung einen Beitrag leisten und die Zusammenhänge zwischen Kriminalität, Migrationshintergrund und Lebenslagen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.

20. September 2011
Fachtagung
€ 60 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
Akademie des Sports, Hannover

Buchungsnr: G1140

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Gewalt im Spiel

Theaterpädagogische Methoden für die Gewaltprävention

In diesem Seminar können und sollen Alltagserfahrungen mit Aggressionen und Gewalt für die gewaltpräventive Arbeit in Jugendarbeit und Schule ausgewertet werden. Dabei geht es vor allem darum, ein differenziertes Verständnis von Gewalt und für die Situation der „Opfer“ und „Täter“ zu entwickeln. Methoden aus der Theaterpädagogik sollen zum einen helfen, das eigene Verhaltensrepertoire zu erweitern. Zum anderen vermittelt das Seminar Anregungen für den Umgang mit Gewaltsituationen und die gewaltpräventive Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

27. und 28. Oktober 2010
€ 100
TUT Hannover

„Da musst Du zurückschlagen …“ Gewaltakzeptanz – Gewaltdistanz – Gewaltprävention

Presseinformation und Einladung zur Fachtagung

Hannover, 1. 9. 2010

„Da musst Du zurückschlagen …“
Gewaltakzeptanz – Gewaltdistanz  – Gewaltprävention

Fachtagung der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen am 16. September 2010 in der Akademie des Sports, Hannover, 10.00 bis 17.00 Uhr

Mobbing, Prügeleien, manchmal sogar blindwütiges Zuschlagen – für viele Jugendliche ist  Gewalthandeln Teil ihrer normalen Interaktion. Wie entstehen Gewaltsituationen, unter welchen Umständen wird Gewalt akzeptiert und wie lässt sich frühzeitig eingreifen? Im Rahmen einer Fachveranstaltung der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen geht es um die Hintergründe von Aggressionen bei Jungen und Mädchen und um ihre Einstellungen zur Gewalt. In einem zweiten Teil werden anhand von Praxisbeispielen die Möglichkeiten und Strategien konkreter Gewaltprävention erörtert.

„Es geht der Landesstelle darum, sich sehr genau mit der Entstehung von Gewalthandeln zu befassen. Nach welchen Regeln entwickeln sich Gewaltsituationen, wann wird aggressives Verhalten akzeptiert – und wann nicht?“, so Andrea Buskotte, Referentin für Gewaltprävention bei der LJS. „Nur so können wir sinnvolle und effektive Konzepte für die Arbeit mit gewaltbereiten Jugendlichen anbieten. Natürlich müssen dabei geschlechtspezifische Unterschiede beachtet und eine jugendgerechte Ansprache gefunden werden.“

Gewalt als Mittel der Herstellung von Dominanz und die Konsequenzen für die Bildungschancen stehen im Mittelpunkt des ersten Vortrags von Prof. Dr. Cornelia Helfferich von der ev. Hochschule Freiburg. Gerade für Jungen aus prekären gesellschaftlichen Verhältnissen bedeuten Gewalt und Aggression einen Zugewinn an Männlichkeit und Macht. Die entsprechende Gewaltakzeptanz geht einher mit der Abwertung von Bildung und schulischem Ehrgeiz. Während Mädchen einander gute schulische Leistungen zugestehen können, werden ehrgeizige Jungen als „Streber“ gemobbt. Gewalt und Bildungsdistanz werden kultiviert, um eigene Defizite auszugleichen und ihr Selbstwertgefühl zu erhalten.

Entsprechend sollte bei einer Präventionsarbeit mit Jungen auf alternative Konzepte zur Herstellung von Überlegenheit gesetzt werden: Schlauheit, Gerechtigkeit, Witz, Ausdauer und außerschulische Qualifikationen können als alternative Strategien zur Herstellung von Männlichkeit positiv besetzt und in der schulischen und außerschulischen Arbeit genutzt werden. Hierbei spielt die Auseinandersetzung mit Gewalt „auf Augenhöhe“ eine entscheidende Rolle. Dr. Dirk Rohr von der Universität Köln berichtet über das systematische Anti-Gewalt-Training von Jugendlichen durch Gleichaltrige, die selber gewalttägig waren. Im Rahmen seines erfolgreichen „Peer-to-Peer“ – Projektes „Schlag.fertig“ gelingt es, einen veränderten Umgang mit Gewalt jugendgerecht, effektiv und glaubwürdig an Jugendliche zu vermitteln.

In einem weiteren Vortrag stellt Dr. Mirja Silkenbeumer von der Universität Hannover genderspezifische Angebote zur Gewaltprävention vor. Dabei richtet sie den Blick auch auf die Gewaltakzeptanz und das Gewaltverhalten von Mädchen und jungen Frauen.

Am Nachmittag folgen Beispiele aus der Praxis. In Arbeitsgruppen wird geprüft, inwieweit die vorgestellten Konzepte sich für die eigene Arbeit mit gewaltbereiten Jugendlichen einsetzen lassen.

Über eine Berichterstattung zu unserer Veranstaltung würden wir uns freuen. Gern laden wir Sie zur Fachtagung ein und stehen für Rückfragen und Interviewwünsche zur Verfügung.

Fachtagung der LJS „Da musst Du zurückschlagen“ am 16. September 2010 in der Akademie des Sports, Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg 10, 30169 Hannover, Beginn: 10.00 Uhr, Ende: 17.00 Uhr.

Kontakt:
Andrea Buskotte, Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen, Tel. 0511 – 85 87 88,
Andrea.Buskotte@jugendschutz-niedersachsen.de

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Gewalt

Thema Gewaltprävention Gewalt gehört für viele Kinder und Jugendliche zum Alltag. Einige werden angegriffen, andere teilen aus, manche sind sowohl Opfer als auch Täter, viele sind als Zeugen oder Mitwisser mit Übergriffen konfrontiert. Körperliche Gewalt ist nicht...

„Wir können auch anders…“

Ansätze für die Gewaltprävention in der Arbeit mit Gruppen

Nach einem Gewaltausbruch, wenn es gekracht hat oder wenn jemand ausgeflippt ist, geht es zuerst darum, die Beteiligten zu beruhigen und die Lage zu klären. Mindestens ebenso wichtig ist aber die Frage, wie es zu dem Ausbruch gekommen ist: Was ist vorher passiert? Was war der Auslöser?

Ausgangspunkt des Seminars sind aggressive Alltagssituationen und Eskalationen in Gruppen. Die Betrachtung solcher Situationen kann helfen, Faktoren zu erkennen, die die eigenen Handlungsmöglichkeiten in Konflikten positiv wie negativ beeinflussen. Dabei geht es um die jeweils individuellen Einstellungen zu Konflikten und Gewalt und um das eigene Sicherheitsempfinden. Daran anschließend wird die Frage aufgegriffen, wie man auf kleine Probleme sinnvoll reagieren kann, um große Schwierigkeiten zu verhindern. Das Seminar richtet sich an pädagogische Fachkräfte, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.

26. März und 25. April
Seminar
€ 140,00 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
Seminarzentrum Hannover

Anmeldung | Buchungsnummer: G1920

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Mit mir nicht! 11.04.2018

Fachtagung der Landesstelle Jugendschutz zu sexuellen Übergriffen im Internet

Mit mir nicht!

(Hannover, 11. April 2018) Unfreiwillige sexuelle Kontakte finden täglich in den sozialen Netzwerken, über Messenger- und Community-Apps, aber auch in den Chatforen beliebter Online-Spiele statt. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass fast jeder fünfte Teenager in Deutschland schon einmal betroffen war. Zu den Übergriffen gehören Exhibitionismus, verbale Belästigung, die Weiterleitung von intimen Fotos, die Konfrontation mit pornografischem Material oder Cyber-Grooming – also das gezielte Ansprechen von Minderjährigen mit dem Ziel, sexuelle Kontakte anzubahnen. Internetaktivitäten zu verbieten, ist keine Lösung. Kinder und Jugendliche brauchen die aktive Unterstützung von gut informierten, gesprächsbereiten Erwachsenen. Dann können sie sich selbstbestimmt in der virtuellen Welt bewegen, ohne Schaden zu nehmen oder die Grenzen anderer zu verletzen.

Darin waren sich mehr als 90 Fachkräfte aus Jugendarbeit und Schule einig, die am Mittwoch auf Einladung der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) in Hannover mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis über zeitgemäße Präventionsstrategien diskutiert haben. Titel der Fortbildung: „Mit mir nicht!“ Nach Erfahrung von Andrea Buskotte, Referentin für Gewaltprävention der LJS und Leiterin der Fachtagung, scheuen sich Jugendliche, die von sexuellen Übergriffen betroffen sind, oft, mit jemanden darüber zu sprechen und Hilfe zu suchen, auch wenn das Geschehen sie sehr belastet. „Jugendarbeit und Schule, aber auch Eltern müssen sich diesem vielschichtigen Thema stellen, sich mit den Online-Aktivitäten Jugendlicher auskennen und zeigen, dass sie helfen können. Die Fachtagung ist ein weiterer Baustein der LJS, um wichtige Leitplanken für die Unterstützung, Begleitung und den Schutz junger Menschen einzuziehen“, betonte Buskotte am Mittwoch in Hannover.

Belästigungen sind überall im Netz möglich
Die in Mainz angesiedelte Beschwerdestelle „jugendschutz.net“ erstellt Konzepte und Handreichungen für die Praxis, damit Kinder und Jugendliche sicher im Netz unterwegs sein können. Die Internetseite www.jugendschutz.net bietet dazu zahlreiche Tipps. Referentin Sarah Dobner wies während der Fachtagung auf die wichtige Rolle hin, die Gleichaltrige bei der Sensibilisierung für Online-Risiken spielen. Daher verfolge jugendschutz.net den Ansatz der „Peer Education“. Im Zentrum steht die Vermittlung von Informationen und Kompetenzen für die kritische Reflexion von Mediennutzung. Dobner warnte vor sexuellen Belästigungen, die zum Beispiel in der globalen Video-Selbstdarstellungs-Community „musical.ly“ zu beobachten sind: In Livestreams werden explizite Fragen zu sexuellen Erfahrungen oder Aktivitäten von Zuschauern an minderjährige Streamer gerichtet.

Grenzachtende Online-Kommunikationskultur fördern
Die Medienpädagogin Dr. Verena Vogelsang plädiert dafür, Jugendliche nicht nur für mögliche Gefahren zu sensibilisieren und deren Medienkompetenz zu stärken, sondern auch eine „grenzachtende Online-Kommunikationskultur“ zu fördern. Dann könnten junge Menschen das Web 2.0 positiv zur Entwicklung ihrer sexuellen Identität nutzen. „Die Anonymität im Netz schützt die Täter, aber sie verschafft Jugendlichen auch die Möglichkeit, im Schutz von Anonymität unverbindliche Flirtstrategien auszuprobieren“, betonte Vogelsang. Sie ist Expertin für Sexuelle Viktimisierung, Pornografie und Sexting und evaluiert Präventionsmaterialien für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Vogelsang empfiehlt neben einschlägigen Kinder- und Jugendschutz-Portalen wie „save-me-online.de“ oder „klicksafe.de“, Heranwachsende zur Reflexion ihrer Geschlechterrollen anzuregen und geschützte Erfahrungsräume zu schaffen: Darin können Rollenbilder jenseits stereotyper Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit erprobt werden.

Neue Herausforderungen für Prävention und Jugendmedienschutz
„Der sexuellen Belästigung von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum sind sowohl Mädchen als auch Jungen ausgesetzt“, berichtet der Kriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger. Er lehrt und forscht am Institut für Polizeiwissenschaft der Polizei-Fachhochschule (IfP) des Landes Brandenburg zu Cyberkriminalität. Rüdiger fordert eine Reform der gesetzlichen Rahmenbedingungen, die den Schutz Minderjähriger an die digitalen Risiken anpasst und die konsequente Ahndung von Übergriffen im Netz ermöglicht. Der Cyberkriminologe beklagt einen „sehr geringen“ Wissensstand und Sensibilisierungsgrad bei sämtlichen gesellschaftlichen Akteuren. Er fordert, dass Erwachsene sich durch die Eigennutzung von Onlinespielen, Instant Messenger, Videoplattformen & Co. als Ansprechpartner qualifizieren sollten, um mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.
„Und wir müssen uns von der Vorstellung der alten Täter, die vor dem Rechner sitzen, lösen. Immer häufiger sind die Täter selbst Kinder und Jugendliche.“ Mittlerweile richte sich fast jede dritte Strafanzeige wegen Cyber-Groomings gegen ein Kind oder einen Jugendlichen. Dies stelle sowohl die Prävention als auch den Jugendmedienschutz vor ganz neue Herausforderungen. Rüdiger empfiehlt unter anderem, dem Beispiel der niederländischen Polizei zu folgen, die eine virtuelle Wache in dem beliebten Online-Spiel „Habbo Hotel“ eingerichtet hat. Dort bieten sich echte Beamte als erkennbare Polizei-Avatare für Sprechstunden an.

Zuhören und Ernstnehmen
Die Hamburger Diplom-Pädagogin und erfahrene Fachberaterin Carmen Kerger-Ladleif ist davon überzeugt, dass Mädchen und Jungen verlässliche Fachkräfte brauchen, die bereit sind, sich mit den Grundlagen digitaler Kommunikation zu befassen und deren Faszination und Risiken zu erkennen.
„Hilfe für die Betroffenen digitaler Gewalt bedeutet, ernstgenommen zu werden und das eigene Leben und die Selbstbestimmtheit wiederzuerlangen“, betonte Kerger-Ladleif.

Mehr Information

FAQ zum Thema Gewalt
www.jugendschutz-niedersachsen.de/wir-ueber-uns/faqs/

LJS-Materialien zum Thema „sexuelle Übergriffe“
https://jugendschutz-materialien.de/shop/gewaltpraevention/grenzgebiete-sexuelle-uebergriffe-unter-jugendlichen/

https://jugendschutz-materialien.de/shop/gewaltpraevention/grenzgebiete-sexuelle-uebergriffe-unter-jugendlichen-arbeitshilfe/

https://jugendschutz-materialien.de/shop/gewaltpraevention/grenzverletzungen/

Online-Infos für Jugendliche
https://www.was-geht-zu-weit.de

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Medienkontakt
Andrea Buskotte, Referentin für Gewaltprävention der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS), Leisewitzstr. 26, 30175 Hannover, T: 0511 – 858788, andrea.buskotte@jugendschutz-niedersachsen.de

Wir können auch anders…

Ansätze für die Gewaltprävention in der Arbeit mit Gruppen

Nach einem Gewaltausbruch, wenn es gekracht hat oder wenn jemand ausgeflippt ist, geht es zuerst darum, die Beteiligten zu beruhigen und die Situation zu klären. Mindestens ebenso wichtig ist aber die Frage, wie es zu dem Ausbruch gekommen ist: Was ist vorher passiert? Was war der Auslöser? Ausgangspunkt des Seminars sind aggressive Alltagssituationen und Eskalationen in Gruppen. Die Betrachtung solcher Situationen kann helfen, Faktoren zu erkennen, die die eigenen Handlungsmöglichkeiten in Konfliktsituationen positiv wie negativ beeinflussen. Dabei geht es um die jeweils individuellen Einstellungen zu Konflikten und Gewalt und um das eigene Sicherheitsempfinden.

Daran anschließend wird die Frage aufgegriffen, wie man auf kleine Probleme sinnvoll reagieren kann, um große Schwierigkeiten zu verhindern.

Das Seminar richtet sich an pädagogische Fachkräfte, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.

15. und 31. Mai
Seminar, zweitägig
€ 140,00 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
Seminarzentrum Hannover

Anmeldefrist abgelaufen

 

(Cyber-)Mobbing – Schulinterne Lehrerfortbildung

(Cyber-)Mobbing – Schulinterne Lehrerfortbildung

Sozialwissenschaftliche Studien und Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass viele Schülerinnen und Schülern Erfahrungen mit Mobbing und Cyber-Mobbing machen – manche als Opfer, einige als Täter oder Täterinnen, viele als Zeugen, Zuschauer oder Mitwisser. Vor diesem Hintergrund informierte sich das Kollegium der Gottfried-Linke-Realschule (Salzgitter) bei einer schulinternen Fortbildung über Hintergründe und Risikofaktoren. Andrea Buskotte und Eva Hanel (LJS) beleuchteten das Thema aus medienpädagogischer Perspektive und mit Blick auf Ansatzpunkte für Gewaltprävention. Ein Schwerpunkt des Vortrags war die Darstellung der Formen und Folgen von Mobbing und Cyber-Mobbing. Der zweite Schwerpunkt bezog sich auf die Bedeutung von Online-Medien im Alltag von älteren Kindern und Jugendlichen und auf die Frage, wie Medien bei der Bewältigung der Entwicklungsaufgaben in dieser Alterspanne genutzt werden.

Mit Blick auf die Risiken wurde deutlich: Smartphones vereinfachen es für Mobber ungemein, jemanden zu verunglimpfen oder ins soziale Abseits zu stellen. Die Folgen sind oft gravierend und schwer zu kontrollieren. Peinliche Bilder oder Filmaufnahmen lassen sich ohne Qualitätsverlust vervielfältigen, das Publikum ist riesig und geht unter Umständen weit über den direkten Schulkontext hinaus. Es kommt hinzu, dass die Betroffenen rund um die Uhr für Attacken erreichbar sind und oft nicht wissen, wer dahinter steckt. Gegenstrategien sollten sich daher immer auf die ganze Klasse beziehen – nicht nur auf einzelne Beteiligte. Die Referentinnen plädierten für einen offensiven Umgang mit dem Thema. Cybermobbing und andere Formen digitaler Gewalt sollten in Unterrichtsprojekten aufgegriffen werden, um Jugendliche für Risiken und Folgen von Online-Mobbing zu sensibilisieren und Schutzmöglichkeiten kennenzulernen. Wichtige Information sind dabei: Wer sich von Mobbing bedroht fühlt, kann den/die Angreifer blockieren oder sperren – und sollte sich für die weitere Unterstützung unbedingt an eine Vertrauensperson wenden. Und pädagogische Fachkräfte müssen im Blick haben, dass Mobbing  die Betroffenen von der Gruppe isoliert, deshalb sollten Gegenmaßnahmen auch immer darauf abzielen, die soziale Gemeinschaft wieder herzustellen.

Mehr zu Prävention gegen Cyber-Mobbing und zum Fortbildungsprogramm der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen finden Sie hier:

https://cyber-mobbing.jugendschutz-niedersachsen.de/

 

Hauptsache Action – Die 3. Dimension

hauptsache_action_projektDigitale Spielewelten von Mädchen und Jungen

Computerspiele sind bei Mädchen und Jungen beliebt. Sie nutzen Online-Portale wie Spielaffe oder wünschen sich Sportsimulationsspiele wie Fifa, die Ego-Shooter Reihe Call of Duty, Minecraft oder das militärische Strategiespiel League of Legends. Aktuell begeistern sich Kinder und Jugendliche für Spielewelten, die im virtuellen dreidimensionalen Raum erlebbar sind. Dank der so genannten VR-Brillen ist ein Spielerlebnis möglich, das eine noch bessere Verschmelzung mit der virtuellen Welt ermöglicht.

Nicht alle Kinder erfahren im Elternhaus eine pädagogische Begleitung, wenn es um die Nutzungsdauer oder um den Inhalt der Spiele geht. Neben der Frage, wie die dargestellte Gewalt auf Kinder wirkt, sorgen sich viele Eltern auch darüber, ob ihr Kind nicht zu viel spielt und dafür Freundschaften, andere Hobbies oder die Schule vernachlässigt.

In der Jugendarbeit kann der Rahmen für die Auseinandersetzung mit Spielen geboten werden. Mit den Angeboten des Projektes „Hauptsache Action“ wie LAN-Partys für Jugendliche, Minecraft für Mädchen, Let’s Play Führerschein, Spieletester-Workshops für Kinder und einem E-Sports-Wettbewerb für Jugendzentren möchte die LJS die faszinierenden und die problematischen Seiten der Nutzung von Computerspielen thematisieren.

Die Fortbildung soll Distanz zu dem Thema abbauen, Ängste aufgreifen und Möglichkeiten aufzeigen, Computerspiele in der eigenen pädagogischen Arbeit einzusetzen. Dazu können verschiedene Computerspiele vor Ort ausprobiert werden. Diese Erfahrungen sollen aufgegriffen werden, um den Zugang zu computerspielenden Kindern und Jugendlichen zu erleichtern.

15. Februar 2017
Seminar
€ 60,00 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
Seminarzentrum Hannover

Anmeldung | Buchungsnummer: M1720

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(K)ein Platz für digitalen Hass und Diskriminierung

Was Jugendliche über Gewalt im Netz wissen müssen

Das Internet bietet viele Möglichkeiten, Aggressionen freien Lauf zu lassen. Hasskommentare, Diskriminierung und Shitstorms sind weit verbreitet. Es scheint, dass in der digitalen Kommunikation die Grundregeln des sozialen Miteinanders manchmal außer Kraft gesetzt sind. Die fehlende Kontrolle durch die Betreiber von sozialen Netzwerken kann zu diesem Phänomen beitragen. Aber auch die Möglichkeiten der Nutzer, die eigene Identität zu verschleiern, kann so ein Verhalten fördern.

Die Tagung geht der Frage nach, wie Jugendliche mit digitaler Gewalt konfrontiert sind und welche Folgen Hasskommentare und Mobbing für betroffene Mädchen und Jungen haben. Darüber hinaus werden Schutz- und Reaktionsmöglichkeiten vorgestellt und diskutiert. Dabei geht es um den Umgang mit Hasskommentaren gegenüber anderen, aber auch um die Handlungsmöglichkeiten der Betroffenen selbst.

11. Mai
Tagung
€ 60,00 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
Freizeitheim Vahrenwald, Hannover

Anmeldefrist abgelaufen

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Wir können auch anders…

Ansätze für die Gewaltprävention in der Arbeit mit Gruppen

Nach einem Gewaltausbruch, wenn es gekracht hat oder wenn jemand ausgeflippt ist, geht es zuerst darum, die Beteiligten zu beruhigen und die Situation zu klären. Mindestens ebenso wichtig ist aber die Frage, wie es zu dem Ausbruch gekommen ist: Was ist vorher passiert? Was war der Auslöser?

Ausgangspunkt des Seminars sind aggressive Alltagssituationen in Gruppen. Die Betrachtung solcher Situationen kann helfen, Faktoren zu erkennen, die die eigenen Handlungsmöglichkeiten in Konfliktsituationen beeinflussen. Dabei geht es um die jeweils individuellen Einstellungen zu Konflikten und Gewalt und um das eigene Sicherheitsempfinden. Daran anschließend wird die Frage aufgegriffen, wie man auf kleine Probleme sinnvoll reagieren kann, um große Schwierigkeiten zu verhindern.

16. Mai und 7. Juni
Seminar, zweitägig
€ 120,00 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
Seminarzentrum, Hannover

Anmeldefrist abgelaufen

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Hauptsache Action – Die 3. Dimension

Digitale Spielewelten von Mädchen und Jungen

Computerspiele sind bei Mädchen und Jungen beliebt. Sie nutzen Online-Portale wie Spielaffe oder wünschen sich Sportsimulationsspiele wie Fifa, die Ego-Shooter Reihe Call of Duty, Minecraft oder das militärische Strategiespiel League of Legends. Aktuell begeistern sich Kinder und Jugendliche für Spielewelten, die im virtuellen dreidimensionalen Raum erlebbar sind. Dank der so genannten VR-Brillen ist ein Spielerlebnis möglich, das eine noch bessere Verschmelzung mit der virtuellen Welt ermöglicht.

Nicht alle Kinder erfahren im Elternhaus eine pädagogische Begleitung, wenn es um die Nutzungsdauer oder um den Inhalt der Spiele geht. Neben der Frage, wie die dargestellte Gewalt auf Kinder wirkt, sorgen sich viele Eltern auch darüber, ob ihr Kind nicht zu viel spielt und dafür Freundschaften, andere Hobbies oder die Schule vernachlässigt.

In der Jugendarbeit kann der Rahmen für die Auseinandersetzung mit Spielen geboten werden. Mit den Angeboten des Projektes „Hauptsache Action“ wie LAN-Partys für Jugendliche, Minecraft für Mädchen, Let’s Play Führerschein, Spieletester-Workshops für Kinder und einem E-Sports-Wettbewerb für Jugendzentren möchte die LJS die faszinierenden und die problematischen Seiten der Nutzung von Computerspielen thematisieren.

Die Fortbildung soll Distanz zu dem Thema abbauen, Ängste aufgreifen und Möglichkeiten aufzeigen, Computerspiele in der eigenen  pädagogischen Arbeit einzusetzen. Dazu können verschiedene Computerspiele vor Ort ausprobiert werden. Diese Erfahrungen sollen aufgegriffen werden, um den Zugang zu computerspielenden Kindern und Jugendlichen zu erleichtern.

30. August
Seminar
€ 60,00 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
Seminarzentrum, Hannover

Anmeldefrist abgelaufen

» weitere Informationen

Glossar

Glossar

Gewalt

Cyber-Grooming Grooming
Hate Speech Mobbing
Rassismus Rechtsextremismus
Sexueller Missbrauch von Kindern Sexueller Missbrauch von Jugendlichen
Sexuelle Übergriffe

Medien

App Cybermobbing
Datenschutz Facebook
Fake News Flimmo
FSF FSK
GMK Influencer
Instragam Happy Slapping
Heldenfiguren IARC
Immersion Indizierung
JIM-Studie KIM-Studie
KJM Let´s Play-Videos
Liken Lootboxen
Messenger Online-Spieleportale
Persönlichkeitsrechte Posten
Selfie Sexting
Snapchat Smartphone
Smart Toys Soziale Netzwerke
Streamen Taschengeldparagraph
Threema Twitter
Urheberrecht USK
Virtual Reality / VR-Brille WhatsApp
Wirkung von Medien YouTube

Sucht

Apfelsaftgesetz Betäubungsmittelgesetz
Bong Crystal Meth
E-Shisha E-Zigaretten
Flashback  Legal Highs
NPS Shiazo Steine
THC Wasserpfeife

Sexualität

AIDS BRAVO
BZgA Frauenrechte
gsp Heteronormativität
HIV Homophobie
ISP Pornografie
Queer  Schwangerschaftskonfliktgesetz
Sexualpädagoge / Sexualpädagogin Sexuelle Vielfalt
Sexismus

Rechtliches

Elternpflicht Elternrecht
Erziehungsbeauftragte Person Personensorgeberechtigte Person(en)
PG-Regelung

Eltern, Familie, Migration

Dialogische Gesprächsführung Menschen mit Migrationshintergrund
Niedrigschwellige Elternarbeit

Gewalt


Cyber-Grooming

Cyber-Grooming ist die Kontaktaufnahme zu Kindern und Jugendlichen über Online-Medien mit dem Ziel sexueller Belästigung oder sexuellen Missbrauchs. Den Kontakt bahnen Täter z.B. über soziale Netzwerke oder Online-Spiele an. Sie bauen eine Beziehung auf, indem sie sich als Gleichaltrige ausgeben oder die Neugier von Mädchen und Jungen auf Online-Bekanntschaften ausnutzen. Innerhalb der Online-Kommunikation flechten die Täter sexuelle Inhalte ein und versuchen, ihre Gesprächspartner zu einer sexualisierten Kommunikation per Webcam, zu Nacktaufnahmen oder zu einem Treffen zu bewegen. Cyber-Grooming ist strafbar: § 176 StGB.
Siehe auch Grooming



Grooming

Grooming (übersetzt: pflegen, putzen, striegeln) ist ein Fachausdruck für das Vorgehen von Tätern bei der Vorbereitung eines sexuellen Missbrauchs von Kindern oder Jugendlichen. Erwachsene erschleichen sich das Vertrauen von Kindern, z.B. durch besondere Aufmerksamkeit, Bevorzugung oder Geschenke, um sie letztlich zu sexuellen Handlungen zu überreden oder zu erpressen. Grooming bedeutet, dass die Täter gezielt eine Situation schaffen, in der der Zugang zu einem Kind erleichtert und die Entdeckung der Übergriffe erschwert wird. Cyber-Grooming ist die Kontaktaufnahme über Online-Medien mit dem Ziel sexueller Übergriffe.



Hate Speech
Feindselige Kommentare und Diskriminierungen, die zu einer Verunglimpfung und Herabsetzung von bestimmten Personen oder Personengruppen führen, nennt man Hate Speech (Hassrede). Solche Attacken finden vorwiegend in Sozialen Netzwerken statt. Neben dem öffentlich präsentierten Hass wird die gezielte Hetze auch für direkte Aufrufe zu Gewalt gegen die jeweilige Gruppe oder Person genutzt.



Mobbing
Als Mobbing bezeichnet man regelmäßiges bzw. sich wiederholendes Schikanieren und seelisches Quälen. Ziel dieser verbalen oder nonverbalen Angriffe ist die Ausgrenzung und das Herausdrängen der Mobbingopfer aus einem bestimmten Bereich, wie z.B. der Schule. Findet Mobbing (auch) online statt, spricht man auch von Cybermobbing.



Rassismus

Rassismus bedeutet: Allen Menschen werden aufgrund ihrer Hautfarbe oder ethnischen Herkunft bestimmte Eigenschaften, Charakterzüge oder Fähigkeiten zugeschrieben. Rassismus ignoriert die Individualität von Menschen und beurteilt sie vor allem als Angehörige einer Gruppe oder Kultur. Dabei wird die eigene Gruppe oder Kultur in der Regel als höherwertig betrachtet und hiermit die Benachteiligung anderer Gruppen gerechtfertigt.



Rechtsextremismus

Der Begriff bezeichnet Einstellungen, in denen die Gleichwertigkeit aller Menschen abgelehnt und Nationalismus betont wird. Dazu gehören rassistische Überzeugungen (Rassismus), die Betonung des Rechtes des Stärkeren, die Ablehnung demokratischer Prinzipien und die Verharmlosung bzw. Rechtfertigung des Nationalsozialismus. Elemente rechtsextremistischer Einstellungen sind in allen Altersgruppen, nicht nur bei Jugendlichen, zu finden.



Sexueller Missbrauch von Kindern

Mit sexuellem Missbrauch werden sexuelle Handlungen bezeichnet, zu denen Kinder gezwungen oder überredet werden. Erwachsene oder jugendliche Täter nutzen ihre Überlegenheit oder die Unkenntnis und Unerfahrenheit von Kindern aus, um die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Abhängig von den konkreten Umständen einer Tat wird auch von sexueller Belästigung, sexuellen Übergriffen und sexueller oder sexualisierter Gewalt gesprochen. Sexuelle Handlungen an Kindern sind strafbar: § 174 Strafgesetzbuch (StGB).



Sexueller Missbrauch von Jugendlichen

Als Missbrauch von Jugendlichen (14- bis 17jährige) definiert das Strafrecht (§ 182 StGB) sexuelle Handlungen, bei denen die Zwangslage eines/einer Jugendlichen ausgenutzt wird oder der/die Jugendliche für die sexuelle Handlung bezahlt wird. Auch sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen, die 21 Jahre oder älter sind, mit unter 16-jährigen Jugendlichen können rechtlich als Missbrauch bewertet werden.



Sexuelle Übergriffe

Als sexuelle Übergriffe werden sexuelle Grenzverletzungen und erzwungene sexuelle Handlungen unter ungefähr gleichaltrigen Kindern oder Jugendlichen bezeichnet – im Unterschied zu sexuellem Missbrauch durch ältere Jugendliche oder Erwachsene. Sexuelle Übergriffe sind nicht unbedingt strafbar. Trotzdem können sie für betroffene Kinder und Jugendliche ähnlich belastend sein wie ein sexueller Missbrauch.

Weitere Informationen der LJS:
https://www.jugendschutz-niedersachsen.de/grenzgebiete/


Medien


App

Eine Applikation, kurz App, ist ein Softwareprogramm, das auf ein Smartphone oder Tablet heruntergeladen werden kann. Es gibt zum Beispiel Nachrichten-, Fahrplan- und Spiele-Apps. Bei den Jugendlichen sind vor allem die Apps beliebt, mit denen man sich austauschen und kommunizieren, aber auch spielen kann.

Weitere Informationen der LJS:
Bestelllink Handy ABC (deutsch, arabisch, kurdisch, russisch)



Cybermobbing

Spielt sich Mobbing online ab, zum Beispiel über soziale Netzwerke oder in Chatrooms, spricht man von Cybermobbing. Besonders problematisch an dieser Form des Drangsalierens  ist, dass dem Opfer über die Online-Kanäle rund um die Uhr und ohne eine Möglichkeit des Rückzugs zugesetzt wird.

Weitere Informationen der LJS:
https://cyber-mobbing.jugendschutz-niedersachsen.de/



Datenschutz

Jeder Mensch hat nach Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes ein Grundrecht, selbst darüber zu entscheiden, wem er seine persönlichen Daten zugänglich machen will. Der Begriff Datenschutz umfasst den Schutz vor missbräuchlicher Datenverarbeitung, den Schutz des Rechts auf informelle Selbstbestimmung und den Schutz der Privatsphäre.



Facebook
Das soziale Netzwerk ermöglicht die Erstellung von privaten Profilen zur Darstellung der eigenen Person. Es verknüpft mittlerweile Millionen Menschen miteinander. Auch Unternehmen, Institutionen oder Vereine nutzen die Plattform, um sich zu präsentieren. Ein eigenes Profil zu erstellen ist ab dem Alter von 13  Jahren möglich. Mädchen und Jungen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren erhalten laut den AGB einen Minderjährigen-Account, der über besondere Sicherheitseinstellungen verfügt.



Fake News
Nachrichten, die absichtlich Falschaussagen beinhalten und in der Öffentlichkeit gezielt lanciert werden, bezeichnet man als Fake News. Im Internet und vor allem in den Sozialen Netzwerken verbreiten sich diese Falschmeldungen sehr schnell. Der Begriff Fake News umfasst ebenfalls gefälschte Bilder oder Videos, die zur Manipulation benutzt werden



Flimmo

Flimmo ist eine Programmzeitschrift für Eltern, in der alle wichtigen Sendungen und Fernsehinhalte bewertet werden, mit denen Mädchen und Jungen im Alter von 3 bis 13 Jahren in Berührung kommen können. Die Bewertung beinhaltet fachliche Aspekte, wie Kinder bestimmte Fernsehinhalte wahrnehmen und welche Verarbeitungsprozesse je nach Alter zu erwarten sind. FLIMMO wird redaktionell vom JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis verantwortet. (www.flimmo.de)



FSF

Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) vergibt Altersfreigaben für TV-Programme, die den gängigen Freigaben im Jugendschutz entsprechen (ab 0, 6, 12, 16, 18 Jahren). Die FSF fördert durch Veranstaltungen (Medien Impuls),  Medienprojekte und ein Fachmagazin (TV Diskurs) die Auseinandersetzung mit  medienpädagogischen Themen.  (www.fsf.de)



FSK

Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) organisiert freiwillige Prüfungen von Filmen und Bildträgern, die in Deutschland für die öffentliche Vorführung und Verbreitung vorgesehen sind. Mit den Alterskennzeichen „ab 0, 6, 12, 16 und 18 freigegeben“ existieren verbindliche Freigaben, die für den Kinobesuch oder die DVD-Ausleihe bindend sind. (www.fsk.de)



GMK

Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V. (GMK) ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Fachleuten aus den Bereichen Bildung, Kultur und Medien. Als größter medienpädagogischer Dach- und Fachverband für Institutionen und Einzelpersonen ist die GMK Plattform für Diskussionen, Kooperationen und neue Initiativen. (www.gmk-net.de)



Influencer
Influencer (engl. to influence: beeinflussen) sind in der Regel junge Menschen, die auf Instagram oder Youtube aus ihrem Leben berichten. Bei der meist jungen Zielgruppe sind Influencer erfolgreich, wenn sie glaubwürdig, vertrauenswürdig, authentisch und sympathisch sind. Aufgrund ihrer großen Reichweite eignen sie sich als Werbeträger oder Markenbotschafter.



Instragam
Instagram ist ein auf Fotos basierendes soziales Netzwerk. Die hochgeladenen Fotos können mit Filtern bearbeitet und dann mit Freunden geteilt werden. Instagram wird auch genutzt, um als sogenannter Follower dem Lieblingsstar oder Sternchen zu folgen: Die aktuellen Posts und Bilder der Prominenten werden den Nutzern dann automatisch angezeigt.



Happy Slapping

Mit dem Begriff werden Handy-Videos und Bilder mit brutalen und gewalthaltigen Inhalten beschrieben.. Das gezielte Schlagen Schwächerer zum Zwecke des Filmens ist als „Happy Slapping“ bekannt. Neben der Körperverletzung ist auch das Filmen und Verbreiten von Gewalttaten verboten (§131 StGB).

Weitere Informationen der LJS:
Bestelllink kostenfreie Broschüre „Handy lieb und teuer“ (Klassensatz)



Heldenfiguren

In der Medienlandschaft treffen Mädchen und Jungen auf eine Vielzahl von Heldinnen und Helden. Sie verkörpern Mut, List, Stärke und tragen immer den Sieg davon. Kinder suchen und finden in ihren Heldenfiguren Handlungen und Verhaltensweisen, die ihr eigener Alltag nicht oder nur in Grenzen zulässt.  Helden sind als  Orientierungsfiguren wichtig für die Entwicklung für Kinder.



IARC

International Age Rating Coalition: Internationales System zur Ermittlung von Altersfreigaben. Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) vergibt auch Alterskennzeichen für Online-Spiele und Apps. Dies geschieht innerhalb des internationalen IARC-Systems. Die Anbieter einzelner Spiele und Apps ermitteln durch die Beantwortung eines Fragebogens ein entsprechendes Alterskennzeichen (USK ab 0, 6, 12, 16, und 18 Jahren). Bislang sind die Alterskennzeichen im Google Play Store, Windows Store, Firefox Marketplace und im Nintendo eShop zu finden.



Immersion

Mit dem Begriff Immersion wird der Grad des Eintauchens in eine virtuelle Realität bei Computerspielen bei gleichzeitiger Abnahme der Wahrnehmung der eigenen Person bezeichnet. Computerspieler erleben dieses Gefühl unterschiedlich intensiv. Dies hängt vom Spiel, von der Persönlichkeit des Spielers und von der Dauer des Spielens ab. Bei Ego-Shooter- Spielen wird beispielsweise grundsätzlich aus der Sicht der Spielfigur, also der Ich-Perspektive, gespielt. Diese Perspektive ermöglicht einen höheren Grad der Immersion, weil der Spieler die virtuelle Welt  unmittelbar erleben kann.



Indizierung

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) ist für das Indizierungsverfahren zuständig. Angeregt wird ein Verfahren, wenn ein bereits veröffentlichter Film oder ein Computerspiel geeignet ist, die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu gefährden (§ 18 Abs.1 Jugendschutzgesetz). Medieninhalte, die indiziert worden sind, dürfen im Handel nicht öffentlich verbreitet und nur an Erwachsene auf Nachfrage nach dem entsprechenden Titel abgegeben werden. Darüber hinaus besteht ein Werbeverbot, der Vertrieb über den Versandhandel ist zudem untersagt. (www.bundespruefstelle.de)



JIM-Studie

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest befragt jährlich rund 1.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren zu ihrem Mediennutzungsverhalten. In Telefoninterviews geben die Mädchen und Jungen u.a. Auskunft über ihre Fernsehpräferenzen, Computer- und Internetnutzung, Lieblings-Apps oder darüber, welche Probleme mit der Mediennutzung aufgetaucht sind. (www.mpfs.de)



KIM-Studie

Rund 1.200 Mädchen und Jungen im Alter von 6 – 13 Jahren sowie deren Mütter werden vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest im Rahmen der KIM-Studie mündlich bzw. schriftlich befragt. In der alle zwei Jahre durchgeführten Studie geht es u.a. um die Themenfelder Medienausstattung, Medienfunktion, Computerspiele sowie um die Mediennutzung im familiären Kontext. (www.mpfs.de)



KJM

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) ist die zentrale Aufsichtsstelle für den Jugendschutz im privaten bundesweiten Fernsehen sowie im Internet. Ihre Aufgabe ist es, für die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen zu sorgen und im Rahmen der regulierten Selbstregulierung die Selbstverantwortung der Anbieter zu fördern. (www.kjm-online.de)



Let´s Play-Videos

Let’s Plays heißen die Youtube-Clips, in denen Spieler ihr Spiel filmen und es kommentieren. Gronkh und Sarazar gehören mit zu den Stars der deutschen Youtuber-Szene. Ihre Let’s Plays werden von Kindern und Jugendlichen abends angesehen. Eigene Let’s Plays sind recht einfach zu erstellen.

LJS-Projektseite Hauptsache Action: https://jugendschutz-niedersachsen.de/Hauptsache-Action/projektinfos.html



Liken

In sozialen Netzwerken werden Beiträge, Fotos oder Videos von anderen als Ausdruck des Gefallens „gelikt“. Bei facebook beispielsweise bedient man sich des gehobenen Daumens. In anderen Netzwerken zeigt die Anzahl der vergebenen Sterne, wie gut dem Nutzer ein Beitrag gefällt.



Lootboxen
Lootboxen (loot – Beute) sind virtuelle Kisten, die in Spielen entweder durch virtuelle Währung oder durch reales Geld erworben werden können. Die Kisten enthalten virtuelle Gegenstände (Items), die im Spiel benutzt werden können. Bei den Items handelt es sich um Kleidungsstücke zur Verschönerung der eigenen Spielfigur, virtuelle Waffen oder Spielvorteile (Boosts). Die Kisten enthalten häufig eher kosmetische oder geringwertige Gegenstände, wertvolle oder sehr nützliche Gegenstände sind dagegen selten.



Messenger
Ein Messenger funktioniert wie das Versenden von SMS oder MMS, ist aber in der Regel kostenlos. Mit einem  Messenger kann auch telefoniert und gechattet werden, dazu können Gruppen von Personen gebildet werden, die man in seinem Adressbuch hat.



Online-Spieleportale

Spielaffe.de ist ein typisches Spieleportal im Internet. Dort findet man eine große Anzahl von so genannten Flashspielen, die kostenlos spielbar sind. Man kann Spiele aus verschiedenen Genres wählen oder sich für Angebote entscheiden, die sich eher an Mädchen oder Jungen, Kinder oder Jugendliche richten. Eine Alterskennzeichnung ist dort nicht zu finden.

LJS-Projektseite Hauptsache Action: https://jugendschutz-niedersachsen.de/Hauptsache-Action/projektinfos.html



Persönlichkeitsrechte

Das Recht am eigenen Bild oder Bildnisrecht ist eine besondere Ausprägung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts. Es besagt, dass jeder Mensch grundsätzlich selbst darüber bestimmen darf, ob überhaupt und in welchem Zusammenhang Bilder von ihm veröffentlicht werden. Dieses Recht ist im Kunsturhebergesetz (§22 KUG) verankert. Eine wichtige Ausnahme: Wenn die fotografierte Person nurals Beiwerk, also nebensächlich auf einem Bild mit Häusern, Sehenswürdigkeiten oder Landschaftsaufnahmen zu sehen ist, muss nicht um Erlaubnis gefragt werden.

Weitere Informationen der LJS:
Bestelllink Handy ABC (deutsch, arabisch, kurdisch, russisch)
Bestelllink kostenfreie Broschüre „Handy lieb und teuer“ (Klassensatz)



Posten

Anglizismus von „To post“ = abschicken, verschicken, versenden. In sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram oder Twitter werden Fotos, Nachrichten oder Kommentare gepostet.



Soziale Netzwerke
Es handelt sich um einen Online-Dienst, mit dem Benutzer miteinander kommunizieren und teilweise im virtuellen Raum interagieren können. Es gibt verschiedenen Angebote wie facebook, Instagram, Snapchat u.a.



Selfie

Selfies sind Selbstportraits, die per Handy mit einer Armeslänge Abstand aufgenommen werden. Selfies erfreuen sich großer Beliebtheit bei Mädchen und Jungen und werden in großem Ausmaß in den sozialen Netzwerken gepostet.



Sexting

Die Kombination von „sex“ und „texting“ ergibt „Sexting“: Mädchen und Jungen posieren leicht bekleidet vor der Kamera, räkeln sich in Unterwäsche oder lassen ihre Muskeln spielen, um ein möglichst erotisches Bild von sich aufzunehmen. Dies wird dann als Liebesbeweis an den Partner oder die Partnerin verschickt oder zum Testen des eigenen „Marktwertes“ in den sozialen Netzwerken gepostet.



Snapchat
Snapchat ermöglicht das Versenden von Bildern und Videos. Das Besondere an Snapchat ist, dass die Fotos für die Empfänger nur für eine kurze Zeit (ca. 10 Sekunden) zu sehen sind und danach laut Anbieter angeblich gelöscht werden.

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Smartphone

Das Smartphone ist ein Mobiltelefon, das mittlerweile über die Funktionalität eines Computers verfügt. Das Smartphone wird u.a. als Fotoapparat, Navigationsgerät, MP3-Player, Fernseher, Radio oder zum Spielen genutzt. Die verschiedenen Kommunikations-Apps auf dem Smartphone dienen der Verständigung unter Gleichaltrigen und in der Familie. Ein zentrales Merkmal des Smartphones ist der berührungsempfindliche Bildschirm.

Weitere Informationen der LJS:
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Smart Toys
Puppen, Kuscheltiere oder Roboter, die mit dem Internet verbunden und per App oder Sprachbefehl gesteuert werden können, bezeichnet man als Smart Toys (engl. intelligentes Spielzeug). Aus Jugendschutzsicht können diese Spielzeuge problematisch werden, wenn die verbauten Kameras und Mikrofone personenbezogene Daten der jungen Nutzer speichern und auswerten. Sicherheitslücken bei der Software haben schon dazu geführt, dass sich Fremde in das System gehackt haben.



Streamen

Eine kontinuierliche Online-Datenübertragung von Video- und Audiodateien bezeichnet man mit „Stream“ oder „Streaming“ (engl. strömen, fließen). Anders als beim Downloaden wird beim „Streaming“ nicht die vollständige Datei auf dem heimischen Rechner heruntergeladen, sondern immer nur Teilstücke. Diese werden beim Anschauen direkt wieder gelöscht, während gleichzeitig weitere Teile geladen werden. Somit erzeugt man rein technisch betrachtet keine vollständige Kopie.



Taschengeldparagraph

Im Bürgerlichen Gesetzbuch §110 ist die Geschäftsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen geregelt. Kinder unter 7 Jahren sind nicht geschäftsfähig. Zwischen 7 und 17 Jahren sind sie beschränkt geschäftsfähig. Das heißt, die gesetzlichen Vertreter – in der Regel die Eltern – müssen zustimmen, damit ein Kauf wirksam wird (§106 BGB).

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Threema
Der Instant Messenger verfügt über die gleichen Funktionen wie WhatsApp und kann auf dem Smartphone und Tablet installiert werden. Threema arbeitet mit einer Ende-zu-Ende Verschlüsselung, die es selbst dem Serverbetreiber verbietet, Nachrichten in Form von Texten, Fotos oder Videos sowie Standortdaten auszulesen.

Da der Server in der Schweiz liegt, gelten die dortigen Datenschutzbestimmungen, die vergleichbar mit den deutschen Standards sind. Der Download im App-Store kostet einmalig ungefähr 3,- Euro.



Twitter

Online-Kommunikationsplattform, über die Bilder und Textnachrichten mit maximal 140 Zeichen verschickt werden können. Privatpersonen und Organisationen, Unternehmen und Massenmedien nutzen Twitter zur Verbreitung ihrer Nachrichten. Die Kommunikation auf Twitter erfolgt über sogenannte „Tweets“ (englisch to tweet = zwitschern), die nur angemeldete Nutzer erstellen können.



Urheberrecht

Das Urheberrecht bezeichnet das Recht auf Schutz geistigen Eigentums in ideeller und materieller Hinsicht. Das Urheberrecht ist in Deutschland, anders als im Ausland, nicht übertragbar und kann nur vererbt werden (§ 29, § 28 UrhG).

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USK

Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) ist eine freiwillige Einrichtung der Computerspielewirtschaft und zuständig für die Prüfung von Computerspielen in Deutschland. Die USK ist als Selbstkontrolle staatlich anerkannt sowohl in Bezug auf das Jugendschutzgesetz als auch hinsichtlich des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages für den Online-Bereich. (www.usk.de)



Virtual Reality/VR-Brille

Virtual Reality (VR) ist eine spezielle Medientechnologie, die auf besondere Weise Eingabe- und Darstellungsmodalitäten in sich vereint. VR bietet eine dreidimensionale visuelle Darstellung mit wirklicher Tiefe. Verstärkt wird dieses Erlebnis durch ein sogenanntes Head-Mounted Display, einer VR-Brille, die das gesamte Blickfeld abdeckt sowie einem räumlichen Sound über Kopfhörer. Anstelle einer Maus oder einer Tastatur können VR-Nutzer mittels normaler Kopf-, Hand- und Körperbewegungen interagieren und durch die virtuellen Welten steuern.



WhatsApp

Die beliebteste App bei Kindern und Jugendlichen ist derzeit WhatsApp. Dieser Instant Messenger Dienst ermöglicht die Kommunikation der verschiedenen Betriebssysteme miteinander (iOS, Android, Microsoft und Blackberry). WhatsApp wurde seitens der USK „ab 0 Jahren“ gekennzeichnet.  In den AGB schreibt der Anbieter vor, dass man für die Nutzung mindestens 13 Jahre alt sein muss. Es gibt jedoch keine Kontrolle beim Herunterladen der App.

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Wirkung von Medien

Eine Kernaufgabe des Jugendmedienschutzes ist es, mediale Inhalte auf mögliche beeinträchtigende oder gefährdende Wirkungen hin zu überprüfen und daraus Altersfreigaben oder Sendezeitbegrenzungen abzuleiten. Ängstigung, Gewaltbefürwortung oder die Förderung von Gewalt sowie sozialethische Desorientierung sind gewöhnlich die Kategorien, die bei der Beurteilung von Film- und Fernsehinhalten oder Computerspielen herangezogen werden.



YouTube

YouTube ist ein Videoportal, auf dem man Videos aller Arten finden kann: Film- und Fernsehausschnitte, Musikvideos, Trailer und vor allem selbstgedrehte Filme. Dazu zählen Skatervideos, Let’s Plays, Lifestyle-Blogs, Tutorials, Gewaltvideos oder politische und philosophische Kommentierungen.

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Sucht


Apfelsaftgesetz

Nach dem sogenannten Apfelsaftgesetz, §6 Ausschank alkoholfreier Getränke des deutschen Gaststättengesetzes (GastG), müssen Gastwirte mindestens ein alkoholfreies Getränk anbieten, das nicht teurer ist als das billigste alkoholische Getränk. Als alkoholpräventive Maßnahme soll durch den Paragraphen verhindert werden, dass alkoholische Getränke lediglich aufgrund eines günstigeren Preises getrunken werden.



Betäubungsmittelgesetz

Zur Regulierung des Umgangs mit Betäubungsmitteln gibt es in Deutschland seit 1930 ein Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Dabei finden zwar regelmäßige Neuanpassungen statt, trotzdem kann es im Falle einiger Stoffe, insbesondere bei NPS, vorkommen, dass die Überarbeitung des Gesetzes den Neuentwicklungen auf dem Drogenmarkt hinterherhinkt.



Bong

Bei einer Bong handelt es sich um eine Wasserpfeife ohne Schläuche, die sich aus einem Zylinder und einem Shillum (ein Rohr ähnlich einem Pfeifenkopf) zusammensetzt. Für gewöhnlich wird sie zum Rauchen von Cannabis oder Cannabis-Tabak-Mischungen genutzt. Zu den regional jeweils unterschiedlichen Synonymen zählen: Blubber, Flasch, Pief, Öck oder Rohr.



Crystal Meth

Metamphetamin, auch Crystal, Meth oder Crystal Meth, sind synthetisch hergestellte, psychotrope und illegale Drogen aus der Gruppe der Amphetamine. Konsumiert wird Crystal vor allem in der Partyszene. Gefährlich ist die hohe Geschwindigkeit, mit der der Konsum zur psychischen Abhängigkeit führen kann und das Risiko einer lebensgefährlichen Überdosierung.



E-Shisha

In ihrer Funktionsweise ist die E-Shisha vergleichbar mit einer E-Zigarette, das Mundstück ähnelt jedoch häufig dem einer Wasserpfeife. Bislang fehlt es an gesetzlichen Vorgaben zur Beschaffenheit, Konzentration und Deklaration der Inhaltsstoffe. Laut §10 JuSchG dürfen E-Shishas nicht an Jugendliche abgegeben werden. Dies gilt auch für Produkte, die kein Nikotin enthalten.



E-Zigaretten

In elektronischen Zigaretten, auch E-Zigaretten genannt, werden Flüssigkeiten (sog. Liquids) verdampft und vom Konsumenten inhaliert. Als nikotinhaltige oder auch nikotinfreie Erzeugnisse unterliegen sie dem §10 „Rauchen in der Öffentlichkeit des Jugendschutzgesetztes (JuSchG)“. Hiernach dürfen sie an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren weder abgegeben werden noch darf ihnen der Konsum gestattet werden.



Flashback

Treten Wahrnehmungsstörungen wie visuelle Effekte Tage, Wochen oder sogar Monate nach dem Konsum von Drogen auf, spricht man umgangssprachlich von einem Flashback. Diese informelle Bezeichnung wurde durch den Begriff der persistierenden (andauernden) Wahrnehmungsstörung ersetzt. Über die tatsächliche Verbreitung ist bis heute wenig bekannt.



Legal Highs

Die häufig zur Tarnung als „Badesalz“ oder „Raumlufterfrischer“ angegebenen sogenannten Legal Highs gehören zu den Neuen Psychoaktiven Substanzen (NPS), welche entgegen ihren Namen teilweise unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) fallen. Die Problematik dieser Substanzen liegt in der ständigen Neuentwicklung und den ungewissen Effekten, die im Extremfall bis zum Tod reichen können.



NPS

Als neue psychoaktive Stoffe (NPS) werden chemische Varianten bekannter Betäubungsmittel bezeichnet, die bislang  geltende Verbots- und Strafvorschriften aufgrund ständig neuer auftretender Formen umgangen haben. Künftig soll das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) den Umgang mit NPS regeln.




Shiazo Steine

Als nikotinfreies Tabakersatzprodukt werden Shiazo Steine in Wasserpfeifen verdampft. Im Gegensatz zu geltenden Regelungen für E-Zigaretten und E-Shishas, die selbst als nikotinfreie Varianten nicht an Kinder und Jugendliche abgegeben werden dürfen (§10 JuSchG), stellt das Aushändigen und Konsumierenlassen von Shiazo Steinen bislang keinen Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz dar.



THC

THC steht für Tetrahidrocannabinol und ist der Rauschwirkungen hervorrufende Bestandteil der Hanfpflanze (Cannabis). Es handelt sich um ein psychoaktives Cannabinoid,  welches in Deutschland den Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetz (BtMG) unterliegt. Wird THC durch Cannabis-Konsum aufgenommen, so erfolgt dies meist pur oder mit Tabak gemischt in Form eines Joints.



Wasserpfeife

In der traditionellen orientalischen Wasserpfeife, auch Shisha genannt, wird gewöhnlich Tabak mit Fruchtaromen oder anderen Geschmacksrichtungen geraucht. Der beim Verschwelen des Tabaks entstehende Rauch wird durch ein wassergefülltes Glasgefäß gesogen und eingeatmet. Die gesundheitlichen Risiken ähneln nach heutigem Kenntnisstand denen, die durch das Rauchen von Zigaretten entstehen.


Sexualität


AIDS

AIDS ist die Abkürzung für „Acquired Immune Deficiency Syndrome“ (engl. für erworbenes Immundefektsyndrom). Von AIDS spricht man, wenn aufgrund der Immunschwäche durch das HI-Virus schwere Infektionen, aidsdefinierte Krebserkrankungen, Gehirnschädigungen oder starke Abmagerungen auftreten.

Weitere Informationen der LJS:
Projektwebseite: https://www.jugendschutz-niedersachsen.de/AIDS/index.html



BRAVO

Die Zeitschrift BRAVO behandelt Themen, die vor allem jugendliche Mädchen und Jungen interessieren: Informationen über Musik oder Medienstars, Modetipps, aber auch Persönlichkeitstest oder die beliebte „Foto-Love-Story“. Seit 1969 ist „Dr. Sommer“ ein fester Bestandteil der Zeitschrift – hier werden Fragen von Jugendlichen zu Liebe, Sexualität und Partnerschaft beantwortet.

Mittlerweile wird das vielfältige Angebot der BRAVO vor allem über das Internet genutzt: Musikcharts und aktuelle News sowie die Möglichkeiten Informationen über verschiedene Apps zu erhalten, stößt weiterhin auf ein großes Interesse bei Jugendlichen.



BZgA

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wurde 1967 als eine Behörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit gegründet.

Zu den Aufgaben der BZgA gehören die Erarbeitung von Grundätzen und Richtlinien zur praktischen Gesundheitserziehung, die Aus- und Fortbildung von Fachpersonal sowie koordinative Aufgaben zur Gesundheitserziehung im Bundesgebiet und in Zusammenarbeit mit dem Ausland. Zudem erstellt die BZgA Informationsmaterialen, die unentgeltlich abgegeben werden. Im Rahmen der Forschung bringt die BZgA in regelmäßigen Abständen unter anderen die Studie „Jugendsexualität“ heraus.

Weitere Informationen unter www.bzga.de



Frauenrechte
„Frauenrechte sind Menschenrechte“ – dieser Slogan ist seit Jahren fester Bestandteil der internationalen Menschrechtsdiskussion und verdeutlicht, dass das Recht auf Gleichberechtigung und Nichtdiskriminierung aufgrund der besonderen gesellschaftlichen Situation von Frauen besonders betont werden muss. Trotz der Fortschritte zur Gleichberechtigung haben Frauen und Mädchen in allen Ländern der Welt bis heute nicht die gleichen Rechte und Möglichkeiten zur Teilhabe am politischen, sozialen und ökonomischen Leben.

Weitere Informationen zu Menschenrechten und Frauenrechten im Besonderen: http://menschenrechte-durchsetzen.dgvn.de/themenschwerpunkte-menschenrechte/frauenrechte/



gsp
Die Gesellschaft für Sexualpädagogik (gsp) ist ein bundesweiter Fachverband von wissenschaftlich und praktisch tätigen Sexualpädagoginnen und –pädagogen.
Die gsp bietet Beratung und Fortbildungen an, veröffentlicht Positionen zu aktuellen Debatten und vergibt ein Qualitätssiegel für sexualpädagogische Fachkräfte.
Weitere Informationen unter http://gsp-ev.de/



Heteronormativität
„Heteronormativität“ bezeichnet die naturgegebene strikte Einteilung der Geschlechter in Mann und Frau sowie eine damit verbundene Ausschließlichkeit von Heterosexualität. Der Begriff wird vor allem genutzt, um die damit einhergehenden Geschlechternormen zu kritisieren und auf daraus resultierende Machtverhältnisse aufmerksam zu machen.



HIV

Das HI-Virus (human immunodeficiency virus) schädigt das betroffene Immunsystem so schwer, dass dieses nicht mehr in der Lage ist, neue Krankheitserreger zu bekämpfen. Im Endstadium der HIV-Infektion, der AIDS-Erkrankung, kommt es zu einem nahezu völligen Zusammenbruch der körpereigenen Abwehr.
Übertragen werden kann das HI-Virus, wenn infektiöse Körperflüssigkeiten (Blut, Sperma, Vaginalflüssigkeit) über Schleimhäute oder offene Wunden in die Blutbahn eindringen.

Weitere Informationen der LJS:
Projektwebseite: https://www.jugendschutz-niedersachsen.de/AIDS/index.html



Homophobie
Der Begriff bezeichnet eine irrationale Angst vor homosexuellen Menschen und ihren Lebensweisen. Hieraus entstehen Vorurteile und Zerrbilder dieser Personengruppe, die sich in Form von Abwertung, Aggressionen oder Ekel äußern.

Das Wort Homophobie wird kritisiert, da es keine Angst im eigentlichen Sinne ist, sondern (ähnlich wie Rassismus oder Sexismus) als „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ anzusehen ist.  Der Begriff Heterosexismus hat sich bisher nicht durchgesetzt.



ISP
Seit 1988 qualifiziert das Institut für Sexualpädagogik (ISP) in der Sozialen Arbeit Tätige zum Umgang mit sexueller Bildung in Theorie und Praxis. Neben dem umfangreichen Fortbildungsangebot und dem anerkannten Zertifikatslehrgang Sexualpädagogik gibt es zudem die Möglichkeit, Dozentinnen und Dozenten für eigene Veranstaltungen zu buchen.
Weitere Informationen unter https://www.isp-sexualpaedagogik.org/



Pornografie

Unter Pornografie wird die direkte Darstellung des menschlichen Sexualaktes verstanden. Es gibt pornografische Filme, Bilder und Texte. In der Pornografie werden soziale Zusammenhänge ausgeklammert bzw. verkürzt und die Akteure werden auf die Rolle austauschbarer Lustobjekte reduziert. Auf der Bildebene werden die Geschlechtsteile explizit betont und die Vorgänge aufdringlich und anreisserisch ins Bild gesetzt – mit dem Ziel, zu stimulieren.



Queer
Der Begriff queer bedeutet schräg, seltsam, sonderbar. Im englischen Sprachraum hat sich queer vom Schimpfwort für homo- und bisexuelle Menschen zur selbstbewussten Eigenbezeichnung entwickelt. Im deutschsprachigen Raum verstehen sich unter dem Begriff queer Menschen, die den heteronormativen gesellschaftlichen Normen nicht entsprechen wollen und sich in ihrer Geschlechtsidentität nicht auf eindeutig Frau oder Mann beschränken wollen.



Schwangerschaftskonfliktgesetz
Das „Gesetz zur Vermeidung und Bewältigung von Schwangerschaftskonflikten“, kurz Schwangerschaftskonfliktgesetz bzw. SchKG, trat 1992 in Kraft und regelt Aufklärungs- und Beratungsangebote für Männer und Frauen im Zusammenhang mit Sexualität, Verhütung, Familienplanung und ungewollter Schwangerschaft.

SchKG im Wortlaut: https://www.gesetze-im-internet.de/beratungsg/BJNR113980992.html



Sexualpädagoge / Sexualpädagogin

Als Sexualpädagoge bzw. Sexualpädagogin bezeichnen sich Menschen, die in der sexuellen Bildung arbeiten – mit ganz unterschiedlichen beruflichen Grundqualifikationen, da die Berufsbezeichnung Sexualpädagoge bzw. Sexualpädagogin nicht staatlich geschützt ist.
Mit dem Ziel, die Qualität der sexualpädagogischen Arbeit zu sichern, vergibt die gsp (Gesellschaft für Sexualpädagogik) seit 2008 ein Qualitätssiegel an sexualpädagogisch Tätige.



Sexuelle Vielfalt

Unter dem Begriff „sexuelle Vielfalt“ werden sowohl die Vielfältigkeit von Lebensformen, sexuelle Orientierungen als auch Geschlechtsidentitäten und Geschlechterinszenierungen zusammengefasst. Ziel einer Thematisierung sexueller Vielfalt ist es, aufzuklären und Diskriminierungen vorzubeugen.



Sexismus
Sexismus ist ein Oberbegriff für eine Vielzahl von bewussten und unbewussten Diskriminierungen auf Basis des Geschlechts. Auf Grundlage einer „naturgegebenen“ Unterscheidung zwischen Männern und Frauen (hinsichtlich Verhaltensweisen, sozialen Rollen etc.) dient Sexismus als ungewolltes oder beabsichtigtes Mittel zur Machtausübung; Machtgefälle bzw. Abhängigkeitsverhältnisse werden mit dem Geschlecht begründet und weiter aufrecht erhalten.


Rechtliches


Elternpflicht

Es ist eine Elternpflicht, die eigenen Kinder zu pflegen und zu erziehen. Damit ist einerseits die Grundversorgung wie  z.B. die Ernährung, die Hygiene und die Gesundheitsförderung gemeint, andererseits sollen die Kinder ihrem Alter entsprechend zu selbstständigen und verantwortlichen Menschen erzogen werden. Kinder haben das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung.



Elternrecht

Eltern haben das Recht, ihre Kinder nach eigenen Maßstäben zu pflegen und zu erziehen. Der Staat hat eine ergänzende und unterstützende Funktion. Nur bei der Verletzung der Kinderrechte durch die Eltern, also bei Verwahrlosung und Misshandlung der Kinder, kann der Staat zum Schutz der Kinder eingreifen.



Erziehungsbeauftragte Person

Eine erziehungsbeauftragte Person darf für einen Zeitraum die Erziehung von Kindern übernehmen. Das setzt die Zustimmung der Eltern voraus. Diese Person, die mindestens 18 Jahre alt sein muss, kann zum Beispiel einen 15-Jährigen in die Diskothek mitnehmen und ist für ihn verantwortlich.



Personensorgeberechtigte Person(en)

Eltern sind die personensorgeberechtigte Personen für ihre Kinder. In manchen Fällen ist nur ein Elternteil personensorgeberechtigt, z.B. im Falle einer Trennung. Gibt es einen Pfleger oder einen Vormund für ein Kind, so ist dieser personensorgeberechtigt.



PG-Regelung

Eltern können mit ihren Kindern ab sechs Jahren im Kino Filme sehen,  die erst ab 12 Jahren freigegeben sind. Dies wird durch die PG-Regelung (Parental guidence = Elternbegleitung) möglich. Unabhängig von der Altersfreigabe müssen Kinder ab sechs Jahren von Personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragten Personen begleitet werden, wenn die Filmvorführung erst nach 20 Uhr beendet ist.

Weitere Informationen finden Sie in diesen kostenfreien Broschüren:
>> Bestelllink „Welche Filme dürfen Kinder und Jugendliche sehen?“
>> Bestelllink „Oft gestellte Fragen zum Jugendschutzgesetz“ Informationen für Jugendliche


Eltern, Familie, Migration


Niedrigschwellige Elternarbeit

Eine zentrale Aufgabe des erzieherischen Jugendschutzes ist es, Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder zu unterstützen. Nicht alle Eltern nehmen an klassischen Elternveranstaltungen, wie zum Beispiel einem Themenelternabend, teil. Niedrigschwellige Elternarbeit zeichnet sich durch einen besonderen Zugang, eine wertschätzende Haltung gegenüber den Erziehungskompetenzen der Eltern ( > Dialogische Gesprächsführung) und durch bildhafte Methoden des Gesprächseinstieges aus.

Weitere Informationen der LJS:
Projektbeispiel Elterntalk http://www.elterntalk-niedersachsen.de/



Dialogische Gesprächsführung

Die dialogische Gesprächsführung stellt die Standpunkte und vorhandenen Stärken der Gesprächsteilnehmer in den Vordergrund, ohne sie zu bewerten. Damit hat sie einen  ressourcenorientierten Ansatz. So ist ein Austausch auf Augenhöhe möglich, bei dem Eltern voneinander lernen und sich gegenseitig Tipps zu ihrem Erziehungsalltag geben können.



Menschen mit Migrationshintergrund

Als Migranten werden Personen bezeichnet, die entweder selbst aus ihrer Heimat in ein anderes Land gekommen sind oder von denen mindestens ein Elternteil zugewandert ist. Personen, bei denen ein Großelternteil zugewandert ist, werden oft als Menschen mit Zuwanderungsgeschichte bezeichnet.

 

FAQs

FAQ

Meine fünfjährige Tochter würde am liebsten den ganzen Tag nur Nudeln und Süßigkeiten essen. Worauf muss ich achten, damit meine Tochter gesund aufwächst? Und wie viele Süßigkeiten sind ok?

Kinder entwickeln von klein auf Vorlieben, auch für das Essen. Gegen Nudeln ist erst einmal nichts einzuwenden. Versuchen Sie frühzeitig, Ihr Kind in die Essensplanung mit einzubeziehen. Für Kinder ist es wichtig, abwechslungsreiches und gesundes Essen kennenlernen. Denn wenn Ihr Kind das Lieblingsessen nicht mehr mag, wird es neugierig darauf sein, was Sie auf dem Teller haben.

Süßigkeiten und Naschereien sind ab einem gewissen Alter unumgänglich. Vorteilhaft ist es, von Anfang an Regeln festzulegen und maßvoll zu genießen. Wie viele Süßigkeiten ein Kind bekommen sollte, ist vom Alter abhängig. Etwa eine (Kinder-) Handvoll Süßigkeiten pro Tag ist ein guter Richtwert.

Im Sinne des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes sind Eltern und andere Erziehungsberechtigte für das gesunde Aufwachsen ihrer Kinder verantwortlich. Dennoch können diese Fragen sicherlich von einer Ernährungsberatungsstelle oder der Verbraucherzentrale detaillierter beantwortet werden.


Meine Tochter (13) hat vermehrt Schnittwunden an den Unterarmen. Ich glaube, sie verletzt sich selbst. Was kann ich dagegen tun?
Mein 14-jähriger Sohn möchte sich mit einem Ferienjob etwas Geld verdienen. Worauf muss ich achten?
Darf mein 15-jähriger Sohn in einer Kneipe die dort übertragenen Fußballspiele anschauen?
Wie lange darf sich mein Sohn, 14 Jahre alt, in unserer Dorfkneipe aufhalten?
Aufenthalt in Gaststätten (§ 4 JuSchG)

Gewalt

Unsere Tochter (15) provoziert uns mit ausländerfeindlichen Äußerungen. Außerdem nutzt sie im Internet Seiten von rechten Gruppen. Macht sie sich damit strafbar? Oder machen wir uns strafbar, wenn wir das nicht verhindern?
Wie kann ich mit unseren Kinder (10 und 12) über Cybergrooming  reden, ohne sie zu verängstigen?
Was hat Hate Speech mit Jugendschutz zu tun?
Mein Sohn berichtete von einem Shitstorm gegen ein Mädchen, die auf YouTube ein selbstgemachtes Beauty-Video veröffentlicht hat. Die Kommentare haben mich geschockt.Was kann man dagegen tun?
Mein Sohn bekommt seit einigen Wochen immer wieder unfreundliche und beleidigende Nachrichten per WhatsApp. Welche Möglichkeiten gibt es, ihn vor diesem Cyber-Mobbing zu schützen?
Zwei Mädchen aus meiner Klasse grapschen mir fast jeden Tag an den Po und machen Sprüche dazu.
Mache ich mich strafbar, wenn ich Gewaltbilder auf dem Handy habe?

Medien

Mein Mann und ich sind uns nicht einig, ob wir unserem dreijährigen Sohn schon den Zugang zu Spiele-Apps auf dem Tablet ermöglichen sollten.
Mein Sohn (13 Jahre alt) und sein Freund spielen immer wieder Computerspiele mit der virtuellen Brille vor den Augen. Ist das gefährlicher als die herkömmlichen Computerspiele?
Ich ärgere mich über die in den Spiele-Apps enthaltene Werbung, weil dort für Action-Spiele geworben wird, die für meinen 8-jährigen Sohn nicht erlaubt sind. Was kann man dagegen tun? (Vater, 43 Jahre alt)
In den Medien wird immer wieder davor gewarnt, dass die Kamera am Laptop, Smartphone oder Tablet gehackt wird, um fremde Personen auszuspionieren. Ich mache mir Sorgen, dass auch meine 12-jährige Tochter in ihrem Kinderzimmer gefilmt werden könnte. Was kann ich tun?
Ich habe mitbekommen, dass meine Tochter (15) und ihr Freund (17) sich nackt fotografieren und sich die Bilder über WhatsApp zuschicken. Ist das überhaupt erlaubt?
Darf ich (15 jahre alt) eine Kinopreview um 22.30 Uhr besuchen?
Mein Sohn, 14 Jahre alt, verbringt jeden Tag mindestens vier Stunden mit Computerspielen. Wenn ich ihn auffordere das Spiel zu beenden, geraten wir ständig in Streit. Woran erkenne ich, ob er eventuell „computerspielsüchtig“ ist?
Mit meiner Tochter, 12 Jahre alt, habe ich WhatsApp aus dem Google Play Store auf ihr Handy geladen. Dort bin auf die Angabe „USK ab 0 Jahren“ gestoßen, der Anbieter wiederum lässt erst eine Nutzung ab 13 Jahren zu. Welches Alter gilt denn nun?
Darf meine Tochter Lena, 10 Jahre alt, mit ihrer Freundin und deren Mutter einen Film angucken, der ab 12 Jahren freigegeben worden ist?
Welche Freigaben gibt es bei Computerspielen?
Besuch öffentlicher Filmveranstaltungen (§ 11 JuSchG) Kennzeichnung von Filmen und Film- und Spielprogrammen (§ 14 JuSchG)
In Kaufhäusern findet man immer wieder Bereiche, in denen die Kinder Computerspiele ausprobieren können. Dürfen dort alle Spiele zum Testen zur Verfügung gestellt werden?
Kann ich meinem 17-jährigen Sohn eine Einverständniserklärung unterschreiben, mit der er auf einer LAN-Party Spiele spielen darf, die eine Alterskennzeichnung „Freigegeben ab 18 Jahren” bekommen haben?
Bildschirmspielgeräte (§ 13 JuSchG)

Sucht

Meine Tochter (14) hat große Angst davor zuzunehmen. Sie zählt beim Essen immer alle Kalorien – muss ich mir Sorgen machen, dass sie eine Essstörung hat?
Darf mein Sohn, 17 Jahre alt, Shiazo-Dampfsteine in einer Shisha Bar rauchen?
Macht sich mein Sohn (15 Jahre) strafbar, wenn er Alkohol kauft?
Meine 16-jährige Tochter möchte sich unbedingt ein Tattoo stechen lassen. Darf sie das?
Darf mein 15-jähriger Sohn in einer Kneipe die dort übertragenen Fußballspiele anschauen?
 Shisha oder E-Shisha?  Worin liegen die Unterschiede?
 Ab welchem Alter darf ich (16 Jahre alt) Alcopops trinken?
 Darf ich (15 Jahre alt) Wasserpfeife rauchen?
Darf meine Tochter, 17 Jahre alt, Alcopops trinken?
Alkoholische Getränke (§9 JuSchG) – Abgabe / Verzehr von Branntwein, branntweinhaltigen Getränken und Lebensmitteln
Mein Sohn, 15 Jahre, raucht heimlich bei Freunden, was kann ich tun?
Mein 15-jähriger Sohn hat mit seinen Freunden (15 und 16 Jahre) Wasserpfeife geraucht und behauptet, das sei kein Tabak. Stimmt das?
Rauchen in der Öffentlichkeit, Tabakwaren

Sexualität

Der Freund (15) meiner Tochter (16) möchte bei uns übernachten – darf ich das überhaupt erlauben? Was ist, wenn die beiden Sex miteinander haben?
Meine 16-jährige Tochter ist in einer stationären Einrichtung für kognitiv beeinträchtigte Jugendliche untergebracht. Nun stellt sich die Frage, ob ihr die Pille verschrieben werden soll, obwohl sie sich nicht für Sex zu interessieren scheint.
Als Vater einer 11-jährigen Tochter frage ich mich, was ich gegen die Werbung von „Eis.de“ tun kann, die tagsüber gezeigt wird. Ich finde es unverantwortlich, dass Werbung für Sexspielzeug im Fernsehen gesendet wird.
Darf mein 14-jähriger Sohn schon Sex haben?
Müssen Eltern einwilligen, wenn ihre Tochter die Pille haben möchte?
Kann ich mich mit dem HI-Virus anstecken, wenn ich dieselbe Toilette benutze wie jemand, der positiv ist?

Elterntalk

Meine fünfjährige Tochter würde am liebsten den ganzen Tag nur Nudeln und Süßigkeiten essen. Worauf muss ich achten, damit meine Tochter gesund aufwächst? Und wie viele Süßigkeiten sind ok?
Bei unseren türkischen Familienfesten kommen viele Erwachsene und Kinder zusammen. Es ist üblich, dass das türkische Fernsehprogramm nebenher läuft. Worauf muss ich achten, wenn die Kinder fernsehen wollen?

 


Meine Tochter (13) hat vermehrt Schnittwunden an den Unterarmen. Ich glaube, sie verletzt sich selbst. Was kann ich dagegen tun?

So unterschiedlich die Formen von Selbstverletzungen (Schnitt-, Biss- und Brandwunden) sind, so unterschiedlich können auch die Ursachen von selbstverletzendem Verhalten sein. Ein Teil der Jugendlichen probiert das „Ritzen“ aus Neugier aus oder imitiert es, weil die beste Freundin, jemand aus dem Freundeskreis oder jemand Prominentes es tut.

Stellen die Selbstverletzungen nicht nur eine Nachahmung dar, haben sie für betroffene Jugendliche oftmals eine entlastende Funktion. Im Umgang mit unangenehmen Gefühlen und innerer Anspannung können sie den Versuch einer Bewältigungsstrategie darstellen. Zugleich kann auch ein Ruf nach Aufmerksamkeit und Hilfe dahinterstehen.

Grundsätzlich sollte selbstverletzendes Verhalten nicht ignoriert oder verharmlost werden.

Hierzu empfiehlt es sich, das Thema so früh wie möglich offen und respektvoll anzusprechen. Drücken Sie Ihre Besorgnis aus, bieten Sie Hilfe und Unterstützung an. Wichtig ist, im Kontakt miteinander zu bleiben. Vorwürfe oder Schuldzuweisungen sollten vermieden werden, ebenso wie der Aufbau von Druck, wenn Ihr Kind nicht mit Ihnen darüber sprechen möchte. Selbstverletzendes Verhalten ist ein emotionales Thema, welches darauf hinweisen kann, dass Ihr Kind mit dem Sprechen über Emotionen Schwierigkeiten haben könnte. Erfahrungen zeigen, dass ein ehrliches Interesse an den Gefühlen und dem Erleben Ihres Kindes eine offene Gesprächsatmosphäre schafft. In einem ersten Schritt ist es ratsam, dass Sie sich selbst Klarheit über Ihre eigene Gefühlswelt verschaffen. Scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe und Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Diese finden Sie beispielsweise hier:

www.telefonseelsorge.de

www.bke-elternberatung.de

Hilfreich ist es zudem, sich über selbstverletzendes Verhalten zu informieren, um so das Verhalten Ihrer Tochter besser zu verstehen. Informationen zum Thema finden Sie auf:

www.rotetraenen.de

www.rotelinien.de


Mein 14-jähriger Sohn möchte sich mit einem Ferienjob etwas Geld verdienen. Worauf muss ich achten?

Ihr Sohn darf nur leichte Arbeiten wie Zeitung austragen, Babysitting oder Nachhilfe geben übernehmen. Und das auch nur maximal 2 Stunden am Tag in der Zeit zwischen 8 Uhr und 18 Uhr.

Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JuArbSchG) regelt, dass Kinder, die jünger als 13 Jahre sind, überhaupt nicht arbeiten dürfen. Im Alter von 13 bis 15 Jahren dürfen Kinder mit der Einwilligung der Eltern leichte Tätigkeiten übernehmen. Ab 15 Jahren dürfen Jugendliche bereits Vollzeit jobben, allerdings nur 4 Wochen im Jahr in den Ferien und in der Zeit zwischen 6 Uhr morgens und 20 Uhr. Jugendliche ab 16 Jahren dürfen sogar bis 22 Uhr (z.B. in einer Gaststätte) jobben.

Eltern müssen bei einem Schülerjob immer einwilligen. Das kann z.B. so aussehen:

Ich, Martin Mustermann, als Erziehungsberechtigter, bin damit einverstanden, dass mein Sohn Martin Mustermann bei der Firma XYZ GmbH im Rahmen eines Nebenjobs als Zeitungsverteiler tätig ist.
Datum, Unterschrift


Darf mein 15-jähriger Sohn in einer Kneipe die dort übertragenen Fußballspiele anschauen?

Nein, grundsätzlich dürfen sich Jugendliche unter 16 Jahren nicht länger allein in Gaststätten oder Biergärten aufhalten – auch nicht, wenn Fußball übertragen wird. (§ 4 JuSchG)

Wenn Sie als Elternteil bzw. als personensorgeberechtigte Person gemeinsam mit Ihrem Sohn ein Spiel in einer Kneipe anschauen, ist das erlaubt.

Sie können aber auch eine volljährige Person beauftragen, Ihren Sohn – zum Beispiel für die Übertragung eines Spieles – zu begleiten und zu beaufsichtigen.

Mit einer entsprechenden – von den Eltern unterschriebenen – Bescheinigung ist somit eine erziehungsberechtigte Person für die Aufsicht des Minderjährigen zuständig. (§ 1 JuSchG)

Für ein „Public Viewing“ an öffentlichen Plätzen gibt es keine eindeutige Regelung. Die zuständigen Jugendämter können genauere Auskunft zu den einzelnen Veranstaltungsstätten geben.

» Formular Erziehungsbeauftragung



Wie lange darf sich mein Sohn, 14 Jahre alt, in unserer Dorfkneipe aufhalten?

Wenn Ihr Sohn in Begleitung eines Elternteils oder in Begleitung einer erziehungsbeauftragten Person ist, darf er sich dort unbegrenzt lange aufhalten. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen sich ansonsten nur zwischen 5 Uhr und 23 Uhr in einer Gaststätte aufhalten, wenn sie dort eine Mahlzeit oder ein Getränk zu sich nehmen, nicht aber, um damit den Aufenthalt in einer Gaststätte zu rechtfertigen.



Aufenthalt in Gaststätten (§ 4 JuSchG)

Jugendliche ab 16 Jahren dürfen sich bis 24 Uhr in einer Gaststätte aufhalten, Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nur in Begleitung einer erziehungsbeauftragten Person.


Gewalt


Unsere Tochter (15) provoziert uns mit ausländerfeindlichen Äußerungen. Außerdem nutzt sie im Internet Seiten von rechten Gruppen. Macht sie sich damit strafbar? Oder machen wir uns strafbar, wenn wir das nicht verhindern?

Strafbar sind in Deutschland mehrere Symbole, die mit dem Nationalsozialismus in Verbindung stehen (Strafgesetzbuch § 86a). Dazu gehört z.B. das Hakenkreuz, Abzeichen der SS oder Grußformeln wie „Heil Hitler“ oder „Sieg Heil“. Strafbar macht man sich, wenn man solche Symbole „verbreitet“, also in der Öffentlichkeit zeigt oder in einem Netzwerk postet. Das gilt auch für Musik oder Filme, die von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert worden sind, weil sie rechtsextremistisches Gedankengut enthalten. Strafbar sind außerdem öffentliche Äußerungen, die bestimmte Gruppen verunglimpfen, sie zum Beispiel als „Ungeziefer“ oder „Untermenschen“ bezeichnen oder zu Gewalt oder Hass aufrufen (Strafgesetzbuch § 130). Wenn es um solche Inhalte geht, sollten Eltern eingreifen. Denn Ihre Tochter würde sich strafbar machen, wenn sie z.B. verbotene Symbole auf ihrer Kleidung trägt oder als Profilbild nutzt. Als Eltern sind Sie verpflichtet, kriminelle Handlungen Ihrer Tochter zu verhindern (Strafgesetzbuch § 171), Sie sollten NS-Symbole oder indizierte Medien also verbieten. Sie sind aber nicht verpflichtet, Ihre Tochter selbst anzuzeigen, wenn sie sich nicht daran hält.

Verbote allein sind in der Regel aber keine ausreichende Lösung. Wenn Jugendliche sich mit rechtsextremistischen Inhalten beschäftigen, sollten Eltern dieses Interesse auf jeden Fall ansprechen und offen für eine Auseinandersetzungen darüber sein. Versuchen Sie, dem Grund für das Interesse auf die Spur zu kommen. Wenn Ihr Kind Positionen vertritt, die Sie ablehnen, machen Sie deutlich, dass Sie solche Inhalte zwar ablehnen – aber nicht Ihr Kind als Person insgesamt.


Wie kann ich mit unseren Kinder (10 und 12) über Cybergrooming  reden, ohne sie zu verängstigen?

Aufklärung ist auf jeden Fall richtig. Kinder sollten verstehen, dass Gesprächspartner in Chats oder Online-Spielen ihre Identität verschleiern können und nicht immer die sind, für die sie sich ausgeben. Es ist also wichtig, gegenüber Internetkontakten vorsichtig und zurückhaltend mit persönlichen Informationen zu sein. Nicht selten fühlen Kinder sich schuldig und befürchten Sanktionen, wenn sie unangenehme Online-Kontakte hatten. Um das zu verhindern, können Sie erklären, dass bei Übergriffen die Täter und nicht die Kinder verantwortlich sind.

Zu den typischen Täterstrategien bei Cybergrooming gehört es, eine Zeitlang viel Aufmerksamkeit für die Interessen eines Kindes vorzutäuschen, um sein Vertrauen zu gewinnen und eine Beziehung aufzubauen. Eltern sollten altersgemäß über diese Risiken sprechen und erklären, dass es Erwachsene gibt, die Kinder anschreiben, weil es ihnen um Sex geht. Manchmal geben sie sich dabei als Jugendliche aus. Wenn jemand viele übertriebene Komplimente macht oder sexuelle Themen anschneidet, ist das auf jeden Fall ein Warnsignal. Misstrauisch machen sollte es auch, wenn jemand penetrant nach Fotos fragt, den Kontakt per Webcam oder Messenger fortsetzen will oder ein heimliches Treffen vorschlägt. Ermutigen Sie ihre Kinder: Wenn es im Chat unangenehm wird, wenn sie sich bedrängt oder gar erpresst fühlen, sollten sie den Kontakt sofort abbrechen und sich an Sie wenden. Um Bedenken oder Ängste der Kinder zu zerstreuen, ist es hilfreich, wenn Sie konkret besprechen, wie ein Kontakt beendet werden kann, z. B. wegklicken, nicht mehr antworten, ignorieren – und dass es in Ordnung ist, bei aufdringlichen Chatpartnern „unhöflich“ zu sein.

Grundsätzlich sollten Eltern auf dem Laufenden darüber sein, wo ihre Kinder im Netz unterwegs sind und welche Dienste und Spiele sie nutzen – so wie sie auch im realen Leben über Aufenthaltsorte und Erlebnisse Bescheid wissen. Nützliche Tipps zum sicheren Chatten – und damit für Gesprächsanlässe mit Kindern –  finden Sie bei https://www.chatten-ohne-risiko.net/tipps/ und bei https://www.schau-hin.info/.

Bei einem Verdacht auf Cybergrooming und bei sexueller Belästigung können Eltern eine Beschwerde an jugendschutz.net richten (https://www.jugendschutz.net/hotline/) oder sich an die Polizei wenden. Dabei sind Beweise wichtig. Wenn möglich, sollten die Inhalte der Kommunikation per Screenshot dokumentiert und an die Polizei weitergegeben werden.


Was hat Hate Speech mit Jugendschutz zu tun?

Hate Speech sind feindselige Kommentare und Diskriminierungen, die zu einer Verunglimpfung und Herabsetzung von bestimmten Personen oder Personengruppen führen und vorwiegend in Sozialen Netzwerken stattfinden. Solche Äußerungen sind kein jugendspezifisches Phänomen, viele Nutzer, die den digitalen Hass verbreiten, sind erwachsen. Dennoch ist es in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wichtig, auch diese Form digitaler Gewalt zu thematisieren. Denn Hate Speech kann negative Auswirkungen auf junge Menschen haben, auch wenn sie sich nicht selbst an Hasskommentaren beteiligen. Beleidigende und verletzende Äußerungen, in denen normale Maßstäbe des Umgangs ignoriert werden, können Jugendliche verunsichern, auch wenn sie nicht selbst Ziel der Attacken sind. Außerdem können junge Menschen direkt von Shitstorms oder Hetze im Netz betroffen sein, z.B. als Angehörige einer angegriffenen oder diskriminierten Gruppe.

Prävention gegen Hate Speech sollte die Medienkompetenz und die Sozialkompetenz von Jugendlichen gleichermaßen fördern, d.h. einen respektvollen Umgang mit anderen einüben, gewaltfreie Konfliktlösungen thematisieren und die Besonderheiten der digitalen Kommunikation reflektieren. Die Auseinandersetzung mit Diskriminierung und die Förderung von Zivilcourage sind ebenfalls Ansatzpunkte für die Gegenstrategien: Wird im Netz gehetzt, können Mädchen und Jungen Stellung beziehen und solchen Attacken entgegentreten. Denn wenn die Community Hasskommentaren und Beleidigungen widerspricht, kann das eine hilfreiche Rückendeckung für die Betroffenen darstellen.

Für Jugendliche ist es darüber hinaus ein wichtiges Signal, wenn die Anbieter Sozialer Netzwerke umsichtig auf Beschwerden reagieren und Beleidigungen, Drohungen oder andere rechtswidrige Inhalte löschen. Anbieter, die ihre Verantwortung wahrnehmen, können damit auch Nutzer motivieren, respektvoll und verantwortungsbewusst zu kommunizieren.


Mein Sohn berichtete von einem Shitstorm gegen ein Mädchen, die auf YouTube ein selbstgemachtes Beauty-Video veröffentlicht hat. Die Kommentare haben mich geschockt.Was kann man dagegen tun?

Shitstorms und Hate Speech, also feindselige Kommentare und Diskriminierungen, die  bestimmte Personen oder ganze Personengruppen verunglimpfen oder lächerlich machen sollen, finden in Sozialen Netzwerken und Online-Platzformen zunehmend statt. Im Extremfall verstoßen solche Äußerungen gegen strafrechtliche Bestimmungen. Beleidigungen, Drohungen oder rassistische Äußerungen kann man also bei der Polizei anzeigen und beim betreffenden Netzwerk melden. Für eine Strafanzeige ist es sinnvoll, einen Screenshot oder einen Link auf den Kommentar bereit zu halten. Bei Sozialen Netzwerken kann man die jeweilige Meldefunktion für Beschwerden nutzen und die Löschung der Kommentare verlangen. Außerdem kann jeder Nutzer problematische Inhalte an jugendschutz.net oder die an die Freiwilllige Selbstkontrolle der Multimediadiensteanbieter (FSM) melden und dort prüfen lassen. Schnelle Lösungen gibt es allerdings selten. Polizeiliche Ermittlungen sind langwierig und auch bis zum Löschen eines Kommentars durch den Netzwerkbetreiber kann einige Zeit vergehen. Hinzu kommt: Auch aggressive und herabsetzende Kommentare sind u.U. vom Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt, in diesen Fällen sind die Betreiber nicht zum Löschen verpflichtet.

Umso wichtiger ist es, dass Kinder und Jugendliche lernen, die Risiken der Online-Kommunikation einzuschätzen.  Eltern können dabei unterstützen, indem sie sich über Gewalt im Netz informieren und die Internetaktivitäten ihrer Kinder aufmerksam begleiten. Informationen über Hate Speech, Gegenstrategien und Schutzmaßnahmen finden Eltern und Jugendliche u.a. bei der No-hate-speech.de, einer Initiative des Europarates und bei schau-hin.info, einer Informationsplattform des Bundesfamilienministeriums.


Mein Sohn bekommt seit einigen Wochen immer wieder unfreundliche und beleidigende Nachrichten per WhatsApp. Welche Möglichkeiten gibt es, ihn vor diesem Cyber-Mobbing zu schützen?

Beleidigungen oder Drohungen über Messengerdienste oder soziale Netzwerke kommen leider häufig vor. Von Cyber-Mobbing spricht man vor allem dann, wenn sich diese Übergriffe über einen längeren Zeitraum hinziehen. Wenn das Mobbing im Kontext der Klasse oder der Schule stattfindet, sollten Sie oder Ihr Sohn die Schule einschalten. Je nach konkreter Situation können Klassenkräfte, Sozialarbeiter oder die Schulleitung dafür sorgen, dass das Problem mit allen Beteiligten aufgegriffen und das Mobbing beendet wird.

Im Umgang mit Online-Mobbing gibt es darüber hinaus einige Leitlinien, die Jugendliche beachten sollten: Es ist meist nicht sinnvoll, auf Beleidigungen oder Drohungen zu antworten; im Zweifelsfall provoziert man dadurch weitere Attacken. Unangenehme Nachrichten bzw. ihren Absender kann man in den Einstellungen des Messengerdienstes blockieren. Notfalls ist es auch eine Lösung, die Mobil-Nummer zu wechseln oder selbst das Netzwerk zu verlassen, in dem das Mobbing stattfindet.

Wenn solche Maßnahmen nicht helfen, können Sie auch mit rechtlichen Mitteln gegen Cyber-Mobbing vorgehen. Einen speziellen Mobbing-Paragraphen gibt es zwar nicht, trotzdem können Beleidigungen oder Drohungen strafrechtlich verfolgt werden. Für einen Strafantrag bei der Polizei ist es nützlich, wenn Sie die entsprechenden Nachrichten als Beweise vorlegen können. Jugendliche sind ab dem 14. Lebensjahr strafmündig und können für Straftaten zur Verantwortung gezogen werden.


Zwei Mädchen aus meiner Klasse grapschen mir fast jeden Tag an den Po und machen Sprüche dazu.

Niemand darf ohne Einwilligung jemand anderen am Po oder an der Brust anfassen. Das ist eine Verletzung des Rechtes auf sexuelle Selbstbestimmung. Auch abwertende Sprüche und sexuelle Beschimpfungen sind eine Grenzverletzung. Deshalb hat man in solchen Situationen auf jeden Fall das Recht, sich zu wehren und sich zu beschweren, z.B. bei Lehrern, bei Schulsozialarbeitern oder bei der Schülervertretung.

Erzwungene sexuelle Kontakte sind Gewalt, auch wenn so etwas mit Bekannten – oder in einer Beziehung oder in der Familie – passiert. Manche solcher Handlungen sind strafbar. Das gilt auf jeden Fall für Vergewaltigungen, es kann aber auch gelten, wenn jemand gegen seinen oder ihren Willen an den Genitalien angefasst oder gezwungen wird, jemand anderen so anzufassen. „Grapschen“ kann man deswegen ebenfalls bei der Polizei anzeigen. Ob das zu einer Verurteilung führt, hängt davon ab, wie das Gericht die Vorfälle beurteilt. „Grapschen“ kann vom Gericht als Beleidigung gewertet und bestraft werden.



Mache ich mich strafbar, wenn ich Gewaltbilder auf dem Handy habe?

Generell ist das Herunterladen und der Besitz von gewaltverherrlichenden oder pornografischen Filmen oder Fotos verboten. Auch das Filmen oder Fotografieren von Schlägereien oder anderen Übergriffen ist nicht erlaubt („Happy Slapping“). Das heimliche Fotografieren oder Filmen von Personen und das anschließende Umherzeigen stellt eine Straftat dar. Du kannst auch belangt werden, wenn du pornografische oder gewaltverherrlichende Bilder oder Texte an andere weiterschickst.


Medien


Mein Mann und ich sind uns nicht einig, ob wir unserem dreijährigen Sohn schon den Zugang zu Spiele-Apps auf dem Tablet ermöglichen sollten.

Die Antwort auf Ihre Frage ist in der Tat nicht einfach, denn es spricht einiges für das Heranführen an Spiele-Apps und einiges dagegen. Tablets und Smartphones sind mit ihren leichten Bedienfunktionen schon für die jüngsten Kinder interessant. Allerdings sollten Kinder unter drei Jahren aufgrund ihrer kognitiven und emotionalen Entwicklung nur sehr dosiert und nie ohne Begleitung der Eltern Zugang zu Spiele-Apps oder anderen Medieninhalten erhalten. Kinder ab 3 Jahren, also in dem Alter Ihres Sohnes, sollten sich täglich nicht länger als 30 Minuten mit Medien beschäftigen. Neben der zeitlichen Begrenzung ist die Auswahl der Medieninhalte entscheidend. Gute Spiele-Apps für Kinder sind selbsterklärend bedienbar, übersichtlich gestaltet und überfordern nicht mit schnellen oder blinkenden Animationen. Sie enthalten keine Gewalt oder andere ungeeignete Inhalte, sind möglichst frei von Werbung, verlinken nicht zu sozialen Netzwerken oder bieten In-App-Käufe an. Das Deutsche Jugendinstitut hat eine umfangreiche Datenbank mit empfehlenswerten Kinder-Apps erstellt: https://www.dji.de/ueber-uns/projekte/projekte/apps-fuer-kinder-angebote-und-trendanalysen/datenbank-apps-fuer-kinder.html. Dort wurden über 500 Kinder-Apps nach pädagogischen Kriterien bewertet und können altersspezifisch und genretypisch gefiltert werden.

 

Mein Sohn (13 Jahre alt) und sein Freund spielen immer wieder Computerspiele mit der virtuellen Brille vor den Augen. Ist das gefährlicher als die herkömmlichen Computerspiele?

Die Auswirkung des Spielens mit einer Virtual Reality (VR)-Brille können sehr unterschiedlich sein. Mit einer VR-Brille wird die Intensität eines Spielerlebnisses verstärkt. Das liegt daran, dass durch die Brille der Fokus nur auf dem Spiel liegt und Außenreize nicht mehr zu sehen sind. Bei der Verwendung von Kopfhörern kann sich die Intensität des Spielerlebens noch steigern. Kinder und Jugendliche reagieren ganz unterschiedlich auf die virtuellen Spielerlebnisse: Sie sind fasziniert, ängstlich, zeigen sich schnell gestresst oder ihnen wird übel, weil dem Gehirn beim Spielen eine Bewegung suggeriert wird, die der Körper aber real nicht ausführt.

Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) http://www.usk.de/ ist mit der Alterskennzeichnung von Computerspielen beauftragt. Die dortige Prüfpraxis zeigt, dass VR-Spiele nicht unmittelbar eine höhere Altersfreigabe bekommen. In Einzelfällen kann die VR-Technologie jedoch die Wirkungsmacht eines Spiels verstärken. Besonders bei Spielerlebnissen aus der Ich (Ego)-Perspektive verbunden mit einer detaillierten Grafik erleben die Spielenden die virtuelle Welt als sehr glaubwürdig. Diese Computerspiele erhalten in der Regel eine Freigabe ab 16 oder 18 Jahren.

Aus pädagogischer Sicht ist es ratsam, dass Eltern Nutzungszeiten für die Beschäftigung mit Computerspielen festlegen und die Alterskennzeichen bei der Spieleauswahl ihrer Kinder berücksichtigen. Pädagogische Empfehlungen beispielsweise vom Spieleratgeber NRW https://www.spieleratgeber-nrw.de/ können darüber hinaus eine Orientierung geben. Bei der Vergabe der Alterskennzeichen bei der USK findet keine Bewertung der Hardware (bspw. einer VR-Brille) statt und es werden keine Einschätzung von medizinischen Risiken oder möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch die VR-Brillen, wie z.B. Augenschäden, Übelkeit oder Schwindel berücksichtigt. Deshalb ist es wichtig, dass Mütter und Väter die Reaktionen ihrer Kinder bei der Beschäftigung mit VR-Spielen im Blick behalten. Findet das gemeinsame Computerspielen vorwiegend bei Freunden statt, wäre ein Gespräch mit den Eltern der Freunde ratsam, um sich gemeinsam über einheitliche Regeln der Computerspielenutzung zu verständigen.


Ich ärgere mich über die in den Spiele-Apps enthaltene Werbung, weil dort für Action-Spiele geworben wird, die für meinen 8-jährigen Sohn nicht erlaubt sind. Was kann man dagegen tun? (Vater, 43 Jahre alt)

Bei kostenlosen Spiele-Apps spricht man von so genannten „Free-to-play-Spielen“. Die Entwickler dieser Angebote versuchen, nach dem kostenlosen Download auf unterschiedliche Art und Weise Gewinne zu erzielen. Das geschieht einerseits durch In-App-Käufe, wenn man als Spieler beispielsweise neue „Leben“ braucht, um das Spiel fortzusetzen oder sich Spielvorteile durch eine besondere Waffe oder einen wirkungsvollen Zauber sichern möchte. Die Entwicklerfirma Supercell hat mit den In-App-Käufen des Spiels Clash Royal im vergangenen Jahr beispielsweise 1,01 Mrd. Dollar Gewinn erzielt. Außerdem profitieren die Firmen von den Nutzerdaten der Kunden, die mit der kostenlosen Spiele-App den Zugriff auf die Kontakte, Fotos oder den Standort erlauben. Je besser die Firmen ihre Nutzer kennen, desto präziser können sie nutzerspezifische Werbung platzieren.

Die Werbeeinblendungen für Action-Spiele, die für ältere Kinder oder Jugendliche eine Freigabe haben, sind erlaubt, wenn diese Werbung jüngere Kinder nicht in ihrer Entwicklung beeinträchtigt. Das heißt: Bei einer Spiele-App, die mit einer Altersfreigabe ab 6 Jahren gekennzeichnet ist, muss auch die Werbeeinblendung für 6-Jährige verkraftbar sein, sie darf Kinder in der Altersklasse nicht übermäßig ängstigen oder belasten.


In den Medien wird immer wieder davor gewarnt, dass die Kamera am Laptop, Smartphone oder Tablet gehackt wird, um fremde Personen auszuspionieren. Ich mache mir Sorgen, dass auch meine 12-jährige Tochter in ihrem Kinderzimmer gefilmt werden könnte. Was kann ich tun?

Für die meisten Mädchen und Jungen ist die Kamerafunktion sehr wichtig. Jugendliche erstellen mit ihrem Smartphone gerne Selfies, schicken diese über WhatsApp an Freunde oder posten sie in sozialen Netzwerken, um ihre Vorlieben und ihre Interessen zu dokumentieren. Die Kamera wird auch gern genutzt, um von Angesicht zu Angesicht bspw. via Skype miteinander zu sprechen. Wird die Kamera nicht benutzt, sollte sie mit einem Webcam-Sticker abgeklebt werden. So kann Ihre Tochter sich vor ungewollten Beobachtungen schützen. Darüber hinaus ist es wichtig, im Blick zu haben, welche privaten Daten, Fotos oder Kommentare Ihre Tochter im Internet veröffentlicht und welche App-Anbieter Einblicke in die Inhalte des Smartphones bekommen. Denn kostenlose Apps verlangen meist einen Zugriff auf persönliche Daten. Deshalb ist es ratsam zu überlegen, ob die Taschenlampen-App wirklich Einblicke in die privaten Fotos oder Kontakte bekommen muss oder ob es nicht eine alternative App gibt, bei denen man weniger Daten preisgibt.


Ich habe mitbekommen, dass meine Tochter (15) und ihr Freund (17) sich nackt fotografieren und sich die Bilder über WhatsApp zuschicken. Ist das überhaupt erlaubt?

Der private Austausch von selbstproduzierten freizügigen Bildern, auch Sexting genannt, hat sich vor allem durch die Verbreitung von Smartphones etabliert. Jugendliche nutzen diese Form des Austausches intimer Inhalte als Teil der ersten Erfahrungen mit der eigenen Sexualität innerhalb partnerschaftlicher Beziehungen – aber auch als Probebühne der Selbstinszenierung.

Rechtlich betrachtet machen sich minderjährige Mädchen und Jungen ab 14 Jahren mit diesem Verhalten nicht strafbar, sofern diese Bilder nur zum persönlichen Gebrauch verwendet werden.  Einvernehmliches Verhalten innerhalb von Paarbeziehungen steht in Deutschland nicht unter Strafe. Anders ist es allerdings, wenn so ein Bild an andere Personen weitergeleitet wird. Dies kann nach § 201a StGB strafbar sein (Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen).

Jenseits davon zerstört es das Vertrauensverhältnis in einer Beziehung und kann weitreichende Folgen für das Opfer und den Täter haben. Es ist wichtig, mit der eigenen Tochter oder dem Sohn über die Risiken dieser beliebten Betätigung zu sprechen.


Darf ich (15 Jahre alt) eine Kinopreview um 22.30 Uhr besuchen?

Der Film muss für dein Alter eine entsprechende Freigabe haben. Die Altersfreigaben werden von der FSK (Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) vergeben.

Es gelten folgende Altersfreigaben:

  • Freigegeben ohne Altersbeschränkung
  • Freigegeben ab sechs Jahren
  • Freigegeben ab zwölf Jahren
  • Freigegeben ab sechzehn Jahren
  • Keine Jugendfreigabe

Hinzu kommen zeitliche Beschränkungen für den Besuch des Kinos: Kinder ab 6 und unter 12 Jahren müssen das Kino um 20 Uhr verlassen, Jugendliche unter 16 Jahren um 22 Uhr und Jugendliche ab 16 Jahren um 24 Uhr. In Begleitung deiner Eltern kannst du länger bleiben.

Da die Preview erst um 22.30 Uhr beginnt, darfst du sie alleine im Alter von 15 Jahren nicht besuchen.

Kinder ab 6 Jahren dürfen auch Kinofilme mit einer Freigabe ab 12 Jahren sehen, wenn sie in Begleitung ihrer Eltern sind. Man spricht in diesem Fall von der PG-Regelung (Parental Guidance / Elternbegleitung).



Darf ich (14 Jahre alt) an einer LAN-Party teilnehmen?

Das Jugendschutzgesetz hat keine Regelung für den Besuch einer LAN-Party. Allerdings müssen bei der Auswahl der Spiele die Altersfreigaben berücksichtigt werden. Die Altersfreigaben werden von der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) vergeben.

Es gelten die gleichen Freigaben wie bei den Kinofilmen:

  • Freigegeben ohne Altersbeschränkung
  • Freigegeben ab sechs Jahren
  • Freigegeben ab zwölf Jahren
  • Freigegeben ab sechzehn Jahren
  • Keine Jugendfreigabe

Die Sticker mit den Altersfreigaben findest du auf der CD-ROM/ DVD und auf der Hülle. Eine unterschiedlichen Farben erleichtern die Zuordnung. Diese Freigaben sind für alle verbindlich. Auch deine Eltern können dir keine Ausnahme verschaffen. Eine Erlaubnis deiner Eltern, dass du an Spielen teilnehmen darfst, die für dich normalerweise noch nicht zugänglich sind, hat daher keine Bedeutung. Darüber hinaus gelten auch auf LAN-Parties die allgemein jugendschutzrechtlichen Beschränkungen zum Alkoholtrinken und Rauchen.



Mein Sohn, 14 Jahre alt, verbringt jeden Tag mindestens vier Stunden mit Computerspielen. Wenn ich ihn auffordere das Spiel zu beenden, geraten wir ständig in Streit. Woran erkenne ich, ob er eventuell „computerspielsüchtig“ ist?

Nicht alle Jugendlichen, die viel Zeit mit Computerspielen verbringen sind „süchtig“. Wissenschaftlich ist es bislang umstritten, inwiefern Kriterien einer Abhängigkeit auf das exzessive Computerspielen übertragbar sind. Experten sind sich jedoch darüber einig, dass die überwiegende Mehrheit der Computerspieler weder betroffen noch gefährdet ist. Die Faszination des Computerspielens kann gerade in der Anfangszeit sehr intensiv sein, stundenlanges Spielen ist dann durchaus üblich, diese ggf. auch monatelange Phase geht jedoch meist vorbei. Geschieht dies nicht, gilt es genauer hinzuschauen. Welche Ursachen könnte es für eine übermäßige Nutzung geben?

Folgende Merkmale können Eltern bei der Einschätzung, ob ihr Sohn oder ihre Tochter ein problematisches Spielverhalten aufweist, helfen:

  • Verlust der Impulskontrolle: Vereinbarte Spielzeiten werden überhaupt nicht mehr eingehalten;
  • Unfreiwilliges Spiel: Das Spiel wird nicht aus und zum Spaß, sondern zwanghaft unfreiwillig und damit unbefriedigend betrieben;
  • Umzug in die virtuelle Spielwelt: Soziale Kontakte finden überhaupt nicht mehr in der realen, sondern nur noch in der virtuellen Welt statt.

Um Machtkämpfe um Spielverbote zu umgehen, ist es wichtig, sich Zeit für den Beziehungsaufbau zu nehmen. Eltern sollten das Gespräch mit ihrem Sohn oder ihrer Tochter suchen, dadurch erfahren Sie mehr über die Ursachen für die intensive Computerspielnutzung.



Mit meiner Tochter, 12 Jahre alt, habe ich WhatsApp aus dem Google Play Store auf ihr Handy geladen. Dort bin auf die Angabe „USK ab 0 Jahren“ gestoßen, der Anbieter wiederum lässt erst eine Nutzung ab 13 Jahren zu. Welches Alter gilt denn nun?

Seit dem Sommer 2017 werden alle Apps, die im Google Play Store herunter geladen werden können, mit einem Alterskennzeichen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) versehen. Der App-Entwickler bekommt anhand vorgegebener Fragen, die er beantworten muss, eine Alterskennzeichnung. Das dafür zugrunde liegende internationale System nennt sich IARC (International Age Rating Coalition). Da die Kategorien der Fragen nicht öffentlich sind, kann ich Ihnen dazu inhaltlich leider keine weitere Auskunft geben.

Zu der Altersfreigabe „USK ab 0 Jahren“ steht als Information dazu im Google Play Store „Bei Spielen und Apps ab 0 Jahren handelt es sich generell um Inhalte ohne Beeinträchtigungspotential. Dabei können sich diese sowohl direkt an Kinder und Jugendliche, als auch an erwachsene Nutzer richten. Beispielsweise Dienstprogramme, Kataloge oder Tools im Allgemeinen fallen üblicherweise unter diese Kategorie. Ebenso betrifft dies soziale Netzwerke, bei denen der Betreiber sicherstellt, dass nutzergenerierte Inhalte auch für Kinder geeignet sind. (https://support.google.com/googleplay/answer/6209544?p=appgame_ratings&rd=1).

Den Zugang zum Google Play Store können Eltern auf den Smartphones Ihrer Kinder mit Hilfe der Jugendschutzeinstellungen regeln. Dadurch können Downloads von Apps, die nicht das entsprechende Alterskennzeichen aufweisen oder App-Käufe blockiert werden. Weitere Informationen erhalten Sie dazu im Google Play Store. Dies läuft natürlich bei einer Freigabe ab 0 Jahren ins Leere.

Darüber hinaus können App-Entwickler selbst entscheiden, wie alt die Nutzer ihrer App sein sollen. Das wird in den AGB den Allgemeinen Geschäftsbedingungen aufgeführt. Seit Inkrafttreten der Europäischen Datenschutzgrundverordnung DSGVO ist die Nutzung von WhatsApp ab 16 Jahren erlaubt. Bei Mädchen und Jungen, die jünger sind, müssen die Eltern den Bedingungen von WhatsApp zustimmen.



Darf meine Tochter Lena, 10 Jahre alt, mit ihrer Freundin und deren Mutter einen Film angucken, der ab 12 Jahren freigegeben worden ist?

Kinder ab sechs Jahren dürfen auch Filme sehen, die ab zwölf Jahren freigegeben worden sind, wenn sie von ihren Eltern begleitet werden.

Diese Gesetzesänderung ist unter dem Begriff „PG-Regelung” gefasst. Diese Ausnahme bezieht sich nicht auf andere Erwachsene. Ihrer Tochter dürfen Sie den Kinobesuch also nicht erlauben.



Welche Freigaben gibt es bei Computerspielen?

Die Altersfreigaben bei den Computerspielen vergibt die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle). Es werden die gleichen Altersfreigaben wie bei den Kinofilmen vergeben:

  • Freigegeben ohne Altersbeschränkung
  • Freigegeben ab 6 Jahren
  • Freigegeben ab 12 Jahren
  • Freigegeben ab 16 Jahren
  • Freigegeben ab 18 Jahren

Die Sticker mit den Altersfreigaben befinden sich sowohl auf der Hülle als auch auf der CD selbst.

Bei Computerspielezeitschriften gilt die Altersfreigabe des beiliegenden Datenträgers. Befindet sich auf der CD-ROM eine Demoversion eines Spiels, das ab 16 Jahren freigegeben worden ist, ist auch die Zeitschrift erst ab 16 Jahren frei verkäuflich. Der Sticker mit der jeweiligen Altersfreigabe befindet sich auf dem Datenträger und auf der Zeitschrift.



Besuch öffentlicher Filmveranstaltungen (§ 11 JuSchG) Kennzeichnung von Filmen und Film- und Spielprogrammen (§ 14 JuSchG)

Filmveranstaltungen dürfen von Kindern und Jugendlichen nur bei Freigabe des Films und Vorspanns für ihr Alter besucht werden. Die Altersfreigaben bei Kinofilmen vergibt die FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft). Es gelten folgende Altersfreigaben:

  • Freigegeben ab 0 Jahren
  • Freigegeben ab 6 Jahren
  • Freigegeben ab 12 Jahren
  • Freigegeben ab 16 Jahren
  • Freigegeben ab 18 Jahren

Ausnahme: Bei Filmen ab 12 Jahren (PG-Parental Guidance: Elternbegleitung) ist die Anwesenheit für Kinder ab 6 Jahren in Begleitung einer personensorgeberechtigten Person [Eltern] gestattet.

Zudem muss die zeitliche Begrenzung beachtet werden, wenn Eltern ihre Kinder nicht ins Kino begleiten. Kinder ab 6 und unter 12 Jahren müssen das Kino um 20 Uhr verlassen, Jugendliche unter 16 Jahren um 22 Uhr und Jugendliche ab 16 Jahren um 24 Uhr.



In Kaufhäusern findet man immer wieder Bereiche, in denen die Kinder Computerspiele ausprobieren können. Dürfen dort alle Spiele zum Testen zur Verfügung gestellt werden?

Nein, auf den Spielkonsolen oder Computern dürfen nur Spiele zum Testen installiert sein, die eine Kennzeichnung „Freigegeben ohne Alterbeschränkung“ oder eine „Freigabe ab 6 Jahren” von der USK bekommen haben.



Kann ich meinem 17-jährigen Sohn eine Einverständniserklärung unterschreiben, mit der er auf einer LAN-Party Spiele spielen darf, die eine Alterskennzeichnung „Freigegeben ab 18 Jahren” bekommen haben?

Spezielle gesetzliche Regelungen für LAN-Parties gibt es laut Jugendschutzgesetz nicht. Zu beachten ist, welche Spiele auf der LAN-Party gespielt werden. Das können Spiele sein, die mit “Freigegeben ab 18 Jahren” gekennzeichnet sind oder von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert, d. h. als jugendgefährdend eingestuft wurden. Ist dies der Fall, dürfen Kinder und Jugendliche nicht an solchen LANParties teilnehmen. Auch mit einer Einverständniserklärung der Eltern darf ein Jugendlicher auf einer LAN-Party keine indizierten oder mit “Freigegeben ab 18 Jahren” gekennzeichneten Spiele spielen.

Falls der Veranstalter dies erlauben sollte, begeht er eine Ordnungswidrigkeit oder macht sich strafbar. Aufgrund dieser gesetzlichen Regelungen sind die meisten LAN-Parties für Kinder und Jugendliche nicht zugänglich.

Darüber hinaus gelten auf LAN-Parties auch die allgemein jugendschutzrechtlichen Beschränkungen. Jugendliche ab 16 Jahren dürfen Bier, Wein oder Sekt trinken. Branntweinhaltige Getränke (z.B. klare Schnäpse, Liköre, Whiskey oder Mixgetränke Cola-Rum) dürfen Jugendliche unter 18 Jahren nicht trinken und sie dürfen auch nicht an sie abgegeben werden.



Bildschirmspielgeräte (§ 13 JuSchG)

Das Spielen an elektronischen Bildschirmspielgeräten ohne Gewinnmöglichkeit, die öffentlich aufgestellt sind, ist Kindern und Jugendlichen nur gestattet, wenn die Programme für ihr jeweiliges Alter freigegeben sind.


Sucht


Meine Tochter (14) hat große Angst davor zuzunehmen. Sie zählt beim Essen immer alle Kalorien – muss ich mir Sorgen machen, dass sie eine Essstörung hat?

Auffälliges Essverhalten muss nicht gleich eine Essstörung sein. Dennoch können Essstörungen eine – nicht nur unter Jugendlichen – weit verbreitete ernstzunehmende psychosomatische Erkrankung darstellen. Studien zufolge haben heute mehr als 20% der Kinder und Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren ein erhöhtes Risiko, ein krankhaftes Essverhalten zu entwickeln. Viele Jugendliche experimentieren mit Essen, sie wollen sich durch eine vegane, frutarische oder vegetarische Ernährung vom Elternhaus abgrenzen bzw. ihre Gruppenzugehörigkeit demonstrieren oder einen gewissen Lifestyle ausdrücken. Hierbei verläuft die Grenze zwischen auffälligem Essverhalten und einer Essstörung meist fließend. Sollten Sie jedoch ein ungutes Gefühl haben, ist es wichtig, nicht die Augen davor zu verschließen und Ihrem Kind Ihre eigene Wahrnehmung mitzuteilen. Sollten Sie sich ernsthafte Sorgen machen, können Sie sich bei einem Arzt oder einer Fachberatungsstelle Unterstützung holen.

Bedenken Sie dabei, dass Sie ihr Kind zu nichts zwingen können. Da Essstörungen zur Problemkompensierung dienen, ist die Hauptaufgabe genau diese Probleme zu identifizieren, nur dann ist eine langfristige Lösung möglich.

Weitere Informationen sowie passende Beratungsstellen finden Sie hier:


Darf mein Sohn, 17 Jahre alt, Shiazo-Dampfsteine in einer Shisha Bar rauchen?

Im Gesetz steht, dass es Kindern und Jugendlichen verboten ist, Tabak und andere nikotinhaltige Erzeugnisse sowie nikotinfreie Erzeugnisse, wie elektronisch betriebene Zigaretten oder Shishas zu konsumieren. Nikotinfreie Ersatzprodukte, wie Kräuter und aromatisierte nikotinfreie Shiazo-Dampfsteine, fallen nicht unter den §10 Jugendschutzgesetz (JuSchG). Dieser bezieht sich ausdrücklich auf nikotinhaltige Tabakwaren und elektronisch betriebene Shishas. Der Konsum kohlebetriebener Wasserpfeifen mit Shiazo-Dampfsteinen von Kindern und Jugendlichen ist somit gesetzlich nicht verboten und stellt keinen Verstoß gegen §10 JuSchG dar. Es besteht eine Regelungslücke, die bei der Verabschiedung der Ausweitung des Rauchverbots nach §10 JuSchG auf E-Shishas und E-Zigaretten nicht berücksichtigt wurde, da zu dem Zeitpunkt nicht alle erfoderlichen Informationen für ein Verbot konventioneller, mit Kohle betriebener Shishas vorlagen.

Wenn das Rauchverhalten Ihres Sohnes Sie beschäftigt, scheuen Sie sich nicht davor, ein offenes Gespräch mit ihm zu führen. Erfahrungen zeigen, dass ein ehrliches Interesse an den Meinungen und Erfahrungen, sowie ein Erfragen der Gründe für das Rauchen, die Gesprächsbereitschaft Jugendlicher fördern kann.

 


Macht sich mein Sohn (15 Jahre) strafbar, wenn er Alkohol kauft?

Jugendliche selbst machen sich nicht strafbar, wenn sie gegen das Jugendschutzgesetz verstoßen.

Die Abgabe alkoholischer Getränke ist an bestimmte Alterstufen gebunden und wird im Jugendschutzgesetz geregelt. Dieses soll Kinder und Jugendliche vor Gefahren und negativen Einflüssen in der Öffentlichkeit schützen. Eltern und Erziehungsberechtigten liefert es eine Orientierungshilfe für die Erziehung der Kinder.

Nach dem Jugendschutzgesetz dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren in der Öffentlichkeit keinen Alkohol zu sich nehmen. Ab dem 16. Geburtstag dürfen sie Bier, Wein und Sekt konsumieren. Ausnahmen gelten nur für Jugendliche ab 14 Jahren, wenn die Eltern dabei sind. Dann dürfen sie Bier, Wein oder Sekt trinken.

Bei Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz, beispielsweise wenn an Jugendliche unter 16 Jahren Alkohol ausgeschenkt oder verkauft wird, drohen Gewerbetreibenden und Veranstaltern Bußgelder.


Meine 16-jährige Tochter möchte sich unbedingt ein Tattoo stechen lassen. Darf sie das?

Das Jugendschutzgesetz hat zum Thema Schönheitsveränderungen keine Regelungen aufgeführt.

Grundsätzlich greifen Tätowierer in die körperliche Unversehrtheit ihrer Kunden ein und erfüllen so den Tatbestand einer (gefährlichen) Körperverletzung (§223 und § 224 StGB). Entsprechend benötigen Tattoostudios eine Einwilligung ihrer Kunden vor dem jeweiligen Eingriff.

Bei Minderjährigen muss zudem eine sog. Einsichts- und Steuerungsfähigkeit zur Abschätzung der Risiken des Eingriffs vorhanden sein. Da diese jedoch nicht an starre Altersgrenzen gebunden ist und eine rechtssichere Aussage über das Vorhandensein seitens der Tattoostudios nicht getroffen werden kann, wird im Allgemeinen eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern benötigt.

Generell werden in den meisten Tattoostudios allerdings erst Personen ab 18 Jahren tätowiert.

Entsprechend dürfte sich Ihre Tochter ein Tattoo mit Ihrer Einwilligung stechen lassen – sofern Sie ein Studio finden, das dazu bereit ist. Im Vorfeld sollten Sie mit Ihrer Tochter über mögliche Konsequenzen der dauerhaften Körperveränderung sprechen. Neben gesundheitlichen Risiken, der Wahl eines Motives und einer Körperstelle, die in Frage kommt, sollten auch eventuelle Folgen im Zusammenhang  mit einem Einstieg ins Berufsleben objektiv besprochen werden.


Darf mein 15-jähriger Sohn in einer Kneipe die dort übertragenen Fußballspiele anschauen?

Nein, grundsätzlich dürfen sich Jugendliche unter 16 Jahren nicht länger allein in Gaststätten oder Biergärten aufhalten – auch nicht, wenn Fußball übertragen wird. (§ 4 JuSchG).

Wenn Sie als Elternteil bzw. als personensorgeberechtigte Person gemeinsam mit Ihrem Sohn ein Spiel in einer Kneipe anschauen, ist das erlaubt.

Sie können aber auch eine volljährige Person beauftragen, Ihren Sohn – zum Beispiel für die Übertragung eines Spieles – zu begleiten und zu beaufsichtigen.

Mit einer entsprechenden – von den Eltern unterschriebenen – Bescheinigung  ist somit eine erziehungsberechtigte Person für die Aufsicht des Minderjährigen zuständig. (§ 1 JuSchG)

Für ein „Public Viewing“ an öffentlichen Plätzen gibt es keine eindeutige Regelung. Die zuständigen Jugendämter können genauere Auskunft zu den einzelnen Veranstaltungsstätten geben.

>> Formular Erziehungsbeauftragung



Shisha oder E-Shisha?  Worin liegen die Unterschiede?

Die Shisha (oder auch Blubber, Wasserpfeife) ist vor allem aus Nordafrika bekannt.  Geraucht werden  aromatisierte Fruchttabake, die über ein wassergefülltes Glasgefäß inhaliert werden. Generell verbietet das Jugendschutzgesetz Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren den Erwerb und Konsum von Tabakwaren. Dazu gehören auch Fruchttabake. Auch in der Öffentlichkeit dürfen diese nicht  geraucht werden.
Anders wiederrum ist die Gesetzeslage bei E-Shishas: viele (aber längst nicht alle) Liquide, die während des Rauchens verdampft werden, enthalten kein Nikotin. Sie sind bunt bedruckt und sehen ein wenig aus wie Stifte oder Kugelschreiber. Über einen elektrischen Verdampfer wird das Liquid, das mit verschiedenen Geschmacksrichtungen versetzt wird, inhaliert. In Deutschland unterliegen E-Shishas und E-Zigaretten bislang keiner gesetzlichen Regelung. Sie fallen nicht unter das Jugendschutzgesetz. Unklar ist auch, ob der Umgang mit E-Shishas durch das bestehende Bundesnichtraucherschutzgesetz abgedeckt ist. Bundesfamilienministerin Schwesig (SPD) hat für das Jahr 2015 eine Novelle des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) angekündigt, in der der Verkauf von E-Shishas und E-Zigaretten an Jugendliche unter 18 Jahren verboten werden soll.



Ab welchem Alter darf ich (16 Jahre alt) Alcopops trinken?

Du darfst keine Mischgetränke trinken, die branntweinhaltig sind. Branntweinhaltige Getränke (z.B. klare Schnäpse, Liköre, Whiskey oder Mischgetränke, z.B. Cola-Rum) dürfen Jugendliche unter 18 Jahren nicht trinken. Darunter fallen auch Alcopops als Getränkepulver.

Es gibt allerdings Mischgetränke, die ab 16 Jahren erlaubt sind:

  • Bier-Limonade-Mischgetränke
  • Wein-Mischgetränke

Nicht erlaubt sind:

  • Bier-Spirituosen-Limonade-Mischgetränke
  • Mischgetränke mit destilliertem bzw. hochprozentigen Alkohol und Limonaden

Generell gilt: Ab 16 Jahren darfst du Bier und Wein trinken. 14- und 15-Jährige dürfen Bier und Wein in der Öffentlichkeit nur in Begleitung ihrer Eltern trinken. Jüngeren ist der Konsum von Alkohol verboten, auch wenn die Eltern dabei sind.



Darf ich (15 Jahre alt) Wasserpfeife rauchen?

Wasserpfeifen werden auch Sisha, Nagrileh oder Blubber genannt. Meistens werden beim Rauchen aromatisierte Fruchttabake benutzt. Kinder und Jugendlichen ist sowohl der Erwerb von Tabakwaren als auch das Rauchen in der Öffentlichkeit verboten, also auch das Rauchen von Wasserpfeifen mit und ohne Fruchttabaken. Der Konsum im privaten Bereich ist nicht gesetzlich geregelt.



Darf meine Tochter, 17 Jahre alt, Alcopops trinken?

Nein, Ihre Tochter darf Alcopops nicht trinken, wenn sie branntweinhaltig sind. Branntweinhaltige Getränke (z.B. klare Schnäpse, Liköre, Whiskey oder Mixgetränke, z.B. Cola-Rum) dürfen Jugendliche unter 18 Jahren nicht konsumieren. Darunter fallen auch die Alcopops aus branntweinhaltigem Getränkepulver.

Es gibt allerdings Mischgetränke, die ab 16 Jahren erlaubt sind:

  • Bier-Limonade-Mischgetränke
  • Wein-Mischgetränke

Nicht erlaubt sind:

  • Bier-Spirituosen-Limonade-Mischgetränke
  • Mischgetränke mit destilliertem bzw. hochprozentigem Alkohol und Limonaden

Generell gilt: Ab 16 Jahren dürfen Jugendliche Bier und Wein trinken. 14- und 15-Jährige dürfen Bier und Wein in der Öffentlichkeit nur in Begleitung ihre Eltern trinken. Jüngeren ist der Konsum von Alkohol verboten, auch wenn die Eltern dabei sind.



Alkoholische Getränke (§9 JuSchG) – Abgabe / Verzehr von Branntwein, branntweinhaltigen Getränken und Lebensmitteln

Alkoholische Getränke dürfen an Kinder nicht abgegeben werden. Auch der Verzehr darf ihnen nicht gestattet werden. Jugendliche ab 16 Jahren dürfen alkoholische Getränke wie z.B. Wein, Bier o.ä. trinken.

(Ausnahme von der Altersbegrenzung: Der Verzehr von Alkohol ist erlaubt, wenn 14- und 15-Jährige in Begleitung einer personensorgeberechtigten Person [Eltern] sind). Achtung: Erziehungsbeauftragte Personen dürfen den Konsum von Alkohol nicht gestatten.



Mein Sohn, 15 Jahre, raucht heimlich bei Freunden, was kann ich tun?

In der Öffentlichkeit darf Ihr Sohn erst mit Vollendung des 18. Lebensjahres rauchen. Der Konsum im privaten Bereich ist nicht gesetzlich geregelt. Ihnen bleibt nur das Gespräch über mögliche Gesundheitsrisiken, die besonders in der Wachstumsphase auftreten können.



Mein 15-jähriger Sohn hat mit seinen Freunden (15 und 16 Jahre) Wasserpfeife geraucht und behauptet, das sei kein Tabak. Stimmt das?

Gegenwärtig gibt es einen Trend unter den Jugendlichen, Wasserpfeife (auch Shisha, Nagrileh oder Blubber genannt) zu rauchen.

Meistens handelt es sich hier um aromatisierte Fruchttabake (Erdbeere, Apfel, Coca-Cola, Cappuccino etc.). Generell verbietet das Jugendschutzgesetz Kindern und Jugendlichen den Erwerb und Konsum von Tabakwaren. Dazu gehören auch Fruchttabake. In der Öffentlichkeit dürfen sie keinen Tabak rauchen. Eine gesetzliche Regelung für den privaten Gebrauch gibt es nicht.



Rauchen in der Öffentlichkeit, Tabakwaren
(§ 10 JuSchG)

Kinder und Jugendliche dürfen in der Öffentlichkeit nicht rauchen und keine Tabakwaren kaufen.


Sexualität


Der Freund (15) meiner Tochter (16) möchte bei uns übernachten – darf ich das überhaupt erlauben? Was ist, wenn die beiden Sex miteinander haben?

Generell gilt, dass Jugendliche ab 14 Jahren Sex haben dürfen. Zum besonderen Schutz ihrer sexuellen Selbstbestimmung gibt es aber für sexuelle Kontakte von 14- bis 18-Jährigen besondere gesetzliche Bestimmungen.

Hierunter fällt der sogenannte Kuppelparagraph (§ 180 StGB): Wer Sex mit Jugendlichen unter 16 Jahren vermittelt, hierfür „Gelegenheit schafft“ oder „Vorschub leistet“, macht sich strafbar. Aus diesem Grund gibt es beispielsweise auf Klassenfahrten, Zeltlagern oder ähnlichen Veranstaltungen getrennte Schlafräume für Mädchen und Jungen.

Für Eltern gilt dieser Straftatbestand jedoch nur eingeschränkt. Sie dürfen erlauben, dass der Freund (und ggf. auch Sexualpartner) Ihrer Tochter bei Ihnen übernachtet – vorausgesetzt, dass auch seine Eltern einverstanden sind.

Eltern müssen bei solchen Entscheidungen ihrer Erziehungspflicht nachkommen – sie dürfen sexuelle Kontakte beispielsweise nicht zulassen, wenn das eigene Kind jünger als 14 Jahre alt ist oder der Sexualpartner deutlich älter.

Weitere Hinweise zu den gesetzlichen Regelungen zum Schutz der sexuellen Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen finden Sie in der Broschüre: „Jugend & Sex. Was ist erlaubt?“
https://jugendschutz-materialien.de/shop/sexualerziehung/jugend-sex-was-ist-erlaubt/


Meine 16-jährige Tochter ist in einer stationären Einrichtung für kognitiv beeinträchtigte Jugendliche untergebracht. Nun stellt sich die Frage, ob ihr die Pille verschrieben werden soll, obwohl sie sich nicht für Sex zu interessieren scheint.

In erster Linie ist das die Entscheidung Ihrer Tochter. Wie jedes andere Mädchen sollte auch sie – altersangemessen und dem Entwicklungsstand entsprechend – zum Thema Sexualität aufgeklärt werden. Nur so kann sie eigene Entscheidungen zu Sexualität und Verhütung treffen, auch wenn bei Ihrer Tochter die Themen Schwangerschaft und Geschlechtsverkehr noch nicht anstehen sollten.

Bei Menschen mit Beeinträchtigung ist die Sorge um eine frühe Schwangerschaft besonders groß, da diese oftmals mit Veränderungen in der Unterbringung zusammenhängen – aber auch mit der Sorge, dass die Mütter der neuen Herausforderung nicht gewachsen sind.
Aus dieser Sorge heraus darf aber nicht über die Rechte der Personen hinweg entschieden werden. Entsprechend der kognitiven Fähigkeiten müssen Informationen bereitgestellt werden, damit beeinträchtigte Menschen auch zu diesen Themen Beratungsangebote erhalten können. Hierbei geht es um die Stärkung der sexuellen Selbstbestimmung, die als Teil der Menschenrechte für alle Menschen gelten – mit und ohne Beeinträchtigung.

Weitere Informationen zur Geschichte der UN-Behindertenrechtskonvention mit dem Fokus auf die sexuelle Selbstbestimmung finden Sie in dem Artikel „Von der Fremdbestimmung zur Selbstbestimmung. Die UN-Behindertenrechtskonvention und die sexuelle Selbstbestimmung behinderter Menschen“ unter:
https://www.forum.sexualaufklaerung.de/index.php?docid=1274



Als Vater einer 11-jährigen Tochter frage ich mich, was ich gegen die Werbung von „Eis.de“ tun kann, die tagsüber gezeigt wird. Ich finde es unverantwortlich, dass Werbung für Sexspielzeug im Fernsehen gesendet wird.

Wenn Sie etwas im Fernsehen sehen, von dem Sie denken, dass es nicht gesendet werden sollte, können Sie sich über die Jugendschutzhotline der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF)  (https://fsf.de/jugendschutz-hotline/) oder beim Deutschen Werberat (https://www.werberat.de/deutscher-werberat) beschweren.

Bei der FSF können Sie zudem nachlesen, ob das entsprechende Angebot schon begutachtet worden ist und welche Argumente zur Programmfreigabe geführt haben.
Für die meisten Spots, die für Erotikspielzeug werben gilt, dass sie auf der Grundlage des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags nicht dazu geeignet sind, Kinder oder Jugendliche nachhaltig zu beeinträchtigen. Eine konkrete Gefährdung wird in den zurückhaltend inszenierten und auch sprachlich zurückgenommenen Spots bisher nicht gesehen. „Erwähntes Sexzubehör wird, wie etwa auch Kondome, durch das Jugendschutzgesetz nicht besonders erfasst – Jugendmedienschutz soll keine Moralvorstellungen durchsetzen, sondern Kinder und Jugendliche vor gefährdenden Einflüssen schützen“, so die zusammenfassende Einschätzung der FSF zu einem der geprüften Spots aus dem Jahr 2015.

An dieser Frage wird sehr deutlich, wo der gesetzliche Jugendschutz an seine Grenzen stößt. Die Bedenken vieler Eltern können wir an diesem Punkt nachvollziehen: Mädchen und Jungen sollte nicht vermittelt werden, dass gelingende sexuelle Kontakte nur mithilfe von Sexspielzeug zustande kommen können. Ob diese Clips einen solchen Druck aufbauen oder ob sie aufgrund fehlender Verstehensfähigkeit gar nicht wahrgenommen werden, ist Bestandteil der aktuellen Diskussion um sexualisierte Darstellungen in den Medien.

Zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema – Ein Interview mit dem Sexualpädagogen Dr. Frank Herrath, das zu mehr Gelassenheit gegenüber den genannten Spots aufruft: https://fsf.de/data/hefte/ausgabe/77/int-herrath-sexualpaedagoge-erotikspielzeug-tvd77.pdf



Darf mein 14-jähriger Sohn schon Sex haben?
Ja, grundsätzlich darf er das.

Die „Schutzaltersgrenze“ für sexuelle Handlungen liegt in Deutschland bei 14 Jahren. Das bedeutet, dass Sex zwischen zwei Personen ab 14 Jahren erlaubt ist – vorausgesetzt, dass dieser einvernehmlich und freiwillig geschieht, kein Druck ausgeübt und kein Geld dafür gezahlt wird.
Wenn ihr Sohn also seine ersten sexuellen Erfahrungen mit einer Person in seiner Altersklasse machen möchte, ist das rechtlich völlig in Ordnung.

Um Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren vor sexuellen Übergriffen durch ältere Personen zu schützen, sind im Strafgesetzbuch jedoch einige Einschränkungen festgelegt:
In einem Abhängigkeitsverhältnis wie gegenüber einem Trainer oder einer Gruppenleiterin sind sexuelle Kontakte verboten.
Zudem ist in §182 geregelt, dass sexuelle Handlungen einer über 21-jährigen Person mit einer unter 16-jährigen Person strafbar sind, wenn die fehlende Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung ausgenutzt wird und so Jugendliche zu etwas gedrängt werden, das sie (noch) nicht wollen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in der Broschüre:
„Jugend & Sex. Was ist erlaubt?“

 


Müssen Eltern einwilligen, wenn ihre Tochter die Pille haben möchte?

Nicht unbedingt. Für die Verschreibung der Pille an Minderjährige ist die Einwilligungsfähigkeit zur Behandlung ausschlaggebend. Diese ist gesetzlich nicht an Altersgrenzen gebunden, sondern muss individuell und in der konkreten Situation überprüft werden. Wird bei einem minderjährigen Mädchen die Einwilligungsfähigkeit festgestellt, so kann das Mädchen auf die Schweigepflicht des Arztes oder der Ärztin den Eltern gegenüber bestehen.

Viele Frauenärzte orientieren sich an folgenden Altersgrenzen:

Bei unter 14-Jährigen wird davon ausgegangen, dass sie noch nicht die geistige Reife besitzen – hier müssen die Eltern ihre Zustimmung geben.
Bei Mädchen im Alter von 14 bis 16 Jahren werden bei Zweifeln an der Einwilligungsfähigkeit die Eltern hinzugezogen.

Ab dem Alter von 16 Jahren ist in der Regel davon auszugehen, dass bei den Mädchen die Einwilligungsfähigkeit vorhanden ist und damit auch eine Schweigepflicht gegenüber den Eltern besteht.



Kann ich mich mit dem HI-Virus anstecken, wenn ich dieselbe Toilette benutze wie jemand, der positiv ist?

Nein, durch das Nutzen derselben Toilette kann der Erreger nicht übertragen werden. Im Vergleich zu anderen Krankheitserregern gilt der HI-Virus als schwerer übertragbar. Bei alltäglichen sozialen Kontakten wie Körperkontakten im Schwimmbad, der Sauna oder auch beim Besuch von Ärzten oder in Kosmetikpraxen besteht kein Risiko einer Ansteckung.


Elterntalk


Meine fünfjährige Tochter würde am liebsten den ganzen Tag nur Nudeln und Süßigkeiten essen. Worauf muss ich achten, damit meine Tochter gesund aufwächst? Und wie viele Süßigkeiten sind ok?

Kinder entwickeln von klein auf Vorlieben, auch für das Essen. Gegen Nudeln ist erst einmal nichts einzuwenden. Versuchen Sie frühzeitig, Ihr Kind in die Essensplanung mit einzubeziehen. Für Kinder ist es wichtig, abwechslungsreiches und gesundes Essen kennenlernen. Denn wenn Ihr Kind das Lieblingsessen nicht mehr mag, wird es neugierig darauf sein, was Sie auf dem Teller haben.

Süßigkeiten und Naschereien sind ab einem gewissen Alter unumgänglich. Vorteilhaft ist es, von Anfang an Regeln festzulegen und maßvoll zu genießen. Wie viele Süßigkeiten ein Kind bekommen sollte, ist vom Alter abhängig. Etwa eine (Kinder-) Handvoll Süßigkeiten pro Tag ist ein guter Richtwert.

Im Sinne des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes sind Eltern und andere Erziehungsberechtigte für das gesunde Aufwachsen ihrer Kinder verantwortlich. Dennoch können diese Fragen sicherlich von einer Ernährungsberatungsstelle oder der Verbraucherzentrale detaillierter beantwortet werden.


Bei unseren türkischen Familienfesten kommen viele Erwachsene und Kinder zusammen. Es ist üblich, dass das türkische Fernsehprogramm nebenher läuft. Worauf muss ich achten, wenn die Kinder fernsehen wollen?

Welche Filme und Fernsehinhalte für Kinder geeignet sind, hängt vom Alter und der Vorerfahrung der Mädchen und Jungen ab. Vorschulkinder sind aufgrund ihrer kognitiven Entwicklung noch nicht in der Lage einen Film länger als 30 Minuten aufmerksam zu verfolgen. Bis zu einem Alter von ungefähr 9 Jahren können Kinder nicht zwischen der Realität und der Fiktion unterscheiden. Sie haben wenig Distanz zu dem Gesehenen, was dazu führen kann, dass beispielsweise auch die Gewalt im Zeichentrick gepaart mit bedrohlicher Musik ängstigend wirken kann.

Deutsche Fernsehsender strahlen im Tagesprogramm in der Regel Inhalte aus, die Kinder in ihrer Entwicklung nicht beeinträchtigen. Das Abendprogramm ab 20 Uhr ist für ältere Kinder ab 12 Jahren, Jugendliche und Erwachsene.

Da die Fernsehprogramme der ausländischen Sender nicht den deutschen Jugendschutzbestimmungen unterliegen, ist es schwierig, Aussagen darüber zu treffen, ob die dort ausgestrahlten Sendungen für Kinder unbedenklich sind.

Wenn Sie unsicher sind, ob das türkische Programm kindgerecht ist, spielen Sie lieber für die Kinder in einem anderen Raum einen Film auf DVD ab, der mit einem Alterskennzeichen versehen ist.

Weitere Informationen zu dem Erleben von Filmen bei Kindern und Jugendlichen finden Sie in der Broschüre „Welche Filme dürfen Kinder und Jugendliche sehen?“ der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen. Diese Broschüre ist auch auf Arabisch, Kurdisch, Türkisch und Russisch erhältlich.


 

Sexting – Kein Problem?

Mädchen und Jungen posieren leicht bekleidet vor der Kamera, räkeln sich in Unterwäsche oder lassen ihre Muskeln spielen, um ein möglichst erotisches Bild von sich aufzunehmen. Dies wird dann als Liebesbeweis an den Partner oder die Partnerin verschickt oder zum Testen des eigenen „Marktwertes“ in den sozialen Netzwerken öffentlich gepostet. Aus der Kombination von „sex“ und „texting“ wird „Sexting“ – das Phänomen wirft aus der Jugendschutzperspektive einige Fragen auf.

Aus sexualpädagogischer Sicht ist es vor allem alterstypisch und normal, wenn Jugendliche offensiv mit ihrer Wirkung experimentieren. Medienpädagogisch geht es hier um die Frage nach Kompetenzen und Risiken im Umgang mit den Möglichkeiten medialer Selbstinszenierung. Und im Kontext von Gewaltprävention wird Sexting ein Problem, wenn das Foto in falsche Hände gerät und als Gegenstand für Mobbingattacken benutzt wird.

Die Tagung thematisiert die Verbreitung des Phänomens und die Möglichkeiten des pädagogischen Umgangs damit.

25. August
Tagung
€ 60,00 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
Akademie des Sports, Hannover

Anmeldfrist abgelaufen

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„Wir können auch anders…“

Ansätze zur Gewaltprävention in der Arbeit mit Gruppen

Wenn es „gekracht“ hat oder wenn jemand „ausgeflippt“ ist, geht es zunächst einmal darum, die Beteiligten zu beruhigen und die Situation zu klären. Mindestens ebenso interessant und wichtig ist aber die Frage, wie es zum Ausbruch gekommen ist: Was ist vorher passiert, was waren die Auslöser? Ausgangspunkt des Seminars sind aggressive Alltagssituationen in Gruppen – sie können helfen, Faktoren zu identifizieren, die die eigenen Interventionsmöglichkeiten in Konfliktsituationen beeinflussen. Dabei geht es u. a. um die jeweils individuellen Einstellungen zu Konflikten und Gewalt und
das subjektive Sicherheitsempfinden, aber auch um die Frage, wie man auf kleine Probleme sinnvoll reagieren kann, um große Schwierigkeiten zu verhindern.

31. August und 28. September 2017
Seminar, zweitägig
€ 120,00 (inkl. vegetar. Verpflegung)
Seminarzentrum Hannover

Anmeldefrist abgelaufen

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Durchbohrt, erschossen, gemetzelt, 10. 11. 2015

Durchbohrt, erschossen, gemetzelt –
sind Gewaltdarstellungen und Jugendschutz vereinbar?

LJS-Fachtagung zu den Wirkungen von Medienbildern auf Heranwachsende am Dienstag, dem 10. November 2015 in der Akademie des Sports, Hannover.

Hannover, 5. November 2015. Die Masse macht´s – Kinder und Jugendliche wachsen mit einer Vielzahl von Gewaltbildern auf. Welche Wirkungen haben reale Bilder vom Krieg in den Nachrichten, Terrorbilder, die in sozialen Netzwerken verbreitet werden und realistisch wirkende Kriegsinszenierungen in Filmen und Computerspielen? Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen beschäftigt sich in ihrer kommenden Fachtagung am 10. November in Hannover mit den möglichen Wirkungen von medialen Gewaltdarstellungen.

Welche Formen von Gewaltinszenierungen sind besonders wirkmächtig?
Eva Hanel, Leiterin der Tagung und LJS-Referentin, hält fest: „Im Fokus des Jugendmedienschutzes steht die Frage, wie sich die inszenierte Gewalt auf die reale Einstellung zu Gewalt auswirkt. Kinder verarbeiten Gewaltdarstellungen unterschiedlich – je nach Alter und sozialer Erfahrung. Auch das Genre spielt dabei eine Rolle – und die Frage, ob der Einsatz der Gewalt zielführend ist und belohnt wird.“ Experten aus dem Bundesgebiet werden am 10.11. den Wirkungen von Gewaltdarstellungen und den Möglichkeiten der Prävention auf den Grund gehen.

Einführend beleuchtet der Netzwelt-Kenner und Journalist Dennis Bangert von NJoy Radio, Hamburg das Verhältnis von Gewaltdarstellungen und aufdringlichen Bildern von Sexualität im Netz. Im Anschluss widmet sich Prof. Thomas Hestermann von der Hochschule Macromedia in Hamburg der medialen Berichterstattung zu Gewalthandlungen und Kriegsthemen.

Wie Gamer mit moralischen Konflikten in Computerspielen umgehen, schildert Prof. Dr. Manuela Pietraß von der Universität der Bundeswehr in München.

Am Nachmittag geht es in einem Vortrag von Prof. Dr. Christoph Klimmt von der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover um die Darstellung von Tod und Sterben in Filmen, Serien und Computerspielen.

Abschließend wird Susanne Bergmann, hauptamtliche Prüferin bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) über den Umgang mit Gewaltdarstellungen im Alltag von Jugendmedienschützern berichten. Wir laden Sie herzlich zur Tagung ein und freuen uns über eine Berichterstattung.

Tagungsort ist die Akademie des Sports, Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg 10,
30169 Hannover.

>> zur Tagung

>> Download als PDF und Tagungsprogramm


Pressekontakt und Rückfragen:
Ulrike Beckmann, Juni*Kommunikation,
Palmaille 55, 22767 Hamburg, ub@junikommunikation.de, Tel. 040 2847 1483

 

Stabil rechts außen bleiben?, 6.10.2015

Stabil rechts außen bleiben?

LJS präsentiert am 6.10. 2015 aktuelle Forschungsergebnisse zu rechtsextremen Einstellungen bei Jugendlichen

Hannover, 30.09. 2015. Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen widmet sich auf ihrer kommenden Tagung in Hannover dem Thema Rechtsextremismus bei Jugendlichen. Im Expertenkreis werden am 6. Oktober 2015 aktuelle Forschungsergebnisse zu den Hintergründen für radikale und rassistische Haltungen vorgestellt und
Präventionsmöglichkeiten diskutiert.

Warum wenden sich junge Menschen extremistischen Überzeugungen zu – und wie kann man das verhindern? „Aktuell geht es oft um die Frage, was den Islamismus so attraktiv für Jugendliche macht“, so Andrea Buskotte, Referentin für Gewaltprävention bei der LJS, „dabei sollte nicht aus dem Blick geraten, dass die Zahl der Jugendlichen mit rechtsextremen Einstellungen seit Jahren stabil ist. Für Politik, Pädagogik und Sozialarbeit ist das eine große Herausforderung.“ Auf der Fachtagung soll auch erörtert werden, inwieweit Ressentiments und
Ängste, die auch in der Mitte der Gesellschaft eine Rolle spielen, extremistische Einstellungen fördern – und wie man hier frühzeitig eingreifen kann.

Einführend präsentiert Dr. Claudia Luzar von der Fachhochschule Dortmund aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema. Wie rechtsextreme Überzeugungen entstehen und ob es richtig ist, Rechtsextreme als Sonderfälle aus der Mehrheitsgesellschaft auszuschließen, ist ein Schwerpunkt des Vortrags von Prof. Dr. Andrea Kleeberg-Niepage von der Europa- Universität Flensburg.
Stimmt das Klischee, Rechtsextreme seien ungebildete männliche Jugendliche aus desolaten Familien? Oder ist radikales und rassistisches Verhalten in bestimmten Kreisen einfach „cool“? Das wird Sebastian Ramnitz, Erzieher und Experte für Rechtsextremismus aus Vechta, in seinem Vortrag erläutern. Im Anschluss wirft Oliver Guth von der Fachstelle Rechtsextremismus und Familie in Bremen einen Blick auf das Thema aus der Gender-
Perspektive.
Was Präventionsarbeit bewirken kann, stellt abschließend Dr. Olaf Lobermeier vom Institut proval dar. Wir freuen uns über eine Berichterstattung und laden Sie gern zur Tagung ein.

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Pressekontakt und Rückfragen:
Ulrike Beckmann, Juni*Kommunikation,
Palmaille 55, 22767 Hamburg, ub@junikommunikation.de, Tel. 040 2847 1483

„Wir können auch anders…“

Ansätze zur Gewaltprävention in der Arbeit mit Gruppen

Wenn es „gekracht“ hat oder wenn jemand „ausgeflippt“ ist, geht es zunächst einmal darum, die Beteiligten zu beruhigen und die Situation zu klären. Mindestens ebenso interessant und wichtig ist aber die Frage, wie es zum Ausbruch gekommen ist: Was ist vorher passiert, was waren die Auslöser? Aggressive Alltagssituationen in Gruppen sind im Seminar der Ausgangspunkt für die Identifizierung von Faktoren, die die eigenen Interventionsmöglichkeiten in Konfliktsituationen beeinflussen. Dabei geht es u. a. um die jeweils individuellen Einstellungen zu Konflikten und Gewalt und das subjektive
Sicherheitsempfinden, aber auch um die Frage, wie man auf kleine Probleme reagieren kann, um große Schwierigkeiten zu verhindern.

17. Juni und 1. Juli 2015
Seminar, zweitägig
€ 120,00 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
Seminarzentrum, Hannover

Anmeldefrist vorbei

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Hauptsache Action

Hauptsache ActionComputerspiele in der Jugendarbeit

Computerspiele sind bei Mädchen und Jungen beliebt. Sie nutzen Online-Portale wie Spielaffe oder wünschen sich Sportsimulationsspiele wie Fifa, die Ego-Shooter Reihe Call of Duty, Minecraft oder das militärische Strategiespiel League of Legends. Neben der Vielfalt der Spiele, ob sie über die Konsole oder via Smartphone genutzt werden, hat sich auch die grafische Umsetzung in den letzten Jahren deutlich verbessert.

Nicht alle Kinder erfahren im Elternhaus eine pädagogische Begleitung, wenn es um die Altersfreigaben oder um den Inhalt der Spiele geht. Neben der Frage, wie die dargestellte Gewalt auf Kinder wirkt, stellen sich viele Eltern auch besorgt die Frage, ob ihr Kind nicht zu viel spielt und dafür Freundschaften, andere Hobbies oder die Schule vernachlässigt.

13. Oktober
Seminarzentrum Hannover
€ 60,- (inkl. vegetarischer Verpflegung)

Anmeldefrist abgelaufen

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Teen Dating Violence – neue Webseite berät bei der ersten Liebe, 15.4.2014

www.was-geht-zu-weit.de mit Hilfsangeboten bei schwierigen Teenagerbeziehungen

Hannover, 15.04.2014. Kribbeln im Bauch, rosarote Brille: Verabredungen und Liebesbeziehungen von Jugendlichen können wunderschön sein. Dass sie auch mit emotional, körperlich oder sexuell schwierigen Erfahrungen verbunden sein können, macht die Webseite www.was-geht-zu-weit.de zum Thema.

Das erste Date war aufregend – aber was mache ich, wenn meine neue Freundin mein Handy kontrolliert? Wo beginnt eigentlich eine Grenzverletzung? Solche und andere Frage können erste Beziehungen prägen. Einschüchterungen, angedrohte Schläge, Übergriffe: Fünf von zehn Jugendlichen haben Gewalt in Beziehungen erlebt. Wer Hilfe braucht, fragt zuerst die Freunde. Unter der Adresse www.was-geht-zu-weit.de hat die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen gemeinsam mit der Hochschule Fulda ein Online-Angebot zum Thema Gewalt in Teenagerbeziehungen gestartet.

Die Seite bietet Informationen und Erfahrungsberichte rund um das erste Date, Verhaltenstipps und eine Übersicht von Hilfsangeboten. „Wir möchten Mädchen und Jungen zur Auseinandersetzung mit dem Thema anregen und zeigen, wo Gewalt beginnt und wie man sich verhalten kann. Für Betroffene bedeutet es eine wichtige Orientierungshilfe, wenn ihre Situation gesehen, verstanden und eingeordnet wird“, so Andrea Buskotte, Referentin für Gewaltprävention bei der LJS. „Letztlich geht es uns darum, gesundheitliche Folgen solcher Grenzüberschreitungen zu verhindern. Wir wissen aus der Literatur, dass u.a. psychische Probleme, Essverhaltensstörungen, gesundheitsschädliche Bewältigungsstrategien, aber auch eine Abnahme der Leistungsfähigkeit die Folge solcher Grenzüberschreitungen sein können“, so Prof. Dr. Beate Blättner von der Fachhochschule Fulda.

Die Entwicklung der Seite erfolgte in enger Abstimmung mit Jugendlichen. Auch für Eltern oder pädagogische Fachkäfte lohnt sich ein Besuch, da die Seite Anknüpfungspunkte für ein Gespräch über Gewalterfahrungen bietet.

Studie zeigt hohes Ausmaß von Teen Dating Violence
Wie eine im Oktober 2013 veröffentliche Studie der Hochschule Fulda zeigt, haben fünf von zehn Schülerinnen und fast so viele Schüler zwischen 14 und 17 Jahren mindestens einmal psychische oder körperliche Gewalt in einer Beziehung erlebt. Dazu gehörten Kontrollen ihrer SMS und Telefonate, Beschimpfungen und Beleidigungen, erzwungenes Verhalten und sexuelle Übergriffe.

Über die LJS
Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen ist ein Fachreferat der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen und arbeitet zu aktuellen Themen des Kinder- und Jugendschutzes. Die Tätigkeitsfelder sind Fortbildungen, Materialentwicklungen, Fachberatung, Projekte, Arbeitskreise und Gremien.

Pressekontakt und Rückfragen
Ulrike Beckmann, Konzept+Kommunikation, Beim Schlump 13A, 20144 Hamburg,
Tel. 040 – 84 60 83 94, kontakt@ulrike-beckmann.de

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Aufklärung 3.0, 24.4.2013

Alles schon gesehen!?

Peers, Pornos und die Rolle von Aufklärungsgesprächen
Fachtagung der LJS am 24. April in Hannover entwickelt Inhalte für „Aufklärung 3.0“

Hannover, 16.04. 2013. Anzeigen, Bilderstrecken im Netz, Sexchats, Pornografie: Eine Vielzahl von Medien buhlt mit sexuellen Inhalten um Aufmerksamkeit. Nie war die Informationsvielfalt größer, nie waren Bilder von Sexualität einfacher verfügbar als für die heutige Jugend. Doch haben Mädchen und Jungen, die mit 13 Jahren Pornos
sehen, wirklich keine Fragen mehr?

Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen zeigt auf einer Fachtagung am 24.04.2013 in Hannover, dass das klassische Aufklärungsgespräch weiterhin eine wichtige Rolle spielt. In Vorträgen und Workshops geht es um Inhalte und Form einer „Aufklärung 3.0“ und darum, wie Jugendliche mit den Medienbildern von Liebe und
Sexualität umgehen.

„Man könnte natürlich annehmen, Jugendliche wüssten alles über Sexualität – schließlich können sie sich Bilder und Informationen aus dem Netz holen oder werden durch ihre Peer-Groups damit konfrontiert“, konstatiert Tanja Opitz, Referentin für Sexualerziehung bei der LJS. „Doch oft ist das Gegenteil der Fall und die Aufklärung durch erwachsene
Bezugspersonen ist nicht zu ersetzen.“
Das Aufklärungsgespräch ist also noch längst nicht abgemeldet – doch wer mit Mädchen und Jungen über Sexualität sprechen will, muss erst einmal die richtigen Worte finden.
Tina Bremer-Olszewski, Autorin des Teenager-Ratgebers „Make Love“ und Referentin auf der Tagung, leitet ihren aktuellen Bestseller mit einer Aufzählung von Namen für Geschlechtsteile ein – von Mumu bis Funkturm. Ihr geht es darum, Jugendliche zeitgemäß aufzuklären, und für ihre jungen Leser hält sie fest: „Sex ist lernbar – so wie eine Fremdsprache, ein Musikinstrument oder Skateboardfahren“.

Doch was möchten Jugendliche aus Medien und Gesprächen lernen, was selber erfahren?
Dr. Iren Schulz von der Universität Bremen geht in ihrem Vortrag auf den Umgang Jugendlicher mit sexualisierten Internet-Inhalten ein. Sie stellt dar, welche Inhalte Mädchen und Jungen im Netz suchen und wie sie damit umgehen.
Der Nachmittag beginnt mit vier parallelen Workshops zu den Themen AIDS, sexuelle Gewalt, Liebe und Partnerschaft für die rund 100 angemeldeten Teilnehmer.

Welche Themen Mädchen und Jungen im Zeitalter von „Aufklärung 3.0“ bewegen, erläutert abschließend die Pädagogin und Jugendexpertin Marthe Kniep, die unter anderem für das Dr. Sommer-Team der Bravo Jugendliche berät. Ihr Abriss der häufigsten Anfragen rund um Liebe, Körper und Sexualität zeigt, wie wichtig Angebote für die Einordnung der sexuellen Inhalte für Jugendliche sind. Wie sie zu berichten weiß, haben sich die Fragen der Jugendlichen zur Sexualität in den letzten Jahrzehnten nicht grundlegend geändert.

Gern laden wir Sie zur Tagung ein und freuen uns über eine Berichterstattung.
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Wir können auch anders…

Ansätze zur Gewaltprävention in der Arbeit mit Gruppen

Wenn es „gekracht“ hat oder wenn jemand „ausgeflippt“ ist, geht es vor allem darum, die Situation zu beruhigen und zu klären. Mindestens ebenso interessant und wichtig ist aber die Frage, wie es zur Eskalation gekommen ist: Was ist vorher passiert, was waren die Auslöser? Ausgangspunkt des Seminars sind aggressive Alltagssituationen in Gruppen mit denen Faktoren identifiziert werden, die die eigenen Interventionsmöglichkeiten in Konfliktsituationen beeinflussen. Dabei geht es u. a. um die jeweils individuellen Einstellungen zu Konflikten und Gewalt und das subjektive Sicherheitsempfinden, aber auch um die Frage, wie man auf kleine Probleme reagieren kann, um große Schwierigkeiten zu verhindern.

22. Mai und 11. Juni
Seminar, zweitägig
€ 120,00 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
Seminarzentrum, Hannover
Anmeldung Buchungsnummer: G1320

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Mehr Vielfalt – weniger Ausgrenzung

Heterogenität als Herausforderung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Jugendliche „mit Migrationshintergrund“ gelten als Problemgruppe, besonders, wenn es um Gewalt- und Kriminalitätsbelastungen geht. Die wiederkehrende Darstellung einzelner Taten und Täter in den Medien, aber auch Befunde aus der Kriminalstatistik unterstützen entsprechende Einschätzungen. Sozialwissenschaftliche Forschungen zeigen jedoch auch, dass die Hintergründe und Entstehungsbedingungen für delinquentes Verhalten komplex sind und dass dabei unterschiedliche Faktoren – z.B. die soziale Lage, Diskriminierungserfahrungen und kulturelle Normen – eine Rolle spielen. Interventions- und Präventionsmaßnahmen erfordern differenzierte Herangehensweisen. Dazu soll die Tagung einen Beitrag leisten – u.a. mit aktuellen Befunden zu Kriminalität, Migration und Lebenslagen aus unterschiedlichen Perspektiven.

13. Juni
Fachtagung
€ 70,00 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
Akademie des Sports, Hannover
Anmeldung Buchungsnummer: G1330

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Cyber-Mobbing

Phänomene – Intervention – Prävention

Andere lächerlich zu machen, zu schikanieren oder zu bedrohen, ist kein grundsätzlich neues Phänomen, neu an Cyber-Mobbing sind vor allem die Verbreitungsgeschwindigkeit und der Wirkungsradius. Wenn die Attacken in sozialen Netzwerken stattfinden, können sie von einer Menge anderer User gesehen und weiter verbreitet werden. Bei der Prävention gegen Cyber-Mobbing geht es deshalb zum einen um Kernthemen der Gewaltprävention, wie den Unterschied zwischen Spaß und Gewalt, wie die Sensibilisierung für die Situation von Opfern, wie Selbstschutz und Zivilcourage. Zum anderen geht es darum, die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu stärken und Erwachsenen einen Einblick in die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen zu geben. Diese Aspekte werden bei der Tagung mit Forschungsergebnissen zu Formen und Folgen von Cyber-Mobbing verknüpft sowie mit Methoden für einen offensiven Umgang mit dem Thema in der Arbeit mit Mädchen und Jungen.

24. September
Tagung
€ 60,00 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
Akademie des Sports, Hannover
Anmeldung Buchungsnummer: G1360

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„Peer to Peer“, 6.12.2012

„Peer to Peer“ – Prävention unter Gleichaltrigen

LJS zeigt am 06.12. 2012 Beispiele für Prävention durch Jugendliche selber

Medieninformation. 04.12. 2012. Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen widmet ihre Jahrestagung am kommenden Donnerstag, dem 06. Dezember in Hannover dem Thema „Peer to Peer“ in der Prävention. Im Kreis von insgesamt 110 angemeldeten Teilnehmenden wird es ab 10.00 Uhr im HCC Hannover darum gehen, wie die Kommunikation unter Jugendlichen sinnvoll für die pädagogische Arbeit genutzt werden kann.
Ein zentrales Thema ist der verantwortungsvolle Umgang mit Handy, Internet und sozialen Medien. Außerdem wird der Einsatz von jugendlichen Konfliktlotsen und Streitschlichtern an Schulen und Jugendeinrichtungen vorgestellt.

„Gleichaltrige sind eine bedeutende Sozialisationsinstanz, weil sie viele Inhalte glaubwürdiger vermitteln können als erwachsene Autoritätspersonen. Entsprechend wird es auch besser akzeptiert, wenn Jugendliche untereinander Informationen über Hilfsangebote austauschen oder sich gegenseitig helfen, gerade bei Aktivitäten im Netz“, so Andrea Urban, Leiterin der LJS. Projekte, die diesen Ansatz aufgreifen, wie etwa das Web-Angebot juuuport.de, die Ausbildung interkultureller Peertrainer/innen oder das LJS-Projekt „Handy – lieb und teuer“ werden im Rahmen der Tagung vorgestellt.
Wichtig ist es hierbei, so betont Andrea Buskotte, Referentin für Gewaltprävention bei der LJS, Jugendliche nicht zu überfordern: „Mit der Peer-to-Peer-Arbeit können wir die Reichweite von Prävention vergrößern – allerdings dürfen die jugendlichen Vermittler mit schwierigen Fragen nicht allein gelassen werden.“
Beispiele dafür gibt es beim Thema Cyber-Mobbing: Da Jugendliche im Social Web meistens unter sich sind, kommt es gerade hier zu Attacken, die von Erwachsenen unbemerkt bleiben.
Auch hier geht es darum, die jugendlichen Mitwisser für eine Intervention zu gewinnen.
Einen tieferen Einblick in die Gruppendynamik bei Cyber-Mobbing gibt Prof. Dr. Mechthild Schäfer von der Universität München.
Die Möglichkeiten und die Grenzen der pädagogischen Einflussnahme auf die Unterstützungspotentiale unter Gleichaltrigen wird Nora Schulze von der Universität Osnabrück aufzeigen und dabei beleuchten, unter welchen Voraussetzungen Peer-to-Peer-Ansätze erfolgversprechend sind. Abgerundet wird das Tagungsprogramm durch Ergebnisse der Sinus-Studie über die Lebenswelten von Jugendlichen in Deutschland und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Präventionsarbeit.

Über die LJS
Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen ist ein Fachreferat der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen. Sie arbeitet zu aktuellen Themen des Kinder- und Jugendschutzes. Die Tätigkeitsfelder sind Fortbildungen, Materialentwicklungen, Fachberatung, Projekte, Arbeitskreise und Gremien.
Gern laden wir Sie zur Teilnahme an der Tagung ein und freuen uns über eine Berichterstattung.

Pressekontakt:
Ulrike Beckmann Konzept+Kommunikation, Beim Schlump 13A, 20144 Hamburg,
Tel. 040 – 84 60 83 94, kontakt@ulrike-beckmann.de

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Grenzgebiete – Projektbausteine und Buchungsinformationen

Theaterprogramm „EinTritt ins Glück“
Die Produktion der Theaterpädagogischen Werkstatt (gGmbH) Osnabrück wendet sich an Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren (Klassenstufen 7. bis 9.). Mädchen und Jungen sollen darin gestärkt werden, die eigenen Grenzen zu erkennen und die Grenzen anderer zu respektieren. Wie erkennt man rechtzeitig, wenn eine Situation kippt? Wie stellt man mit Nachdruck klar, dass ein „nein“ kein „jein“ ist? Was kann man tun, um anderen zu helfen, wenn aus Spaß plötzlich Gewalt und aus einer Rangelei ein verletzender Übergriff wird? Das sind Fragen, die in Workshops im Anschluss an das Theaterstück besprochen werden.

Fortbildungen: Unterstützung und Aufmerksamkeit durch Erwachsene
Mit dem Projekt „Grenzgebiete“ will die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen auch Fachkräfte aus der Jugendarbeit, Erzieherinnen und Erzieher, Schulsozialarbeiter/innen und Lehrkräfte für das Thema sensibilisieren. In Fortbildungen erfahren sie, wie sie sich verhalten können, wenn sie sexuelle Übergriffe beobachten oder vermuten. Wie schafft man einen Anlass, mit Mädchen und Jungen über sexuelle Übergriffe zu sprechen – und wie findet man die richtigen Worte dafür? Ein weiterer Schwerpunkt ist die Prävention. Die Fortbildung bietet Gelegenheit,  Methoden für die Vorbeugung und Vertiefung des Themas kennenzulernen.

Info-Veranstaltungen: Kompakte Informationen
Die Info-Veranstaltungen wenden sich an alle Erwachsenen – Eltern, Lehrkräfte, Haupt- und Ehrenamtliche – die für Kinder und Jugendliche verantwortlich sind. Hier sollen grundlegende Informationen vermittelt werden. Und auch hier geht es darum, wie Erwachsene Jugendliche darin unterstützen können, sich gegen Grenzverletzungen zu wehren und über Erfahrungen mit sexueller Gewalt zu sprechen.

Kooperation vor Ort
„GRENZGEBIETE“ richtet sich an Schulen, Jugendarbeit und Jugendhilfe. Das Projekt soll die Arbeit der Fachstellen und Netzwerke vor Ort unterstützen. Bei der Planung, Organisation und Nachbereitung des Projekts sollten die Fachberatungsstellen vor Ort (Beratungsstellen gegen sexuellen Missbrauch, Frauennotruf, Kinderschutzbund) unbedingt eingebunden werden. Informationen dazu werden mit der Projektbuchung zur Verfügung gestellt.

Broschüre: Fragen und Antworten
Die Broschüre richtet sich an Eltern und alle Erwachsenen, die für Jugendliche verantwortlich sind. Sie enthält Informationen zum Umgang mit Betroffenen sowie eine Übersicht über geeignete Beratungsangebote.

Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen
Tel.: 0511 / 858788

Projektleitung:
Andrea Buskotte, andrea.buskotte@jugendschutz-niedersachsen.de

Organisation:
Tanja Opitz, tanja.opitz@jugendschutz-niedersachsen.de

theaterpädagogische werkstatt gGmbH
Tel: 0541 / 580 54 63 0
kontakt@tpw-osnabrueck.de


Grenzgebiete – Infos zum Projekt

Grenzgebiete – Infos für Eltern und Fachkräfte

Theaterprogramm im Projekt GRENZGEBIETE: “EinTritt in Glück”

Hanna Kiper: Zwischen Selbstbestimmung, Demütigung und Scham
Vortrag bei der Auftaktveranstaltung des Projekts GRENZGEBIETE, Mai 2011

„Immer Ärger mit den Jungs?!“ 27.6.2012

Gewaltprävention bei Jungen und Mädchen

Fachtagung der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen präsentiert neue Erkenntnisse der Gewaltforschung

Hannover, 04.06.2012. Medieninformation/Einladung. Für viele Jugendliche gehört Gewalt zum Alltag. Insbesondere Jungen machen diese Erfahrung. Eher als Mädchen neigen sie dazu, sich mit Gewalt Gehör zu verschaffen, Konflikte zu beenden oder Macht und Männlichkeit zu inszenieren. Gleichzeitig werden Jungen auch häufiger Opfer von Gewalt. Wer wirksam intervenieren will, sollte die Ursachen und Auslöser von Gewaltverhalten bei Jungen kennen. Die LJS-Fachtagung „Immer Ärger mit den Jungs?!“ zeigt am 27.06.2012 mit Fachvorträgen und Beispielen aus der Praxis, wie eine wirksame geschlechtsspezifische Gewaltprävention aussehen kann.

In ihrem Einführungsvortrag greift Dr. Susann Fegter von der Goethe Universität Frankfurt die Debatte über „Jungen in der Krise“ auf – ein Thema, das auf breites Medieninteresse stößt, dessen Alltagsrelevanz die Wissenschaftlerin jedoch in Frage stellt.
In weiteren Fachvorträgen geht es um geschlechtsspezifische Gewaltprävention und die Erfahrungen aus der praktischen Arbeit mit Jungen. Prof. Wassilis Kassis von der Universität Osnabrück stellt aktuelle Forschungsergebnisse zur Entstehung von Gewaltverhalten vor und beleuchtet dabei die Faktoren Eltern und Schule. Prof. Dr. Ahmed Toprak von der Fachhochschule Dortmund widmet sich gezielt der Gewaltprävention bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Andrea Buskotte, Referentin für Gewaltthemen bei der LJS: „Wer männlich ist und einen Migrationshintergrund hat, ist besonders gefährdet, Gewalt zu erleben. Zu den Ursachen gehört, dass Jugendliche mit Migrationsgeschichte oft unter schwierigeren sozialen Verhältnissen aufwachsen und sich als stärker benachteiligt erleben. Das erzeugt Stress.“ Wie Toprak zeigt, ist für die Prävention eine niedrigschwellige Elternarbeit wichtig – und ein kontinuierliches Bemühen um die Integration dieser Jugendlichen.

Zum Abschluss der Tagung berichtet Erkan Altun vom Bremer Jungenbüro über konkrete Anforderungen an den Umgang mit Gewalterfahrungen – für Täter und für Opfer. Wir möchten Sie herzlich zur Teilnahme an der Tagung einladen und freuen uns über eine Berichterstattung. Das Tagungsprogramm finden Sie hier.

Datum: 27. Juni 2012
Zeit: 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Ort: Akademie des Sports, Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg 10, 30169 Hannover

Kontakt:
Andrea Buskotte, LJS, Leisewitzstraße 26, 30175 Hannover,
Tel. 0511 – 85 87 88, andrea.buskotte @jugendschutz-niedersachsen.de

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„Wir können auch anders…“

Ansätze für Gewaltprävention in der Arbeit mit Gruppen

Wenn es „gekracht“ hat oder wenn jemand „ausgeflippt“ ist, geht es vor allem darum, was zu tun ist, um die Situation zu beruhigen und zu klären. Mindestens ebenso interessant und wichtig ist aber die Frage, wie es zur Eskalation gekommen ist: „Was war denn vorher?“ Ausgangspunkt des Seminars sind Alltagssituationen in Gruppen und daran anknüpfend die Identifizierung von Faktoren, die eine Konfliktsituation und die eigenen Interventionsmöglichkeiten beeinflussen. Dabei geht es u. a. um eigene Einstellungen zu Konflikten und Gewalt und das subjektive Sicherheitsempfinden, aber auch um die Frage, wie man auf kleine Probleme reagieren kann, um große Schwierigkeiten zu verhindern.

6. und 20. März
Seminar, zweitägig
€ 120 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
Hanns-Lilje-Haus, Hannover
Anmeldung Buchungsnummer: G1210

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Hart, aber herzlich

Gewaltpräventive Methoden zwischen Konfrontation und Empathie

Welche Unterstützung brauchen Gewaltopfer? Wie sieht ein angemessener Umgang mit Tätern aus? Die Fragen klingen einfach, die Antworten sind oft kompliziert: Schon die Frage, wo Gewalt beginnt und welches Verhalten ein Eingreifen verlangt, kann verunsichern. Die Konzepte der konfrontativen Pädagogik geben zu diesem Thema zahlreiche Anregungen und bilden den Hintergrund des Seminarkonzepts. Dabei geht es vor allem um die Entwicklung von Empathie und Kommunikationsfähigkeit bei gewalttätigen Jugendlichen.

19. September und 10. Oktober
Seminar, zweitägig
€ 120 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
Akademie des Sports, Hannover
Anmeldung Buchungsnummer: G1250

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und
Kreishaus Wildeshausen
Anmeldung Buchungsnummer: G1251

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Cyber-Mobbing

Hintergründe – Prävention – Intervention

Das Internet ist aus dem Alltag der meisten Mädchen und Jungen nicht mehr wegzudenken, als Informationsquelle ebenso wenig wie als Drehscheibe für Selbstdarstellung und soziale Kontakte. Das ist praktisch und macht Spaß. Kommunikation im Cyber-Space bietet aber auch Gelegenheiten für Gemeinheiten und Gewalt. Das kann ernsthafte Probleme für die Betroffenen zur Folge haben.

In der Präventionsarbeit gegen Cyber-Mobbing geht es deshalb zum einen um Kernthemen der Gewaltprävention: um den Unterschied zwischen Spaß und Gewalt, um die Sensibilisierung für die Situation von Opfern, um Selbstschutz und Zivilcourage. Zum anderen geht es darum, die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu stärken und Erwachsenen einen Einblick in die Medienwelten der Mädchen und Jungen zu geben. Beide Aspekte werden in diesem Seminar miteinander verknüpft: mit Hintergrundinformationen und Forschungsergebnissen zu Formen und Folgen von Cyber-Mobbing sowie Ideen und Methoden für einen offensiven Umgang mit dem Thema in der Arbeit mit Mädchen und Jungen.

8. November 2012
Seminar
60,- € inkl. Verpflegung
Seminarzentrum Hannover
Anmeldung Buchungsnummer: G1280

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27. November 2012
Seminar
60,- € inkl. Verpflegung
PFL Oldenburg
Anmeldung Buchungsnummer: G1281

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Cyber-Mobbing und Happy Slapping

Information für die Medien

Cyber-Mobbing und Happy Slapping?

Fachtagung zum Umgang von Jugendlichen mit dem Handy
in Nordhorn am 06.09. 11

Bad Bentheim/Hannover, 25.08.2011. Das Handy ist das wichtigste Medium der 12 bis 19-Jährigen: 97% von ihnen besitzen ein Mobiltelefon. Das kleine „Must-Have“ wird nicht nur zum Telefonieren genutzt. SMS- und Fotofunktion und die Vernetzung mit sozialen
Netzwerken sind ebenso wichtig. Doch verleitet das Gerät auch zum Austausch pornografischer Bilder – und zum Cyber-Mobbing, dem gezielten Terrorisieren von Mitschülern. Auf einer Fachtagung am 06. September 2011 widmen sich Lehrer und pädagogische Fachkräfte in Nordhorn dem brisanten Thema. Veranstaltet wird die Tagung
vom Landkreis Grafschaft Bentheim in Kooperation mit der Landesstelle Jugendschutz
Niedersachsen.

Das umfangreiche Tagungsprogramm beginnt mit einer Begrüßung durch Friedrich Kethorn, Landrat des Landkreises Bentheim. In Fachvorträgen und Diskussionen geht es im Anschluss um das Phänomen des „Happy Slapping“. Ist das gezielte Schlagen Schwächerer zum Zweck des Filmens inzwischen Alltag oder Ausnahme auf den Schulhöfen? Hierzu
präsentiert Andrea Herzog, Jugendschutzbeauftrage in Bentheim am Nachmittag die ersten Ergebnisse einer Schülerbefragung zur Mediennutzung im Landkreis Bentheim.

Ziel der Jugendschutz-Tagung ist es, die enge Verbindung zwischen Medienkompetenz und Gewaltprävention auszuleuchten – und für die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu nutzen. Die Veranstaltung findet im Rahmen des landesweiten Präventionsprojektes der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) „Handy: lieb &
teuer“ statt.

Das Projekt „Handy: lieb und teuer“ wird seit 2009 von der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) durchgeführt. Das pädagogische Ziel ist die Vermittlung von Medienkompetenz und Aufklärung zum sicheren und kostenbewussten Umgang mit dem Handy. Das Projekt wird vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration unterstützt und kostenlos an Schulen und Einrichtungen der
Jugendarbeit angeboten.

Zum Begriff Cyber-Mobbing
Der Begriff bezeichnet Attacken per Handy oder in Internetforen und stellt für viele Mädchen und Jungen eine leidvolle Seite des Medien-Alltags dar. Gemobbt wird, wer sich kaum wehren kann. Mit den Folgen des Psycho-Terrors bleiben die Opfer häufig allein. Damit Pädagogen und Eltern beim Verdacht auf Cyber-Mobbing rechtzeitig und angemessen
eingreifen können, sind Strategien aus der Medienpädagogik und aus der Gewaltprävention
hilfreich.

Gern laden wir Sie zur Teilnahme an der Tagung und vertiefenden Gesprächen mit Referenten und Tagungsteilnehmern ein. Über eine Berichterstattung freuen wir uns.

Fachtagung „Handynutzung Jugendlicher – Happy Slapping und Cyber-Mobbing“ am 06.09. 2011 im Kompetenzzentrum, NINO-Hochbau, NINO-Allee 11, 48529 Nordhorn.

Pressekontakt: Eva Hanel, Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen, Leisewitzstraße 26,
30175 Hannover, Tel. 0511-85 87 88, eva.hanel@jugendschutz-niedersachsen.de

Handynutzung und Happy Slapping am 06.09 inkl. Tagungsprogramm (pdf)