Pubertät und Jugendschutz

Erwachsenwerden findet zu einem Großteil im Austausch mit Gleichaltrigen statt – Werte und Normen werden verhandelt, Ideale besprochen und das eigene Auftreten ausgetestet. Mädchen und Jungen wachsen aber auch in einer Welt auf, in der sie eine lukrative Zielgruppe für die Industrie darstellen, die wiederum Trends setzt und damit die Jugendphase massiv prägt. Die Kommerzialisierung trägt dazu bei, dass weiterhin streng zwischen Mädchen und Jungen unterschieden wird: Geschlechtskonforme Kleidung, Musik, Hobbys und letztendlich auch Verhaltensweisen werden Mädchen und Jungen auferlegt – und ein Großteil der Jugendlichen folgt den angebotenen Orientierungshilfen
unkritisch. Insgesamt stellt sich die Frage, wie heutzutage eine Abgrenzung zu älteren Generationen gelingen kann.

Die Fachtagung beschäftigt sich mit den veränderten Bedingungen des Erwachsenwerdens und wie in der pädagogischen Praxis damit umgegangen werden kann. Welche Freiräume sollten Jugendlichen zugestanden werden? Welche Grenzen müssen gezogen werden? Und an welchen Stellen ist eine umsichtige Unterstützung angebracht, um damit auch den immer noch vorhandenen Geschlechterungerechtigkeiten entgegenzuwirken?

6. Juni
Fachtagung
€ 70,00 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
Pavillon, Hannover

Anmeldung | Buchungsnummer: A1830

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Sexualität und Beeinträchtigung

Zwischen Selbstbestimmungsrecht und Schutzmaßnahmen

Der Umgang mit sexuellen Bedürfnissen von geistig oder seelisch beeinträchtigten Jugendlichen ist in der (sexual-)pädagogischen Arbeit eine große Herausforderung. Wie sieht der Umgang mit Sexualität, Liebe und Partnerschaft in der Einrichtung aus? Welches Maß an Selbstbestimmung wird Mädchen und Jungen zugestanden und welche Schutzmaßnahmen sind sinnvoll? Neben den institutionell gesetzten Rahmenbedingungen
spielt die Haltung der pädagogischen Fachkräfte eine wichtige Rolle.

In der Praxis wirft das neben Fragen zum konkreten Umgang auch ethische Fragen auf, die im Rahmen des Seminars diskutiert werden.

Das Seminar richtet sich an Mitarbeitende aus Einrichtungen der stationären Jugendhilfe mit dem Fokus auf geistige und seelische Beeinträchtigungen.

5. September
Seminar
€ 70,00 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
Stephansstift, Hannover

Anmeldung | Buchungsnummer: A1840

 

„Du willst es, du kriegst es“

Ist eine Erziehung zum Verzicht möglich?

Ich sehe, was du siehst, was du hörst, was du isst. Ich beobachte, was du kaufst, ich weiß, was du bist – oder sein willst. Durch das Hinterlassen von Datenspuren sind junge Menschen noch interessanter für die Wirtschaft geworden. Auch für das Funktionieren von sozialen Netzwerken und innerhalb von Peer Groups ist das Veröffentlichen der Konsummuster scheinbar lebenswichtig.

Fragt man Jugendliche nach ihrem Berufswunsch, wird nicht selten YouTuberin oder Fußballer gesagt – Hauptsache schnell reich. Geld haben und ausgeben können scheint eine neue Schlüsselqualifikation zu sein. Der Druck ist groß, gerade für Kinder und Jugendliche, dazuzugehören, mit dem richtigen Kopfhörer, dem angesagten Spiel und der abgefahrenen Klamotte. Wenn die meisten Kinder bereits in der Grundschule ein eigenes Smartphone besitzen, Turnschuhe für 200 Euro selbstverständlich sind und schon 6-Jährige beim Friseur gestylt werden, ist Kritik an diesem Konsumverhalten nicht gern gesehen.

Ein vermeintlich auf individuelle Bedürfnisse ausgerichteter Markt, der Produkte passgenauals Dauerwerbeeinblendung ins Leben spiegelt, lässt eine pädagogisch motivierte Konsumerziehung als Spielverderber und Zerstörer identitätsstiftender Handlungen erscheinen.

Was kann aus pädagogischer Sicht getan werden, um Kindern wie Jugendlichen ihre
individuellen Stärken jenseits des Konsumdrucks erlebbar werden zu lassen? Und was ist mit denjenigen, die sich das alles nicht leisten können? Deren Taschengeld oder Lohn nicht ausreicht und die sich vielleicht dann unrechtmäßig nehmen, was andere mühelos bekommen? Was ist mit jenen, die sich ausgeschlossen und wertlos fühlen? Und mit denen, die sich das nicht leisten wollen? Die „containern“ oder aus Sorge um die Vernichtung von Ressourcen auf Konsum bewusst verzichten? Sind das Einzelfälle? Dienen sie als Vorbilder?

Mit der Tagung möchten wir der Frage nachgehen, welche Funktion der Konsum für Mädchen und Jungen hat, was es bedeutet, wenn man aufgrund von Armut nicht mithalten kann oder aus Überzeugung nicht mithalten will und wie eine Auseinandersetzung über problematische Konsummuster geführt werden muss.

5. Dezember
Jahrestagung
€ 80,00 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
HCC, Hannover

Anmeldung | Buchungsnummer: J1830