(Cyber-)Mobbing Was muss man wissen? Was kann man tun?

Online-Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte 2022

Mobbing und Cybermobbing sind in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen miteinander verwoben. Die Größenordnung ist – wie bei allen Formen von Gewalt – nicht exakt zu bestimmen. Studien kommen zu unterschiedlichen Befunden, es existiert vermutlich ein erhebliches Dunkelfeld. Klar ist aber: Wo Mobbing verübt wird, finden die Attacken oft gleichzeitig online und offline statt. Und: Für betroffene Kinder und Jugendliche bedeutet das eine große Belastung. (Cyber-)Mobbing kann psychischen Schaden anrichten, es macht Angst, schränkt ein und verletzt die Rechte und die Würde der Betroffenen. Mit zunehmender Dauer beeinträchtigt Mobbing außerdem das Gruppenklima insgesamt.

Für pädagogische Fachkräfte in Schulen und in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe ist die Problematik also eine stetige Herausforderung. Die eigene fachliche Haltung, die Aufmerksamkeit und Handlungsfähigkeit sind entscheidende Faktoren für Schutz und Vorbeugung. Kenntnisse über Handlungsoptionen in akuten Mobbingsituationen sind ein wichtiges Handwerkszeug, ebenso das Know-how für die Prävention. Die Fortbildungsmodule vermitteln relevantes Wissen und praktische Orientierungen, sie sollen dazu beitragen, dass „Hinsehen und handeln“ im pädagogischen Alltag gut gelingt.

Zielgruppen der Fortbildungsreihe sind pädagogische Fachkräfte, Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter*innen und Mitarbeiter*innen in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.


MODUL 1
Was ist (Cyber-)Mobbing – und was ist es nicht?
17. März oder 6. Mai | 9:00 – 12:00 Uhr

Mobbing – das Ausspielen einer Machtposition durch Feindseligkeit und Ausgrenzung – ist kein neues Problem. Im Kontext digitaler Kommunikation ist es aber besonders brisant, denn die Attacken sind rund um die Uhr präsent, verbunden mit großem Stress für Betroffene. In diesem Modul werden Beispiele und typische Dynamiken von Cyber-Mobbing vorgestellt und die Perspektiven aller Beteiligten transparent gemacht. Dabei geht es auch um die Frage, was (Cyber-)Mobbing von anderen Grenzverletzungen und Gewalt unterscheidet.

Die Teilnahme an einem dieser beiden Termine ist Voraussetzung für die Teilnahme an den anderen Modulen.


MODUL 2
Prävention – Vorbeugen ist wichtig
10. Juni | 9:00 – 12:00 Uhr

Online-Gewalt betrifft die Sozial- und die Medienkompetenz von Kin-dern und Jugendlichen, Prävention gegen (Cyber-)Mobbing ist ein wesentlicher Aspekt von Gewaltprävention insgesamt. Dabei geht es um Respekt und Sensibilität im Umgang mit persönlichen Gren-zen – online und offline. Grundsätzlich gilt: Das Wir-Gefühl einer Gruppe und ein klarer Werterahmen bilden ein Gegengewicht zu Risiken für Cyber-Mobbing. Sie sind ein wichtiger Bezugspunkt für das fachliche Vorgehen, wenn Mobbing dennoch passiert.


MODUL 3
Erste Hilfe bei (Cyber-)Mobbing
1. Juli | 9:00 – 12:00 Uhr

Die Konfrontation mit einer Mobbingsituation löst in der Regel einen erheblichen Handlungsdruck aus, auch erfahrene Fachkräfte können dabei unter Stress geraten. Um Mobbing zu beenden und be-troffene Kinder und Jugendliche zu stärken, ist das Gespräch mit ihnen in der Regel der erste Schritt. Ein institutionelles Konzept zum Umgang mit Mobbing ist ein wichtiger Rahmen, wesentliche Aspekte dafür werden in diesem Baustein vorgestellt und diskutiert.


MODUL 4
Intervention 1 – Eine gute Lösung finden
23. September | 9:00 – 12:00 Uhr

Mobbing muss beendet werden. Die Verantwortung dafür liegt bei den Fachkräften. Sie haben in der Regel einen Zugang zu den betei-ligten Kindern/Jugendlichen und können auf dieser Basis angepass-te Lösungen finden. Für die Entwicklung solcher Lösungsperspektiven ist ein systemischer Blick auf die Situation hilfreich. Typische Situationen und Ansatzpunkte für den Umgang damit stehen im Mit-telpunkt dieses Moduls – denn: Wichtiger als die Suche nach den Ursachen ist es, das Mobbing zu beenden.


MODUL 5
Intervention 2 – No blame approach
11. November | 9:00 – 12:00 Uhr

Ein gut gelöster Mobbingfall führt oft zu positiven sozialen Lerner-fahrungen und einer nachhaltigen Verbesserung der Gemeinschaft. Daran knüpft der No blame approach an: Mit diesem Ansatz wird die Beendigung des Mobbings mit allen Beteiligten entwickelt, statt die Vorfälle aufzuarbeiten und Täter*innen zu bestrafen. Die Lehrkraft/pädagogische Fachkraft bindet die mobbenden Kinder/Jugendlichen in eine Unterstützungsgruppe ein, alle können aktiv zu einer tragfähigen Lösung beitragen.


LJS: Online-Seminar Online-Fortbildungsreihe

30,- € pro Modul | 120,- € für alle fünf Module

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