Wir können auch anders…

Ansätze für die Gewaltprävention in der Arbeit mit Gruppen

Nach einem Gewaltausbruch, wenn es gekracht hat oder wenn jemand ausgeflippt ist, geht es zuerst darum, die Beteiligten zu beruhigen und die Situation zu klären. Mindestens ebenso wichtig ist aber die Frage, wie es zu dem Ausbruch gekommen ist: Was ist vorher passiert? Was war der Auslöser? Ausgangspunkt des Seminars sind aggressive Alltagssituationen und Eskalationen in Gruppen. Die Betrachtung solcher Situationen kann helfen, Faktoren zu erkennen, die die eigenen Handlungsmöglichkeiten in Konfliktsituationen positiv wie negativ beeinflussen. Dabei geht es um die jeweils individuellen Einstellungen zu Konflikten und Gewalt und um das eigene Sicherheitsempfinden.

Daran anschließend wird die Frage aufgegriffen, wie man auf kleine Probleme sinnvoll reagieren kann, um große Schwierigkeiten zu verhindern.

Das Seminar richtet sich an pädagogische Fachkräfte, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.

15. und 31. Mai
Seminar, zweitägig
€ 140,00 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
Seminarzentrum Hannover

Anmeldung | Buchungsnummer: G1850

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Basic Jugendschutz Gewalt

Was ist der Unterschied zwischen einem Streit und Gewalt? Ist ein Klaps auf den Po schon eine Kindesmisshandlung? Und wie ist der Zusammenhang zwischen Kriminalität, Migrationsgeschichte und Geschlecht zu bewerten? Helfen Strafen gegen Gewalt? Welche Rechte haben Betroffene? Und welche Unterstützung brauchen sie?

Mit diesem Seminar möchten wir für unterschiedliche Formen von Gewalt sensibilisieren, rechtliche Konsequenzen bei übergriffigem und verletzendem Verhalten aufzeigen und Präventionsansätze vorstellen, die ein gewaltfreies Verhalten fördern.

22. August
Seminar
€ 70,00 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
St. Clemens, Hannover

Anmeldung | Buchungsnummer: J1820

 

Ignorieren hilft nicht! Funktionen und Folgen digitaler Gewalt

Ansatzpunkte für Prävention und Intervention

Im Netz geht es manchmal ziemlich ruppig zu, Hasskommentare, Shitstorms und Cyber-Mobbing sind weit verbreitet. Für Eltern und pädagogische Fachkräfte stellt sich mit Blick auf Kinder und Jugendliche die Frage, welche Risiken diese Konfrontation mit Gemeinheiten, Drohungen und Diskriminierungen mit sich bringt. Welche Folgen hat Online-Gewalt für Betroffene? Welche Motivationen gibt es auf Seiten der Angreifer? Wie können boshafte und diskriminierende Äußerungen die „Zuschauer“ und „Mitleser“ beeinträchtigen?

Im Seminar werden die Funktionen und Wirkungen digitaler Gewalt vor dem Hintergrund von Entwicklungsherausforderungen wie Pubertät von Jugendlichen, eingeordnet. Denn vor allem in diesem Alter können sich Herabsetzungen und Verunglimpfungen besonders brisant auf das Selbstwertgefühl auswirken. Daran anknüpfend geht es um Möglichkeiten der Prävention und um die Unterstützung, wenn es zu Online-Übergriffen gekommen ist.

6. September
Seminar
€ 70,00 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
Seminarzentrum Hannover

Anmeldung | Buchungsnummer: G1860

 

Von der Konfrontation zur Kooperation

Training für den Umgang mit Gewalt und Konflikten

Gewalttätige Handlungen Jugendlicher sind häufig Versuche, mit einer als bedrohlich empfundenen Situation umzugehen. Andere anzugreifen kann dazu dienen, ein Gefühl von Schwäche zu bekämpfen und Stärke zu demonstrieren. Insofern ist Gewalt eine subjektiv sinnvolle – wenn auch meist nur kurzfristige – Problemlösung. Für die Prävention folgt daraus: Was ermutigt Mädchen und Jungen, solche Strategien aufzugeben und andere zu entwickeln? Im Seminar werden in Übungen und Rollenspielen Ansätze aus der konfrontativen Konfliktbearbeitung ausprobiert. Diese sollen eine Weiterarbeit an kooperativen Konfliktlösungen ermöglichen.

Ziel des Seminars ist die Erweiterung und Festigung eigener Fähigkeiten für einen kreativen, konstruktiven Umgang mit Konflikten – und die Reflexion einer Haltung, die hilft, Gewalthandlungen zu verstehen, ohne mit ihnen einverstanden zu sein. Eingeladen sind pädagogische Fachkräfte aus Jugendarbeit, Jugendhilfe und Schule.

31. Oktober und 21. November
Seminar, zweitägig
€ 140,00 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
Seminarzentrum Hannover

Anmeldung | Buchungsnummer: G1870

 

„Du willst es, du kriegst es“

Ist eine Erziehung zum Verzicht möglich?

Ich sehe, was du siehst, was du hörst, was du isst. Ich beobachte, was du kaufst, ich weiß, was du bist – oder sein willst. Durch das Hinterlassen von Datenspuren sind junge Menschen noch interessanter für die Wirtschaft geworden. Auch für das Funktionieren von sozialen Netzwerken und innerhalb von Peer Groups ist das Veröffentlichen der Konsummuster scheinbar lebenswichtig.

Fragt man Jugendliche nach ihrem Berufswunsch, wird nicht selten YouTuberin oder Fußballer gesagt – Hauptsache schnell reich. Geld haben und ausgeben können scheint eine neue Schlüsselqualifikation zu sein. Der Druck ist groß, gerade für Kinder und Jugendliche, dazuzugehören, mit dem richtigen Kopfhörer, dem angesagten Spiel und der abgefahrenen Klamotte. Wenn die meisten Kinder bereits in der Grundschule ein eigenes Smartphone besitzen, Turnschuhe für 200 Euro selbstverständlich sind und schon 6-Jährige beim Friseur gestylt werden, ist Kritik an diesem Konsumverhalten nicht gern gesehen.

Ein vermeintlich auf individuelle Bedürfnisse ausgerichteter Markt, der Produkte passgenauals Dauerwerbeeinblendung ins Leben spiegelt, lässt eine pädagogisch motivierte Konsumerziehung als Spielverderber und Zerstörer identitätsstiftender Handlungen erscheinen.

Was kann aus pädagogischer Sicht getan werden, um Kindern wie Jugendlichen ihre
individuellen Stärken jenseits des Konsumdrucks erlebbar werden zu lassen? Und was ist mit denjenigen, die sich das alles nicht leisten können? Deren Taschengeld oder Lohn nicht ausreicht und die sich vielleicht dann unrechtmäßig nehmen, was andere mühelos bekommen? Was ist mit jenen, die sich ausgeschlossen und wertlos fühlen? Und mit denen, die sich das nicht leisten wollen? Die „containern“ oder aus Sorge um die Vernichtung von Ressourcen auf Konsum bewusst verzichten? Sind das Einzelfälle? Dienen sie als Vorbilder?

Mit der Tagung möchten wir der Frage nachgehen, welche Funktion der Konsum für Mädchen und Jungen hat, was es bedeutet, wenn man aufgrund von Armut nicht mithalten kann oder aus Überzeugung nicht mithalten will und wie eine Auseinandersetzung über problematische Konsummuster geführt werden muss.

5. Dezember
Jahrestagung
€ 80,00 (inkl. vegetarischer Verpflegung)
HCC, Hannover

Anmeldung | Buchungsnummer: J1830