STI | sexuell übertragbarbare Krankheiten

Kurzbeschreibungen
Viren

HIV

Viren

Hepatitis A

Viren

Herpes

Bakterien

Chlamydien

Viren

Hepatitis B

Bakterien

Gardnerella

Bakterien

Gonorrhoe

Viren

Hepatitis C

Parasiten

Trichomoniasis

Bakterien

Syphilis

Viren

HPV

Pilze

Candidose

HIV

HIV ist ein Virus, das das menschliche Immunsystem schwächt und ohne medikamentöse Behandlung die körpereigenen Abwehrkräfte so stark schädigt, dass sich der Körper nicht mehr gegen gewöhnliche Krankheitserreger wehren kann.

Die betroffene Person gelangt einige Jahre nach der Infektion in das sogenannte AIDS Stadium welches ohne Behandlung tödlich verläuft.

HIV kann bislang nicht geheilt werden. Eine Infektion ist jedoch gut behandelbar: Bei konstanter Einnahme von entsprechenden Medikamenten kann die Viruslast soweit gesenkt werden, dass AIDS nicht mehr ausbrechen muss.

Schutzmöglichkeiten

Vor einer Infizierung mit HIV kann man sich schützen, indem beim Sex Kondome verwendet werden, sodass keine infektiösen Flüssigkeiten wie z.B. Blut oder Sperma auf die Schleimhäute gelangt.

Chlamydien

Eine Chlamydien-Infektion wird durch Bakterien verursacht und vor allem beim Sex übertragen.

Anzeichen für eine Infektion mit Chlamydien können Juckreiz an Scheide, Penis oder Anus; ein Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen und beim Sex sein – allerdings lösen Chlamydien häufig keine oder nur leichte Beschwerden aus und bleiben so oftmals unbemerkt.

Eine Chlamydien-Infektion ist durch spezifische Antibiotika heilbar – eine unbehandelte Infektion kann zur Unfruchtbarkeit führen.

Schutzmöglichkeiten

Die Verwendung von Kondomen beim Sex verringert das Übertragungsrisiko.

Zusatzinfo

Frauen können bis einschließlich ihres 24. Lebensjahres einmal im Jahr einen Chlamydientest in einer gynäkologischen Praxis machen.

Gonorrhoe

Die Gonorrhoe (weitläufig auch unter dem Namen Tripper bekannt) ist eine durch Bakterien verursachte Infektionskrankheit, die beim Sex übertragen werden kann.

Anzeichen für eine Infektion mit der Gonorrhoe können Juckreiz an Scheide, Penis oder Anus; ein Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen; Schmerzen beim Sex, ungewöhnlicher Ausfluss aus Scheide, Penis oder Anus; Zwischenblutungen und Halsschmerzen nach Oralsex ohne sonstige Anzeichen für eine Erkältung sein.

Während bei Männern häufig Beschwerden im Bereich der Harnröhre auftreten, bleibt eine Infektion bei Frauen manchmal unerkannt, da sie keine oder nur leichte Beschwerden haben.

Die Gonorrhoe ist bei Einnahme spezifischer Antibiotika heilbar – unbehandelt kann sie zu Unfruchtbarkeit führen. Partner von infizierten Menschen sollten sich ebenfalls untersuchen und ggf. behandeln lassen.

Schutzmöglichkeiten

Die Verwendung von Kondomen beim Sex verringert das Übertragungsrisiko.

Syphilis

Die Syphilis (in Fachkreisen: Lues) ist eine durch Bakterien verursachte Infektion, die vor allem beim Sex übertragen werden kann.

Die Symptome einer Infektion mit Syphilis sind sehr vielseitig und können je nach Phase unterschiedlich aussehen. Die Syphilis wird bis heute mithilfe von Penicillin behandelt und ist damit heilbar. Unbehandelt verläuft die Infektion in mehreren Phasen und ist tödlich.

Partner*innen von infizierten Menschen sollten sich ebenfalls untersuchen und ggf. behandeln lassen.

 

Schutzmöglichkeiten

Die Verwendung von Kondomen mindert das Risiko einer Übertragung.

Hepatitis A

Hepatitis A ist eine durch Viren verursachte Infektion. Zu den Symptomen gehören Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Muskelschmerzen, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen.

Zudem kann bei jedem dritten Betroffenen eine Gelbfärbung der Haut und Bindehaut, dunkler Urin oder lehmfarbener Stuhl auftreten.

Übertragen wird Hepatitis A häufig durch mit Kotspuren verunreinigte Lebensmittel oder verunreinigtes Trinkwasser sowie beim Sex durch Schmierinfektionen bei oral-analen Praktiken.

Die Krankheit heilt meistens von alleine aus und wird daher in der Regel nicht mit Medikamenten behandelt. Zudem hinterlässt sie meist lebenslange Immunität.

 

Schutzmöglichkeiten

Den sichersten Schutz bietet eine Impfung gegen Hepatitis A, die in der Regel ebenfalls eine lebenslange Immunität initiiert.

Hepatitis B

Hepatitis B ist eine durch Viren verursachte Infektion, die häufig von alleine ausheilt.

Die Symptome sind mit denen einer Hepatitis A-Infektion identisch.

Übertragen wird das Virus vor allem beim Sex und bei direkten Blut-zu-Blut-Kontakten.

Schutzmöglichkeiten

Das Risiko einer Infektion kann durch die Verwendung von Kondomen gesenkt werden. Einen sicheren Schutz bietet eine Impfung gegen Hepatitis B. Die Immunisierung hält mindestens 10 Jahre an und kann später aufgefrischt werden.

Zusatzinfo

In ca. fünf bis zehn Prozent aller Fälle wird sie chronisch und kann ohne antivirale Medikation zu einer starken Leberschädigung führen.

Hepatitis C

Hepatitis C ist eine durch Viren verursachte Infektion, die nur selten von alleine ausheilt und in drei Vierteln der Fälle zunächst beschwerdefrei verläuft, dann chronisch werden und zu einer starken Schädigung der Leber führen kann. Auch hier sind die Symptome gleich der einer Hepatitis A oder B.

Das Virus kann durch den Kontakt mit infiziertem Blut weitergegeben werden, wie bei dem gemeinsamen Nutzen von Nadeln, Röhrchen und Spritzen für den Drogenkonsum, sowie bei Sexpraktiken, die zu Verletzungen führen oder wenn blutige Entzündungen im Enddarm beim Sex vorhanden sind.

Mittlerweile lässt sich Hepatitis C gut mithilfe von Medikamenten behandeln und meistens heilen, jedoch kann man sich auch nach einer ausgeheilten Hepatitis C Infektion immer wieder neu mit dem Virus anstecken.

 

 

Schutzmöglichkeiten

Da keine Impfung gegen das Virus vorhanden ist, ist die einzige Schutzmöglichkeit die Verwendung von Kondomen und Safer Use von Drogenbesteck.

HPV

Das HPV ist ein leicht übertragbares Virus, das über virushaltige Hautschuppen, in der Regel beim Sex (selten auch durch anderen intensiven Körperkontakt und durch Schmierinfektionen) übertragen wird.

Einige HPV Typen (low risk Typen) sind für die Entstehung von Feigwarzen und andere (high risk Typen) in seltenen Fällen für die Entstehung von Karzinomen (z.B. Gebärmutterhalskrebs und Enddarmkrebs) verantwortlich. Die Infektion heilt in den meisten Fällen in einem Zeitraum von 18-24 Monaten von alleine aus.

Eine antivirale Therapie, die das Virus bekämpft, existiert zurzeit nicht. Krebsvorstufen oder Karzinome können oftmals mit verschiedenen Methoden behandelt, zurückgebildet und entfernt werden.

 

Schutzmöglichkeiten

Um sich vor einer Infektion zu schützen, kann man sich gegen 9 HPV Typen impfen lassen.

Diese Impfung wird bis zum 18. Lebensjahr von allen Krankenkassen übernommen.

Zusatzinfo

Um eine Entstehung von Karzinomen durch eventuell vorliegende HPV high risk Typen im Körper einer Frau zu verhindern, wird Frauen ab dem 20. Lebensjahr eine jährliche Früherkennungsuntersuchung (PAP-Test) in einer gynäkologischen Praxis geraten, den die Krankenkassen bezahlt.

Herpes (Herpes simplex Virus | HSV)

Die Herpes-simplex-Infektion ist eine virale Infektion, die insbesondere an den Lippen, sowie im Genital- und Analbereich, zu mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen und schmerzhaften Geschwüren führen kann.

Übertragen wird das Virus zumeist über die hochinfektiöse Flüssigkeit aus den Bläschen durch den direkten Kontakt (zum Beispiel beim Küssen oder beim Sex). Dabei können die Schleimhäute von Mund, Auge, Darm oder Genital die Eintrittspforten für das Virus sein.

Ist das Virus einmal in den Körper gelangt, bleiben die Viren lebenslang im Körper und können durch bestimmte Auslöser wie Stress oder ein allgemein geschwächtes Immunsystem aktiviert werden.

 

 

 

Schutzmöglichkeiten

Da das HSV sehr leicht auch durch Berührung, Küssen und beim Sex übertragen werden kann, senken Kondome das Risiko für einen genitalen Herpes nur sehr begrenzt.

Gardnerella

Gardnerella ist ein Bakterium, das in geringer Zahl zur natürlichen Vaginalflora gehört. Ist das natürliche Scheidenmillieu jedoch aus dem Gleichgewicht geraten (z. B. durch eine Schwächung des Immunsystems, durch mangelnde oder übertriebe Intimhygiene) kann es zu einer Vermehrung der Gardnerella Bakterien kommen.

Bei Besiedelung durch weitere Pilze und Bakterien kommt es zur sogenannten Vaginose. Ein typisches Symptom ist ein fischiger Geruch. Behandelt wird eine bakterielle Vaginose mit Antibiotika in Form von Tabletten oder Zäpfchen.

 

 

 

Schutzmöglichkeiten

Um einer bakteriellen Vaginose vorzubeugen, sollte auf die richtige Intimpflege geachtet werden, bei der die Scheide ausschließlich zwischen den inneren und äußeren Schamlippen mit lauwarmen Wasser gewaschen wird.

Trichomoniasis

Die Trichomoniasis ist die häufigste sexuell übertragbare Infektion, von der vor allem Frauen betroffen sind und führt in erster Linie zu Schleimhautentzündungen der Harnwege und der Geschlechtsorgane.

Männer sind häufig symptomlose Überträger. Der Erreger ist ein einzelliger Parasit, der ein feuchtes Milieu benötigt, um zu überleben. Die Übertragung erfolgt häufig durch vaginalen Geschlechtsverkehr oder durch Schmierinfektionen – aber auch durch die gemeinsame Nutzung von Handtüchern oder in nicht chlorierten Schwimmbädern.

Während ca. ein Viertel der infizierten Frauen keine Symptome hat, treten in sonstigen Fällen unspezifische Symptome wie vaginaler Juckreiz, Brennen beim Wasserlassen und Harndrang, ein gelblich-grünlicher, dünnflüssiger, schaumiger und auffällig riechender Ausfluss sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auf.

Durch die Einnahme von geeigneten Medikamenten können Trichomonaden behandelt werden.

Schutzmöglichkeiten

Die Nutzung von Kondomen beim Vaginalverkehr kann eine Infektion erheblich reduzieren.

Candidose

Eine Candidose ist eine Pilzerkrankung meist im genitalen Bereich. Eine Candidose kann durch Sex übertragen werden. Auch durch die Einnahme von Antibiotika, Stress oder anderen immunschwächenden Einflüssen kann die Pilzerkrankung  ausgelöst werden.

Typische Symptome sind ein bröckeliger weißlicher Ausfluss verbunden mit Jucken und Brennen der Schleimhäute im Genitalbereich. Da dies kaum von bakteriellen Infektionen unterschieden werden kann, sollte stets ein Arzt oder eine Ärztin zur Abklärung aufgesucht werden.

Behandelt wird eine Candidose mit antimykotischen Salben und/oder Zäpfchen.

 

 

 

Fachbereich Gesundheit, Team Prävention & Gesundheitsförderung

Fachbereich Gesundheit, Team Prävention & Gesundheitsförderung

Autor*innen

Region Hannover