Der optimale Körper LJS-Fachtagung zu Körperidealen bei Jugendlichen in Hannover am 1. Juni 2017

Hannover, 17.05. 2017

Makellos schön, durchtrainiert und kein Gramm Fett zu viel auf der Waage – um dem Anspruch an einen perfekten Körper gerecht zu werden, probieren Mädchen und Jungen vieles aus. Hungern per App und intensives Training zum Muskelaufbau, aber auch Modetrends, Tattoos und Piercings verdeutlichen die starke Fokussierung auf den Körper und das Aussehen. Doch wie viel Bodystyling ist noch gesund? Welche Experimente mit dem Körper sind im Jugendalter „normal“? An welchem Punkt sollten Erwachsene eingreifen? Der Umgang junger Menschen mit Schönheitsidealen steht im Zentrum der LJS-Fachtagung „Der optimale Körper“ am 1. Juni 2017 in Hannover. Wir unterstützen gern Ihre Berichterstattung und laden Sie zur Tagung ein.

Nahezu die Hälfte aller Mädchen und ein Drittel aller Jungen im Alter zwischen 11 und 17 Jahren sind mit ihrem Körper unzufrieden.¹ Familiär vorgelebte und medial vermittelte Schönheitsideale setzen zunehmend auch Jüngere unter Druck. So werden Styling und die Kontrolle des Gewichtes für viele zur täglichen Routine, denn Jugendliche lernen früh, dass in unserer Gesellschaft gutes Aussehen auch als Gradmesser für Leistung betrachtet wird.

78 Prozent² aller Mädchen und Jungen sind überzeugt, dass es einen Zusammenhang zwischen „Dünnsein“ und Beliebtheit gibt. Der Druck, dazu zu gehören, Vorbildern zu entsprechen und den eigenen Körper zu perfektionieren kann extreme Züge annehmen und damit die Identitätsentwicklung beeinträchtigen.

Um vermeintliche Schönheitsideale zu hinterfragen, benötigen viele Jungen und Mädchen Begleitung und Unterstützung. „Wir möchten pädagogische Fachkräfte dazu ermutigen, sich des Themas stärker anzunehmen,“ hält Dominika Lachowicz, LJS-Referentin für Suchtprävention, fest. „Ein wichtiger Schutzfaktor ist ein positives Körpergefühl.“ Tanja Opitz, Referentin für Sexualpädagogik bei der LJS, ergänzt: „Sport- und bewegungsorientierte Angebote, die unabhängig von Leistung und Aussehen das Wahrnehmen und Erleben des eigenen Körpers ermöglichen, sind eine wirksame Prävention.“

Die Kulturwissenschaftlerin und Autorin Dr. Melanie Sanyal führt in ihrem Auftaktvortrag aus, wie stark der Körper und das Aussehen vermarktet werden und dass Manipulationen und Modifikationen eine lange Geschichte haben.

Prof. Dr. Konrad Weller von der Universität Merseburg zeigt im Anschluss, welchen Einfluss

gesellschaftliche Normen auf die Identitätsentwicklung haben. Wenn Jugendliche die vermeintlichen Erwartungen und Haltungen zum Thema Schönheit verinnerlichen, können erste intime Erfahrungen als belastend empfunden werden – oder sie finden gar nicht erst statt.

Prof. Dr. Janine Trunk erörtert schließlich, welche Körpermodifikationen für Jugendliche eine Rolle spielen und benennt die damit verbundenen Risiken. Am Nachmittag werden in einer interaktiven Workshop-Phase die Themen exzessiver Sport, Essstörungen und die Rolle der Medien bei der Herstellung von Schönheitsidealen vertieft und praxisorientiert diskutiert.

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 Pressekontakt und Rückfragen:
Ulrike Beckmann, Juni*Kommunikation,
Palmaille 55, 22767 Hamburg, ub@junikommunikation.de, Tel. 040 2847 1483


¹ ² Quelle aller Daten ist die Dr. Sommer Studie 2016, http://www.bauermedia.com/presse/archiv/artikel/dr-sommer-studie-2016-die-erste-diaet-mit-elf-die-ersten-selfies-im-netz-mit-zwoelf-der-erste-sex-mit-17-bravo-veroeffentlicht-studie-zu-aufklaerung-liebe-koerper-und-sexualitaet/controller/2016/1/25/