(Cyber-)Mobbing – Schulinterne Lehrerfortbildung

Sozialwissenschaftliche Studien und Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass viele Schülerinnen und Schülern Erfahrungen mit Mobbing und Cyber-Mobbing machen – manche als Opfer, einige als Täter oder Täterinnen, viele als Zeugen, Zuschauer oder Mitwisser. Vor diesem Hintergrund informierte sich das Kollegium der Gottfried-Linke-Realschule (Salzgitter) bei einer schulinternen Fortbildung über Hintergründe und Risikofaktoren. Andrea Buskotte und Eva Hanel (LJS) beleuchteten das Thema aus medienpädagogischer Perspektive und mit Blick auf Ansatzpunkte für Gewaltprävention. Ein Schwerpunkt des Vortrags war die Darstellung der Formen und Folgen von Mobbing und Cyber-Mobbing. Der zweite Schwerpunkt bezog sich auf die Bedeutung von Online-Medien im Alltag von älteren Kindern und Jugendlichen und auf die Frage, wie Medien bei der Bewältigung der Entwicklungsaufgaben in dieser Alterspanne genutzt werden.

Mit Blick auf die Risiken wurde deutlich: Smartphones vereinfachen es für Mobber ungemein, jemanden zu verunglimpfen oder ins soziale Abseits zu stellen. Die Folgen sind oft gravierend und schwer zu kontrollieren. Peinliche Bilder oder Filmaufnahmen lassen sich ohne Qualitätsverlust vervielfältigen, das Publikum ist riesig und geht unter Umständen weit über den direkten Schulkontext hinaus. Es kommt hinzu, dass die Betroffenen rund um die Uhr für Attacken erreichbar sind und oft nicht wissen, wer dahinter steckt. Gegenstrategien sollten sich daher immer auf die ganze Klasse beziehen – nicht nur auf einzelne Beteiligte. Die Referentinnen plädierten für einen offensiven Umgang mit dem Thema. Cybermobbing und andere Formen digitaler Gewalt sollten in Unterrichtsprojekten aufgegriffen werden, um Jugendliche für Risiken und Folgen von Online-Mobbing zu sensibilisieren und Schutzmöglichkeiten kennenzulernen. Wichtige Information sind dabei: Wer sich von Mobbing bedroht fühlt, kann den/die Angreifer blockieren oder sperren – und sollte sich für die weitere Unterstützung unbedingt an eine Vertrauensperson wenden. Und pädagogische Fachkräfte müssen im Blick haben, dass Mobbing  die Betroffenen von der Gruppe isoliert, deshalb sollten Gegenmaßnahmen auch immer darauf abzielen, die soziale Gemeinschaft wieder herzustellen.

Mehr zu Prävention gegen Cyber-Mobbing und zum Fortbildungsprogramm der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen finden Sie hier:

http://cyber-mobbing.jugendschutz-niedersachsen.de/