Der optimale Körper LJS-Fachtagung zu Körperidealen bei Jugendlichen in Hannover am 1. Juni 2017

Hannover, 17.05. 2017

Makellos schön, durchtrainiert und kein Gramm Fett zu viel auf der Waage – um dem Anspruch an einen perfekten Körper gerecht zu werden, probieren Mädchen und Jungen vieles aus. Hungern per App und intensives Training zum Muskelaufbau, aber auch Modetrends, Tattoos und Piercings verdeutlichen die starke Fokussierung auf den Körper und das Aussehen. Doch wie viel Bodystyling ist noch gesund? Welche Experimente mit dem Körper sind im Jugendalter „normal“? An welchem Punkt sollten Erwachsene eingreifen? Der Umgang junger Menschen mit Schönheitsidealen steht im Zentrum der LJS-Fachtagung „Der optimale Körper“ am 1. Juni 2017 in Hannover. Wir unterstützen gern Ihre Berichterstattung und laden Sie zur Tagung ein.

Nahezu die Hälfte aller Mädchen und ein Drittel aller Jungen im Alter zwischen 11 und 17 Jahren sind mit ihrem Körper unzufrieden.¹ Familiär vorgelebte und medial vermittelte Schönheitsideale setzen zunehmend auch Jüngere unter Druck. So werden Styling und die Kontrolle des Gewichtes für viele zur täglichen Routine, denn Jugendliche lernen früh, dass in unserer Gesellschaft gutes Aussehen auch als Gradmesser für Leistung betrachtet wird.

78 Prozent² aller Mädchen und Jungen sind überzeugt, dass es einen Zusammenhang zwischen „Dünnsein“ und Beliebtheit gibt. Der Druck, dazu zu gehören, Vorbildern zu entsprechen und den eigenen Körper zu perfektionieren kann extreme Züge annehmen und damit die Identitätsentwicklung beeinträchtigen.

Um vermeintliche Schönheitsideale zu hinterfragen, benötigen viele Jungen und Mädchen Begleitung und Unterstützung. „Wir möchten pädagogische Fachkräfte dazu ermutigen, sich des Themas stärker anzunehmen,“ hält Dominika Lachowicz, LJS-Referentin für Suchtprävention, fest. „Ein wichtiger Schutzfaktor ist ein positives Körpergefühl.“ Tanja Opitz, Referentin für Sexualpädagogik bei der LJS, ergänzt: „Sport- und bewegungsorientierte Angebote, die unabhängig von Leistung und Aussehen das Wahrnehmen und Erleben des eigenen Körpers ermöglichen, sind eine wirksame Prävention.“

Die Kulturwissenschaftlerin und Autorin Dr. Melanie Sanyal führt in ihrem Auftaktvortrag aus, wie stark der Körper und das Aussehen vermarktet werden und dass Manipulationen und Modifikationen eine lange Geschichte haben.

Prof. Dr. Konrad Weller von der Universität Merseburg zeigt im Anschluss, welchen Einfluss

gesellschaftliche Normen auf die Identitätsentwicklung haben. Wenn Jugendliche die vermeintlichen Erwartungen und Haltungen zum Thema Schönheit verinnerlichen, können erste intime Erfahrungen als belastend empfunden werden – oder sie finden gar nicht erst statt.

Prof. Dr. Janine Trunk erörtert schließlich, welche Körpermodifikationen für Jugendliche eine Rolle spielen und benennt die damit verbundenen Risiken. Am Nachmittag werden in einer interaktiven Workshop-Phase die Themen exzessiver Sport, Essstörungen und die Rolle der Medien bei der Herstellung von Schönheitsidealen vertieft und praxisorientiert diskutiert.

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¹ ² Quelle aller Daten ist die Dr. Sommer Studie 2016, http://www.bauermedia.com/presse/archiv/artikel/dr-sommer-studie-2016-die-erste-diaet-mit-elf-die-ersten-selfies-im-netz-mit-zwoelf-der-erste-sex-mit-17-bravo-veroeffentlicht-studie-zu-aufklaerung-liebe-koerper-und-sexualitaet/controller/2016/1/25/

Gemeinsam gegenhalten – Fachtagung der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen zu Hate Speech und Prävention am 11.05.2017 in Hannover

Gemeinsam gegenhalten – Fachtagung der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen zu Hate Speech und Prävention am 11.05.2017 in Hannover

Hannover, 27.04.2017. Abwertende Kommentare, verbale Bedrohungen, diskriminierende Posts – Hetze und Hass im Netz, so genannte Hate Speech, zielt auf Ausgrenzung. Wer attackiert wird, fühlt sich oft verletzt und ohnmächtig. Verächtliche Äußerungen und Hasskommentare verunsichern Mädchen und Jungen auch, wenn sie nicht direkt betroffen sind. Auf der LJS-Fachtagung am 11. Mai 2017 in Hannover befassen sich Expertinnen aus Pädagogik, Psychologie und Medienforschung mit der Frage, wie Jugendliche mit Online-Attacken und Hassposts umgehen und wie sie sich schützen können.

Einführend stellt Aycha Riffi vom Grimme-Institut in Marl eine aktuelle Studie zum Umgang mit Hasskommentaren vor und zeigt in diesem Kontext, wie wichtig feste Regeln und eine redaktionelle Begleitung in Online-Foren sind, um Attacken wirksam zu begegnen.

Die Berliner Psychologin Dorothee Scholz erläutert im Anschluss, dass die emotionalen Folgen von aggressiven Online-Kommentaren oft vergleichbar mit Reaktionen auf „echte“ Übergriffe sind. Ähnlich wie nach direkten physischen Bedrohungen fühlen sich die Betroffenen bloßgestellt und gedemütigt.

Andrea Buskotte, Referentin für Gewaltprävention bei der LJS, betont, dass angesichts von Drohungen und Hate Speech eine Prävention wichtig ist, die Jugendliche motiviert, Haltung zu beziehen und sich einzumischen. In der Arbeit mit Jugendlichen gehe es deshalb darum, soziale Kompetenz zu vermitteln, so Buskotte: „Jugendliche sollten lernen, dass online die gleichen Verhaltensregeln und Werte gelten, die auch unser Zusammenleben offline prägen.“

Auch Cornelia Heyken von der Amadeu-Antonio-Stiftung in Berlin hebt hervor, wie wichtig Zivilcourage im Netz ist. Wer rechtsextremistische oder rassistische Kommentare erhält oder mitliest, kann dagegenhalten und sich von solchen Äußerungen abgrenzen. Eine stabile Community, die sich entschlossen gegen Hass- posts positioniert, stärkt den Betroffenen den Rücken und hat eine wichtige Außenwirkung.

Abwertung und Ausgrenzung werden auch in manchen Online-Spielen und Gaming-Communities artikuliert.

Maike Groen von der Technischen Hochschule Köln hat sexistische Äußerungen in der Gaming-Szene untersucht. Sie zeigt in ihrem Vortrag, welche Dynamik sexistische Posts entwickeln – und was Sexismus für die Betroffenen bedeutet.

Für Eva Hanel, Referentin für Medien bei der LJS, gilt: „Wer in sozialen Netzwerken aktiv ist, sollte Stellung beziehen, wenn Einzelne oder Gruppen diskriminiert werden.“ Fakten posten, dagegenhalten, humorvoll reagieren – eine wirkungsvolle Counter Speech ist auf vielen Ebenen möglich. „Wenn User freundlich, aber klar Stellung beziehen, ist das eine äußerst hilfreiche digitale Rückendeckung für die Betroffenen“, hält Eva Hanel fest. Um gute Beispiele für die digitale Gegenrede wird es deshalb auf der Tagung ebenfalls gehen. Wir laden Sie herzlich ein und unterstützen gern Ihre Berichterstattung.

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Sexualität im Netz, LJS-Fachtagung am 06.04.2017

Hannover, 23. März 2017

Sexualität im Netz – wie geht Aufklärung heute?
LJS-Fachtagung zu Chancen und Schwächen der Online-Aufklärung am 06.04.2017

Auf der LJS-Fachtagung zum Thema „Sexualaufklärung Online“ geht es am 6. April 2017 in Hannover um die Informationsbedürfnisse von Mädchen und Jungen zum Thema Sexualität. Zwar ist die persönliche Aufklärung durch Eltern und Schule für Jugendliche weiterhin von großer Bedeutung – doch bei konkreten sexuellen Fragen werden Onlinemedien immer wichtiger. Welche Themen Online-Beratungen für Jugendliche anbieten und wie jugendaffine Sexualaufklärung aussehen sollte, wird anhand von Praxisbeispielen diskutiert.

Jugendliche sind heute besser über Sexualität informiert als je zuvor: Über 80% aller Mädchen und Jungen halten sich nach einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)* in sexuellen Fragen für gut aufgeklärt. Bei der Wissensvermittlung kommt den Medien eine erhebliche Bedeutung zu – mehr als die Hälfte der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen möchte weitere Informationen am liebsten über das Internet erhalten. Gleichzeitig sind Gespräche über Sexualität in Elternhaus und Schule wichtig. „Beide Instanzen haben großen Anteil an der Sexualaufklärung. Doch ihre konkreten Fragen recherchieren viele Mädchen und Jungen im Netz, denn wenn es persönlich wird, möchten sie weder den Biolehrer noch die Mutter fragen“, so Tanja Opitz, Referentin für Sexualpädagogik bei der LJS.

„Wie geht Selbstbefriedigung?“, „Ist mein Penis zu klein?“, „Darf ich mit 13 schon Sex haben?“ – Fragen wie diese beantworten beispielsweise die Online-Angebote Sextra.de und sexundso.de von pro familia. Hier gibt es auch die Möglichkeit, persönliche Fragen im anonymen Chat zu stellen und professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Helmut Paschen, Leiter der profamilia.sextra-Onlineberatung in Flensburg, hält fest: „Wenn Jugendliche bei der Recherche im Netz nicht weiterkommen, nutzen viele die Online-Beratung, denn hier können sie anonym rund um die Uhr Fragen stellen.“ Schnelle Antworten auf brisante Fragen – der schriftliche Austausch ist oft hilfreich, schafft aber auch Raum für Missverständnisse. „Eine anonyme Beratung per Mail kann die konkreten Fragen erfassen – aber nicht das Bedürfnis dahinter“, hält Tanja Opitz fest. So verberge sich gerade hinter vorgeblich technischen Fragen zur Sexualität oft die Angst, zu versagen – was aber im Mailkontakt nicht immer erkannt werden könne.

Im Unterschied zur schriftlichen Mailberatung spricht Kristina Weitkamp auf dem YouTube-Kanal „Fickt euch – ist doch nur Sex“ offen über Themen wie den „richtigen Blowjob“, „Selbstbefriedigung“ oder „meine größten Sexfehler“. Das erfolgreiche Angebot setzt auf klare Worte durch eine authentische Protagonistin.

Mit steigendem Alter nutzen Jugendliche und junge Erwachsene häufiger auch Sexfilme als Informationsquelle – so die Ergebnisse der BZgA-Studie. Knapp die Hälfte der Jungen und jungen Männer sowie 16 Prozent der Mädchen und jungen Frauen geben an, dass sie in Sexfilmen etwas erfahren haben, was für sie wichtig ist. Sie werden dort mit Bildern von Sexualität konfrontiert, die mit der Wirklichkeit wenig zu tun haben. Vor allem für jüngere Nutzer und Nutzerinnen, die über wenig eigene sexuelle Erfahrungen verfügen, kann das problematisch werden. Im Rahmen der Fachtagung wird diskutiert, welche Aufgaben und Themen pädagogische Angebote zukünftig abdecken sollten, um einschlägigen pornografischen Inhalten und damit verbundenen Falschinformationen zu begegnen. Über eine Berichterstattung freuen wir uns und laden Pressevertreter herzlich zur Tagung ein.

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* Link zur Studie der BZgA


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„Radikalisierung im Blick“ – LJS-Fachtagung am 30.03. 2017

Hannover, 16. März 2017

„Radikalisierung im Blick“ – LJS-Fachtagung am 30.03. 2017 zeigt Strategien für den Umgang mit extremistischen Orientierungen auf

Auf der Fachtagung „Radikalisierung im Blick“ am 30. März 2017 in Hannover thematisiert die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) die Hintergründe von Extremismus und Islamismus bei Jugendlichen. Hinter einer Radikalisierung stehen oft Erfahrungen von Abwertung und Ausgrenzung. Anhand von Projektbeispielen wird deutlich, wie Fachkräfte in Schule und Jugendarbeit präventiv arbeiten und bei der Entwicklung islamistischer Haltungen intervenieren können. Die Tagung wird in Kooperation mit der katholischen Jugendsozialarbeit Nord gGmbH (KJS) durchgeführt.

In der Schule, im Rahmen von Gruppen oder bei der Jobsuche – Diskriminierungserfahrungen sind vielfältig. Zurückweisungen und Ausgrenzung können bei Jugendlichen mit und ohne Migrationsgeschichte die Hinwendung zu extremen Gruppierungen fördern. „Wer sich diskriminiert fühlt, ist eher offen für vermeintlich stärkere Persönlichkeiten – hier liegt ein Anknüpfungspunkt für islamistische und salafistische Ansprachen“, hält Andrea Buskotte, Referentin für Gewaltprävention bei der LJS, fest. Fachkräfte in Schule und Jugendarbeit müssen Ausgrenzungsprozessen eine deutlich erhöhte Aufmerksamkeit schenken und Handlungsnotwendigkeiten erkennen. „Junge Menschen haben ein Recht, vor Gefährdungen geschützt zu werden – auch dann, wenn sie dabei sind, sich und andere in Gefahr zu bringen. Für Fachkräfte bedeutet dies eine große Herausforderung, denn sie müssen bei Ausgrenzungsprozessen beide Seiten im Blick haben“, betont die Expertin.

Wer mit Jugendlichen arbeitet, sollte die Signale einer Radikalisierung wahrnehmen und die Hintergründe für fundamentalistische Haltungen erkennen können. In ihrem Einführungsvortrag zeigt deshalb Michaela Glaser vom Deutschen Jugendinstitut in München, welche Motive für die Hinwendung zum Islamismus im Jugendalter eine Rolle spielen. Dr. Nils Schuhmacher, Universität Hamburg, thematisiert Diskriminierungserfahrungen von Jugendlichen und zeigt in diesem Kontext Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit auf. Dass es bei Jugendlichen, die auf eine salafistische Ansprache reagieren, oft wirkungsvoll ist, die Vorteile demokratischer Entscheidungsprozesse zu benennen, zeigt die Politologin Mirjam Gläser vom Berliner Verein ufuq e.V. anhand ihrer eigenen Präventionsarbeit.

Um bei bereits laufenden Radikalisierungsprozessen erfolgreich zu intervenieren, ist ein guter Kontakt zu den Jugendlichen und ihrem Umfeld wichtig. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigen zwei Projekte am Nachmittag. Das Bremer Projekt JAMIL adressiert im Rahmen der Straßensozialarbeit junge Menschen, die beginnen, sich am Islamismus zu orientieren.

Christian Hantel von BeRATen in Hannover zeigt abschließend anhand von Beispielen aus Niedersachsen, wie wichtig die Kooperation mit Eltern und Angehörigen ist, wenn Jugendliche radikale Haltungen entwickeln.

Wir freuen uns über eine Berichterstattung und laden Medienvertreter zur Teilnahme an der Fachtagung ein.

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Elterntalk Niedersachsen setzt Kinderrechte auf die Agenda, 14.3.2017

Hannover, 14. März 2017

Elterntalk Niedersachsen setzt Kinderrechte auf die Agenda

Im Rahmen des landesweiten Projektes Elterntalk Niedersachsen geht es zukünftig auch um die Themen Bildung und Gleichberechtigung. In den moderierten Gesprächsrunden können Fragen zu den Rechten von Kindern diskutiert werden. Im Mittelpunkt stehen die Werte und Regelungen unserer Gesellschaft. Bildkarten und Impulsfragen zum Recht auf Gleichheit und Bildung oder zu Kinderrechten auf Freizeit und Spielen sollen den Austausch von Müttern und Vätern anregen.

Im Rahmen von Elterntalk Niedersachsen können Eltern sich zu Medien- und Erziehungsthemen austauschen. Entspannt und in häuslicher Umgebung werden dabei Fragen angesprochen, die im Familienalltag oft keinen Raum finden. Eine Moderatorin begleitet das Gespräch und gibt Anregungen. Organisatorin des 2012 gestarteten Projektes ist die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen. Elterntalk Niedersachsen setzt auf den Austausch im privaten Rahmen und erfährt landesweit großen Zuspruch – so haben allein 2016 mehr als 5000 Mütter und Väter in ganz Niedersachsen an den Gesprächsrunden teilgenommen.

Warum gibt es Klassenräte?
Seit Beginn der Flüchtlingswelle werden auch die Werte und Gesetze unserer Gesellschaft verstärkt diskutiert. Vor diesem Hintergrund geht es in den Elterntalks nun auch um die Grundlagen des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Projektleiterin Simone Zanjani: „Wir möchten Eltern aus verschiedenen Kulturkreisen dazu anregen, sich mit den Rechten, die Kinder hierzulande haben, auseinanderzusetzen und sie auch für die eigene Familie zu übernehmen.“ Das Themenspektrum reicht dabei von der Teilnahme an Klassenfahrten bis zur Frage, warum es in Deutschland Klassenräte gibt. Im Austausch mit anderen Familien können Mütter und Väter aus unterschiedlichen Kulturkreisen lernen, die Anforderungen von Schule und Gesellschaft und das Recht auf Bildung mit ihren eigenen Wertvorstellungen zu vereinbaren. Der Austausch im privaten Rahmen adressiert auch Familien, die auf Einladungen zu öffentlichen Veranstaltungen selten reagieren.
Für die Umsetzung kooperiert die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen mit derzeit 16 regionalen Standortpartnern, die Elterntalks durchführen. Hierfür sind landesweit mehr als 70 Moderatorinnen und Moderatoren im Einsatz.

Über Elterntalk Niedersachsen
Elterntalk Niedersachsen ist eine Initiative der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen und will Eltern als Experten in Erziehungsfragen ansprechen. Im Zentrum stehen die Themen Fernsehen, Internet, Computerspiele, Handy, soziale Netzwerke, Erziehungsregeln, gesundes Aufwachsen sowie Bildung und Gleichberechtigung. Um möglichst viele Familien zu erreichen, werden die Gesprächsrunden im privaten Rahmen und mehrsprachig organisiert. Arbeitsmaterialien und Hintergrundinformationen sind auf arabisch, deutsch, kurdisch, russisch und türkisch erhältlich. Angesprochen werden Eltern mit Kindern bis 14 Jahren. Seit dem Start des Projektes im Oktober 2012 haben mehr als 12.500 Mütter und Väter in ganz Niedersachsen an Elterntalks teilgenommen. Die Initiative wird unterstützt vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

www.elterntalk-niedersachsen.de

www.jugendschutz-niedersachsen.de/projekt-elterntalk

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Wir unterstützen gern Ihre Berichterstattung. Nach Absprache besteht auch die Möglichkeit zur Pressebegleitung eines Elterntalks. Auf Wunsch vermitteln wir einen Kontakt zu den Standortpartnern in Ihrer Region.

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Neuer Online-Service der LJS: Referenten zum Thema Medienerziehung in Niedersachsen finden, 7.2.2017

Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) bietet auf der neuen Website www.netzwerk-jugendschutz.de eine Übersicht und die Kontaktdaten von Expertinnen und Experten zu Medienthemen in ganz Niedersachsen. Mit dem neuen Service können Elternabende und Info-Veranstaltungen zum Thema Medien und Jugendschutz geplant werden. Alle Referenten sind durch die LJS speziell fortgebildet und zertifiziert worden.

Der neue Online-Service erleichtert die Organisation von Fortbildungen und Seminaren zum Medienumgang. Interessierte können mit Hilfe einer interaktiven Karte geeignete Experten in ihrer Region finden, sich über ihre Schwerpunkte informieren und direkt Kontakt aufnehmen. Zusätzlich können sie auf www.netzwerk-jugendschutz.de Angebote zu den inhaltlichen Schwerpunkten „Hauptsache Action – Computerspiele in der Jugendarbeit“ und „Trickfilmchen“ abrufen.

Das Online-Angebot hilft auch bei der Themenfindung für Elternabende. So können Veranstaltungen in den Bereichen Film und Fernsehen, soziale Netzwerke, Internet, Computerspiele und Smartphones geplant und spezielle Trainer angefragt werden, die Elternabende anbieten. Diese „Eltern-Medien-Trainer“ geben Tipps und Impulse für die Medienerziehung zu Hause.  Sie wurden von der LJS fortgebildet und stehen in allen Regionen Niedersachsens zur Verfügung. Andrea Urban, Leiterin der LJS, erläutert: „Mit der Netzwerkkarte stellen wir die durch die LJS fortgebildeten Referentinnen und Referenten vor, zeigen deren Schwerpunkte und geben Hinweise für mögliche Medienveranstaltungen.“ Das interaktive Angebot beinhaltet eine Suchfunktion, mit der sich nach individuellen Stichworten Veranstaltungen zu Medienthemen finden lassen.

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Frei ab 6 – mit Kindern Trickfilme drehen, 22.2.2017

LJS bietet eintägige Fortbildung für pädagogische Fachkräfte aus dem Elementarbereich in Hannover an

Hannover, 12.01.2017. Mit Kindern selbständig Filmideen entwickeln und eigene Trickfilme gestalten – gewusst wie: Im Februar 2017 können pädagogische Fachkräfte an einem Tag lernen, wie man gemeinsam mit Mädchen und Jungen Ideen für Trickfilme entwickelt und umsetzt. Die medienpädagogische Fortbildung wird in Hannover am 22. Februar 2017 von der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) angeboten.

Wenn Kinder zu Regisseuren, Drehbuchautoren und Animateuren werden, sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt – gerade bei Trickfilmen herrscht völlige Gestaltungsfreiheit. Märchen wie der „Wettstreit zwischen Hase und Igel“ oder „Der süße Brei“ der Gebrüder Grimm werden gerne als Anregungen für eine Filmidee genutzt, mit der Kinder die Figuren lebendig werden lassen. Auch religiöse Feste wie Ostern oder Ramadan können in kleinen filmischen Geschichten auf kindliche Art und Weise anschaulich erklärt werden.

„Eigene Film-Ideen zu entwickeln und selber einen Film zu gestalten ist ein wichtiger Schritt für den Aufbau von Medienkompetenz“, so LJS-Referentin und Projektleiterin Eva Hanel. „Auch Enwicklungsthemen, die für Kinder wichtig sind, zum Beispiel ´Freundschaft` und die `Welt verstehen` eignen sich gut als Themen für kleine Filme“, so die Expertin.

Im Zentrum des Tagesseminars stehen neben der praktischen Hilfestellung für die Entwicklung von Filmideen auch technische Tipps zur Umsetzung.

Hintergrundinformationen zu Medienvorlieben und Sehgewohnheiten von Mädchen und Jungen und Informationen über Medienwirkungen und Jugendschutzaspekte runden die Fortbildung ab. Im Anschluss an das Seminar besteht die Möglichkeit, das Projekt in der eigenen Einrichtung umzusetzen. Die Teilnahme am Seminar kostet 60,00 Euro. Für die pädagogische Begleitung, die Ausleihe der Technik, die Filmbearbeitung, das Überlassen der Filme auf einem Datenträger und die Durchführung einer Elternveranstaltung fällt eine Kostenbeteiligung in Höhe von 100,- Eur an.

Weitere Informationen bietet die Webseite www.trickfilmchen.de

Projektorganisation und Seminaranmeldungen:
Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen, Eva Hanel
Leisewitzstr. 26, 30175 Hannover. Tel.: 0511-858788, Fax: 0511- 2834954 eva.hanel@jugendschutz-niedersachsen.de


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Big Data – Der Spion in uns, 6.12.2016

LJS-Jahrestagung am 6. 12. 2016 im HCC Hannover zum Schutz der Privatsphäre bei Kindern und Jugendlichen

Hannover, 29.11. 2016. Einblick in Fotoalben, Zugriff auf Kontaktlisten, Informationen zu Standorten – Anbieter von Apps und sozialen Netzwerken verlangen ihren Kunden einiges ab. Viele der vermeintlich kostenfreien Dienste leben von den Daten ihrer Nutzer. Auf ihrer Jahrestagung am 6.12. behandelt die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen die Praxis der Datensammler. Verbunden damit geht es im Kreis von Experten darum, wie Kinder und Jugendliche ein kritisches und verantwortungsbewusstes Medienhandeln erlernen können. Zum Auftakt der Tagung begrüßt Jörg Röhmann, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, die Gäste.

Mädchen und Jungen nutzen Suchmaschinen und Plattformen wie YouTube oder Messenger-Dienste wie WhatsApp, um sich zu informieren und auszutauschen. Ihre Vorlieben und die von ihnen beim Download von Filmen und Apps preisgegebenen Daten bieten den Anbietern Einsichten in ihre Interessen und ihren Alltag. Auf dieser Basis sorgen Algorithmen für persönliche Trefferlisten, Streams und Feeds. Wie Dr. Jan-Hinrik Schmidt vom Hans-Bredow-Institut Hamburg zeigt, werden Jugendliche in ihrer personalisierten Filterblase so fortlaufend in ihrem früheren Verhalten und ihren vorgefassten Meinungen bestärkt. Sein Appell: Bildungsreinrichtungen sollten diese Veränderungen berücksichtigen – und Jugendliche motivieren, die ihnen angezeigten Inhalte kritisch zu reflektieren.

Um Nutzer auf ein Leben in einer digitalen Welt vorzubereiten, stellt Prof. Dr. Petra Grimm von der Hochschule der Medien in Stuttgart in ihrem Vortrag eine „medienethische Roadmap“ vor. In einem mehrstufigen Prozess sollen Jugendliche ein Bewusstsein für die Bedeutung von Privatheit entwickeln, die Dynamik des Datensammelns verstehen und eine eigene ethische Haltung zu diesem Thema aufbauen. Auf dieser Basis soll es ihnen möglich sein, reflektiert mit ihren Daten umzugehen und die Verantwortung für den Schutz ihrer Privatsphäre wahrzunehmen.
In diesem Zusammenhang fordert Eva Hanel, Referentin für Medienpädagogik bei der LJS, Stärkung der Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen, damit sie lernen, wie sie ihre privaten Daten schützen können.
„In der Jugendphase ist es wichtig, sich zu orientieren und neue Rollen auszuprobieren – das darf aber nicht dazu führen, dass Mädchen und Jungen frühere Posts, Kommentare oder Bilder nicht löschen können. Es geht nicht nur um Medienkompetenz, sondern es sind auch regulatorische Schritte in Hinblick auf die Anbieter nötig, denn Jugendliche haben ein Recht darauf, dass ihre Daten nicht lebenslang gespeichert werden.“

Zu einer Teilnahme an der Tagung und einer Berichterstattung möchten wir Sie einladen.

 

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Rauchen, Kiffen, Komasaufen – wie man konsumierende Jugendliche erreicht, 3.11.2016

LJS–Fachtagung zu Suchtprävention am 3.11. 2016 in Hannover

Hannover, 25. Oktober 2016. Weil es Spaß macht, auf Partys dazu gehört, weil es alle tun oder um Probleme zu vergessen – es gibt viele Gründe, warum Jugendliche trinken, rauchen oder chemische Drogen konsumieren. Doch bei einem langfristigen Konsum kann es zu Suchteffekten kommen und übermäßiger Alkoholkonsum im Jugendalter schädigt die Entwicklung des Gehirns nachhaltig. Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen widmet sich auf ihrer Fachtagung am 3.11.2016 im Expertenkreis neuen Erkenntnissen zum Drogenkonsum Jugendlicher in Niedersachsen. Überdies geht es um die Frage, wie man mit Mädchen und Jungen über ihren Drogenkonsum ins Gespräch kommt – denn eine bewusste Reflektion des Drogengebrauchs ist die Voraussetzung dafür, dass Jugendliche ihr Verhalten ändern.

Einführend stellt Prof. Dr. Tielking von der Hochschule Enden/Leer neue Ergebnisse aus kommunalen Studien zum Drogenkonsum vor. Wie eine moderne Suchtprävention aussieht, thematisiert im Anschluss Andrea Rodiek vom SuchtPräventionsZentrum Hamburg.
Jugendliche, die Drogen konsumieren, sind nur selten zu einem offenen Gespräch bereit. Es gilt, Gelegenheiten „zwischen Tür und Angel“ zu nutzen – welche Techniken hier hilfreich sein können, zeigt Angelika Fiedler von der ginko Stiftung für Prävention in Mühlheim. Dominika Lachowicz, Referentin für Suchtprävention bei der LJS: „Fachkräfte aus Schule und Jugendarbeit sollten die Dinge nicht einfach so laufen lassen, sondern auf konsumierende Mädchen und Jungen zugehen und mit ihnen Kontakt aufnehmen.“ Nur wenn es gelingt, den eigenen Konsum zu reflektieren, ist eine Veränderung möglich.
Am Nachmittag werden in Arbeitsgruppen Ansätze für eine wirksame Präventionsarbeit und praktische Übungen zum Konzept der „Motivierenden Kurzintervention“ vorgestellt.

Gern laden wir Sie zur Tagung ein und unterstützen Ihre Berichterstattung.

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Jugendschutz für geflüchtete Jugendliche – Beziehungen zählen am 25.10.2016

LJS stellt am 25. 10. 2016 neue Erkenntnisse zur Situation jugendlicher Geflüchteter vor und sieht zusätzliche Aufgaben für den Jugendschutz

Hannover, 13.10.2016. Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen thematisiert auf ihrer Fachtagung in Hannover am 25.10.2016 die Situation geflüchteter Kinder und Jugendlicher. Im Mittelpunkt stehen dabei die Herausforderungen, denen sich Jungen und Mädchen mit Fluchterfahrung stellen müssen. Damit verbunden sind auch neue Aufgaben für den Jugendschutz.

Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge ist seit 2015 stark gestiegen und liegt aktuell bei 52.000. Parallel wächst auch die Zahl der Kinder, die mit ihren Familien geflüchtet sind. Viele junge Menschen sind traumatisiert und besonders schutzbedürftig. Aber auch der normale Alltag bringt Schwierigkeiten mit sich: „Nach den Risiken der Flucht und den Erfahrungen von Stress und Gewalt kommen die Jungen und Mädchen in einer für sie unbekannten Gesellschaft an – allein das Zurechtfinden mit den neuen Regeln und Institutionen ist für sie eine große Aufgabe“, konstatiert Andrea Buskotte, Referentin für Gewaltprävention bei der LJS. Hinzu kommen kulturell geprägte Rollenbilder – und damit verbunden eine grundsätzliche Verunsicherung. „Wir sind besorgt angesichts der Berichte über Übergriffe, die jugendliche Geflüchtete begehen, aber auch wegen der Ablehnung und Diskriminierungen, die sie hier erfahren“, so Buskotte. Gerade unbegleitete Jungen und Mädchen brauchen tragfähige und verlässliche Beziehungsangebote – und eine empathische Haltung der Fachkräfte, die sie betreuen.

Die Referenten gehen der Frage nach, welche Möglichkeiten die Jugendlichen haben, ihre Erfahrungen angemessen zu verarbeiten und welche Begleitung durch Jugendhilfe und Schule dabei notwendig sind. Einführend stellt Joachim Glaum vom Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie gemeinsam mit Reinhold Gravelmann vom AFET Bundesverband für Erziehungshilfe die Situation junger Flüchtlinge in Niedersachsen vor. Dr. Claudia Lechner und Dr. Diana Willems vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) in München veranschaulichen anhand aktueller Daten aus einer Studie des DJI die Erfahrungen jugendlicher Geflüchteter mit den Institutionen in Deutschland und analysieren dabei insbesondere Gewaltrisiken der Jugendlichen.
Im zweiten Tagungsteil wird es darum gehen, wie Fachkräfte die Jungen und Mädchen unterstützen können, ein positives Selbstbild und Handlungskompetenzen zu entwickeln.

Dazu berichtet Christoph Müller von der Leibniz Universität Hannover aus einem aktuellen Projekt, in dem Beziehungsförderung als entscheidender Aspekt der pädagogischen Arbeit mit jungen Flüchtlingen erprobt wird.
Orgun Özcan von der Universität Marburg bezieht sich auf Diskriminierungserfahrungen und stellt Strategien vor, mit diesen umzugehen.
Im Abschlussvortrag thematisiert Hannah von Grönheim von der Hochschule für angewandte Wissenschaften und Kunst in Hildesheim die Bedeutung professioneller Kompetenz und persönlicher Haltung im Umgang mit Menschen verschiedener Kulturen. In diesem Zusammenhang verweist Simone Zanjani, Referentin für Migration und Elternarbeit bei der LJS, auf das Potential, das mit den Fluchterfahrungen verbunden sein kann: „Man sollte hier immer beide Seiten sehen und prüfen, ob die Mädchen und Jungen nicht auch besonders gestärkt aus ihren Fluchterfahrungen hervorgehen – und sich den Entwicklungsaufgaben ihrer Altersphase besser stellen können.“ Über eine Berichterstattung zur Tagung freuen wir uns.

Links:
Studie des DJI: http://www.dji.de/index.php?id=43785&L=0
Angaben zur Anzahl minderjähriger Flüchtlinge:
https://mediendienst-integration.de/migration/flucht-asyl/minderjaehrige.html
http://www.b-umf.de/images/160906_PM_Auswertung_UMF_Zahlen.pdf

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Mit Jugendlichen, die Drogen nehmen, in´s Gespräch kommen, 29.8.2016

LJS bildet Trainer für die Gesprächstechnik Motivierende Kurzintervention (MOVE) aus

Hannover, 29. August 2016. Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) hat Trainerinnen und Trainer ausgebildet, die zukünftig vermitteln, wie man mit Drogen konsumierenden Jugendlichen auch „zwischen Tür und Angel“ in´s Gespräch kommt. Grundlage hierfür ist die Gesprächstechnik der Motivierenden Kurzintervention (MOVE). Sie gibt Impulse für Veränderungen und zeigt, wie man mit Jugendlichen über´s Trinken, Kiffen oder Sniefen sprechen kann. Ab sofort können die MOVE-Trainerinnen und Trainer auch für pädagogische Fortbildungen gebucht werden.

Mädchen und Jungen, die Alkohol trinken, rauchen oder kiffen haben oft gar kein Interesse daran, etwas an ihrem Konsumverhalten zu ändern. Im offenen Gespräch mit Pädagoginnen und Pädagogen kann sich der einzelne Jugendliche mit dem eigenen Konsum und dessen Risiken auseinandersetzen. „Das Besondere an MOVE ist, dass die pädagogischen Fachkräfte lernen, auf Mädchen und Jungen gezielt zuzugehen, wenn sie ein riskantes Konsumverhalten beobachten“, hält Dominika Lachowicz, Referentin für Suchtprävention bei der LJS, fest. „Manchmal ist es hilfreich, ein Gespräch spontan zu beginnen – MOVE vermittelt auch hierfür die richtigen Anknüpfungspunkte.“

Die Trainerinnen und Trainer der Sucht- und Jugendhilfe bieten ab sofort MOVE-Trainings an. Sie vermitteln in ganz Niedersachsen, wie man mit Jugendlichen Gespräche beginnt, ihnen Denkanstöße gibt und Impulse zum Reflektieren des Konsumverhaltens setzt.
Fachkräfte der Jugendarbeit, die die Folgen von übermäßigem Alkohol- oder Drogenkonsum wahrnehmen und bisher nicht eingreifen konnten, lernen in den MOVE-Trainings, wie man ein Gespräch mit auffälligen Jugendlichen beginnt und wann eine Kurzintervention angeraten ist.

Zielgruppe für das neue Angebot sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Bereichen Jugendarbeit, Jugendhilfe, Jugendschutz und Schule. Über die Website www.move-niedersachsen.de können Sie sich über das Projekt sowie aktuelle Seminartermine informieren.

www.move-niedersachsen.de

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MOVE Niedersachsen: 14 Teilnehmende haben die dreitägige MOVE-Trainerausbildung unter der Leitung von Angelika Fiedler uns Hans-Jürgen Haak absolviert.

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„Sexting“ unter Jugendlichen – LJS-Tagung am 25.08.2016

Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen diskutiert sexualisierte Selbstdarstellung und Strategien für „Safer Sexting“

Hannover, 04.08.2016. Facebook-Selfies in Unterwäsche, Striptease vor der Webcam oder Nacktbilder als Geschenk für die Liebsten – für viele Jugendliche ist das Internet auch sexuell ein sozialer Erfahrungsraum. Mädchen und Jungen testen mit freizügigen Selbstporträts die Reaktionen anderer, messen ihren „Marktwert“ oder verstehen die sexy Selfies als Scherz. Doch was einmal im Netz ist, lässt sich nicht kontrollieren – und so kommt es auch zu unerwünschten Reaktionen und problematischen Folgen. Mal wird ein privates Bild aus Rache veröffentlicht, mal will jemand mit einem Nacktfoto der (Ex-Freundin angeben. Und oft genug werden solche Bilder gedankenlos weitergeschickt und bilden die Grundlage für Peinlichkeiten oder Mobbing. Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) diskutiert am 25. August 2016 mit Experten sexualisierte Selbstdarstellungen im Netz und zeigt, wie man Jugendlichen beim „Safer Sexting“ unterstützen kann.

Die Tagung beleuchtet die Hintergründe und Motive für Sexting aus sexualwissenschaftlicher und aus medienpädagogischer Sicht und zeigt Perspektiven für die Prävention auf. Studienergebnisse, die im Rahmen der Tagung vorgestellt werden, weisen darauf hin, dass Mädchen und Jungen Sexting im Rahmen von Flirts und Beziehungen ausprobieren. Wie Dr. phil. Urszula Martyniuk vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf erläutert, nutzen die meisten Jugendlichen diese Online-Kommunikation neugierig und unbefangen. Gleichzeitig sind sich einige Jugendliche der Gefahr, bloßgestellt zu werden, durchaus bewusst – als Schutzmaßnahme legen sie Wert auf die Wechselseitigkeit des Bilderaustauschs.

Wenn freizügige Fotos dennoch in falsche Hände geraten, ist es schwer, sie wieder einzufangen. Im zweiten Schwerpunkt der Tagung geht es deshalb um Risikominimierung und um die Frage, wie Jugendliche motiviert werden können, vorsichtig mit eigenen Bildern und denen anderer umzugehen. Verena Vogelsang von der Katholischen Fachhochschule Münster stellt Strategien zum „Safer Sexting“ vor, denn: „Appelle, einfach auf Sexting zu verzichten, funktionieren nicht. Sinnvoll ist es aber auf jeden Fall, sich Gedanken darüber zu machen, wie man sexy Fotos machen kann, ohne darauf erkennbar zu sein“. Was Jugendliche und pädagogische Fachkräfte außerdem beachten sollten: Das Verschicken und Weiterleiten von freizügigen Fotos kann Persönlichkeitsrechte verletzen und strafbar sein. Abschließend geht es auf der Veranstaltung deswegen um rechtliche Fragen zum Umgang mit privaten Bildern.

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Väter und Erziehung, 14.6.2016

Väter und Erziehung – LJS-Fachtagung zur interkulturellen
Väterarbeit am 14.06.16 in Hannover

Hannover, 07.06. 2016. Eine enge Beziehung zwischen Vätern und Kindern stärkt die gesamte Familie. Trotzdem sind in vielen Familien immer noch die Mütter für die Erziehung zuständig. Im Kreise von Experten beschäftigt sich die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) am 14.06.2016 mit der Bedeutung von aktiven Vätern für die Kindererziehung. Verbunden damit geht es um die Frage, welche Rolle eine enge Vater-Kind-Bindung spielt und wie auch Väter aus anderen Kulturkreisen für Erziehungsaufgaben gewonnen werden können. Gerade für Kinder aus geflüchteten Familien ist es wichtig, dass beide Elternteile verlässliche Ansprechpartner sind und sich um die Erziehung kümmern.

Zur Eröffnung thematisiert Prof. Dr. Manuela Westphal von der Universität Kassel die Bedeutung von Vätern für die Erziehung und Entwicklung von Kindern. In vielen Familien aus anderen Kulturkreisen gilt noch eine klassische Rollenverteilung – Väter sind selten die Ansprechpartner im Alltag. In diesem Zusammenhang hält Diplom-Sozialpädagoge Michael Tunç Väter mit Migrationshintergrund für eine „ungenutzte Ressource“ und plädiert für eine Stärkung der Vater-Kind-Arbeit und das Angebot von Vätergruppen.

LJS-Referentin Simone Zanjani möchte mit dem interkulturellen LJS-Projekt Vätertalk besonders Väter mit Migrationsgeschichte erreichen, um sie für die Erziehung zu stärken. „Wir schaffen alltagsnahe Möglichkeiten für Väter, sich über Erziehungsfragen auszutauschen. Und wir möchten sie ermutigen, neue Wege zu gehen“, hält Zanjani fest. Im Rahmen von Vätertalk organisiert die LJS private Gesprächsrunden zu Erziehungsfragen, die von geschulten Moderatoren begleitet werden. Weitere Beispiele für eine aktive Arbeit mit Vätern werden im zweiten Teil der Tagung vorgestellt.

Wir laden Sie herzlich zur Tagung ein und freuen uns über eine Berichterstattung.

Das Interesse der Fachkräfte ist groß, die Fachtagung ist ausgebucht.

www.elterntalk-niedersachsen.de

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Computerspiele – Von der Faszination zum Exzess?, 15.6.2016

„Wenn die Balance nicht mehr stimmt“ – LJS-Fachtagung am 15. Juni 2016

Hannover, 07. 06. 2016. Kinder und Jugendliche können es stundenlang – wenn man sie lässt: Welten bauen, erobern, zerstören, Rennen fahren, Avatare erstellen. Wenn die Kinder wie gefesselt vor dem Bildschirm sitzen, reagieren viele Eltern mit Zeitbegrenzungen, weil sie eine suchtähnliche Nutzung und soziale Isolation befürchten. Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) widmet sich auf ihrer Fachtagung am 15. Juni 2016 der Frage, ob exzessives Spielen auf ein beginnendes Suchtverhalten hinweist – und was Mädchen und Jungen an den Computerspielwelten fasziniert.

Wann der Zeitpunkt gekommen ist, an dem Eltern und Erziehende sich Sorgen machen müssen, soll im Rahmen der Tagung genauer beleuchtet werden. Eva Hanel, Referentin für Medien bei der LJS, hält fest: „Viele Erwachsene können nicht nachvollziehen, was Mädchen und Jungen stundenlang in den Bann zieht – sie halten das Spielen für Zeitverschwendung und befürchten eine soziale Vereinsamung.“ Dabei gibt es durchaus positive Effekte: Spielen macht Spaß und trägt zur kognitiven und motorischen Entwicklung bei. Doch diese Erkenntnis der Spieltheorie scheint für besorgte Eltern außer Kraft gesetzt, beobachtet der Medienpädagoge Dirk Poerschke.

Colette See vom Büro für Suchtprävention der Stadt Hamburg weiß: Fünf Prozent der Anrufe bei den Hamburger Anlaufstellen für Menschen mit Suchtproblemen drehen sich heutzutage ums Internet. Gerade interaktive Angebote und Rollenspiele faszinieren jugendliche Spieler. Doch nicht in jedem Fall könne man von Sucht sprechen, hält die Soziologin fest. Um ein Suchtverhalten auszulösen, spielen auch soziale Faktoren eine Rolle.

Der Mannheimer Sozialpädagoge und Therapeut Mete Tuncay berät seit dreizehn Jahren Migranten, die dem Glücksspiel verfallen sind – er hat festgestellt, dass sie überproportional häufig von Spielsucht betroffen sind.

Wohin geht die Reise? Zum Ende der Tagung vermittelt Prof. Dr. Linda Breitlauch von der Hochschule Trier einen Blick in die Zukunft von Computerspielen.

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Vier Väter für Elterntalk, 4.5.2016

Das Bildungsangebot für Eltern adressiert erstmals gezielt Väter – die ersten Moderatoren nehmen in Oldenburg, Delmenhorst und Bremen ihre Arbeit auf

Hannover, 04.05. 2016. Eltern in ihrer Erziehungskompetenz stärken ist das Ziel des Projektes Elterntalk Niedersachsen. Auf Initiative der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) treffen sich regelmäßig Eltern in privater Runde zum Austausch über Erziehungsfragen. Guter Rat entsteht dabei aus den Erfahrungen in anderen Familien. Begleitet werden die Elterntalks durch von der LJS geschulte Moderatoren. Weil bisher überwiegend Mütter das Angebot nutzen, werden ab sofort verstärkt die Väter angesprochen.

Die neuen Vätertalk- Moderatoren

Möchten Väter motivieren, sich über Erziehungsfragen auszutauschen – die neuen Vätertalk- Moderatoren, in der Mitte ihr Trainer Jürgen Ermes (LJS) Foto: Gerstmann. Alle Rechte frei.

Dafür sind jetzt die ersten Vätertalk-Moderatoren in Bremen, Oldenburg und Delmenhorst im Einsatz: Behrouz Saremi, Adris Hassu, Mehmet Bazan und Morat Obeeds haben am 1. Mai eine mehrtägige Ausbildung in Kooperation mit dem Jugendinformationszentrum Bremen abgeschlossen. Ab sofort können Väter, die sich zu Erziehungsthemen
austauschen möchten, an den kostenfreien Vätertalks teilnehmen. Behandelt werden Fragen zum Gebrauch von Smartphones durch Kinder, zur Wirkung von Computerspielen und zur generellen Erziehungsfragen.

Weitere Informationen: www.elterntalk-niedersachsen.de

In vielen Familien ist Erziehung noch Frauensache
Rund 8500 Eltern haben seit dem Projektstart 2012 an einem moderierten privaten Elternaustausch teilgenommen. Lediglich 5% davon waren Väter – überwiegend Männer, die von ihren Familien getrennt leben. LJS-Projektleiterin Simone Zanjani: „In vielen Familien ist die Aufgabenverteilung noch sehr klassisch. Insbesondere in Familien mit anderen kulturellen Hintergründen gilt Erziehung als Frauendomäne, in die Väter sich nicht einmischen möchten.

Dennoch liegen auch diesen Vätern ihre Kinder sehr am Herzen, und sie haben ebenso viele Fragen zu Medien- und Erziehungsthemen wie die Mütter. Der Austausch mit anderen Vätern kann für sie sehr hilfreich sein.“

Über Elterntalk Niedersachsen
Elterntalk ist eine Initiative der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen und will Eltern als Experten in Erziehungsfragen ansprechen. Zielgruppe sind Familien, die klassische Angebote zur Elternbildung selten wahrnehmen. Um der Lebenswirklichkeit in vielen Familien nahezukommen, werden die Gesprächsrunden im privaten Rahmen organisiert. Nach Absprache können Elterntalks auch in der jeweiligen Muttersprache der Eltern durchgeführt werden. Bei den Elterntalks werden die Themen Fernsehen, Internet, Computerspiele, Handy, soziale Netzwerke, Erziehungsregeln und gesundes Aufwachsen behandelt. Arbeitsmaterialien
und Hintergrundinformationen sind auf deutsch, russisch, türkisch, kurdisch und arabisch erhältlich. Die Initiative wird unterstützt vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Projektstart war im Oktober 2012.

Eine Übersicht der Standorte und weitere Informationen bietet die Webseite www.elterntalk-niedersachsen.de.

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Gemobbt! – Wenn aus Opfern Täter werden, 10.3.2016

Fachtagung der LJS am 15.3. 2016 zu den Ursachen von Mobbing und  Cybermobbing

Hannover, 10.03. 2016. Die Landesstelle Jugendschutz stellt auf ihrer Fachtagung „Gemobbt!“ am 15. März 2016 in der Akademie des Sports neue Erkenntnisse zu der Verbindung zwischen klassischem Mobbing und Cybermobbing vor. Im Expertenkreis wird diskutiert, wie Online-Mobbing und reales Mobbing zusammenhängen und welche Möglichkeiten der Hilfe und Prävention es gibt.

Einführend stellt Prof. Mechthild Schäfer von der Ludwig-Maximilians-Universität München die Situation von gemobbten Kindern und Jugendlichen und die Gruppendynamik bei Mobbing dar: „Mobbende haben schnell ein Drittel der Kinder auf ihrer Seite. Je länger der Prozess andauert, desto schwieriger wird es, etwas dagegen zu unternehmen.“ Vielfach erleben betroffene Kinder ein System der Schikane, in dem direktes Mobbing in der Schule und die Online-Belästigungen danach zusammentreffen. Weil die Posts und Kommentare nach der Schule nicht aufhören, ist das Mobbing via Smartphone besonders belastend für Kinder und Jugendliche. „Über soziale Kanäle wie WhatsApp fühlen Cybermobbing-Opfer sich in besonderem Maße drangsaliert, weil sie keinerlei Rückzugsmöglichkeiten haben“, hält Andrea Buskotte, Referentin für Gewaltprävention bei der LJS, fest.

Wie Dr. Ruth Festl vom Deutschen Jugendinstitut untersucht hat, sind beim Cybermobbing die Erfahrungen von Tätern und Opfern eng verknüpft. Wer einmal Opfer von Mobbing-Attacken über soziale Medien wurde, wird häufig auch zum Täter – und umgekehrt. „Diese Befunde geben ein konträres Bild zum traditionellen Mobbing an Schulen wieder, für das oftmals klare Täter- und Opferstereotype festgestellt werden konnten“, so Festl. Nach ihrem Vortrag wird es im Rahmen der LJS-Tagung auch um Präventionsmöglichkeiten gehen – und darum, wie Eltern und pädagogische Fachkräfte eingreifen und gemobbten Schülern helfen können. Die Expertin Jutta Sengpiel berichtet aus der schulischen Praxis, wie Mobbingprozesse gestoppt und Opfer geschützt werden.

Im Anschluss können die Teilnehmenden in drei Workshops Methoden der Gewaltprävention und der Intervention beim Mobbing kennen lernen und erproben. Zu einer Teilnahme an der Fachtagung und einer Berichterstattung möchten wir Sie herzlich einladen.

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Andere Kulturen verstehen – und im Dialog Werte vermitteln, 9.3.2016

LJS lädt Fachfrauen zu interkulturellem Dialog anlässlich des Weltfrauentages

Hannover, 9.3. 2016. Die Landesstelle Jugendschutz hat anlässlich des Weltfrauentages am 8. März 2016 einen Gesprächsnachmittag mit Fachfrauen für Pädagogik und Erziehung aus unterschiedlichen Kulturen organisiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Rechte von Mädchen und Frauen bereits frühzeitig in Familien verankert werden können – auch wenn diese aus anderen Kulturkreisen kommen. „Wir möchten versuchen, andere Kulturen zu verstehen – um auf dieser Basis der oft systematischen Entwertung von Frauen professionell begegnen zu können“, hielt LJS-Leiterin Andrea Urban einleitend fest. Damit knüpft die LJS an die „Hannoversche Erklärung“ für Gleichstellung an, die Ministerin Cornelia Rundt am 8. März gemeinsam mit Migrantenverbänden und dem Landesfrauenrat unterzeichnet hatte.

Andrea Buskotte, LJS

Andrea Buskotte, LJS

Verbunden damit wurde diskutiert, welche Rolle die Angebote des Jugendschutzes für die Gestaltung einer toleranten und weltoffenen Gesellschaft einnehmen – und wie sich das LJSAngebot Elterntalk für den interkulturellen Austausch nutzen lässt. „Für den Jugendschutz ist das Thema Gleichberechtigung zentral, weil das Bewusstsein für Geschlechtsrollen und Rechte frühzeitig in der Kindheit und Jugend angelegt wird“, konstatierte Andrea Buskotte von
der LJS.

Sonya Zayed, Islamforscherin

Sonya Zayed, Islamforscherin

„Ritual mit Wettbewerbscharakter“
Einführend veranschaulichte Sonya Zayed vom Forschungszentrum Globaler Islam aktuelle Trends in arabischen Gesellschaften, die im Rahmen von Migrationsbewegungen auch in Deutschland zunehmend eine Rolle spielen. Vor dem Hintergrund der sexuellen Übergriffe in der Sylvesternacht zog die tunesischstämmige Wissenschaftlerin einen Vergleich zwischen Köln und Kairo und konstatierte, dass mangelnde gesellschaftliche Teilhabe in Verbindung mit
unzureichender Bildung und der systematischen Unterdrückung von Frauen zu extremen Verhaltensweisen führen. In diesem Zusammenhang seien Attacken auf Frauen sowohl in Köln und Hamburg als auch in Kairo oder Tunis „ein Ritual unter Männern mit Wettbewerbscharakter“: „Was vor ein paar Jahren noch für Frauen möglich war, ist jetzt gefährlich: Abends oder nachts ausgehen ist selbst in Tunis nicht mehr möglich“, fasste die junge Wissenschaftlerin zusammen.

Die mangelnde gesellschaftliche Teilhabe vieler junger Männer, die trotz hohen Bildungsniveaus arbeitslos seien in Verbindung mit der daraus resultierenden Frustration mache sie empfänglich für islamistische Bewegungen und rückwärtsgewandte Rollenbilder, die weiterhin Teil der klassischen Erziehung seien. So laute ein tunesisches Sprichwort „Männer werden zu Paschas erzogen und Mädchen zu Mägden“. Die systematische Abwertung von Frauen werde durch die Betonung konservativ-religiöser Inhalte unterstützt.

Andrea Urban, Leiterin LJS

Andrea Urban, Leiterin LJS

Bildungsangebote und frühzeitige Prävention
Die Expertinnen waren sich darin einig, dass zumindest in westlichen Gesellschaften Bildungsangebote für Familien ein wichtiger Weg seien, um über die Rechte von Frauen ins Gespräch zu kommen. LJS-Leiterin Andrea Urban sieht das als Bestätigung der LJSAngebote für Familien mit Migrationshintergrund: „Da haben wir im Rahmen von Elterntalk schon Ideen. Anknüpfend an Erziehungsfragen soll zukünftig auch über Gleichberechtigung der Geschlechter und die sexuelle Selbstbestimmung von Kindesalter an getalkt werden“, hielt sie fest. Wie die Teilnehmerinnen in anschließenden Gruppengesprächen festhielten, geht es
zukünftig u.a. darum, frühzeitig im Rahmen von Elternarbeit Informationen zu einem freien und gleichberechtigten Aufwachsen zu vermitteln. Um gute Präventionsarbeit zu leisten, ist zum zweiten die interkulturelle Kompetenz der Fachkräfte in Kindergarten, Schule und Jugendarbeit
zentral.

Ein Vermitteln moderner, aufgeklärter Haltungen und Werte und Rollenvorbilder ist nur im Dialog möglich, so ein Fazit aus den Arbeitsgruppen. Das LJS-Angebot Elterntalk wurde in diesem Rahmen als hilfreiches Passepartout für viele Fragestellungen rund um das Thema Erziehung und Gleichberechtigung bewertet.

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Hauptsache Action?! Minecraft und Let´s Plays in der Jugendarbeit, 10.2.2016

Hauptsache Action?! Minecraft und Let´s Plays in der Jugendarbeit
LJS will Jugendliche befähigen, ihr Spielverhalten zu reflektieren –

Hannover, 10.02. 2016. Feinde auslöschen, fantastische 3-D-Welten bauen, Rennen fahren oder strategische Aufgaben lösen – Computerspiele sind fester Bestandteil im Alltag von Kindern und Jugendlichen. Knapp sieben von zehn Zwölf- bis 19-Jährigen spielen regelmäßig digitale Spiele, mit hohem Zeitaufwand und nicht immer altersgerecht.Hier liegt auch das größte Konfliktpotential mit den Eltern.

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LAN-Party für Jugendliche in Brake 2015.
Foto: Wiemken/LJS

Damit Kinder und Jugendliche lernen, ihren Umgang mit Spielen zu reflektieren, hat die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) das Projekt „Hauptsache Action“ entwickelt. Das kostenlose Angebot kann von Einrichtungen der Jugendarbeit in ganz Niedersachsen gebucht werden. „Hauptsache Action“ verbindet die offene Jugendarbeit mit dem Thema Computerspiele, indem Mädchen und Jungen in Freizeiteinrichtungen und Jugendclubs gemeinsam mit Medienpädagogen spielen und über ihre Lieblingsspiele sprechen. Hierbei lernen sie, ihr Spielverhalten, den Zeitaufwand und die Wahl der Spiele selbstkritisch einzuschätzen. In diesem Rahmen werden auch Alternativen zu nicht altersgerechten Spielen gezeigt. Weitere attraktive Angebote sind das Erstellen eigener Let´s Play-Videos, eine Einführung in die Welt des Kreativ-Spiels Minecraft, das auch für Mädchen interessant ist oder LAN-Partys für Jugendliche. Außerdem können Kinder und Jugendliche selber Altersfreigaben für Spiele vergeben und diskutieren.

Eva Hanel, LJS-Projektleiterin, sieht in der offenen Jugendarbeit gute Möglichkeiten, mit jungen Gamern ins Gespräch zu kommen: „An einer LAN Party im Jugendzentrum teilzunehmen, ist für Mädchen und Jungen immer noch etwas Besonderes und bietet ein gemeinsames Spielerlebnis.“

Mit „Hauptsache Action!“ sucht die LJS die Kooperation beispielsweise mit Jugendzentren, Kreisjugendringen, Konfirmandenfreizeiten oder der Freiwilligen Feuerwehr. Sie können das Projekt kostenfrei buchen.

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Über Hauptsache Action

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Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen bietet Mädchen und Jungen in der außerschulischen Arbeit unterschiedliche medienpädagogische Projektbausteinen, um das Thema Computerspiele umzusetzen. Orte für die Thematisierung von Computerspielen könnten die offene Jugendarbeit, die Arbeit in Kinder- und Jugendheimen, Ferienpassangebote und Angebote der kirchlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sein.

Weitere Informationen bietet die Webseite
http://www.jugendschutz-niedersachsen.de/Hauptsache-Action/index.html


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Elterntalk Niedersachsen 2016, 28.1.2016

Elterntalk Niedersachsen 2016 – neue Themen an mehr Standorten

LJS setzt Gesprächsrunden zur Erziehung fort

Kleinkind mit Computerspiel.

Kleinkind mit Computerspiel. Foto: LJS. Alle Rechte frei in Verbindung mit Elterntalk Niedersachsen.

28.02. 2016. Hannover. Wie lange dürfen Zehnjährige am Computer spielen? Sind Handys schon für die Jüngsten sinnvoll? Wie reagiert mein Kind auf feste Regeln? Im Rahmen des Projektes Elterntalk Niedersachsen geben Eltern anderen Müttern und Vätern Erziehungstipps – entspannt bei Kaffee, Tee und Kuchen. Im Rahmen moderierter Gespräche können sie sich gegenseitig Fragen zum Familienleben stellen und Probleme schildern. Organisatorin des Projektes ist die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen. Weil Eltern sich gegenseitig im privaten Rahmen einladen und austauschen, nehmen besonders viele Eltern mit Migrationshintergrund die Elterntalks wahr. Über 7500 Mütter und Väter in ganz Niedersachsen haben seit dem Start des Projektes im Oktober 2012 an Elterntalks teilgenommen. 2016 wird das Projekt um die Themen „Gesundes Aufwachsen“ und „Regeln und Grenzen in der Erziehung“ bereichert.

Neue Themen und Standorte – und 60 Moderatoren
Ziel des Projektes ist es, die Erziehungskompetenz von Eltern durch Eltern zu stärken. Ab sofort werden Elterntalks an vier zusätzlichen Standorten angeboten und insgesamt 16 Städte und Gemeinden in ganz Niedersachsen versorgt. Auch die Themenvielfalt ist gewachsen. Neu im Programm sind die Themen “Gesundes Aufwachsen“ und „Regeln und Grenzen bei der Erziehung“, weiterhin wird es auch um die altersangemessene Mediennutzung der Kinder gehen.

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Selma Dogan, Moderatorin von Elterntalk

Selma Dogan moderiert seit Mai 2014 Elterntalks. Die Hannoveranerin ist eine von insgesamt 60 Moderatorinnen. Sie hat 68 Talks organisiert und dabei allein mehr als 340 Eltern erreicht.
„Weil ich Eltern ohne Umwege auf einer privaten Ebene einlade, ist die Bereitschaft oft groß, dabei zu sein“, so Dogan.
Simone Zanjani, Projektleiterin Elterntalk bei der LJS, ist überzeugt vom Ansatz der Elterntalks: „Das Konzept ´Eltern zu Gast bei Eltern´ erreicht viele Familien, die auf offizielle Einladungen nicht reagieren würden. Im privaten Rahmen spricht jeder bekanntlich offener und ehrlicher auch über Probleme.“

Über eine Berichterstattung freuen wir uns. Gern vermitteln wir einen Kontakt zu den regionalen Standortpartnern in Ihrer Region und stehen für Rückfragen zur Verfügung.


Über Elterntalk Niedersachsen

Mütter beim Elterntalk Niedersachsen in Hannover. Foto: LJS. Alle rechte frei in Verbindung mit Elterntalk Niedersachsen

Mütter beim Elterntalk Niedersachsen in Hannover. Foto: LJS. Alle Rechte frei in Verbindung mit Elterntalk Niedersachsen.

Elterntalk ist eine Initiative der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen und will Eltern als Experten in Erziehungsfragen ansprechen. Zielgruppe sind Familien, die für klassische Angebote zur Elternbildung schwer erreichbar sind. Um bildungsferne Eltern anzusprechen, werden die Gesprächsrunden im privaten Rahmen organisiert. Nach Absprache können Elterntalks auch in der jeweiligen Muttersprache der Eltern durchgeführt werden. Bei den Elterntalks werden die Themen Fernsehen, Internet, Computerspiele, Handy, soziale Netzwerke, Erziehungsregeln und gesundes Aufwachsen behandelt. Arbeitsmaterialien und Hintergrundinformationen sind auf deutsch, russisch, türkisch, kurdisch und arabisch erhältlich.

 

Die Initiative wird unterstützt vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Projektstart war im Oktober 2012. Eine Übersicht der Standorte und weitere Informationen bietet die Webseite www.elterntalk-niedersachsen.de.

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Jahrestagung 2015: Hauptsache sexy!, 2.12.2015

Hauptsache sexy!
Jugendliche online: Sehen und gesehen werden

Jahrestagung der LJS am 2. 12. 2015 im Hannover Congress Centrum

Hannover, 24.11. 2015. Ihre Selfies und Filme auf Instagram, Whatsapp und Youtube sprechen eine klare Sprache: Für Jugendliche ist es ein wichtiger Entwicklungsschritt, sich anderen als geschlechtliches Wesen zu zeigen. Ihre erotische Selbstinszenierung in den sozialen Medien zielt auf Kommentare und Likes, kann aber auch falsche Freunde wecken und Belästigungen oder Bloßstellungen provozieren.

Wie Eltern und pädagogische Fachkräfte hier gefordert sind und welche Freiräume Jugendliche benötigen, ist Thema der LJS-Jahrestagung am 2. 12. 2015 im Hannover Congress Centrum.

Andrea Urban, Leiterin der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen, konstatiert: „Mädchen reizen oft mit sexy Körpern, Jungs mit Muskeln – die sexuelle Identität zu definieren, ist Teil ihres Erwachsenwerdens. Dazu gehört auch die Wahrnehmung durch andere.

Insbesondere für die Generation, die mit Whats App, Skype und Co aufgewachsen ist, sind die Kommentare in den sozialen Kanälen ein wichtiger Aspekt der Identitätsbildung.“ Auf der Fachtagung wird es auch darum gehen, inwieweit Online-Medien wichtige soziale Erfahrungsräume für Mädchen und Jungen sind, aus denen sich Erwachsene – auch mit pädagogischem Hintergrund – heraushalten sollten.

Prof. Dr. phil. Dagmar Hoffmann von der Universität Siegen, Soziologin und spezialisiert auf die Jugendmedienforschung, warnt vor „Bewahrdiskursen“ und stellt in ihrem Vortrag fest: „Vorverurteilungen, soziale Kontrolle und Sanktionen führen dazu, dass es für Jugendliche schwieriger wird, sich auch einmal gedankenfrei auszuleben – mit Medien und auch in Bezug auf den eigenen Körper und die eigene Sexualität.“

Richard Lemke von der Johannes-Gutenberg Universität Mainz forscht zum Thema Internetsexualität und fokussiert die erotische Selbstinszenierung von Jungen und Mädchen.Reichen Hinweise auf mögliche Gefährdungen oder sind Verbote eine Lösung – die Frage nach der richtigen Begleitung beantwortet Dr. Anja Henningsen von der Christian-Albrechts-Universität Kiel.

Wie man Jugendliche über ihre eigenen Kanäle erreicht, zeigt zum Tagungsende der Kölner Sexualpädagoge Jan Winter in seinem Vortrag „61 Minuten Sex“.

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Durchbohrt, erschossen, gemetzelt, 10. 11. 2015

Durchbohrt, erschossen, gemetzelt –
sind Gewaltdarstellungen und Jugendschutz vereinbar?

LJS-Fachtagung zu den Wirkungen von Medienbildern auf Heranwachsende am Dienstag, dem 10. November 2015 in der Akademie des Sports, Hannover.

Hannover, 5. November 2015. Die Masse macht´s – Kinder und Jugendliche wachsen mit einer Vielzahl von Gewaltbildern auf. Welche Wirkungen haben reale Bilder vom Krieg in den Nachrichten, Terrorbilder, die in sozialen Netzwerken verbreitet werden und realistisch wirkende Kriegsinszenierungen in Filmen und Computerspielen? Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen beschäftigt sich in ihrer kommenden Fachtagung am 10. November in Hannover mit den möglichen Wirkungen von medialen Gewaltdarstellungen.

Welche Formen von Gewaltinszenierungen sind besonders wirkmächtig?
Eva Hanel, Leiterin der Tagung und LJS-Referentin, hält fest: „Im Fokus des Jugendmedienschutzes steht die Frage, wie sich die inszenierte Gewalt auf die reale Einstellung zu Gewalt auswirkt. Kinder verarbeiten Gewaltdarstellungen unterschiedlich – je nach Alter und sozialer Erfahrung. Auch das Genre spielt dabei eine Rolle – und die Frage, ob der Einsatz der Gewalt zielführend ist und belohnt wird.“ Experten aus dem Bundesgebiet werden am 10.11. den Wirkungen von Gewaltdarstellungen und den Möglichkeiten der Prävention auf den Grund gehen.

Einführend beleuchtet der Netzwelt-Kenner und Journalist Dennis Bangert von NJoy Radio, Hamburg das Verhältnis von Gewaltdarstellungen und aufdringlichen Bildern von Sexualität im Netz. Im Anschluss widmet sich Prof. Thomas Hestermann von der Hochschule Macromedia in Hamburg der medialen Berichterstattung zu Gewalthandlungen und Kriegsthemen.

Wie Gamer mit moralischen Konflikten in Computerspielen umgehen, schildert Prof. Dr. Manuela Pietraß von der Universität der Bundeswehr in München.

Am Nachmittag geht es in einem Vortrag von Prof. Dr. Christoph Klimmt von der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover um die Darstellung von Tod und Sterben in Filmen, Serien und Computerspielen.

Abschließend wird Susanne Bergmann, hauptamtliche Prüferin bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) über den Umgang mit Gewaltdarstellungen im Alltag von Jugendmedienschützern berichten. Wir laden Sie herzlich zur Tagung ein und freuen uns über eine Berichterstattung.

Tagungsort ist die Akademie des Sports, Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg 10,
30169 Hannover.

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Suchtprävention und Migration: Sensible Sozialarbeit mit Jugendlichen, 17.11.2015

Suchtprävention und Migration: Sensible Sozialarbeit mit Jugendlichen

LJS diskutiert am 17. 11. 2015 neue Aufgaben für die Suchtprävention bei Jugendlichen mit Migrationsgeschichte

Hannover, 03. November 2015. Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen stellt sich auf ihrer kommenden Fachtagung einer neuen Herausforderung für den Jugendschutz. Es geht um die migrationssensible Prävention von Drogen- und Alkoholsucht. Mehr als ein Viertel der unter 25-Jährigen in Deutschland haben eine familiäre Migrationsgeschichte. Für herkömmliche Angebote der Suchtprävention sind viele von ihnen schwer erreichbar.

Oft machen enge Familienbindungen es Jugendlichen schwer, auf Beratungsangebote zu reagieren. In vielen türkeistämmigen Familien sind die Elternbeziehungen durch unbedingte Loyalität geprägt. Wie Prof. Dr. Ahmed Toprak von der Universität Dortmund konstatiert, können klassische Präventionsangebote von vielen türkeistämmigen Jugendlichen nur angenommen werden, wenn auch ihre Eltern dahinter stehen. „Wer Kinder, Jugendliche und deren Familien migrationssensibel schützen will, kommt nicht umhin, eine Brücke zu schlagen zwischen den traditionellen Werten der Familien und den Zielen der Institutionen“, hält Ahmed Toprak fest.

Dr. Tilman Brandt vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung in Bremen zeigt, dass Angebote, die die Vielfalt von Lebensformen und Wertesystemen in anderen Kulturen berücksichtigen, von Menschen mit Migrationsgeschichte eher wahrgenommen werden. Gleichzeitig zeigt sich in Untersuchungen, dass ihre kulturelle Tradition sie auch besser vor
Suchterkrankungen schützt. So konstatiert Nida Yapar vom Hamburger Büro für Suchtprävention insbesondere für muslimische Familien, dass hier die Jugendlichen weniger rauchen und Alkohol trinken. Viele werden durch den stärkeren familiären Zusammenhalt, enge soziale Netze sowie traditionelle und religiöse Werteorientierungen besser geschützt.

Auf der Tagung wird im Kreis von Experten diskutiert, inwieweit die interkulturelle Ausrichtung von Behörden, Schulen oder Jugendhilfeeinrichtungen angesichts steigender Zahlen von Menschen mit Migrationsgeschichte unausweichlich ist. Wir freuen uns über eine Berichterstattung und laden Sie gern zur Tagung ein.

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LAN-Party für Eltern, 5.11.2015

Wie viele Leben hab´ ich noch?

Wissen, was die Kinder tun: LJS veranstaltet LAN-Party für Eltern am 5. November 2015 im Stephansstift in Hannover

Hannover, 08.10. 2015. Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen lädt am 5. November 2015 in Hannover Eltern zum gemeinsamen Spielen am Computer ein. Auf der LAN-Party können sie sich mit den Lieblingsspielen ihrer Kinder beschäftigen und erfahren, was den Nachwuchs daran fasziniert. Ergänzend gibt es kurze Vorträge von Medienpädagogen. Der Abend beginnt um 19.00 Uhr, Veranstaltungsort ist der Festsaal im Stephansstift.

„Die Spielewelten ihrer Kinder sind für viele Eltern echtes Neuland. Sie verstehen nicht, was ihre Kinder an Spielen wie Minecraft oder League of Legends so fasziniert oder warum sie das Smartphone mit den Spiele-Apps kaum aus der Hand legen können“, so Jens Wiemken, Medienpädagoge und LJS-Mitarbeiter.
Insbesondere, wenn die Kinder am eigenen Smartphone online spielen, ist elterliche Kontrolle kaum mehr möglich. „Wer weiß, was das eigene Kind so interessant findet, kann auch über Grenzen und Zeitlimits besser ins Gespräch kommen – und diese besser vermitteln“, betont Wiemken.

Auch In-App-Käufe, mit denen man sich Spielvorteile mit realem Geld kaufen kann, werden ein Thema bei der LAN-Party sein. Die Medienpädagogen der LJS haben die beliebtesten Spiele im Gepäck, darunter Grand Theft Auto (GTA) 5, Minecraft oder Fifa. Beim Spielen leitet ein erfahrener Trainer die Eltern an.

Ergänzend gibt es kurze Vorträge und Tipps für den Medienumgang in der Familie.

Veranstalterin der LAN-Party ist die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS). Interessierte können sich anmelden unter 0511- 85 87 88 oder unter dem Mailadresse info@jugendschutz-niedersachsen.de.

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Pressekontakt und Rückfragen:
Ulrike Beckmann, Juni*Kommunikation,
Palmaille 55, 22767 Hamburg, ub@junikommunikation.de, Tel. 040 2847 1483

Stabil rechts außen bleiben?, 6.10.2015

Stabil rechts außen bleiben?

LJS präsentiert am 6.10. 2015 aktuelle Forschungsergebnisse zu rechtsextremen Einstellungen bei Jugendlichen

Hannover, 30.09. 2015. Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen widmet sich auf ihrer kommenden Tagung in Hannover dem Thema Rechtsextremismus bei Jugendlichen. Im Expertenkreis werden am 6. Oktober 2015 aktuelle Forschungsergebnisse zu den Hintergründen für radikale und rassistische Haltungen vorgestellt und
Präventionsmöglichkeiten diskutiert.

Warum wenden sich junge Menschen extremistischen Überzeugungen zu – und wie kann man das verhindern? „Aktuell geht es oft um die Frage, was den Islamismus so attraktiv für Jugendliche macht“, so Andrea Buskotte, Referentin für Gewaltprävention bei der LJS, „dabei sollte nicht aus dem Blick geraten, dass die Zahl der Jugendlichen mit rechtsextremen Einstellungen seit Jahren stabil ist. Für Politik, Pädagogik und Sozialarbeit ist das eine große Herausforderung.“ Auf der Fachtagung soll auch erörtert werden, inwieweit Ressentiments und
Ängste, die auch in der Mitte der Gesellschaft eine Rolle spielen, extremistische Einstellungen fördern – und wie man hier frühzeitig eingreifen kann.

Einführend präsentiert Dr. Claudia Luzar von der Fachhochschule Dortmund aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema. Wie rechtsextreme Überzeugungen entstehen und ob es richtig ist, Rechtsextreme als Sonderfälle aus der Mehrheitsgesellschaft auszuschließen, ist ein Schwerpunkt des Vortrags von Prof. Dr. Andrea Kleeberg-Niepage von der Europa- Universität Flensburg.
Stimmt das Klischee, Rechtsextreme seien ungebildete männliche Jugendliche aus desolaten Familien? Oder ist radikales und rassistisches Verhalten in bestimmten Kreisen einfach „cool“? Das wird Sebastian Ramnitz, Erzieher und Experte für Rechtsextremismus aus Vechta, in seinem Vortrag erläutern. Im Anschluss wirft Oliver Guth von der Fachstelle Rechtsextremismus und Familie in Bremen einen Blick auf das Thema aus der Gender-
Perspektive.
Was Präventionsarbeit bewirken kann, stellt abschließend Dr. Olaf Lobermeier vom Institut proval dar. Wir freuen uns über eine Berichterstattung und laden Sie gern zur Tagung ein.

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Grenzenlos und nie mehr allein – mobile Mediennutzung bei Jugendlichen, 8.7.2015

Grenzenlos und nie mehr allein –
mobile Mediennutzung bei Jugendlichen

Fachtagung der LJS zu Risiken und Chancen mobiler Medien am 8. Juli 2015

Hannover, 30. Juni 2015. Sie sind im Durchschnitt 192 Minuten am Tag online, posten regelmäßig private Filme und Bilder, nennen sich Celine123, TrueStory oder MarySaucool – und auf einem ihrer vielen Profile bei What´s App, Facebook oder Instagram wird man sie auch mit dem Klarnamen finden. Der mangelnde Schutz privater Daten ist nur ein Problem bei der mobilen Mediennutzung Jugendlicher. Auf ihrer Fachtagung am 8. Juli in Hannover diskutiert die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen die Risiken, aber auch die Chancen mobiler Mediennutzung.

Jugendliche können mit ihren Smartphones in sozialen Netzen Profile anlegen, Bilder austauschen und Live-Streams direkt aus dem Kinderzimmer senden. Altersgrenzen gibt es nicht – wer beim umstrittenen Streaming-Dienst YouNow per Mausklick angibt, mindestens 13 zu sein, ist dabei. 97 Prozent der 12- bis 19-Jährigen besitzen ein eigenes Smartphone oder internetfähiges Handy. Mit der digitalen Vollversorgung entstehen neue Aufgaben für pädagogische Fachkräfte, Erzieher und Lehrer.

„Jugendliche eignen sich die neuen Möglichkeiten unbefangen an und sind sehr selbstbewusst in ihrem Umgang mit Öffentlichkeit“, konstatiert Eva Hanel, Referentin für Medien bei der LJS. „Ebenso frei sind viele von ihnen, wenn es darum geht, private Daten weiterzugeben, um eine App herunterzuladen – oder ein Like für den neuen Facebook-Post zu bekommen.“ Beschäftigte in der Jugendarbeit müssen diese Balance zwischen Aufgeschlossenheit und Leichtfertigkeit verstehen, begleiten und mit sinnvollen Angeboten zur Medienkompetenzförderung unterstützen.

Welche Möglichkeiten es hier gibt, wird ebenfalls Thema der Tagung sein. Einführend vermittelt Dr. Nadia Kutscher von der Universität Vechta Fakten zum Alltag Jugendlicher mit mobilen Medien. Wie diese für die soziale Arbeit genutzt werden können, illustriert Dr. phil. Maren Risch vom Mainzer Weiterbildungsträger medien+bildung.com.

Die Welt der Jugendlichen auf YouTube veranschaulicht Daniel Seitz von der Berliner Agentur medialepfade.de.
Schließlich vermittelt Martin Drechsler von der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia e.V. in Berlin wichtige rechtliche Aspekte des Jugendmedienschutzes.

Wir freuen uns über eine Berichterstattung und laden Sie gern zur Tagung ein.

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LJS will „Eltern als Experten“ stärken, 3.6.2015

LJS will „Eltern als Experten“ stärken

Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen möchte Elternarbeit erweitern – Fachtagung am 03.06.2015

Hannover, 26. Mai 2015. Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) betont im Vorfeld ihrer kommenden Fachtagung „Eltern als Experten“ am 3. Juni 2015 in Hannover, wie wichtig eine Unterstützung von Eltern auch für den Jugendschutz ist. „Eltern sind die ersten und wichtigsten Bezugspersonen für Kinder“, so LJS-Leiterin Andrea Urban, „und gerade sie sind oft unsicher in Erziehungsfragen – zum Beispiel, wenn es um den Umgang mit den neuen Kommunikations- und Vernetzungsmedien geht.“

Im Kreis von über 150 Experten aus der Jugend- und Familienarbeit wird es darum gehen, wie eine Stärkung und Unterstützung für Eltern aussehen sollte – und wie sie am besten erreicht werden können. Den Schwerpunkt bildet dabei die Ansprache von Eltern aus Migrationsmilieus.
Prof. Dr. Haci-Halil Uslucan von der Universität Duisburg wird am Vormittag die Eltern-Kind-Beziehungen in Migrantenfamilien beleuchten. Gerade türkische Migrantenfamilien stehen häufig vor der Herausforderung, zusätzlich zur Gestaltung des Familienlebens auch ihr Verhaltensrepertoire erweitern und neu organisieren zu müssen. Eva Hanel, Referentin für Medien bei der LJS, hält fest: „Besonders Eltern aus anderen Kulturkreisen fühlen sich oft verunsichert, wenn sie meinen, dass die eigenen Erziehungsziele nicht mit denen der Mehrheitsgesellschaft übereinstimmen, gleichzeitig nehmen sie traditionelle Informationsangebote selten wahr.“

Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, auch diese Eltern für den Austausch zu Erziehungsfragen zu gewinnen. Im Mittelpunkt steht dabei eine wertschätzende Ansprache. Wie Prof. Dr. Stefan Gaitanides von der Fachhochschule Frankfurt am Main betont, ist es wichtig, Eltern auf Augenhöhe zu begegnen und sie zu unterstützen, ohne sie zu belehren: Fachleute der Familienarbeit sollten auch bei Sprachschwierigkeiten und mangelhaften kulturellen Hintergrundkenntnissen in der Lage sein, „eine tragfähige Kommunikationsbeziehung zu Menschen mit Migrationsgeschichte aufzubauen und sie zu Experten ihrer selbst zu ´ermächtigen´“, fordert Gaitanides. Wichtig sei es, „offen und neugierig zu sein und den kulturell und sozial “Anderen” Akzeptanz und Wertschätzung fühlen zu lassen.“

Mit dem Projekt „Elterntalk Niedersachsen“ hat die LJS ein Angebot entwickelt, um Eltern zu einem Austausch auf Augenhöhe zu Fragen der Medienerziehung zu motivieren. Seit 2013 gelingt es im Rahmen von selbst organisierten Elterntreffen, vor allem Zugang zu Eltern mit Migrationshintergrund herzustellen. Welche Perspektiven es für diese Form der niedrigschwelligen Elternarbeit gibt, wird am Nachmittag erörtert.

Zu einer Berichterstattung möchten wir Sie einladen und stehen für Rückfragen gern zur Verfügung.

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Gewaltprävention im Migrationskontext, LJS-Fachtagung, 23.4. 2015

Gewaltprävention im Migrationskontext:
Problemgruppen erreichen, ohne sie auszugrenzen

Aktuelle Erkenntnisse auf LJS-Fachtagung am 23. April 2015

Hannover, 14. April 2015. Jugendliche mit Migrationsgeschichte werden im Kontext von Gewalt und Bildungsbenachteiligung häufig als Problemgruppe wahrgenommen. Ihrerseits fühlen viele sich in der Schule, auf dem Ausbildungsmarkt und in der Freizeit benachteiligt. Auf diese Gefühle von Entfremdung und Ohnmacht reagieren manche mit einer Distanzierung zur Gesellschaft und der Orientierung an traditionellen kulturellen oder religiösen Werten.

Andrea Buskotte

Andrea Buskotte, Referentin für Gewaltprävention LJS

Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen widmet sich auf ihrer Fachtagung der Gewaltprävention im Migrationskontext. Die Tagung wird in Kooperation mit der katholischen Jugendsozialarbeit Nord (KJS) durchgeführt. Andrea Buskotte, LJS-Referentin für Gewaltprävention: „Jugendliche, die sich von der Gesellschaft zurückziehen, sind für Präventionsangebote nur schwer zu erreichen. Umso wichtiger ist es, Diskriminierungserfahrungen früh zu erkennen und ernst zu nehmen.
Hier sind Jugendsozialarbeit und Schule gefordert.“

Im Rahmen der Tagung soll auch erörtert werden, wie Fach- und Lehrkräfte mit
agressiver Abgrenzung umgehen können.

Einführend stellt Sindyan Quasem vom deutsch- islamischen Verein ufuq die Situation
vieler Jugendlicher zwischen Islam und Islamismus dar. Dem Phänomen Kiezdeutsch widmet sich dann Maria Pohle, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Potsdam. Dr. Erol Karayaz untersucht an der Universität Oldenburg, wie Jugendliche mit Ausgrenzungserfahrungen umgehen und stellt ab 13.30 Uhr Forschungsergebnisse vor.

Ein Vortrag von Dr. Birgit Jagusch vom Institut für sozialpädagogische Forschung Mainz
am Nachmittag zeigt, wie eine Jugendsozialarbeit sensibel für Differenzen sein kann, ohne
die Jugendlichen auszugrenzen.

Wir freuen uns über eine Berichterstattung.

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Sexuelle Vielfalt in der außerschulischen Jugendarbeit LJS-Fachtagung am 21.04. 2015

Tanja Opitz

Tanja Opitz, Referentin für Sexualpädagogik LJS

Hannover, 02. April 2015. Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) widmet sich auf ihrer Fachtagung für über 100 Fachkräfte und Lehrende aus ganz Niedersachsen am 21. April 2015 den Herausforderungen einer  geschlechtersensiblen Jugendarbeit.  Wie können alternative Bilder von Männlichkeit und Weiblichkeit in die Jugendarbeit eingebunden werden, ohne die Kinder und Jugendlichen zu überfordern?

Die LJS möchte mit ihrer Tagung dazu beitragen, Heranwachsende für unterschiedliche Lebensformen und Geschlechterinszenierungen zu sensibilisieren: „In jeder Jugendgruppe gibt es Mädchen und Jungen, die sich nicht „typisch“ verhalten. Um Diskriminierungen vorzubeugen, ist ein Umfeld, das dies akzeptieren kann, wichtig“, konstatiert Tanja Opitz, Leiterin der Fachtagung. „Zu einer freien Entwicklung gehört auch die Chance, sich mit alternativen Geschlechtsidentitäten vertraut zu machen.“

Uwe Sielert

Prof. Dr. Uwe Sielert, Universität Kiel

Insgesamt sieben Experten begleiten die Tagung mit Vorträgen und Workshops.  Einführend wird Prof. Dr. Uwe Sielert von der Universität Kiel die aktuelle Diskussion zum Thema sexuelle Vielfalt vorstellen.
Welche Motive stehen hinter der oft dezidierten Ablehnung des Konzeptes und wo gibt es Missverständnisse?

Prof. Dr. Melanie Groß von der FH Kiel widmet sich im Anschluss den Aufgaben einer genderneutralen, „queeren“ Jugendarbeit. Allein die Frage „Hast du schon  einen Freund?“  könne bereits eine Zuschreibung  einer  sexuellen Orientierung bedeuten. Für pädagogische Fachkräfte sei es deshalb wichtig, sich über eigene Geschlechterzuschreibungen klar zu  werden und beispielsweise sprachliche Diskriminierungen erkennen zu lernen.

Nach der Mittagspause geht es um die Themen Intersexualität in der Jugendarbeit und geschlechtersensible Arbeit mit Jungen und Mädchen.
Einer von drei Workshops widmet sich der Frage, wie pädagogische Fachkräfte das Thema sexuelle Vielfalt in Jugendgruppen mit Migrationshintergrund aufgreifen können.
Ob man Diskriminierungen durch präventive Arbeit vorbeugen kann, soll zum Abschluss
der Fachtagung diskutiert werden.

Wir freuen uns über eine Berichterstattung.

Das Tagungsprogramm finden Sie auch hier.

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Mädchen sind anders, Jungs auch? LJS-Jahrestagung, 02.12.2014

Mädchen sind anders, Jungs auch? Doing Gender im öffentlichen Raum
LJS-Jahrestagung am 02.12.2014 zu Rollenerwartungen an Mädchen und Jungen

Hannover, 18.11.2014. Presseinformation. Auf ihrer Jahrestagung am 2. Dezember in Hannover widmet sich die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen der Wahrnehmung von Mädchen und Jungen im öffentlichen Raum. In Fachvorträgen und Workshops geht es um Rollenbilder, Rollenerwartungen und die damit verbundenen Aufgaben für den Jugendschutz. Was dürfen Jungen, was sollen Mädchen – und welche Angebote gibt es für Jugendliche, die nicht den gesellschaftlichen Rollenvorgaben entsprechen?

Abhängen auf der Straße oder im Park, Chillen und Grillen nachts am See: Während Jungen öffentliche Plätze besetzen können, werden von Mädchen und junge Frauen angepasstere Verhaltensmuster erwartet. „Schon Mädchen wachsen oft in einer rosa Erlebniswelt auf, und die Anpassungsleistungen für junge Frauen sind immens“, erklärt Andrea Urban, Leiterin der LJS.
Jungen verhalten sich oft viel herausfordernder – und entsprechen damit den gesellschaftlichen Erwartungen. Zurückhaltende Jungen oder offensive Mädchen werden dagegen eher als Abweichung der Norm gesehen. Daher sind gerade in diesem Bereich pädagogische Konzepte gefragt. „In der Jugendarbeit ist es wichtig, sensibel für Rollenzuschreibungen zu sein – auch für die eigenen“, betont Urban.

Was Mädchen und Jungen stärken und schützen kann, soll auf der Tagung beleuchtet werden.
Über 150 Fachkräfte werden am 2. Dezember vor Ort in Hannover drei Fachvorträgen folgen und ihre eigene Sicht auf Geschlechterrollen reflektieren. Prof. Dr. Mechthild Bereswill von der Universität Kassel erläutert einführend die neue soziologische Forschung zu Ungleichheiten in Geschlechterverhältnissen. Gabi Rohmann vom Berliner Archiv der Jugendkulturen untersucht in ihrem Vortrag die Inszenierung von Geschlechtsidentität im öffentlichen Raum und die Gender-Expertin Leah Czollek widmet sich anschließend dem Thema Gender und Diversity in der Jugendarbeit.
Am Nachmittag behandeln die Teilnehmer in vier Arbeitsgruppen verschiedene Schwerpunkte zum Gender im Jugendschutz. Hier geht es um geschlechterspezifische Gewaltprävention, Männer- und Frauenbilder in Computerspielen oder die Erwartungen an „richtige“ Jungen und Mädchen. Der vierte Workshop behandelt die unterschiedliche Beteligung von Müttern und Vätern in der Elternarbeit.

Über die LJS
Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen ist ein Fachreferat der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen und arbeitet zu aktuellen Themen des Kinder- und Jugendschutzes. Die Tätigkeitsfelder sind Fortbildungen, Materialentwicklungen, Fachberatung, Projekte, Arbeitskreise und Gremien.

Veranstaltungsort:
Congresszentrum Wienecke XI, Hildesheimer Straße 380, 30519 Hannover.

Pressekontakt und Rückfragen:
Ulrike Beckmann, Konzept+Kommunikation,
Palmaille 55, 22767 Hamburg, kontakt@ulrike-beckmann.de, Tel. 040 – 2847 14 83 .

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Liebe oder Wahrheit?, LJS-Fachtagung am 15.10.2014

Scripted-Reality-TV und Kuppelshows als mediale Vorbilder für Jugendliche –
LJS-Fachtagung am 15.10.2014

Hannover, 23.09.2014. Presseinformation. „Berlin – Tag & Nacht“, „Verdachtsfälle“ oder „X-Diaries“- Fernsehserien, in denen Beziehungen und Konflikte eine Rolle spielen und möglichst „echt“ aussehen, gehören für viele Jugendliche zum Tagesprogramm. Welche Bedeutung haben die Dramen nach Drehbuch für die Identitätsentwicklung? Ob die Inszenierung von ruppigen Streits, Partnersuche per Casting und bösen Intrigen von Kindern und Jugendlichen als normales Sozialverhalten wahrgenommen wird und eigene Beziehungsvorstellungen prägen kann, ist Thema auf der LJS-Fachtagung am 15. 10. 2014. Pädagogen und Medienschaffende sind in Hannover, um die Lebenswelt der Jugendlichen zu beleuchten – und einen Einblick in die Welt des „scripted entertainment“ zu geben.

In einer Phase, in der Mädchen und Jungen ihre sozialen Rollen entwickeln und erste Liebesbeziehungen anbahnen, werden auch Vorbilder aus Film und Fernsehen wichtig. LJS-Medienreferentin Eva Hanel konstatiert: „Wenn die Partnersuche zum gnadenlosen Körper-Casting wird, kann das Kinder und Jugendliche irritieren und hinsichtlich ihres eigenen Verhaltens verunsichern.“
Marthe Kniep, langjährige Redakteurin vom Bravo Dr. Sommer Team, wird zu Beginn der Tagung erörtern, welche Themen Jugendliche in Bezug auf ihren Körper beschäftigen.
Im Anschluss stellt Claudia Mikat, Leiterin Programmprüfung bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), aktuell diskutierte Formate vor und gibt Anhaltspunkte für eine Einschätzung.
„Wer bei „Next, Please“ oder „Kiss or Cash?“ immer wieder sieht, dass Männer um Frauen oder Frauen um Männer buhlen und unter Einsatz körperlicher Reize in einen Wettbewerb treten, in dem der oder die „Beste“ gewinnt, kann im Laufe der Zeit ein seltsames Verständnis davon entwickeln, was eine gute Beziehung ausmacht“, so Mikat, „vielen Jugendlichen ist nicht bewusst, dass es sich hier um inszenierte Geschichten handelt.“ Die Jugendmedienschützerin plädiert für eine verbesserte Medienbildung, damit auch Jugendliche mit hohem Fernsehkonsum sich besser von den Medieninhalten distanzieren können.
Die TV-Sender haben den Marktwert ihres jungen Publikums klar erkannt und intensivieren die Zuschauerbindung über soziale Netzwerke. Wie das bei der Erfolgsserie „Berlin – Tag & Nacht“ aussieht, zeigt Markus Piesch, Leiter der Abteilung RTL II Online.
Wie Medienbildung und Medienreflektion in Schule und Jugendarbeit umgesetzt werden können, erläutert zum Abschluss der Medienpädgoge Leopold Grün, der gemeinsam mit einem Team der FSF die multimediale, interaktive Lern-DVD Faszination Medien entwickelt hat, die ab 3. Oktober 2014 bei der Bundeszentrale für politische Bildung erhältlich ist.

Veranstaltungsort: Hanns-Lilje-Haus, Knochenhauerstraße 33, 30159 Hannover.

Über die LJS
Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen ist ein Fachreferat der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen und arbeitet zu aktuellen Themen des Kinder- und Jugendschutzes. Die Tätigkeitsfelder sind Fortbildungen, Materialentwicklungen, Fachberatung, Projekte, Arbeitskreise und Gremien.

Pressekontakt und Rückfragen
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Tel. 040 – 2847 14 83, kontakt@ulrike-beckmann.de

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Presseartikel: „Einfach mal den Stecker ziehen“ HAZ 08.05.2014

Fernsehen, Internet, Handy – die Medienangebote, mit denen Kinder umgehen, können Eltern überfordern. Die Landesstelle fürJugendschutz organisiert Elterntalks, um Väter und Mütter sicherer im Umgang mit Internet, Handy und sozialen Netzwerken zu machen.

Hannover. Kontrolle muss sein. Für Gülden Kalyci ist es kein Vertrauensbruch, die Handys ihrer beiden acht- und elfjährigen Söhne zu checken. „Ich muss doch wissen, mit welchen Freunden sie sich austauschen und auf welchen Internetseiten sie unterwegs sind“, erzählt die 35-Jährige in der Gesprächsrunde mit fünf weiteren Müttern. „Einmal
habe ich bei meinem Jüngsten die Frage ,Was heißt Sex?‘ in der Suchmaschine gefunden. Da wusste ich, jetzt wird es gefährlich.“…

Den ganzen Artikel lesen (PDF)

Fremde Welten – die Faszination von Computerspielen, 6.5.2014

LJS-Fachtagung zur Erlebniswelt der „Gamer“ am 14.05. 2014 in Hannover

Hannover, 06.05.2014. Surfen, daddeln und zocken nach der Schule – für über 60% der männlichen Jugendlichen ist laut JIM-Studie 2013 das Spielen am Computer oder an der Konsole eine „sehr wichtige“ Freizeitbeschäftigung. Auf der Fachtagung der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen am 14.05.2014 geht es um das Spielen und ein besseres Verständnis für die Welt der „Gamer“.
Eva Hanel, Medien-Referentin bei der LJS, zum Ziel der Tagung: „Viele junge Gamer bewegen sich mit Avataren in sehr realistisch inszenierten virtuellen Welten. Diese Umgebung hat für Kinder ab 10 Jahren eine hohe Faszinationskraft. Eltern und Fachkräfte der Jugendarbeit sollten sie kennen und verstehen, wenn sie mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch kommen möchten.“

Der Umsatz an Computerspielen in Deutschland lag nach Angaben des Branchenverbandes BIU 2013 bei 2,41 Milliarden Euro und ist damit europaweit am höchsten. Am beliebtesten sind Sportsimulationsspiele wie Fifa, die Ego-Shooter Reihe Call of Duty, Minecraft oder das militärische Strategiespiel League of Legends (Quelle: Jim-Studie 2013). Wie Katharina Dankert, Referentin für Videospieltechnik bei Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle (USK) in
ihrem einführenden Vortrag zeigt, werden die Spiele immer realistischer. Dazu Eva Hanel: „Viele Spiele lassen sich in ihrer Bild- und Handlungsführung durchaus mit Kinofilmen vergleichen. Das erhöht die Intensität des Spielens – und macht es auch schwer, sich wieder davon zu lösen.“

Ein weiteres wesentliches Motiv für die Faszination von Computerspielen ist das Experimentieren mit Identitäten mit selbst erstellten Avataren, wie Prof. Dr. Martin Geisler von der FH Jena erläutert. Spielerinnen und Spieler stoßen häufig auf Unverständnis und Ablehnung hinsichtlich ihres Hobbys. Doch um mit Jugendlichen über Grenzen und Risiken von Computerspielen ins Gespräch zu kommen, sollten Eltern und Fachkräfte die virtuellen Welten verstehen können. In diesem Zusammenhang wird Dr. Claudia Lampert vom Hans- Bredow-Institut zeigen, welche Rolle die Familie in der Computerspielesozialisation einnimmt und welche Handlungsempfehlungen sich daraus ergeben.

Wir freuen uns über eine Berichterstattung, laden Sie gern zu einer Teilnahme an der Tagung ein und stehen für Rückfragen zur Verfügung. Ansprechpartnerin bei der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen ist Eva Hanel, Tel. 0511-858788, eva.hanel@jugendschutz-niedersachsen.de.

Programm und weitere Informationen

Teen Dating Violence – neue Webseite berät bei der ersten Liebe, 15.4.2014

www.was-geht-zu-weit.de mit Hilfsangeboten bei schwierigen Teenagerbeziehungen

Hannover, 15.04.2014. Kribbeln im Bauch, rosarote Brille: Verabredungen und Liebesbeziehungen von Jugendlichen können wunderschön sein. Dass sie auch mit emotional, körperlich oder sexuell schwierigen Erfahrungen verbunden sein können, macht die Webseite www.was-geht-zu-weit.de zum Thema.

Das erste Date war aufregend – aber was mache ich, wenn meine neue Freundin mein Handy kontrolliert? Wo beginnt eigentlich eine Grenzverletzung? Solche und andere Frage können erste Beziehungen prägen. Einschüchterungen, angedrohte Schläge, Übergriffe: Fünf von zehn Jugendlichen haben Gewalt in Beziehungen erlebt. Wer Hilfe braucht, fragt zuerst die Freunde. Unter der Adresse www.was-geht-zu-weit.de hat die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen gemeinsam mit der Hochschule Fulda ein Online-Angebot zum Thema Gewalt in Teenagerbeziehungen gestartet.

Die Seite bietet Informationen und Erfahrungsberichte rund um das erste Date, Verhaltenstipps und eine Übersicht von Hilfsangeboten. „Wir möchten Mädchen und Jungen zur Auseinandersetzung mit dem Thema anregen und zeigen, wo Gewalt beginnt und wie man sich verhalten kann. Für Betroffene bedeutet es eine wichtige Orientierungshilfe, wenn ihre Situation gesehen, verstanden und eingeordnet wird“, so Andrea Buskotte, Referentin für Gewaltprävention bei der LJS. „Letztlich geht es uns darum, gesundheitliche Folgen solcher Grenzüberschreitungen zu verhindern. Wir wissen aus der Literatur, dass u.a. psychische Probleme, Essverhaltensstörungen, gesundheitsschädliche Bewältigungsstrategien, aber auch eine Abnahme der Leistungsfähigkeit die Folge solcher Grenzüberschreitungen sein können“, so Prof. Dr. Beate Blättner von der Fachhochschule Fulda.

Die Entwicklung der Seite erfolgte in enger Abstimmung mit Jugendlichen. Auch für Eltern oder pädagogische Fachkäfte lohnt sich ein Besuch, da die Seite Anknüpfungspunkte für ein Gespräch über Gewalterfahrungen bietet.

Studie zeigt hohes Ausmaß von Teen Dating Violence
Wie eine im Oktober 2013 veröffentliche Studie der Hochschule Fulda zeigt, haben fünf von zehn Schülerinnen und fast so viele Schüler zwischen 14 und 17 Jahren mindestens einmal psychische oder körperliche Gewalt in einer Beziehung erlebt. Dazu gehörten Kontrollen ihrer SMS und Telefonate, Beschimpfungen und Beleidigungen, erzwungenes Verhalten und sexuelle Übergriffe.

Über die LJS
Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen ist ein Fachreferat der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen und arbeitet zu aktuellen Themen des Kinder- und Jugendschutzes. Die Tätigkeitsfelder sind Fortbildungen, Materialentwicklungen, Fachberatung, Projekte, Arbeitskreise und Gremien.

Pressekontakt und Rückfragen
Ulrike Beckmann, Konzept+Kommunikation, Beim Schlump 13A, 20144 Hamburg,
Tel. 040 – 84 60 83 94, kontakt@ulrike-beckmann.de

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Neue Medienkoordinatoren in Niedersachsen zertifiziert, 26.3.2014

Insgesamt 24 Fachkräfte sorgen für Vernetzung der Angebote zum Jugendmedienschutz in den Kommunen

Hannover, 26.03.2014. Presseinformation. Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen hat neun zusätzliche Medienkoordinatoren für das Land Niedersachsen zertifiziert. Sie sind in den Kommunen tätig und werden zukünftig Projekte zum Jugendmedienschutz in die kommunale Jugendarbeit integrieren. Ziel ist der Aufbau von Netzwerken für die Medienkompetenzförderung. Bereits 2013 hatte eine erste Ausbildungsreihe für 15 Fachkräfte stattgefunden. Damit sind inzwischen 24 Medienkoordinatoren für ihre Kommunen und Landkreise in Niedersachsen im Einsatz.

Zu den Aufgaben der neuen Medienkoordinatoren gehört die Vermittlung von Informationen über Medienpädagogik, Jugendschutz und die damit verbundenen Angebote. Damit ist eine engere Zusammenarbeit zwischen den Anbietern von Projekten und den Kommunen verbunden. Andrea Urban, Leiterin der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen: „Das Netz von Angeboten zur Medienbildung im Land Niedersachsen wird dichter. Mit den neuen Fachkräften wird auch der Kontakt zwischen Anbietern und Kommunen schneller und einfacher hergestellt werden können. So ist langfristig gewährleistet, dass die Angebote auch alle Eltern, Kinder und Freizeiteinrichtungen erreichen.“

Die Ausbildung und Zertifizierung der „Medienkoordinatoren Niedersachsen“ ist Teil der Initiative „Medienkompetenz in Niedersachsen“ der Landesregierung. Ziel ist die Stärkung der Medienkompetenz auch im außerschulischen Bereich. Das Projekt wird gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Projektträgerin ist die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) gemeinsam mit der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM) und der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung (AEWB).

Ab sofort können auch folgende Landkreise und Städte in Niedersachsen von der Arbeit der Medienkoordinatoren profitieren: Osnabrück, Gifhorn, Northeim, Hannover, Lüchow-Dannenberg, Schaumburg, Celle, Wolfenbüttel, Wittmund. Eine Übersicht und die Kontaktdaten aller Medienkoordinatoren bietet die Webseite www.medienkoordinatoren.de.

Auch 2014/2015 wird die berufsbegleitende Fortbildungsreihe weitergeführt. Das Angebot für pädagogische Mitarbeiter in den Gemeinden umfasst Grundlagen der Medienkompetenzförderung und des Jugendschutzes, vermittelt eine Übersicht über die medienpädagogischen Projekte des Landes Niedersachsen und deckt die Bereiche Öffentlichkeitsarbeit und Projektmittelakquise ab.

Eva Hanel, Leiterin des Projektes bei der LJS: „Die Medienkoordinatoren wissen, welche Angebote es vor Ort in den Kommunen gibt, für wen sie sinnvoll sind und wie man sie optimal aufeinander abstimmt. Überdies werden sie mit eigenen Angeboten zur Medienkompetenzförderung in den Kommunen beitragen.“

Die aktuell abgeschlossene Weiterbildung hatte im Oktober 2013 begonnen. Die neuen Medienkoordinatoren nehmen ab sofort ihre Arbeit auf. Im Oktober 2014 können weitere 16 pädagogische Fachkräfte in Kommunen in Niedersachsen die viermodulige Weiterbildung beginnen.

Über die LJS
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Medienkoordinatoren 2014

Abbildung: Neue Medienkoordinatoren 2014. Foto: Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen 2014. Alle Rechte frei.

Ohne Drogen keine Party?, 18.3.2014

Neue Erkenntnisse zum Konsum von Ecstasy, Speed und Crystal Meth in Niedersachsen auf LJS-Fachtagung am 26. März 2014

Hannover, 18. März 2014. Die kleinen bunten Pillen steigern den Bewegungsdrang, geben Energie, erhöhen das Selbstbewusstsein und sind auf Partys leicht zu haben. Doch die Hochstimmung für eine Nacht ist teuer erkauft, denn Aufputschmittel wie Speed, MDMA oder andere synthetische Drogen können gravierende Schäden verursachen. Hohe Dosierungen und häufige Einnahmen sind lebensbedrohlich. Gleichzeitig sind jugendliche Partygänger für die Suchtprävention nur schwer erreichbar. Auf ihrer Fachtagung am 26. 3. 2014 in Hannover stellt die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) die Wirkung und Verbreitung synthetischer Drogen in den Mittelpunkt und thematisiert Präventionsmöglichkeiten.

Traudel Schlieckau, Referentin für Suchtprävention bei der LJS, möchte im Rahmen der Tagung auch erörtern, wie die Jugendlichen besser erreicht werden können: „Beim Nachtleben gehört es für viele Jugendliche dazu, sich auf Risiken einzulassen. Drogenexperimente zählen häufig dazu. Für diese Partygänger sind viele klassische Angebote zur Prävention nicht geeignet“, konstatiert sie. Neue Aufgaben für die Suchtprävention sieht sie u.a. in der Vermittlung von „Safer-use-Regeln“ beim Drogenkonsum.

Zur Eröffnung der Fachtagung stellt Martin Hinz vom LKA Niedersachsen neue Erkenntnisse zur Verbreitung von Speed, Crystal Meth und anderen synthetischen Drogen in Niedersachsen vor und zeigt die rechtlichen Konsequenzen des Konsums auf. Wie die Konsumtrends im Partysetting in verschiedenen Subkulturen aussehen, schildert im Anschluss Sascha Milin vom Zentrum für Suchtforschung der Universität Hamburg. Mit einem Bericht und Musik aus der Partyszene veranschaulicht der DJ und Veranstalter Hendrik Schwedt das Nachtleben Jugendlicher und informiert über ein Präventionsprojekt mit Partygängern.

In zwei Vorträgen am Nachmittag geht es ebenfalls um Präventionsmöglichkeiten auf Partys und den Selbstschutz vor K.O.-Tropfen. Gern laden wir Sie zur Tagung ein und freuen uns über eine Berichterstattung. Auch Kontakte zu den Referentinnen und Referenten vermitteln wir gern.

Über die LJS
Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen ist ein Fachreferat der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen und arbeitet zu aktuellen Themen des Kinder- und Jugendschutzes. Die Tätigkeitsfelder sind Fortbildungen, Materialentwicklungen, Fachberatung, Projekte, Arbeitskreise und Gremien.

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Elterntalk erreicht 1.500 Eltern, 11.3.2014

Elterntalk Niedersachsen erreicht 1.500 Eltern mit Gesprächsrunden zur Mediennutzung

  • Förderung von Integration durch private Gesprächsrunden
  • 1.500 Eltern haben innerhalb des letzten Jahres an Elterntalks zum Medienumgang teilgenommen
  • 11 Standorte in Niedersachsen koordinieren Elterntalks vor Ort

11.03. 2014. Hannover. Fernsehen, Internet, Handy und PC-Spiele – mit der Vielfalt neuer Medienangebote sind viele Eltern überfordert. Wie man in der Familie am besten damit umgeht, das können Eltern im Rahmen des Projektes Elterntalk von anderen Müttern und Vätern lernen. Im Rahmen moderierter Gespräche lernen sie im heimischen Wohnzimmer, was die Mediennutzung für ihre Kinder bedeutet – und wo sie welche Grenzen setzen können. Das Projekt setzt auf eine niedrigschwellige Ansprache und erreicht so besonders viele Eltern mit Migrationshintergrund. Die Resonanz ist ausnehmend positiv: Über 1500 Eltern in ganz Niedersachsen haben bisher an Elterntalks teilgenommen.

„Die meisten Eltern waren erstaunt, was ein Handy so alles kann“, beschreibt Nuray Selen, Elterntalk-Moderatorin die Reaktion einiger Teilnehmer. „Viele Eltern sind überrascht und zufrieden, dass über solche Themen gezielt gesprochen wird. Sie fragen mich, warum es diese Möglichkeit nicht schon früher gab.““

„Das Projekt erreicht die Eltern ohne Umwege auf einer privaten Ebene – deshalb wird es so gut angenommen und im Schneeballsystem weitergegeben“, konstatiert Eva Hanel, Projektleiterin Elterntalk bei der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen. Bisher werden Elterntalks an 11 Standorten in Niedersachsen veranstaltet.

Andrea Urban, Leiterin der LJS, wünscht sich eine breitere Aufstellung in ganz Niedersachsen: „Wir haben mit den regionalen Elterntalk-Gruppen eine eigene Struktur für die Ansprache von Familien entwickelt, die sonst schwer für die Bildungsangebote erreichbar sind. Da geht es auch mal um brisante Themen, die sonst nicht zur Sprache kommen würden. Das möchten wir nutzen und ausbauen, denn nur mit Angeboten, die alle Familien aus verschiedenen Nationen erreichen, kann langfristig Integration gelingen“, hält Urban fest.

Über eine Berichterstattung freuen wir uns. Gern vermitteln wir einen Kontakt zu den regionalen Standortpartnern in Ihrer Region und stehen für Rückfragen und weitere Pressefotos zur Verfügung.

Über Elterntalk Niedersachsen
„Elterntalk Niedersachsen“ ist eine Initiative der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen und will Eltern als Experten in Erziehungsfragen ansprechen. Zielgruppe sind Familien, die für klassische Angebote zur Elternbildung schwer erreichbar sind. Um bildungsferne Eltern anzusprechen, werden die Gesprächsrunden im privaten Rahmen organisiert. Nach Absprache können Elterntalks auch in der jeweiligen Muttersprache der Eltern durchgeführt werden. Arbeitsmaterialien und Hintergrundinformationen sind auf deutsch, russisch, türkisch und arabisch erhältlich.
Die Initiative wird unterstützt vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Projektstart war im Oktober 2012.
Weitere Informationen bietet die Webseite www.elterntalk-niedersachsen.de.

Über die LJS
Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen ist ein Fachreferat der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen und arbeitet zu aktuellen Themen des Kinder- und Jugendschutzes. Die Tätigkeitsfelder sind Fortbildungen, Materialentwicklungen, Fachberatung, Projekte, Arbeitskreise und Gremien.

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Ulrike Beckmann Konzept+Kommunikation, Beim Schlump 13A, 20144 Hamburg,
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Presseinformation LJS Elterntalk erreicht 1500 Eltern

Abbildung 1:Mütter beim Elterntalk Niedersachsen in Hannover. Foto: LJS. Alle Rechte frei in Verbindg. mit Elterntalk Niedersachsen.

Abbildung 1: Mütter beim Elterntalk Niedersachsen in Hannover. Foto: LJS.
Alle Rechte frei in Verbindg. mit Elterntalk Niedersachsen.

Abbildung 2: Kleinkind mit Computerspiel. Foto: LJS. Alle Rechte frei in Verbindg. mit Elterntalk Niedersachsen.

Abbildung 2: Kleinkind mit Computerspiel. Foto: LJS. Alle Rechte frei in Verbindung mit Elterntalk Niedersachsen.

 

Grenzgebiete, 16.1.2014

LJS thematisiert sexuelle Gewalt in Teenager-Beziehungen

Fachtagung am 05.02.2014 stellt neue Forschungsergebnisse und Präventionsprojekte vor

Hannover, 16.01.2014. Es laufen lassen oder Schluss machen – wie weit will ich gehen? Wenn emotionale Verunsicherung und falsche sexuelle Erwartungen zu Auslösern für Übergriffe und Gewalthandlungen werden, kann die erste Liebe vom Traum zum Trauma werden. Auf ihrer Fachtagung zum Thema „Grenzgebiete“ am 5. Februar 2014 stellt die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen das Thema Gewalt in Teenagerbeziehungen in den Mittelpunkt. Bis zu einem Viertel aller Tatverdächtigen bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind unter 21 Jahre alt, 13% der Mädchen und 3% der Jungen haben bereits einmal sexuelle Gewalt durch andere Jugendliche erlebt.

Professorin Dr. Beate Blättner von der Hochschule Fulda, Referentin auf der Tagung, hat das Problem der „Teen Dating Violence“ gemeinsam mit ihrem Team untersucht. Sie hält fest: „Gewalterfahrungen in dieser Lebensphase beeinflussen die Gesundheit der Jugendlichen und können sich auf das gesamte weitere Leben von Opfer und Täter negativ auswirken.“ Zu den möglichen Folgen für die Betroffenen gehören Ängste, Alkoholmissbrauch oder Konzentrationsschwierigkeiten.
Drohungen, Schläge und Kontrolle können auch in Gruppen eine Rolle spielen. Doch was tun, wenn der Kumpel aus der Clique beim Herumalbern zum Grabscher wird, das Ganze aber als Missverständnis abtut? „Sexuelle Übergriffe spielen sich häufig an der Grenze zu Späßen und Kontaktversuchen ab, und es ist schwer zu bestimmen, wo und wann sie ihren Anfang nehmen“, fasst Andrea Buskotte, Referentin für Gewaltprävention bei der LJS, das Dilemma vieler Betroffener zusammen.

Die beste Präventionsmethode ist es, sich die eigenen Grenzen bewusst zu machen, wie Renate Semper vom Institut für Sexualpädagogik in Dortmund in ihrem Vortrag zu Präventionsmöglichkeiten zeigt. Erfolgreiche Präventionsprojekte wie „Echt krass„, „DAS – Online“ oder das LJS-Projekt „Grenzgebiete“ zielen darauf ab, Heranwachsende für eigene und andere Grenzen zu sensibilisieren. „Jugendliche können hier einüben, wie sie Grenzen erkennen, respektieren und verteidigen können“, so Tanja Opitz, Referentin für Sexualaufklärung bei der LJS.
Wie erfolgreiche Prävention in der Praxis aussieht, wird in Workshops am Ende der Tagung vorgestellt und erprobt.

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Jugend im Survival-Modus – LJS-Tagung definiert Aufgaben für den Jugendschutz, 11.12.2013

Jugend im Survival-Modus

  • LJS-Jahrestagung: Bei Jugendlichen ist „Zweckoptimismus“ angesagt
  • Jugendschutz muss bildungsferne Familien und Ganztagseinrichtungen besonders im Blick haben

Hannover, 11. Dezember 2013. Überbehütet aufwachsen in einer Gesellschaft, in der die optimale Selbstvermarktung zählt, sich in sozialen Netzwerken täglich neu erfinden – und dabei zu Hause wohnen bleiben, bis manche Eltern verzweifeln: Auf der Jahrestagung der LJS am 4. Dezember in Hannover entwarfen die Referenten ein facettenreiches Bild der Jugend in den 2010er Jahren.
Angesichts vieler Berichte über Kinder, die kaum riskante Erfahrungen außerhalb des Radars ihrer Eltern machen, betonte Andrea Urban, Leiterin der LJS, die Bedeutung von grenzüberschreitendem Verhalten für die Identitätsentwicklung von Mädchen und Jungen. Denn wer die eigenen Grenzen als Kind nicht kennengelernt hat, so Urban, will dies möglicherweise im Jugendalter unter weitaus riskanteren Bedingungen testen. In ihrem Grußwort lobte die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt die hervorragende Arbeit der LJS, die mit ihrer Arbeit ein „vielschichtiges Publikum“ erreiche. Auch bildungsferne Eltern müssten verstärkt mit Präventionsangeboten angesprochen werden.

Soziale Verunsicherung
Im Mittelpunkt der Tagung standen aktuelle Erkenntnisse aus der Jugendforschung und ihr Konsequenzen für Jugendschutz und pädagogische Arbeit. Matthias Rohrer vom Institut für Jugendkulturforschung, Wien und Hamburg, analysierte die Lebenssituation Jugendlicher vor dem Hintergrund einer großen sozialen Verunsicherung in breiten Teilen der Gesellschaft und Abstiegsängsten in der Mittelschicht. Wie die Eltern, so streben auch Jugendliche nach Sicherheit – im Beruf, in den Beziehungen zu Gleichaltrigen und in der Partnerschaft. Befragt nach ihren Vorstellungen von der Zukunft, zeichnen viele Jugendliche ein äußerst pessimistisches Bild. Gleichzeitig sind sie überzeugt von ihrer eigenen Fähigkeit, alle Krisen zu überstehen. Dieses Dilemma der „Jugend im Survival-Modus“ stellt auch Pädagogen vor Herausforderungen, betonte Rohrer: Sie müssen den Druck des „Jack-Bauering“, des unaufhörlich getriebenen Protagonisten der Serie „24“, als Problem der Jugendlichen erkennen und in ihre Arbeit einbeziehen.
Dr. Christian Lüders vom Deutschen Jugendinstitut, München, stellte bei seiner Vorstellung des 14. Kinder- und Jugendberichtes den Begriff des „Wohlfahrtspluralismus“ in den Mittelpunkt: Mit der multikulturellen Gesellschaft in Deutschland entwickle sich auch die Zahl der Jugendlichen, die in riskanten Umgebungen aufwachsen und einer höheren
sozialen Belastung ausgesetzt seien. Dies müsse auch zu Konsequenzen für den Jugendschutz führen. Insbesondere Familien mit türkischem Migrationshintergrund brauchen nach dem aktuellen Bericht eine verbesserte und nachhaltige Begleitung. Lüders forderte in diesem Zusammenhang eine Verstärkung pädagogischer Angebote, die alle gesellschaftlichen Schichten erreichen. Im Zuge der Ausweitung von Betreuungsangeboten entstehen von Krippen über Horte bis hin zu Ganztagsschulen zusätzliche Aktionsfelder für den Jugendschutz.

Unterstützung von Eltern als zentrale Aufgabe
Die Nähe zu den Eltern spielt auch für Jugendliche noch eine große Rolle: „Familie ist nach wie vor ein Ort emotionaler Unterstützung und persönlicher Beratung. Über 50% der 13 bis 17-Jährigen verbringen ihre Freizeit mit ihren Eltern“, konstatierte Lüders.
In diesem Zusammenhang betonte er die Bedeutung einer verlässlichen Unterstützung von Eltern: Die Voraussetzung für kindliches Wohlbefinden sei das Wohlbefinden der Eltern.
Die vielfältigen Herausforderungen für den Jugendschutz, zu denen auch die Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz gehört, können nach Lüders nur durch ein Zusammenspiel zwischen staatlichen Organisationen, privaten Anbietern und der Zivilgesellschaft gemeistert werden.

Wie der Schauspieler und Sozialpädagogen Bengt Kiene aus Berlin anhand seiner Erfahrungen aus der Arbeit mit Jugendlichen festhielt, sind Ermutigung und positive Bestätigung gerade für benachteiligte Mädchen und Jungen wichtig, um Herausforderungen zu meistern.
Der Entwicklungspsychologe Malte Mienert zeigte zum Abschluss, dass Erziehende sich oftmals einen beobachtenden Blick angewöhnt haben, der von Jugendlichen sehr wohl wahrgenommen würde. Er plädierte dafür, Jugendlichen auf Augenhöhe zu begegnen und „abweichendes Verhalten“ als Versuch zu verstehen, alterstypische Entwicklungsaufgaben zu bewältigen.
Wir freuen uns über eine Berücksichtigung in Ihrer Berichterstattung und stehen für Rückfragen und die Bereitstellung von Materialien gern zur Verfügung.

Pressekontakt und Rückfragen:
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Jahrestagung Landesstelle Jugendschutz 2013

Abbildung 1: Jahrestagung Landesstelle Jugendschutz 2013. Alle Rechte frei. Foto: Frese/LJS

 

Alles. Außer Kontrolle – Aufgaben für den Jugendschutz, 4.12.2013

Alles. Außer Kontrolle – Aufgaben für den Jugendschutz

Jahrestagung der Landesstelle Jugendschutz am 04. Dezember definiert aktuelle Handlungsfelder für Jugendschutz und Pädagogik

Hannover, 21. November 2013. Grenzen überschreiten, sich ausprobieren, die Umwelt erforschen: Eine zentrale Entwicklungsaufgabe für Kinder ist es, ihre Welt zu erkunden. Dabei gehört es zum kindlichen Naturell, Verbote auch zu übertreten. Doch viele Eltern setzen auf Kontrolle und permanente Nähe, und nicht selten konstatieren Experten eine Überbehütung des Nachwuchses. Andere Eltern sind überfordert, ihnen gelingt es nur schwer, auf die Bedürfnisse ihrer Kinder angemessen zu reagieren. Kinder zu stärken, sie zu sozialen Personen zu erziehen und altergemäße Grenzen zu setzen sind zentrale Aufgaben auch für Pädagogen und Jugendschützer. Dabei müssen sie die Lebenswelt von Heranwachsenden im Blick haben. Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen diskutiert auf ihrer Jahrestagung am 4.12. 2013 aktuelle Handlungsfelder für den Jugendschutz und feiert ihr 35-jähriges Bestehen.

„Wer lernen will, Risiken einzuschätzen und mit ihnen umzugehen, muss auch über Freiräume verfügen“, hält LJS-Leiterin Andrea Urban fest. Das BGB formuliert eine Verpflichtung der Eltern, das Bedürfnis von Kindern nach selbstständigem Handeln zu berücksichtigen (vgl. § 1626 Abs. 2). Hier ist es wichtig, sie in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken: „Die Lebenswelt von Jugendlichen ist für viele Eltern ein Rätsel. Pädagogen und Jugendschützer sind gefordert, auch wenn es um die Unterstützung von Eltern geht“, konstatiert Urban.

Auf der Fachtagung wird die LJS das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen beleuchten und Eckpunkte für eine zukünftige Positionierung des Jugendschutzes benennen. Das Grußwort zum Auftakt spricht Ministerin Cornelia Rundt vom Nds. Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration. In einem Fachvortrag um 10.45 Uhr stellt Matthias Rohrer vom Institut für Jugendkulturforschung Wien/Hamburg die Lebenswelten der Jugend der 2010er Jahre vor. Um 13.45 Uhr fasst Dr. Christian Lüders vom Deutschen Jugendinstitut in München die Kernaussagen des 14. Kinder- und Jugendberichts zusammen.

Zum Abschluss veranschaulicht Prof. Dr. Malte Mienert von der University of Kerkrade/NL unter dem Titel „Jugendliche – die unbekannten Wesen“ um 15.45 Uhr die Entwicklungsaufgaben von Heranwachsenden.

Flankiert werden die Vorträge durch unterhaltsame Einblicke in jugendliche Lebenswelten, vermittelt durch den Schauspieler und Sozialpädagogen Bengt Kiene aus Berlin. Zur Teilnahme an der Tagung laden wir Sie herzlich ein.

Pressekontakt und Rückfragen:
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Virtuell Virtuos?!, 23.10.2013, Bericht Fachtagung

Virtuell Virtuos?!
Fachtagung der LJS am 23.10. 2013 beschäftigte sich mit der Medienwelt der 10- bis 14-Jährigen

Hannover, 30.10.2013. Auf ihrer Fachtagung am 23. 10. 2013 hat die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen neue Forschungsergebnisse zum Mediennutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen und Erkenntnisse aus der Praxis vorgestellt.

Jens Wiemken, Medienpädagoge aus Vechta, veranschaulichte in seinem Vortrag das Thema Onlinespiele anhand verschiedener kurzer Sequenzen des aktuell beliebtesten Spiels „League of Legends“. Angesichts der Begeisterung vieler Jugendlicher für das Spiel warf Wiemken die Frage auf, warum exzessives Spielen von Erziehenden als besorgniserregend gesehen wird, während exzessives Lesen, Sport treiben oder musizieren „erlaubt“ ist – oder sogar speziell gefördert wird.

Im Anschluss gab Claudia Mikat von der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) einen Überblick der bei 10- bis 14-Jährigen beliebten Formate in Film und Fernsehen. Kinder und Jugendliche suchen beim Medienkonsum Spaß und Entspannung, lassen sich dabei jedoch nicht einfach berieseln, sondern wenden sich aktiv bestimmten Medienangeboten zu. Die 3- bis 13-Jährigen bevorzugen Sender mit einem reinen Kinderprogramm, bei den älteren Jungen ist Pro7 beliebt, während die Mädchen bevorzugt RTL-Programme sehen. Beide Gruppen favorisieren fast ausschließlich Unterhaltungsformate wie Daily Soaps, Comedyformate, Cartoons und Sitcoms sowie Castingsshows. Wichtig wäre es, so Mikat, dass Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit gegeben wird, sich mit Rollenbildern und Verhaltensmustern auseinander zu setzen. Zudem müssen sie die Chance haben, Entwicklungsthemen und alterstypische Probleme zu bearbeiten: „Das Medienverhalten von Kindern ist immer auch die Suche nach Orientierung, nach Werten und nach Anhaltspunkten für die eigene Identität“, betonte die hauptamtliche Prüferin bei der FSF.

Die „kleinen Unterschiede“ in der Mediennutzung von Mädchen und Jungen zeigte Dr. Tanja Witting von der Fachhochschule Ostfalia. Jungs sind hier eher die „Macher“, die Medien insbesondere nutzen, um etwas zu produzieren oder zu spielen. Darüber hinaus dienen ihnen Geräte wie Smartphones oder Tablets zur Statusproduktion. Dagegen besitzen Mädchen seltener eigene Geräte. Sie sind hauptsächlich in sozialen Netzwerken aktiv, um ihre Beziehungen zu pflegen und sich mitzuteilen. Am Nachmittag wurden in vier Foren die Themen Facebook, der Umgang mit suchtartiger Mediennutzung, die mobile Medienwelt und das Phänomen Cyber-Mobbing behandelt.

Zum Abschluss der Tagung stellte Niels Brüggen, Medienexperte am Institut für Medienpädagogik (JFF) in München, die Ergebnisse der Teilstudie „teilen, vernetzen, liken – Jugendliche zwischen Eigensinn und Anpassung im Social Web“ vor. Jugendliche, so Brüggen, nehmen die Veränderung der Medienwelt als Erweiterung ihrer Handlungsmöglichkeiten wahr. Mit der Aktivität in sozialen Netzwerken verbinden sie eine zusätzliche Option, mit ihren Freunden häufiger in Kontakt zu treten. Gleichzeitig haben sie so mehr Zugang interessanten Informationen. Dies kann aber auch zum Problem werden, wenn sie mit verstörenden, desorientierenden oder illegal bereitgestellten Inhalten konfrontiert werden. Mädchen und Jungen verschaffen sich über Facebook Zugehörigkeit, soziale Einbettung und Anerkennung. In diesem Zusammenhang thematisierte Brüggen ein grundsätzliches Spannungsverhältnis: Einerseits bieten soziale Netzwerke Jugendlichen eine Erweiterung ihres sozialen Handelns, andererseits führen sie auch zu einem Kontrollverlust – etwa darüber, was mit ihren Fotos geschieht oder was in ihrem Namen gepostet wird.

Wie Eva Hanel, Medienreferentin der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen, resümierend festhielt, benötigen auch Mädchen und Jungen zwischen 10 und 14 Jahren noch Begleitung durch Erwachsene bei ihrem Medienumgang.

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„Virtuell virtuos?“, 23.10.2013

Information für die Medien

Castingshows und Onlinespiele – die Medienwelt der 10- bis 14-Jährigen

LJS-Fachtagung am 23. Oktober beleuchtet die Mediennutzung von Mädchen und Jungen im Übergang zwischen Kindheit und Pubertät

Hannover, 16.10.2013. Auf dem Smartphone gegen Monster kämpfen, über schräge Helden lachen oder Liebe unter Vampiren erleben – die Mediennutzung von Mädchen und Jungen zwischen 10 und 14 Jahren ist ebenso virtuos wie vielfältig. Bei der Auswahl von Online- Plattformen und TV-Programmen orientieren sich die wenigsten an altersgerechten Angeboten, denn diese werden schnell als Kinderkram abgewertet. Auch der Einfluss von Schule und Eltern nimmt ab. Doch wie viel Begleitung brauchen ab 10-Jährige bei ihrer Mediennutzung?

Die Fachtagung der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen „Virtuell virtuos?“ bietet am 23. Oktober 2013 Einblicke in das Mediennutzungsverhalten von Mädchen und Jungen zwischen 10 und 14 Jahren und zeigt, wie Schule und Elternhaus sie bei der Medienrezeption unterstützen können.

Nach der Begrüßung durch Eva Hanel und Andrea Urban von der LJS stellt der Medienpädagoge Jens Wiemken um 10.15 Uhr die Welt der Onlinespiele vor. Claudia Mikat von der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) gibt ab 11.00 Uhr einen Überblick über beliebte Formate in Film und Fernsehen: „Jungen lieben schräge Helden in skurrilen Situationen, Mädchen sind eher von Fantasy- und Beziehungsgeschichten fasziniert. Und alle treffen sich bei Castingshows“, so Mikat zu den geschlechtsspezifischen Vorlieben. Welche Medienangebote „typisch“ für Mädchen und Jungen vertieft im Anschluss Dr. Tanja Witting von der Fachhochschule Ostfalia. Am Nachmittag geht es in vier Foren um Facebook, den Umgang mit suchtartiger Mediennutzung, die mobile Medienwelt und das Phänomen Cyber-Mobbing. Zum Abschluss der Tagung referiert Niels Brüggen, Medienexperte am Institut für Medienpädagogik (JFF) in München, über das Verhalten von Jugendlichen im Social Web.

Programm und weitere Informationen

Wo der Spaß aufhört … (Cyber-Mobbing), 25.9.2013

Information für die Fachmedien

Wo der Spaß aufhört …

Fachtagung der LJS am 24.09. 2013 untersucht das Phänomen Cyber-Mobbing

Hannover, 25.09.2013. Auf einer mit 200 Teilnehmern gut besuchten Fachtagung zum Thema Cyber-Mobbing am 24.09.2013 hat die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen neue Forschungsergebnisse zum Phänomen Cyber-Mobbing sowie Präventions- und Interventionsmöglichkeiten für die Arbeit mit Jugendlichen vorgestellt.

Mareike Schemmerling vom JFF Institut für Medienpädagogik in München und Dr. Peter Sitzer, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Bielefeld, präsentierten aktuelle Forschungsergebnisse zum Phänomen Cyber-Mobbing. Wie eine Studie des JFF zum Cyber-Mobbing zeigt, definieren Jugendliche unterschiedlich, wann ein harmloser Spaß  endet und ein echter Konflikt beginnt. Einig sind sich die meisten Befragten darin, dass beim Cyber-Mobbing ebenso wie beim klassischen Mobbing jeder Spaß aufhört. Gerade im Umgang mit „Freundesfreunden“ in sozialen Netzwerken, mit denen die Jugendlichen im realen Leben kaum Kontakt haben, kann aus einem so genannten „Spaß-Streit“ schnell ein echter Konflikt werden.

Wie die Forschungsbefunde von Dr. Sitzer zeigen, sind je nach Definition und Fragestellung der verschiedenen Studien unterschiedlich viele Jugendliche von Cybermobbing betroffen. Abhängig davon, ob und wie Cybermobbing vorab definiert wurde, ob es sich bei den Zahlen um eine Jahresabfrage handelt oder diese sich auf das ganze Leben beziehen, schwanken die Zahlen zwischen 5% und 32% aller befragten Schüler. Entsprechend schwierig ist es, hier eine allgemeine Aussage zu treffen, so Sitzer.

Bei der Vorstellung von Jugendschutzprojekten in am Nachmittag wurde das LJS-Projekt „ Cyber – Mobbing: Medienpädagogik trifft Gewaltprävention“ mit großer Zustimmung seitens des Fachpublikums aufgenommen. Wie die Projektmitarbeiter Kerstin Rehage und Jens Wiemken zeigten, bedeutet die Machtposition, die das Mobben anderer mit sich bringt, für viele Jugendliche einen Lustgewinn: „Macht haben ist „geil“ und macht „Spaß“, konstatierte Jens Wiemken, „gerade deswegen ist es wichtig, dass die Jugendlichen nachempfinden können, wie es ist, ein Opfer von (Cyber-)Mobbing zu sein.“ Dies geschieht im Rahmen des Projektes anhand von einem kurzen Film, Übungen und Rollenspiele. Ebenfalls zum Projekt gehört es, den Jugendlichen die Strategien für (Selbst-)Schutz und Zivilcourage zu vermitteln und sie über die rechtlichen Rahmenbedingungen von Cyber-Mobbing aufzuklären.

Im Anschluss gab Dr. Fabian Schmieder vom Niedersächsischen Innenministerium  eine komprimierte Übersicht über die Gesetzeslage in Fällen von Cyber – Mobbing.
„Reden, ein  offenes Ohr haben und gemeinsam weitere Schritte überlegen“, dies sind die ersten Maßnahmen, zu denen Beratungsprojekte in Fällen von Cyber-Mobbing greifen, wie Kerstin Hagedorn und Jan Weise es Beispiel des Projektes „Nummer gegen Kummer“ e.V. zeigten.
Abschließend wurde das Projekt Juuuport.de von den Juuuportscouts Nils Hapke und Adrian Jagusch vorgestellt. Die Besonderheit bei Juuuport.de: Hier beraten ausgebildete Jugendliche zwischen 15 und 21 Jahren andere Jugendliche online zum Umgang mit Cyber-Mobbing – eine Hilfe, die von vielen Jugendlichen auch deshalb gern in Anspruch genommen wird, weil sie sich hier verstanden fühlen.

Pressekontakt und Rückfragen: Ulrike Beckmann, Konzept+Kommunikation,
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Cybermobbing – Prävention und Perspektiven, 24.9.2013

Cybermobbing – Prävention und Perspektiven

LJS-Tagung am 24.09. 2013 zeigt neue Forschungsergebnisse zum Phänomen
Cybermobbing und Wege für die Arbeit mit Jugendlichen

Hannover, 05.09. 2013. Pöbeleien, peinliche Privatphotos und üble Nachrede im Internet: Auch an Schulen in Niedersachsen ist virtuelles Mobbing an der Tagesordnung. Die betroffenen Schüler erleben die Schikane im Netz als extrem belastend – und sind in der Regel hilflos. Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen beleuchtet im Rahmen einer Fachtagung am 24. September 2013 die Hintergründe des Pöbelns im Netz oder per Handy und stellt Präventionsmöglichkeiten vor. Dazu sind Experten aus dem ganzen Bundesgebiet eingeladen.

Die Tagung beginnt mit der Vorstellung aktueller Forschungsergebnisse zum Cyber-Mobbing. Mareike Schemmerling vom JFF Institut für Medienpädagogik in München zeigt, wie Jugendliche Konflikte in sozialen Netzwerken erleben und wie sie damit umgehen.  Am häufigsten, so ein Teilergebnis einer aktuellen Studie des JFF, entstehen Konflikte mit „Freundesfreunden“ – also Kontakten, mit denen es keinen direkten Austausch gibt. Aus einem „Spaß-Streit“ entsteht schnell ein echter Konflikt, wenn man sich kaum kennt.

Im Anschluss stellt Dr. Peter Sitzer von der Universität Bielefeld eigene Forschungsbefunde zum Erleben von Beleidungen und übler Nachrede im Netz vor. „Unsere Ergebnisse unterstreichen, dass Cyberbullying keine Lappalie ist, sondern ein ernsthaftes Problem, dem mit vorbeugenden Maßnahmen begegnet werden muss“, so Sitzer.

Wenn das Handy zur Allzweckwaffe wird, ist eine schnelle und wirkungsvolle Intervention nötig. Doch einmal veröffentlichte Bilder und Texte lassen sich nur schwer wieder einfangen.

Daher ist es wichtig, Schüler auf die Folgen von Mobbing aufmerksam zu machen. Wie das geschehen kann, stellen Kerstin Rehage und Jens Wiemken anhand des LJS-Projektes „Medienpädagogik trifft Gewaltprävention“ am Nachmittag vor.

„Wichtig ist es, Schüler für die Grenze zwischen Spaß und Gemeinheit und für die Folgen von Cyber-Mobbing zu sensibilisieren“, so Andrea Buskotte, Referentin für Gewaltprävention bei der LJS und Organisatorin der Veranstaltung. „Schüler müssen wissen, wie sie sich und andere schützen können. Dazu gehört auch, Zivilcourage zu entwickeln.“

Informationen zu rechtlichen Sanktionsmöglichkeiten bei Cybermobbing-Fällen gibt im Anschluss Dr. Fabian Schmieder vom Nds. Innenministerium. Die Vorstellung der Beratungsprojekte Nummer gegen Kummer e.V. und juuuport.de durch Projektverantwortliche runden das Tagungsprogramm ab.

Gern laden wir Sie zur Tagung ein und freuen uns über eine Berichterstattung.

Link Tagungsprogramm

Weitere Informationen und Programm

Grenzverletzungen – sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen, 9.9.2013

Information für die Fachmedien

Grenzverletzungen – sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen

Harmloser Spaß oder Grenzüberschreitung? Eine neue Broschüre der LJS vermittelt Erkenntnisse und Anregungen für den pädagogischen Alltag

Hannover, 09. September 2013. Sexuelle Übergriffe in der Grauzone zwischen harmlosem Spaß und gezielter Attacke haben viele Mädchen und Jungen bereits erlebt. Der Umgang mit Grenzen und Grenzverletzungen stellt Jugendliche und Erziehende vor große Herausforderungen. Eine neue Broschüre der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen beleuchtet das Thema aus verschiedenen Perspektiven. In 10 Beiträgen zeigen Wissenschaftler und Pädagogen die Hintergründe für sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen und stellen Möglichkeiten der Prävention vor.

Die Broschüre beginnt mit einem theoretischen Abriss und widmet sich dann mit vier Aufsätzen dem Erleben von Grenzverletzungen bei Mädchen und Jungen.
Nach einer Übersicht über die Häufigkeit sexueller Opfererfahrungen im Jugendalter zeigt Prof. Dr. Barbara Krahé von der Universität Potsdam, dass eigene Missbauchserfahrungen die Wahrscheinlichkeit späterer Aggressionen erhöhen. Ebenfalls bedeutsam sind die jeweiligen Vorstellungen und Bilder von Sexualität – und die Kommunikationsstrategien beim Aushandeln sexueller Interaktionen.
Prof. Uwe Sielert, Inhaber des Lehrstuhls für Sozialpädagogik an der Universität Kiel, thematisiert den Bedarf nach einer gezielten „Sexualkultur“ innerhalb von pädagogischen Organisationen und entwickelt Vorschläge für ihre Implementation. Teams, die sich über ihre eigenen sexuellen Wünsche und Erfahrungen klar verständigen können, schaffen auch für Jugendliche ein Klima der Offenheit und Transparenz, in dem das Benennen von Übergriffen einfacher möglich ist.

Weitere Aufsätze stellen dar, wie Jugendliche sexuelle Grenzverletzungen erleben und thematisieren die speziellen Probleme von Jungen, die sexuelle Übergriffe erfahren haben oder die selbst übergriffig geworden sind. Im dritten Teil werden Projekte aus der Praxis vorgestellt, darunter Workshops an Schulen, in denen Mädchen und Jungen gezielt über ihre Wünsche, Bedürfnisse und Grenzen in Beziehungen sprechen. Den Abschluss bildet die Auswertung einer Schülerbefragung zu sexuellen Gewalterfahrungen im Rahmen des LJS-Präventionsprojektes „Grenzgebiete“.

Andrea Buskotte, Referentin für Gewaltprävention in der Landesstelle Jugendschutz, hat die Broschüre für Fachpersonal aus Schule und Erziehung sowie interessierte Eltern konzipiert: „Präventionsarbeit mit Jugendlichen ist oft eine Gratwanderung zwischen Akzeptanz von alterstypischem Risikoverhalten und notwendigem Schutz“, betont Buskotte. Die Broschüre soll Fachkräften hier Orientierung bieten.

Umfangreiche Literaturhinweise zu den einzelnen Themen und ein Serviceteil mit Informations- und Beratungsangeboten runden die Broschüre ab. Sie hat insgesamt 108 Seiten und kann zu einem Preis von 10,00 Euro zzgl. 3,- € Bearbeitungskosten bei der LJS bezogen werden: info@jugendschutz-niedersachsen. de

Gern stellen wir Ihnen ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung.

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Neue Welle Cannabis?, 20.6.2013

Neue Welle Cannabis?

LJS stellt neue Erkenntnisse zum Cannabiskonsum Jugendlicher vor und zeigt Einflussmöglichkeiten von Elternhaus und Schule

Hannover, 13.06. 2013. Presseinformation. Auf ihrer Fachtagung am 20. Juni 2013 stellt die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen den Cannabiskonsum von Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren in den Mittelpunkt. In sechs Fachvorträgen wird es um den aktuellen Forschungsstand, die Auswirkungen eines frühen Cannabiskonsums und um Interventionsmöglichkeiten gehen. Was können Eltern und Schule tun, um der Aufgeschlossenheit schon sehr junger Jugendlicher für das Kiffen wirksam zu begegnen? Gern laden wir Sie zur Teilnahme an der Tagung und zur Berichterstattung ein.

„Fachkräfte aus Schule und Jugendarbeit berichten, dass der Konsum von Cannabis wieder häufiger zu beobachten ist – nicht nur bei ab 12-Jährigen“, konstatiert Traudel Schlieckau, Referentin für Suchtprävention bei der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS). Diese aktuellen Beobachtungen aus der Praxis stehen im Widerspruch zu Erhebungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), die in ihrer 2012 publizierten Studie zum Suchtmittelkonsum bei Jugendlichen, die mindestens einmal Cannabis probiert haben, noch einen deutlichen Rückgang verzeichnete: http://www.drogenbeauftragte.de/presse/pressemitteilungen/2012-01/pmdrogenaffinitaet. html. Inwieweit dieser Trend inzwischen tatsächlich rückläufig ist, wird auf der Tagung thematisiert. Dr. Michael Bloedhorn von der Therapiehilfe Hamburg zeigt die körperlichen und psychischen Auswirkungen frühen Cannabiskonsums. Im Anschluss stellt Dr. Olaf Reis von der Klinik für Jugendneuropsychiatrie der Universität Rostock die Konsummuster jugendlicher Cannabisraucher vor. In weiteren Vorträgen wird es um die Möglichkeiten der Frühintervention in Schule und Elternarbeit gehen.

Ein Schwerpunkt am Nachmittag sind die Konsequenzen von Cannabiskonsum für den Führerscheinerwerb. „Wenige Jugendliche wissen, dass jeder festgestellte Konsum der Führerscheinstelle gemeldet wird. Nicht nur Autofahrer, die konsumiert haben, sondern auch die Mitfahrenden müssen mit einer Mitteilung beim Straßenverkehrsamt rechnen, wenn Haschisch im Auto gefunden wird. Zudem handelt es sich um eine illegale Droge und der Besitz ist nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) strafbar. Auch das ist vielen Jugendlichen nicht klar ist“, so Traudel Schlieckau. Zur Aufklärung über die rechtlichen Konsequenzen hat die LJS einen eigenen Flyer für Jugendliche produziert: Link zum Download des Flyers.

Im Rahmen der Tagung äußern sich zu diesem Thema Jürgen Kanngießer von der Polizeiinspektion Hildesheim und Claus D. Kauert vom Jugendamt Hameln Pyrmont. Dritter in der Gesprächsrunde ist Peter Märtens von der STEP Hannover.

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Raus aus den Windeln – rein in die Medienwelten?, 7.5.2013

Raus aus den Windeln – rein in die Medienwelten?

LJS präsentiert neue Erkenntnisse zur Mediennutzung der 3- bis 10-Jährigen

Hannover, 02.05. 2013. Medieninformation. Wickie oder Spongebob, Prinzessin Lillifee oder Luke Skywalker: Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) beschäftigt sich auf ihrer Fachtagung am 7.5. mit der Frage, warum Kinder welchen Medienhelden folgen und welche TV-Inhalte sie überfordern können.

Wer Meister Yoda und Co. nicht im Fernsehen findet, sucht sie online – und findet auf den Anbieterseiten auch viele Konsumangebote, von Star Wars-Spielzeug bis zu Lillifee-Bettwäsche. Wie die Verführung durch Werbung Mädchen und Jungen beeinträchtigt, steht ebenfalls im Fokus der Tagung. Mädchenrosa und Jungsblau: In vielen Kinderangeboten finden sich Rollenbilder und Klischees. Welche Konsequenzen hat es für das eigene Bild von Männlichkeit und Weiblichkeit, wenn Geschlechterstereotypen schon in der frühen Mediennutzung eine Rolle spielen? Auch dazu sollen am 7. Mai in Hannover Antworten gefunden werden.

„Wir möchten gemeinsam mit Experten aus Wissenschaft und Praxis genauer klären, wodurch die Mediennutzung der ab 3-Jährigen geprägt wird – und wann Eltern und Erzieher besonders sensibel sein sollten“, so Eva Hanel, Medienreferentin der LJS, zum Ziel der Fachtagung.

Zum Auftakt zeigt Professor Dr. Burkhard Fuhs von der Universität Erfurt, wie Alltag und Medienwelt einander durchdringen – die moderne Kindheit ist immer auch eine Medienkindheit. Die Medienwissenschaftlerin Petra Schwarzweller berichtet im Anschluss aus ihrer Forschungspraxis mit Kindern im Vorschulalter und zeigt anhand von Filmbeispielen, welche Angebote Kinder begeistern – und was sie überfordern kann.

Wie Medienbilder in Bewegung kommen, können Kinder anhand der LJS-Trickboxx selber erfahren – anhand selbst erstellter Trickfilme bringen sie den Bildern das Laufen bei. Einige gelungene Filme werden ebenfalls im Rahmen der Tagung gezeigt.

Schmale Taillen und lange Beine – Sabine Eder vom Verein Blickwechsel e.V. zeigt zum Abschluss anhand von Animationsserien, wie Geschlechterstereotypen den Weg in die Medien finden und wie eine Auseinandersetzung damit aussehen sollte.

Wie medienkompetent sind Kinder und Jugendliche wirklich?
Erik Winterberg, Geschäftsführer der Elements of Art GmbH, die u.a. die erfolgreiche Kinder-Webseite www.toggo.de betreibt, setzt auf eigene Studien zur Mediennutzung von Kindern. Er betrachtet den vielzitierten „digital native“ als Mythos – auch Kinder, die mit dem Smartphone in der Hand aufwachsen, sind deshalb nicht automatisch internetaffin.
Gern laden wir Sie zur Tagung ein und freuen uns über eine Berichterstattung.

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Aufklärung 3.0, 24.4.2013

Alles schon gesehen!?

Peers, Pornos und die Rolle von Aufklärungsgesprächen
Fachtagung der LJS am 24. April in Hannover entwickelt Inhalte für „Aufklärung 3.0“

Hannover, 16.04. 2013. Anzeigen, Bilderstrecken im Netz, Sexchats, Pornografie: Eine Vielzahl von Medien buhlt mit sexuellen Inhalten um Aufmerksamkeit. Nie war die Informationsvielfalt größer, nie waren Bilder von Sexualität einfacher verfügbar als für die heutige Jugend. Doch haben Mädchen und Jungen, die mit 13 Jahren Pornos
sehen, wirklich keine Fragen mehr?

Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen zeigt auf einer Fachtagung am 24.04.2013 in Hannover, dass das klassische Aufklärungsgespräch weiterhin eine wichtige Rolle spielt. In Vorträgen und Workshops geht es um Inhalte und Form einer „Aufklärung 3.0“ und darum, wie Jugendliche mit den Medienbildern von Liebe und
Sexualität umgehen.

„Man könnte natürlich annehmen, Jugendliche wüssten alles über Sexualität – schließlich können sie sich Bilder und Informationen aus dem Netz holen oder werden durch ihre Peer-Groups damit konfrontiert“, konstatiert Tanja Opitz, Referentin für Sexualerziehung bei der LJS. „Doch oft ist das Gegenteil der Fall und die Aufklärung durch erwachsene
Bezugspersonen ist nicht zu ersetzen.“
Das Aufklärungsgespräch ist also noch längst nicht abgemeldet – doch wer mit Mädchen und Jungen über Sexualität sprechen will, muss erst einmal die richtigen Worte finden.
Tina Bremer-Olszewski, Autorin des Teenager-Ratgebers „Make Love“ und Referentin auf der Tagung, leitet ihren aktuellen Bestseller mit einer Aufzählung von Namen für Geschlechtsteile ein – von Mumu bis Funkturm. Ihr geht es darum, Jugendliche zeitgemäß aufzuklären, und für ihre jungen Leser hält sie fest: „Sex ist lernbar – so wie eine Fremdsprache, ein Musikinstrument oder Skateboardfahren“.

Doch was möchten Jugendliche aus Medien und Gesprächen lernen, was selber erfahren?
Dr. Iren Schulz von der Universität Bremen geht in ihrem Vortrag auf den Umgang Jugendlicher mit sexualisierten Internet-Inhalten ein. Sie stellt dar, welche Inhalte Mädchen und Jungen im Netz suchen und wie sie damit umgehen.
Der Nachmittag beginnt mit vier parallelen Workshops zu den Themen AIDS, sexuelle Gewalt, Liebe und Partnerschaft für die rund 100 angemeldeten Teilnehmer.

Welche Themen Mädchen und Jungen im Zeitalter von „Aufklärung 3.0“ bewegen, erläutert abschließend die Pädagogin und Jugendexpertin Marthe Kniep, die unter anderem für das Dr. Sommer-Team der Bravo Jugendliche berät. Ihr Abriss der häufigsten Anfragen rund um Liebe, Körper und Sexualität zeigt, wie wichtig Angebote für die Einordnung der sexuellen Inhalte für Jugendliche sind. Wie sie zu berichten weiß, haben sich die Fragen der Jugendlichen zur Sexualität in den letzten Jahrzehnten nicht grundlegend geändert.

Gern laden wir Sie zur Tagung ein und freuen uns über eine Berichterstattung.
Link Tagungsprogramm

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Bericht „GRENZGEBIETE“, 21.3.2013

 „GRENZGEBIETE“ für Jugendliche
Ein Erfolgsbeispiel für die Präventionsarbeit gegen sexuelle Gewalt

Hohe Akzeptanz des Projektes bei Schülerinnen und Schülern
Das Theater- und Workshop-Projekt „GRENZGEBIETE“ zur Prävention gegen sexuelle Gewalt unter Jugendlichen ist seit Frühjahr 2011 an mehr als 50 Standorten in ganz Niedersachsen zum Einsatz gekommen. Zwei Jahre nach dem Start legt die Landesstelle Jugendschutz eine Evaluation vor. Das Fazit: Das Projekt ist bei den Jugendlichen auf hohe Akzeptanz gestoßen. Durch die Auseinandersetzung mit dem Theaterstück wird das Bewusstsein für sexuelle Grenzen und Übergriffe gestärkt.

Das Projekt „GRENZGEBIETE“
Das Projekt wurde von der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen mit drei aufeinander bezogenen Bausteinen konzipiert: Informations- und Fortbildungsmodule, einer Broschüre für Fachkräfte und andere interessierte Erwachsene und einem Theaterprogramm für Jugendliche.

Ziel war es, Jungen und Mädchen ab 13 Jahren das Erkennen und Benennen von sexuellen Grenzverletzungen zu erleichtern. Sie sollten die Situation der Opfer besser verstehen lernen und sich angesichts von Übergriffen sicher und klar verhalten können.

Für die Projektarbeit mit Jugendlichen entwickelte die theaterpädagogische werkstatt (tpw) Osnabrück im Auftrag der LJS das Theaterstück „Ein Tritt ins Glück“. Vier Schauspielerinnen und Schauspieler spielen vier Jugendliche und provozieren einander, reden übereinander, verlieben sich – bis aus dem Necken Nötigung wird. Thematisiert wird dabei, wie Jugendliche sich schützen, wo sie Unterstützung erhalten und wem sie trauen können, wenn sie in Schwierigkeiten geraten. Aber auch die Gegenseite bleibt nicht ausgespart: Was kann jemand tun, der zu weit gegangen ist und andere verletzt hat? Nach der Aufführung werden diese Fragen in Workshops von den Darstellern aufgegriffen und mit den Jugendlichen bearbeitet. Durch die theaterpädagogische Arbeit sollen sie darin gestärkt werden, Grenzen zu erkennen, andere zu respektieren und sich bei Grenzüberschreitungen zu wehren oder Hilfe zu organisieren.

Große Zustimmung bei Mädchen und Jungen
Im Rahmen einer einjährigen Evaluation 2011/12 wurden insgesamt 2095 Schüler/innen der siebten bis zehnten Klassen im Anschluss an das Theaterstück und den anschließenden Workshop befragt. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Zustimmung für das Theaterprogramm – über 86% der Befragten beurteilten den Projekttag als „positiv“ bzw „eher positiv“.

Das Theaterstück wurde überwiegend als „sehr realistisch“ und sehr informativ wahrgenommen. Der Frage, ob sich der Besuch des Theaterstückes für sie gelohnt habe, stimmten nahezu 80% der befragen Schüler/innen ganz oder teilweise zu, die Ablehnung liegt im Vergleich dazu bei 3%. Eine ähnlich hohe Zustimmung gab es auch für die Nachbereitung, von der über 81% sagten, sie sei interessant und lebendig gestaltet gewesen.

Auch für die Konzeption gelangt Dr. Olaf Lobermeyer vom Proval Institut zu einem positiven Fazit: „Nur ein Programm, an dem die Zielgruppen freiwillig teilnehmen, das sich von Praktikern umsetzen lässt und das eine klare Beziehung zwischen der Gesamtstruktur, den Einzelmaßnahmen und den angestrebten Zielen aufweist, kann vor Ort dauerhaft bestehen. Ebenso wichtig ist, dass es bei den Zielgruppen positiv aufgenommen wird. Alle Kriterien wurden vom Projekt erfüllt.“

Projektziele erreicht – Wissen zu sexueller Gewalt besser verankert
Wie die Befragung zeigt, konnten über 65% der Befragten eigene Erfahrungen und Fragen bei der Nachbereitung des Stückes einbringen – für die Verantwortlichen ein Indikator für die lernfördernde Atmosphäre des Projektvormittags: „Wie die Evaluation zeigt, regt die emotionale Ansprache durch das Theaterstück die Jugendlichen dazu an, sich mit dem Thema sexuelle Übergriffe zu beschäftigen und damit auch sexuelle Grenzverletzungen besser zu erkennen und zu benennen“, so Andrea Buskotte, Referentin für Gewaltprävention bei der LJS und Projektleiterin.

Auch für die Umsetzung des Theaterstückes kann ein positives Fazit gezogen werden. Über 80% der Befragten äußerten eine starke emotionale Verbundenheit mit der Hauptdarstellerin, die Opfer eines Übergriffes wird. Die Schüler/innen konnten sich in ihre Situation hineindenken und diese nachempfinden – eine Grundlage, um in Zukunft sensibler mit diesem Thema umgehen zu können.

Ausblick:
Wie die Evaluation zeigt, bietet die theaterpädagogische Arbeit eine gute Basis, um mit Jugendlichen zum Thema sexuelle Übergriffe ins Gespräch zu kommen. Für die Zukunft sieht Andrea Buskotte weitere Aufgaben für die Prävention in der Ermunterung, sich Hilfe bei Erwachsenen zu suchen und Hilfsangeboten von Beratungsstellen stärker zu nutzen. „Unsere Befragung gibt Hinweise darauf, dass das Thema von vielen immer noch bagatellisiert wird – nach dem Motto, ein erzwungener Kuss ist ja noch kein Übergriff. Prävention sollte also weiterhin dazu beitragen, dass sexuelle Übergriffe benannt und klare Verhaltensorientierungen vermittelt werden.“ Das Projekt GRENZGEBIETE hat hier mit seiner emotionalen und jugendaffinen Ansprache Neuland erschlossen.

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„Peer to Peer“, 6.12.2012

„Peer to Peer“ – Prävention unter Gleichaltrigen

LJS zeigt am 06.12. 2012 Beispiele für Prävention durch Jugendliche selber

Medieninformation. 04.12. 2012. Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen widmet ihre Jahrestagung am kommenden Donnerstag, dem 06. Dezember in Hannover dem Thema „Peer to Peer“ in der Prävention. Im Kreis von insgesamt 110 angemeldeten Teilnehmenden wird es ab 10.00 Uhr im HCC Hannover darum gehen, wie die Kommunikation unter Jugendlichen sinnvoll für die pädagogische Arbeit genutzt werden kann.
Ein zentrales Thema ist der verantwortungsvolle Umgang mit Handy, Internet und sozialen Medien. Außerdem wird der Einsatz von jugendlichen Konfliktlotsen und Streitschlichtern an Schulen und Jugendeinrichtungen vorgestellt.

„Gleichaltrige sind eine bedeutende Sozialisationsinstanz, weil sie viele Inhalte glaubwürdiger vermitteln können als erwachsene Autoritätspersonen. Entsprechend wird es auch besser akzeptiert, wenn Jugendliche untereinander Informationen über Hilfsangebote austauschen oder sich gegenseitig helfen, gerade bei Aktivitäten im Netz“, so Andrea Urban, Leiterin der LJS. Projekte, die diesen Ansatz aufgreifen, wie etwa das Web-Angebot juuuport.de, die Ausbildung interkultureller Peertrainer/innen oder das LJS-Projekt „Handy – lieb und teuer“ werden im Rahmen der Tagung vorgestellt.
Wichtig ist es hierbei, so betont Andrea Buskotte, Referentin für Gewaltprävention bei der LJS, Jugendliche nicht zu überfordern: „Mit der Peer-to-Peer-Arbeit können wir die Reichweite von Prävention vergrößern – allerdings dürfen die jugendlichen Vermittler mit schwierigen Fragen nicht allein gelassen werden.“
Beispiele dafür gibt es beim Thema Cyber-Mobbing: Da Jugendliche im Social Web meistens unter sich sind, kommt es gerade hier zu Attacken, die von Erwachsenen unbemerkt bleiben.
Auch hier geht es darum, die jugendlichen Mitwisser für eine Intervention zu gewinnen.
Einen tieferen Einblick in die Gruppendynamik bei Cyber-Mobbing gibt Prof. Dr. Mechthild Schäfer von der Universität München.
Die Möglichkeiten und die Grenzen der pädagogischen Einflussnahme auf die Unterstützungspotentiale unter Gleichaltrigen wird Nora Schulze von der Universität Osnabrück aufzeigen und dabei beleuchten, unter welchen Voraussetzungen Peer-to-Peer-Ansätze erfolgversprechend sind. Abgerundet wird das Tagungsprogramm durch Ergebnisse der Sinus-Studie über die Lebenswelten von Jugendlichen in Deutschland und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Präventionsarbeit.

Über die LJS
Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen ist ein Fachreferat der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen. Sie arbeitet zu aktuellen Themen des Kinder- und Jugendschutzes. Die Tätigkeitsfelder sind Fortbildungen, Materialentwicklungen, Fachberatung, Projekte, Arbeitskreise und Gremien.
Gern laden wir Sie zur Teilnahme an der Tagung ein und freuen uns über eine Berichterstattung.

Pressekontakt:
Ulrike Beckmann Konzept+Kommunikation, Beim Schlump 13A, 20144 Hamburg,
Tel. 040 – 84 60 83 94, kontakt@ulrike-beckmann.de

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Jugend und Risiko, 7.11.2012

Fachtagung der LJS in Hannover:
Neue Erkenntnisse zum Risikoverhalten von Jugendlichen

Experten und Fachleute tagen am 7.11.2012 zu Glücksspiel, Depression und Suizidalität bei Jugendlichen und stellen neue Befunde vor

Hannover, 25.10.2012. Presseinformation. Risikoerfahrungen und Grenzerlebnisse gehören zur Persönlichkeitsentwicklung. Wenn Jugendliche sich riskant verhalten, kann das völlig normal sein, denn sie grenzen sich dadurch ab und werden autonomer, unabhängig davon, wie die Erwachsenen diese Risikobereitschaft bewerten. Wenn aus den Grenzerfahrungen jedoch ein permanentes „Sensation Seeking“ wird, sollten Eltern, Lehrkräfte und Erzieher aufmerksam werden. Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) widmet sich am 07.11.2012 auf ihrer Fachtagung in der Akademie des Sports in Hannover dem Thema „Jugend und Risiko“.

Im ersten Tagungsteil geht es um Grenz- und Risikoerfahrungen bei Jugendlichen. Dr. Tobias Hayer von der Universität Bremen stellt neue Befunde zum Glücksspiel vor. So hat die Nachfrage nach Geldspielautomaten bei jungen Männern deutlich zugenommen. Eine besondere Gefahr geht in diesem Zusammenhang von Online-Glücksspielen aus, die mit bargeldlosem Zahlungsverkehr und einer Spielzeit rund um die Uhr bei Jugendlichen punkten können. In weiteren Vorträgen wird es um die Funktion des „Sensation Seeking“ im Jugendalter und die Prävention von Glücksspielsucht gehen.

Der zweite Teil der Tagung fokussiert Depressionen und Suizidalität unter Jugendlichen. Traudel Schlieckau, Referentin für Suchtprävention bei der LJS, weist auf die geschlechtsspezifischen Entwicklungen von Depressionen hin: „Im Anschluss an die Pubertät geraten Mädchen weitaus häufiger als Jungen in ein Stimmungstief – warum das so ist und wie man damit umgeht, wollen wir genauer beleuchten.“ Prof. Dr. Janine Trunk (Hochschule Emden/Leer) widmet sich in ihrem Vortrag depressiven Störungen und Suizidalität bei Kindern und Jugendlichen. Im Anschluss stellt Alice Herwig, Psychologin aus Hildesheim, ein Modellprojekt zur Suizidprävention an Schulen mit einer Wanderausstellung vor.

Zu einer Teilnahme an der Tagung laden wir Sie herzlich ein. Gern koordinieren wir auch im Vorfeld ein Gespräch mit den Referenten. Über Ihre Teilnahme und Berichterstattung freuen wir uns.

Fachtagung der LJS „Jugend und Risiko“ am 07. November 2012
in der Akademie des Sports, Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg 10, 30169 Hannover,
Beginn: 10.00, Ende: 16.45.

Kontakt für Fragen zur Tagung:
Traudel Schlieckau, LJS, Leisewitzstraße 26, 30175 Hannover, Tel. 0511 – 85 87 88, traudel.schlieckau@jugendschutz-niedersachsen.de

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